Frankfurter Gemeine Zeitung

Konzertierte Heimatfront: Standorte Düsseldorf und Frankfurt

Es ist schon schön, wie wir jetzt fast alle wieder auf die wichtigen Dinge zurückgeworfen sind. Nachdem die Systemrettung in Gestalt unserer Banken – sie sind ja irgendwie “unser System” – gelungen scheint, wir auch die Griechen heraushauen, müssen wir nun die Exportoffensive verstärken, mit allen Mitteln und der nötigen Rückendeckung an der Heimatfront.

Die Offensivmittel möchte das Handelsblatt ausbauen. Sie fordert es im Blatt und im Web, obwohl die Zielrichtung nicht ganz klar scheint: der dort versprochene Kampfhelikopter scheint eher für Afghanistan geeignet, während die Autobauer doch die USA angreifen wollen ?  Ist da etwas durcheinander oder empfiehlt das Handelsblatt beim Angriff der Autobauer “in den USA” den Einsatz fliegender Waffen ? Gegen wen fragen wir uns da, gegen die amerikanischen Islamisten, die siechenden Autobauer oder gegen schlecht bezahlte Hilfsarbeiter ?

Handelsblatt im Krieg

Vermutlich so: einem Handelsblatt-Abo folgt die Teilnahme an Hubschrauberattacken in  Offensiven des deutschen Kapitals. Das bringt dann den ersehnten Aufstieg erfolgreicher Abonnenten in dem eroberten Terrain. Es wird jedenfalls erwartet, die schönen Maschinchen nicht für den Kampf um die Managementpositionen HIER einsetzen.

Da sind wir Frankfurter doch feinfühliger und örtlich noch gebundener: Zur nachhaltigen Stärkung des deutschen Potentials erinnern Frankfurts kluge Kreise immer wieder an die HEIMATFRONT.

Nicht nur, dass wir durch Lohnverzicht und andere Kleinigkeiten die Systemrelevanz unserer Exportoffensiven stärken müssen, ohne Klage und Geschwafel; so dass wir es zum Beispiel den Griechen und anderen Leistungsunwilligen zeigen können wie es geht. Die FAZ sieht die Heimatfront auch bröckeln im Kampf am Hindukusch, wo wir die Systeme, unsere Freiheit und Exportmacht, unsere Autobauer und Abwrackprämien in großem Stile offensiv verteidigen – jetzt sogar mit den dicken, nicht-abgewrackten Haubitzen. Die FAZ fordert deswegen stichhaltige Legitimationsarbeit.

Das soll nicht zuletzt geschehen mit immer häufigeren Deklamationen und öffentlichen Bußen, den Aufrufen für  gemeinsame Verpflichtungen oder den institutionellen Trauerfeiern (mit Kanzlerin !), die auch frontempfindsam die FR reklamiert.

Ein nettes Bild unserer Fahr-Gemeinschaft, mal hier, mal dort hervor geholt oder geleugnet, wie es gerade passt. Die FAZ jedenfalls betreibt unsere heimatliche Sicherung in  immer neuen Anläufen. Ich bin gespannt, welche Systemoffensiven und Fronten als nächstes aufgemacht werden und wer unserer Freiheit dabei weiter beisteht. Auch wenn´s viele nicht wissen: hier in Frankfurt haben wir ja noch die Börsen-Zeitung, sie gibt dem vielleicht noch mehr Profil.

Ich möchte nicht vergessen zu erwähnen, dass sich die Wirtschaftswoche, auch aus dem Handelsblatt-Verlag, ebenfalls der Luftaufklärung angeschlossen hat. Vielleicht will sie den Umsatz der Heimatfront aber auch mit dem Haustierchen stärken – ich werde noch nicht recht schlau daraus. Vielleicht setzen sie neben dem Web 2.0 doch eher auf die handfeste Ökonomie.

wirtschatswoche -04-10


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