Frankfurter Gemeine Zeitung

Frankfurt oder! Reportagen aus dem anderen Frankfurt Teil 6

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Warum gibt es so viele Frankforts in den USA, aber kein Frankfurt?

Und was ist die Rolle von Frankfurt/Oder in all dem?Meine These zum Namen Frankfort, USA widerspricht den meisten lokalen Folkloren. Frankfort, Kentucky wurde angeblich nach Stephen Frank benannt, der am Fort des Kentucky Rivers von Indianern getötet wurde. Frankfort, New York behauptet, nach dem Siedler Lawrence Frank benannt zu sein. Frankfort, Kansas hieß angeblich ursprünglich Frank’s Ford (keine weiteren Angaben). In Erasmus Jones’ History of the Town of Frankfort, Maine (1897) findet sich kein Hinweis zur Herkunft des Namens; auch Frankfort, Michigan und Frankfort, Ohio scheinen sich nicht besonders um die Herkunft ihres Namens zu scheren. Auch die beiden (!) Frankforts (!) im Staate Wisconsin schweigen sich dazu aus. Nur die Frankforts von Illinois und Indiana stehe zu ihrem deutschen Erbe. Frankfort, Indiana („Home of the Hot Dogs“) ist sich dessen bewusst, dass es ursprünglich Frankfurt hieß – nach Vorfahren aus Frankfurt/Main. Aber selbst hier wird sich über die Rechtschreibreform ausgeschwiegen.

Ich aber sage euch: Es war mit Sicherheit während des Ersten Weltkriegs, dass vieles Deutsche aus der US-amerikanischen Landkarte verschwand und ganz viele Frankfurts zu Frankforts wurden. Als plötzlich Indianer aus dem historischen Unbewussten auftauchten, die alle Forts überfielen und alle Franks ermordeten, die die Franks in Furten trieben und ertränkten. Und damit die Verbindung zum Kriegsfeind Deutschland kappten. Wer aber waren Stephen und Lawrence Frank, und waren sie auch Zwillinge? Was hat es mit den beiden (!) Frankforts (!) in Wisconsin auf sich, und singen sie dort auch ein Lied übereinander, zum Beispiel: „Since Frankfort’s so tiny there should be more than one,/ one in Pepin County and one in Marathon“? Und warum gibt es kein Frankfurter Festival in Frankfort, Indiana, sondern ein Hot Dog Festival? Es liegt nahe, dass die Redaktion der FGZ dieser Korrespondentin eine Forschungsreise in die USA finanzieren wird, damit diese Geheimnisse geklärt werden. Bis es soweit ist, sollten wir alle darüber nachdenken, was das Verhältnis von Frankfurt/Oder zu diesen US-amerikanischen Frankforts ist. Wenn Frankfurt/Main aus der Geschichte von Frankfort/Maine herausgestrichen wurde, so wurde Frankfurt/Oder einmal wieder doppelt herausgestrichen, oder?

Kein Wunder, dass Frankfurt/Oder sich Yuma, Arizona zur Partnerstadt genommen hat. Yuma liegt am Colorado River. Es wird mir doch ein leichtes sein, noch zu beweisen, dass Oder (polnisch: Odra) und Colo-Rado auf die gleiche Wurzel zurückzuführen sind. Bezeichnend ist aber auch, dass es zwei Filme mit dem Titel „3:10 to Yuma“ gibt (1957, 2007 – wer sich amüsieren will, schaue sich an, welche deutschen Titel die Filme führten). So verfolgt uns das Muster des einen Namens, hinter dem sich zwei verbergen, bis in die Filmgeschichte. Ich fordere David Lynch auf, einen Film über *Frankfurt* zu drehen.

Die Soregum Botton Boys as Frankfort, Indiana

Die Soregum Botton Boys aus Frankfort, Indiana



Das Bett im Kornfeld

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Sie waren schon als Kinder zusammen in die Schule gegangen. Als Axel zum Studium in die USA ging, schenkte er Sarah einen Ring, der irgendwie elektrisch aufgeladen war und unentwegt blinkte. Sie war so fasziniert von dem Ring, dass sie Tag und Nacht darauf starrte und in den ersten Nächten kaum schlafen konnte. Immer wieder erinnerte sie sich an sein männlich-markantes Gesicht. Würde sie ihn wiedersehen und ihm vielleicht trotz aller Schwierigkeiten näher kommen können? Die Zweifel schlichen sich in ihr Herz, die Angst nagte an ihr, denn sie wusste aus Erfahrung: Kölschen Männern kann man nicht trauen! Weil aber nun der Zeitpunkt nahte, eine Entscheidung zu treffen, gab sie sich einen Ruck. Sie lächelte, und im selben Moment erlosch das Licht. 

Das war der schönste Tag in ihrem Leben!


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