Frankfurter Gemeine Zeitung

Karl-Theodor zu Guttenbergs kleine Tochter

damned beste

Verteidigungsminister Karl- Theodor zu Guttenberg hat als Reaktion auf das tödliche Gefecht bei Kunduz angeordnet, zwei Pantzerhaubitzen 2000 zu bestellen. Mit ihnen lassen sich endlich DIE Taliban treffen, die 40 Kilometer weit weg sind. Denn auch den entfernte Taliban, der sich nicht in unserer unmittelbarer Nachbarschaft in die Luft sprengt, muss man im Auge behalten. INZWISCHEN IST ALLEN BEWUßT, DASS IN AFGHANISTAN wie Karl-Theodor zu Guttenberg sagt- EIN UMGANGSSPRACHLICH KRIEG GENANNTER ZUSTAND HERRSCHT.  Diese Ehrlichkeit schafft Erleichterung. Am Donnerstag (15.4.) geriet ein Panzerwagen Eagle IV im Rahmen der Operation Tahoid II in eine Sprengfalle. Fünf deutsche Soldaten wurden verletzt, drei weitere starben. Sie sind umgangssprachlich tot, bzw. nunmehr gefallen, wie der militärische Fachbegriff lautet. Die Taliban werden aber merken, dass sie sich mit solchen Aktionen keinen Gefallen tun, spätestens, wenn unsere Haubitzengranaten auf sie fallen, was hoffentlich bald der Fall sein wird. Ebenfalls am Donnerstag wurde ein Vertrag mit dem Schweizer Hersteller des Eagle IV unterzeichnet. Deutschland bestellt weitere 60 Eagle IV über die bereits 150-200 für dieses Jahr Bestellten hinaus. Für zerstörte Eagle IV können leider weder  Staat noch Hersteller die beliebte Abwrackprämie zahlen. Im Handschuhfach liegt aber eines der beliebten Schweizer Armeemessser als GIVEAWAY.

Unser Ziel in Afghanistan bleibt, dass jeder deutsche Soldat IN SEINEM EIGENEN PANZERWAGEN dort herumfahren kann, um an Operationen teilzunehmen. Auf 10000 Afghanen kommen nach Zahlen der WHO nur 2 Ärzte. Die Kindersterblichkeit ist mit 27% die höchste der Welt, die durchschnittliche Lebenserwartung auch derjenigen Bevölkerungsteile, die sich nicht feige und in feindlicher Absicht in noch kleinere Teile sprengen, liegt bei 45 Jahren. Insofern ist die Teilnahme deutscher Soldaten an Operationen zu begrüßen, auch wenn die Operation Tahoid II nicht vornehmlich der medizinischen Versorgung der Bevölkerung dient, sondern -wie es in Natokreisen heißt-”die Bewegungsfreiheit der internationalen Kräfte wiederherstellen soll”. ABER MEHR BEWEGUNG IST EINE WICHTIGE VORRAUSSETZUNG FÜR BESSERE GESUNDHEIT, das weiss jeder Arzt, und die neuen Eagle IV bieten auf jeden Fall mehr Bewegungsfreiheit als die Panzerwagen der älteren Generation.

In seiner vollständig in der BILD-Zeitung abgedruckten Traueransprache zu Ehren unserer  gefallenen Soldaten  sagte Karl Theodor zu Guttenberg am Schluß: “Meine kleine Tochter, der ich meine Trauer zu erklären versuchte, fragte mich, ob die drei jungen Männer tapfere Helden seien, OB SIE STOLZ SEIN DÜRFE. ICH HABE BEIDE FRAGEN NICHT POLITISCH, SONDERN EINFACH MIT JA BEANTWORTET.”

Die kleine Tochter Karl Theodor zu Guttenbergs hat das siebte Lebensjahr erreicht.  Das ist insofern nicht überraschend, als die Kindersterblichkeit in Deutschland im Gegensatz zu Afghanistan bei 0,4 % liegt. Nach der Theorie des berühmten Psychologen Piaget befindet sich die TOCHTER KARL-THEODOR ZU GUTTENBERGS jetzt im “konkret operationalen Stadium”. In diesem Stadium beschränkt sich das Denken auf konkrete anschauliche Erfahrungen.Typisch für die moralische Entwicklung in diesem Alter ist:  die Kinder spielen miteinander und gegeneinander. Nur einer kann gewinnen, aber man braucht dazu Kooperationspartner. Und: die Kinder orientieren sich am Stärksten oder Bestinformierten.

Im Gegensatz zu den Fragen von Karl-Theodor von Guttenbergs kleiner Tochter stellt sich die Frage nach einem neuen Mandat des Bundestages für diesen umgangssprachlich Krieg genannten Zustand NICHT. Das hat auch Bundeskanzlerin Merkel klar gesagt. Die Bestinformierten wissen: Wir alle sollten uns im Kriegführen die Unbefangenheit von Siebenjährigen erhalten. Denn wir und unsere kleinen Töchter können diesen umgangssprachlichen Krieg nur gewinnen, wenn unsere Politiker die Fragen nach dem Krieg nicht politisch beantworten, sondern einfach mit: “JA”.


3 Kommentare zu “Karl-Theodor zu Guttenbergs kleine Tochter”

  1. Florian K.

    Wenn man den in Afghanistan herrschenden Zustand tatsächlich als Krieg bezeichnen würde, würde das zu viele versicherungs- und verfassungsrechtliche Probleme aufwerfen.

    In diesem Fall müsste man zum Beispiel den “Verteidigungsfall” ausrufen. (mit Inkrafttreten der Notstandsgesetzgebung u.s.w.)
    Außerdem schließen die Lebensversicherungen der Soldaten für gewöhnlich Tod durch kriegerische Handlungen aus. Zahlmeister wäre demnach der Staat.
    Aus diesem Grunde darf man das was in Afghanistan passiert nicht Krieg nennen. (Zumindest nicht als Mitglied der Regierung)

    Oder man nennt es Krieg und zieht daraus die einzig logische Konsequenz:
    ABZUG SOFORT!

  2. gaukler

    Interessant wäre es, alle Kriege der westlichen Welt + Japan (China?) versicherungstechnisch zu installieren. Das würde arge Widersprüche zwischen Waffen- und Versicherungskonzernen hevorrufen. Auf den ersten Blick (DAX) sind die Versicherungskonzerne “systemrelevant”, die Waffenfirmen eher “systemkompatibel”.
    Wir könnten also die kurzfristig systemkompatibel Arbeitslosen bei intendierten Kriegskrisen systemrelevant stützen.
    Das wäre eine Art Kriegsverhinderung mit Märkten 2. Ordnung.
    Aber manchmal passt es wohl doch nicht direkt in Märkte !?

  3. gaukler

    Eine weitere Frage ist die der “Frankfurter Zusammenarbeit” im Medien-Mainstream, die man vielleicht noch einmal bedenken sollte: die FAZ hat ja in letzter Zeit ihre Beteiligung an der Verteidigung der HEIMATFRONT aufgerüstet. Vielleicht sind die Nuttschen Trauerinstitutionen ein Baustein der FR für die Heimatfront. Die falsche (!) Trauer hat ja schon zu mancher Niederlage geführt.
    Ein weiteres Eelement dafür ist sicher der herrschende Duktus bei “Werte”-Diskussionen: sich endlich an den richtigen Orten angemessen verhalten: opferbereit, flexibel, loyal etc….

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