Frankfurter Gemeine Zeitung

Die überflüssigsten Frankfurter Locations: Platz 1 Das Holbeins

Das Museumscafe im Städl steht an der einsamen Spitze der überflüssigen Locations in Frankfurt. Woran liegt das? Ist es nur der Name, der den rotbäckigen, dicken und immerhin vermutlich lebenslustigen Heinrich VIII. evoziert, den Holbein, der Jüngere einst porträtierte, hinter dem sich aber heute die Wirklichkeit des smarten, alerten, und bleichen örtlichen Kunstpotentaten Hollein versteckt? Traurig, wenn Holbein bis auf Hollein abgenagt erscheint… Aber lassen wir Gerechtigkeit walten und das Holbeins mittels seiner Homepage selbst zu Wort kommen: “ In einem außergewöhnlichen Look, umgeben von der ehrwürdigen Außenfassade des Städel Kunstmuseums, wurde 1999 ein gastronomisches Konzept der besonderen Art eröffnet. Tagsüber Erlebnis-Café mit Bistro-Küche , abends Restaurant unter einer anspruchsvollen Küchenleitung von Jo Ballmann.“ Hey, für Euch klassische Kunstbanausen ist eben nur die Außenfassade ehrwürdig und der außergewöhnliche Look, den ihr Euch als Ausdruck aus Modezeitschriften, die bei Friseuren ausliegen, entliehen habt, ist von Angesicht zu Angesicht die typische Frankfurter Mischung aus Flughafenlounge und pathetischen Kunsteinsprengseln für die bedeutungsbeflissene Klasse. Das Erlebnis freilich, das im Erlebniscafe auf müde und kuchenverlangende Museumsbesucher wartet, ist, dass snobistische, aber unterbezahlte Jungschnösel Besteck sortieren, bis die WIRKLICH WICHTIGEN GÄSTE kommen. Oder wie ihr es sagen würdet und sagt: „ Ein junges Serviceteam mit Ausstrahlung erwartet Sie und lässt Sie ganz Gast sein.“ Und auf die WIRKLICH WICHTIGEN GÄSTE wartet die Wandelhalle: „Im Café-Restaurant ‘Holbein´s’ können wir Ihnen ganz exklusiv die Wandelhalle für Ihre Abendessen und ‘private dining’ inkl. eigener Cocktailbar zur Verfügung stellen. Als Teil des historischen Museums bietet sie eine einzigartige Atmosphäre, die wir mit einem abwechslungsreichen Menü, den dazu passenden Getränken, der abgestimmten Dekoration sowie unserem freundlichen Servicepersonal noch komplettieren werden.“ Dazu dass alles so wunderbar zusammenpasst, past auch dass es sich bei den Betreibern selbstverständlich um Caterer handelt, die von der Aura eines öffentlich finanzierten Museums zehren. Kunstkenner und Kunstcaterer Max Hollein liebt auch Gastro-Caterer, denn sie sind Fleisch von seinem Fleische, selbst wenn fleischlos gekocht wird. Dies zeigte sich zuletzt der Schirn, wo er die individuellen, erfolgreichen Betreiber des Schirncafes zugunsten von Caterern hinaustrieb. Die Städel- Caterer, Meyer mit Namen, sind noch andernorts zu Gange, in der „Klassikstadt“ in Fechenheim. Wie es auf der Homepage heißt: „ Meyer Catering & Service übernimmt den gastronomischen Part bei der Klassikstadt. Nach Städel-Museum und Orangerie jetzt die Klassikstadt – Meyer Catering & Service ist bekannt für seine großartigen kulinarischen Inszenierungen an geschichtsträchtigen Standorten. Im kommenden Frühjahr wird der erfahrene Eventcaterer und Vermarkter exklusiver Veranstaltungsorte in den unter Denkmalschutz stehenden ehemaligen Mayfarth-Werken in Fechenheim eine einzigartige extravagante und vielseitige Eventlocation anbieten. Als Kooperationspartner des Projekts Klassikstadt übernimmt Meyer in der Orber Straße 4a fast 800 qm Innenraum und mehr als 2.000 qm Terrasse und Hof, die einen großen Spielraum für kreative und individuelle Planungen ermöglichen. Von automobilen Events, Kongressen und Ausstellungen über Galaveranstaltungen bis hin zu privaten Feiern in individueller Raumgröße – jeder Kundenwunsch wird sich auf dem außergewöhnlichen brandneuen Eventgelände realisieren lassen. Die Klassikstadt besteht aus drei Gebäuden mit insgesamt 16.500 Quadratmetern. Im Hauptgebäude werden auf vier Geschossen rund 2.500 qm Laden- und Einzelhandelsfläche, 1.100 qm Werkstattfläche und 1.200 qm Lagerfläche entstehen, die von Werkstätten über Geschäfte für klassische Fahrzeuge bis hin zu Zubehör und Einstellflächen AutomobilLiebhabern alles bieten, was ihr Herz begehrt. Ob Hauptversammlungen und Kongresse, Präsentationen, insbesondere im Automobilbereich, Galaveranstaltungen wie Preisverleihungen oder ob private Feiern, mit der hochkarätigen neuen Eventfläche kann Meyer Catering & Service noch besser auf das breite Spektrum der Kundenwünsche eingehen.“ Ach so: Die “Klassikstadt” ist gar keine Stadt, sondern eine teure Garage für olle Oldtimer. Also mal wieder eine Menge Geschosse, Terassen, Werkstattflächen, Höfe auf denkmalgeschützter Fläche für die -wie man dereinst in Frankfurt verteufelnd gesagt hätte- „herrschende Klasse“. Die neue Klassikstadt ist einfach klasse! Denn sie benutzt den Kulturfimmel der Frankfurter Reichen und besteht doch nur aus abgewrackten Fabrikflächen in Fechenheim, für die man ansonsten keine Verwendung hat. Schade nur , dass die bislang von alternativen Projekten wie “Kino an anderen Orten” genutzt wurden und jetzt den finanzkräftigsten Liebhabern von Oldtimern anheim fallen. Aber Gott sei Dank gibt es in Frankfurt noch nicht diese bösen Menschen wie in Berlin, die mit Vorliebe teure Autos abfackeln… Wir freuen uns auf kommende Hauptversammlungen. Insbesondere im Automobilbereich. Oder auf die ein oder andere Preisverleihung. Aber wir essen und trinken NIE MEHR im Holbeins. Irgendwie zu hohl.


Frankfurt beherrscht von Wiesbaden-Mafia?

Eine Wiederkehr von Stalin und Al Capone: Mitarbeiter und Kritiker in die Psychiatrie, Steuern hinterziehende Multimillionäre rauspauken, eine illustre Allianz mit Frankfurter Bankvorständen – komme was wolle .

Nicht Putin, nicht Berlusconi – Koch und Weimar im Jahre 2009 / 2010.

Nur 3 Beispiele des Geschehens führen wir für dieses Szenario an:

- Das Wiesbadener CDU-Finanzministerium versetzte die ganze Abteilung der Banken-Steuerprüfung Frankfurt als psychisch  gestört in den Ruhestand – die Mannschaft wollte doch tatsächlich nachschauen, ob Ackermann und Co auch wirklich was zahlen.

-  Im Speckgürtel gibt´s ne Menge Leute, die Geld nach Liechtenstein bringen – mit guten Beziehungen nach Wiesbaden: die Regierung stellte die Finanzämter kalt, um nicht an die Liechtensteiner Millionen zu kommen.

- Ja wer hat denn Koch schon mal mit Liechtenstein geholfen ? Als er wunderliche Millionen seiner Partei nicht erklären konnte: die Familie Wolski mit anwaltlicher Beratung. Wie schön für sie dann: trotz Millonenenkommen müssen sie dann jahrelang überhaupt keine Steuererklärung mehr abgeben. Ja, so werden echte Leistungsträger reich.

Dann heulen sie uns vor, dass brutalstmögliche Streichungen notwendig sind und alle kleinen Gewerbetreibenden besonders vom Finanzamt unter die Lupe genommen werden. Das Geld der Freunde muß ja wieder reingeholt werden.

Verbrechen auf Verbrechen, aber HR, FAZ und Spiegel mit Ausnahme der Frankfurter Rundschau  schert es kaum.

Die FGZ ist auch eine Ausnahme: wir beteiligen uns an der Suche nach Berlusconi und Konsorten in Rhein-Main. Also, wer hat sie wo gesehen ?

Eine Übersicht lesen Sie hier:
Steuerfahnder-Affäre


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