Frankfurter Gemeine Zeitung

Gebt Charlie Chaplin seinen Bart zurück!

Chaplin

Jeder kennt diesen schmalen Oberlippenbart, der wie ein kleiner rechteckiger Balken unter der Nasenwurzel aussieht.

Zu behaupten, diese Art von Bärtchen sei aus der Mode gekommen ist noch eine drastische Untertreibung. Tatsächlich garantiert einem das Tragen eines solchen Bartes negative Aufmerksamkeit aller Art, von Hitlergrüßen bis hin zu offenen Gewaltandrohungen durch die Mitmenschen.

Und wer auf einem Wahlplakat das Gesicht eines Politikers verunstalten will, nimmt sich einen schwarzen Edding und malt ihm einen kleinen schwarzen Balken unter die Nasenwurzel.

Ich möchte hier aber ein Plädoyer für das Bärtchen abgeben. Der Oberlippenbart muss wieder tragfähig werden, schon im Interesse einer kritischen Auseinandersetzung mit der deutschen Vergangenheit.

Jan Delay sang auf seinem Album „Searching for the Jan Soul Rebel“ folgenden Text: „Der böse Mann mit dem kleinen Bart ist noch gar nicht tot. Mindestens zweimal am Tag sagt er mir Hallo.“

Recht hatte er damit, denn Hitler ist, wenn auch nicht physisch, doch weiterhin als Marke präsent und das sogenannte „Hitler-Bärtchen“ ist das Markenzeichen, welches einen höheren Wiedererkennungswert besitzt als der „Swoosh“ von Nike.

Ein wichtiger Schritt zur endgültigen Überwindung nationalsozialistischen Gedankengutes wäre, das Brand-Image der Marke Hitler zu zerstören.

Fest steht:

Hitler hatte kein Urheberrecht an seinem Markenzeichen.

Demnach kann also jeder diesen Bart tragen, für sich beanspruchen und zu seinem eigenen Markenzeichen machen.

Ich stelle mir Pokemon-Figuren vor, Bärtchen zum Ankleben und Werbemaskottchen mit dem neuen angesagten Oberlippenbart-Look.

Würde so ein Ding dem Cha-Cha-Charmin-Bären nicht wunderbar stehen?

Natürlich braucht diese Art der Barttracht dann auch einen neuen Namen. Mein Vorschlag wäre da „Charlie-Chaplin-Bart“.

Dies macht aus mehreren Gründen Sinn:

Charlie Chaplin hatte die älteren Rechte.

Charlie Chaplin weckt keine negativen Assoziationen.

Charlie Chaplin war einfach cooler als Hitler.

Also warum keinen Charlie-Chaplin-Bart tragen?

Ich habe es neulich einmal ausprobiert mir den Bart abzurasieren und nur einen schmalen Balken auf der Oberlippe stehen zu lassen. Leider passte er nicht zu meiner Kopfform.

Sonst würde ich sofort einen tragen… ehrlich… versprochen…


4 Kommentare zu “Gebt Charlie Chaplin seinen Bart zurück!”

  1. Yunus

    http://www.bobiler.org/monte.asp?m=98849 q;

  2. Andy

    Das Bild, auf das Yunus verweist, hilft nicht darin, diesen Bart seine Hitler-Symbolik zu nehmen. Auch das “indische Fruchtbarkeitssymbol”*), das auf der Armbinde zu sehen ist, ist älter als sein Missbrauch durch die Nationalsozialisten. Ich habe nicht verstanden, warum solche Symbolik in Deutschland noch verstärkt wird durch das Vorbot, sie zu zeigen, anstatt ihnen diese Bedeutung durch viele andere Nutzungen zu nehmen.

    *) Diese Bezeichnung habe ich in einem dokumentarischen Hörspiel im Radio gehört.

  3. Yunus

    Das von mir verlinkte Bild dient nicht dazu, den “Moustache Chaplinienne” von Hitler zu distanzieren. Vielmehr zeigt es, dass mit dieser Symbolik schon allerlei “niedlicher” Schindluder betrieben wurde, er jedoch immer noch nicht aus seinem vermeintlichen Kontext gelöst ist. Ebenso wie das von Andy genannte Swastika, was streng genommen, je nach Interpretation das Sonnenrad oder zwei im Beischlaf begriffene Menschen darstellt, oder etwas ganz anderes? Das sogenannte “Hakenkreuz” ist sogar älter als nur uralt (indisch). Es symbolisiert vermutlich Rotation und Bewegung und damit Wärme und Leben. Hier wollte ich nur verdeutlichen, wie hartnäckig sich solche Symbole vor Allem in Kombination halten. So wird aus eins plus eins (wie sehr oft, außerhalb der Mathematik) zehn, hundert oder Tausend. Unser Pikachu hätte mit Melone, zu großen Schuhen und Spazierstock sicherlich pazifistischer gewirkt. Dies unterstreicht IMHO nur den dringenden Handlungsbedarf in dieser Sache. Sonst ziehen wir in Zukunft vielleicht unter Peacezeichen und Friedenstauben in den Krieg. Das legen zumindest aktuelle Streitmachtpräsenzen wie im vorderen Orient nahe.

    P.S.: Fighting for peace is like fucking for virginity.

  4. ClydeGoose

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