Frankfurter Gemeine Zeitung

Ein Hoch auf die Esoterik!

EsobildChakren

Die Religion mag Wunder bieten an die man glauben kann. Es gibt aber auch Wunder die kann man kaufen.

Sechs kleine Glasperlen beispielsweise für 7,95 EUR, zu kaufen im Tachyon-Shop. Dafür sind die dann auch garantiert positiver Tachyon-Energie aufgeladen. Dass noch nie ein Mensch ein Tachyon gesehen, gemessen oder auch nur in der Realität nachgewiesen hat, hindert den Betreiber des Shops offensichtlich nicht Gegenstände mit Tachyonen aufzuladen und diese dann im Netz feilzubieten.

Ein anderer Internetversand bietet kleine Glasröhrchen (handelsübliche Reagenzgläser) an, die angeblich positive Informationen an Trinkwasser übertragen können.

Der Inhalt dieser Röhrchen laut Erklärung des Händlers: Mineralwasser.

Da fragt man sich doch, warum Vittel und Volvic das Zeug in Literflaschen verkaufen.

Ein weiteres Produkt des Tachyon-Verkäufers hört auf den klangvollen Namen „Clinoptil S“. Es handelt sich dabei um ein Pulver aus Spuren (!) von Boswellia sacra (Weihrauch) und Silizium in „mikronisierter Qualität“ (also feingemahlenem Sand). Ein 250 ml Fläschchen von diesem „Zauberpulver“ kostet immmerhin 27,90 EUR plus Versandkosten.

Und scheinbar gibt es Personen, die das Zeug kaufen, obwohl man mit Sicherheit davon ausgehen kann, dass die enthaltenen Stoffe keine, wie auch immer geartete, Wirkung entfalten.

Noch vor ein paar hundert Jahren haben sich Conquistadores über amerikanische Ureinwohner lustig gemacht, die bereit waren ihr Gold gegen Glasperlen und ähnlichen Tand zu tauschen.

Liegt hier etwa ein zivilisatorischer Rückschritt vor? Weit gefehlt!

Ich sehe darin eher einen gewaltigen Fortschritt moderner Vermarktungsstrategien, durch die es möglich wurde Menschen beinahe alles anzudrehen.

Denn hier geht es auch nicht um den Verkauf von Silizium in verschiedenen Aggregatszuständen, sondern um den Verkauf von Träumen und Sehnsüchten.

Und Träumer muss man sein, um sich ernsthaft mit Esoterik zu beschäftigen.

Die Nähe von Esoterik zu Träumen liegt auf der Hand, wenn man sich vor Augen hält, dass Grundlage fast jeder esoterischen Schule das magische Denken ist. Mit magischem Denken ist hier die Vorstellung gemeint, durch seinen Geist die Realität beeinflussen zu können.

Während eines Traumes wird dies zumindest zum Teil Wirklichkeit.

Was aber bringt einen Menschen dazu, oft auch wider besseres Wissen, zu glauben, man könne diese Traumerfahrung auch auf die Realität des Wachbewusstseins anwenden?

Bei vielen Esoterikern spielt hier der Narzissmus eine wichtige Rolle. Die eigene Person wird als schwach und ohnmächtig erlebt, angesichts ihrer natürlichen und gesellschaftlichen Grenzen, so dass die Vorstellung, man könne diese harte Realität seinem eigenen Bewusstsein unterwerfen, etwas ungemein Tröstliches hat.

Um den Narzissmus der Esoteriker zu befriedigen, haben sich findige Geschäftsleute eine ungeheure Menge an Seminaren, Titeln und Meistergraden ausgedacht. Wer es also auf der Uni nie geschafft hat, darf sich auf Yoga-Kursen, Meditations-Wochenenden und Tantra-Workshops für etwas Geld Urkunden, Titel und Lehrbefugnisse erwerben.

Und wer kein Geld hat, gibt sich einfach einen Titel.

Ich beispielsweise bin „geprüfter Schamane“ der „Florian K. Gesellschaft für Schamanismus“. Das geht ganz einfach! Wer mir 50 EUR überweist, darf sich auch so nennen, wer mir 1000 EUR gibt, bekommt auch noch das Recht dazu, den Titel weiterzuverleihen. Sprecht mich einfach auf der Straße an und gebt mir das Geld… einen Bierdeckel, auf den ich Euch eine nette Urkunde kritzeln kann, finde ich dann schon.

Ein anderes lustiges Beispiel für die praktische Anwendung der Esoterik fand ich bei einem Bekannten. Dieser ist praktizierender Esoteriker und erzählte mir, am Wochenende käme ein Mädchen zu ihm auf einen „Retreat“ vorbei. Sie habe das Problem, dass sie mit über 20 Jahren noch Jungfrau sei und er mache sich ernsthaft sorgen um ihr Svādhisthāna-Chakra (das Sexualchakra).

Er wollte das Wochenende mit ihr meditieren und ihr helfen dieses Chakra zu öffnen.

Ich musste natürlich dreckig lachen, als er mir diese Story im vollsten Ernst erzählte, aber er konnte wohl einen Erfolg verbuchen und nützlicherweise auch noch sein schlechtes Gewissen, dass er das naive Ding vielleicht doch einfach verarscht haben könnte, beruhigen.

Überhaupt haben Esoteriker einen gewissen Sinn fürs Praktische, der sich im Lieblingssatz aller Verfechter sogenannter „alternativer Heilmethoden“ manifestiert: „Wer heilt hat Recht“.

Aber hat er es denn? Vielleicht…

Denn Achtung: Auch vor einem allzu materialistischem Standpunkt sollte man sich vorsehen.

Frage an einen Materialisten: „Kann ich mich durch meinen Glauben selbst heilen?“

Antwort: „Nein! Das ist nur der Placebo-Effekt!“

Aber wirkt nicht ein Placebo gerade weil man daran glaubt?

Oder allgemeiner gefragt: Beeinflusst unser Bewusstsein nicht entscheidend unsere Lebensrealität?

Nach einer altgriechischen Vorstellung senden die Augen eine Art Licht aus, um zu sehen. Heute wissen wir, dass dies nicht so ist.

Aber warum kann ich dann den Blick meines Hintermannes in der U-Bahn in meinem Nacken spüren? Liegt dies an der Projektion seiner Gedanken? Spüre ich seine Aura? Ist dies der Beweis für die Richtigkeit esoterischer Vorstellungen?

Natürlich nicht!

Dieses Gefühl, das ich habe, könnte auf alles, einschließlich Wahnvorstellungen, die sich zufälligerweise gerade mit der Realität decken, zurückzuführen sein.

Es könnte auch darauf zurückzuführen sein, dass ich diese Person schon beim Einsteigen aus dem Augenwinkel gesehen und unterbewusst wahrgenommen habe.

Aber es ist auch nicht Aufgabe der Esoterik irgendetwas zu beweisen. Aufgabe der Esoterik ist es,von Dingen zu träumen, unmögliche Dinge für möglich zu halten, sich Zeit für Spielereien und Phantastereien zu nehmen und dabei eventuell etwas über sich und andere zu lernen.

Beweisen aber bleibt Aufgabe der Wissenschaft.

Und wer sich einmal ein wenig mit Meditation oder luzidem Träumen beschäftigt hat, wird mir beipflichten, dass die eintretenden Wahrnehmungsveränderungen eine geradezu erfrischende Wirkung auf die eigene Lebensrealität haben können.

Schließlich ist es auch besser, sich in Verrücktheiten und Phantastereien zu verlieren, als zum Schlimmsten und Niedrigsten zu mutieren, das ein menschlicher Geist werden kann: Zum Spießer!


Ich wär so gern wie Du

King  Lui

Wenn ich wie Du wäre…

Dann könnte ich klar zwischen gut und böse unterscheiden

Dann würde mir der Kaffee im Eckcafé besser schmecken als der Cappucino Grande bei Starbucks

Dann würde ich lieber Biokartoffeln mit grüner Soße futtern, als die schwermetallbelasteten Shrimps aus der vietnamesischen Aquakultur

Und käme mir dabei nicht einmal piefig und provinziell vor

Vielleicht könnte ich dann sogar guten Gewissens Grün wählen ohne mich schon bei der Abgabe der Stimme verraten zu fühlen

–Schubidubidu, ich wär´ so gern wie du-u-u!–

Ich könnte Vegetarier sein

Und Urlaub in der Toskana machen

Ich würde mich mit Wein auskennen, statt mich mit Bier zu besaufen und dann aggressiv zu werden

Überhaupt wäre ich entspannter, weil ich wüsste, was das Richtige ist

Ich wäre für nachhaltige Energiesparlampen

Und für Freilandeier und könnte die Tatsache ausblenden, dass die Hühner in Freilandhaltung um ein x-faches mehr Antibiotika bekommen als eine Käfighenne

–Schubidubidu, ich wär´so gern wie du-u-u!–

Ich könnte spenden!

Endlich einmal ein gutes Gewissen haben.

Und müsste dabei nicht pausenlos an Ablasshandel denken

Ich könnte die EU Scheiße finden

Aber immer noch besser als die USA

Ich wäre für gute Beziehungen mit China und dem Dalai Lama

–Schubidubidu, ich wär´so gern wie du-u-u!–

Ich würde mehr lesen

Und zwar nicht dauernd am Bildschirm

Denn die Buchstaben in einem Buch sind nachhaltige Buchstaben

Die auf dem Bildschirm nicht

Vielleicht könnte ich sogar Spargel essen, ohne dauernd die Assoziation eines nach Pisse stinkenden Phallus vor Augen zu haben

Und hätte immer genug Bionade für meine Gartenpartys

–Schubidubidu, ich wär´so gern wie du-u-u!–

Ich hätte Mitleid

Und wenn ich die schrecklichen Nachrichtenbilder sähe,

dann würde ich etwas dabei fühlen

und ich würde mich freuen wenn Deutschland bei irgendeiner Sportveranstaltung gewinnt

natürlich nicht dumpf und nationalistisch freuen

eher so abgeklärt freuen, wie Harald Schmidt

Ich würde Sarah Kuttner mögen und Charlotte Roche

–Schubidubidu, ich wär´so gern wie du-u-u!–

Ich würde deutschen HipHop lieben

Den von damals als er noch nicht mit Machoklischees vollgepackt war

Und wäre noch immer Fanta4-Fan

Ich wäre nicht der Meinung, dass „Braindead“ der beste Film von Peter Jackson ist

Und das erste was andere Menschen sagen würden, die mich beschreiben sollen

Wäre, dass ich „voll nett“ bin

Und an Fasching hätte ich so eine Affenmaske von Peter Fox getragen

–Schubidubidu, ich wär´so gern wie du-u-u!–

In meinen Computerspielen

würde es nicht um Krieg, Prügeleien und explodierende Zombies gehen,

sondern um Party mit allen meinen Freunden

Ich hätte Singstar und Mariokart

Und würde mich fithalten mit meiner Nintendo Wii

nach einer Stunde würde ich ausschalten und an die frische Luft gehen

und meinen Kindern würde ich Astrid Lindgren vorlesen

statt Harry Potter

–Schubidubidu…–

Ich hätte ein kurzes Gedächtnis

Und die Hoffnung, dass Rot-Grün es besser macht als Schwarz-Gelb

Und Sinn für Ästhetik hätte ich

Ich würde mich modisch kleiden und trotzdem etwas nerdy aussehen

Ich würde lieber Apple kaufen als Microsoft

Und auf den blauen Umweltengel achten

Ich hätte früher mal gekifft aber damit schon lange aufgehört

Und mit der Mülltrennung würde ich anfangen

–Schubidubidu, ich wär´so gern wie du-u-u!–

Über Kultur wäre ich informiert

Zumindest ein Bisschen

Wenn ich das Wort Oper höre, würde ich sofort an Anna Netrebko denken

Und auf jeden herabschauen, der nicht weiß wer das ist

Ab und an ginge ich ins Museum

Oder ins Theater

Egal wohin

–Schubidubidu!–


Sommerloch

All diese tätowierte Haut, diese kurzen Röcke, diese gestreiften und karierten Hemden, am besten noch bedruckte T-Shirts.Es ist mal wieder Sommer und wenn ich mich umsehe, will ich nichts damit zu tun haben. Ein Mann läuft auf der Straße und rotzt aus einem Nasenloch auf den Boden, fasst sich an die Nase und läßt diese Hand dann in seiner Hosentasche verschwinden. Ein Porsche-Cabriolet fährt vorbei und beschallt die ganze Straße mit Kirmes-Techno-mäßiger ‘Musik’. Ich frage mich, in was für einer Welt ich lebe. Ich zucke mit den Schultern und zähle die Krähen in der Luft auf der Suche nach einem Punkt in dem Ganzen…Es könnte so schön sein.
Ein Himmel, rund über meinem Kopf. Eine Straße, flach und weit unter meinen Füßen. Die sanfte Verblödung, die mich ergreift nach dem Verzehr von einem Stück Fleisch. Und wieder Menschen, auf Rädern, Autokennzeichen, die mir -noch- nicht viel sagen. Ganz selten kreuzt jetzt ein Flugzeug das Stück Himmel, das ich gerade besehe. Mein alter Drang, alles einordnen zu wollen, ist völlig wirkungslos hier in dieser fremden Stadt. Noch mehr Menschen, aus Autos steigend, redend, rufend; die letzten Sonnenstrahlen auf den oberen Stockwerken und Dächern der alten Häuser. Ein voller Blick, der leer durch die Gassen strömt..Bei dem Anblick einer Frisur, die an ein vergangenes Jahrzehnt mahnt, fällt mir ein Traum ein: Vögel und eine Wohnung, in der ich wach nie war.
Der Gedanke springt eins weiter. Abschied von Allem, was mir etwas bedeutet (hat). Abschied vom größten aller Gefühle als Anker in einer trüben See(le).Wilde Fantasien, die sich nahezu auf jedes Objekt übertragen lassen. Im Inneren nur ein dumpfes Leuchten wie ein einzelnes Glühwürmchen auf weitem Feld in der Dämmerung eines frühen Herbsttages…Aus Richtung des Laptops weht mir ein eisiger Wind entgegen, den ich als Zeichen deute: Ende.


Karnickel, Tauben und Raben

Karnickel auf Habacht

Zuerst ein Wort vorweg zum Verstehen:
Ich kann manche Dinge schon lang nicht mehr sehen.
So blättert immer öfter der Lack
In meinen Augen vom Parlamentarierpack.
Rundheraus: ich erspar Euch das Raten,
Ich hab wirklich nichts gegen Demokraten.
Ich stör mich nur ohne mich zu genieren
Daran, meine Meinung zu delegieren.
Ich spreche von denen, die uns erzählen,
Wir würden für uns selber wählen.
Sie lächeln, als würden sie was taugen,
Von Wahlplakaten, um uns auszusaugen.
Ein Meineid ist heut nicht mehr vermessen,
Moralische Erpressung ist angemessen.
Am besten man unterschreibt gar nichts mehr,
Sonst landet man noch in der Bundeswehr.

Sie reden und lügen: parlare, mentire
Schießen Fotos mit Kindern und retten die Tiere.
Versuchen uns in Normen zu zwingen.
Ihr kennt dieses Lied: ich muß es nicht singen.
Allerdings dachte ich letztens, beim Schlendern,
Einiges kann man noch sicherlich ändern.
Ich bin hier geboren und klein geblieben,
Doch irgendwas muß man schließlich lieben.
Lassen wir uns nicht zu einfach regieren,
Es gibt keinen Grund so ein Getriebe zu schmieren
Deshalb entwickel ich ab und an
Meinen persönlichen Masterplan.
Mag sein daß ich hier gleich Leute verdrieße,
Dreh ich doch in vielerlei Hinsicht gern Spieße.
Und darum sei heut abend mein Ziel,
Folgt einfach meinem Gedankenspiel.

Wenn ich so durch die Stadt flaniere,
Sehe ich viele verschiedene Tiere:
Menschen, Wildschweine, zum Glück keine Bären,
Doch ein Tier will ich besonders ehren.
Es tut mir auf ganz simple Art ‘nen Gefallen,
Bei dem sich vor Spaß mir die Fäuste ballen.
Es wühlt und gräbt und verspeist Gewürme,
Und all das tut es im Schatten der Türme.
Und grad in dieser Eigenschaft
Liegt seine besondere Kraft.
Ihr alle kennt ihre Kulleraugen,
Wer hätte gedacht, dass die uns was taugen.
Doch könnte man sie sorgsam dressieren,
Würde was magisches passieren.
Wir säh’n wieder Horizont in der Stadt,
Und außerdem wären wir alle satt.

Stellt Euch vor: Ein Dutzend Kaninen!
Alle bereit dem Guten zu dienen,
Versammelten sich im Untergrund
Vermehrten sich die Genitalien wund,
Begännen damit in großen Mengen,
Die gläsernen Riesen zu bedrängen,
Die Fundamente zu untergraben,
Und einige lockten schon die Raben,
Schwänzchenwippend ins Stadtgebiet,
Davon handelt dieses Lied.
Leise flöhen die Stadtameisen,
Und die Tauben begännen zu kreisen.
Dann gäb es ein fieses Knacken,
Und der erste Turm würd sich packen!
Und es flatterte nur ein Schlips.
Durch die Wolke aus Staub und Gips.

Dann käm’ die Börse, das Rathaus, die Straßen
Und Industrie verschwände in Massen!
Autobahnen, Brücken und Bäder,
Kämen alle unter die Räder.
Flughafen, Tankstellen, Malls und Alleen,
All das würde nicht mehr stehen.
Es blieben natürlich, das will ich noch sagen,
Grüngürtel, Parks und Wohnanlagen,
Die mehr als zwei Etagen haben,
Dafür die Tauben und die Raben.
Es würd ein Weilchen ziemlich stinken,
Es entschwänden wertlose Dinge, die blinken.
Ein Dammbruch würde dann geschaffen,
Der dem Fluß hilft den Restmüll hinweg zu raffen.
Der Fernsehturm wäre der letzte, der fällt.
So erführe es dann alle Welt.

Es verschwänden dann, recht elegant
Viele Gebäude aus Stadt und Land.
Es fiel’ in die übereichte Waage
Der Medien die “Kaninchenplage”
Viele Köpfe würden rollen,
Man würd rennomierte Berater holen,
Die aus Angst sich zu blamieren,
Anfingen langatmig zu lamentieren,
Ihre Glaubwürdigkeit verlören,
Und zwischen all den Hauptakteuren,
Gäbe es ein ein wirres Gezeter
Wer jetzt Schuld sei: und wann geht er?
Man suchte mit allerlei Kompromissen
Und einer Ladung schlechtem Gewissen
Gezielt das ganze herunter zu spielen,
Und würd nach Auslandshilfen schielen.

So wäre dann -dank Köttelkraft
Ein ganzes System hinweg gerafft.
Und wer sagt da fehlen die Realien,
Der richte seinen Blick nach Australien…


Frankfurt Viewing

Frankfurt ist angespannt, aber nicht nur Frankfurt. Seit Tagen, Wochen berichten die Medien, Locations werden vorbereitet, in Cafes und Kneipen wird gebrieft, die Hausflure und Wohnungen kennen nur noch ein Thema. Nicht Rund um den Finanzplatz Frankfurt oder ein Spiel in der Commerzbank-Arena gehts, kein J. P. Morgan oder Song Contest ist gemeint, weder Merkel noch Lafontaine kommen, nein tiefer, viel tiefer ergreifts uns diesen Monat: die Weltmeisterschaft kommt, der Fußball, unsere Mannschaft. Deutschland kämpft in Südafrika, unter Führung des agil-öden Löw und seines Business-Plans for Germany; und wir alle, wir alle zusammen dürfen dabei sein, dicht und pausenlos.

Während ich das schreibe vibriert es schon um mich herum im Vorort, Tröten, Stimmbänder und Teleapparate werden getestet, man denkt an Zustände vor einer Revolte. Jeder baut seine eigene Werbefläche, am Körper, auf dem Auto, den Balkon hinunter oder die häusliche Fahnenstange hoch.

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Frankfurter Autofahrer – Impressionen (1)

Frankfurt ist eine kleine Stadt. Trotzdem gibt es hier viele Autos. Das verwundert nicht, ist vielmehr in anderen Städten genauso. Das innerstädtische Straßennetz besteht aus einem einzigen Einbahnstraßenlabyrinth. Ortsunkundige, die sich dort verirren, finden so schnell nicht wieder raus.

Der Frankfurter Autofahrer ist ein eigenwilliges Wesen, und unterscheidet sich daher in nichts von anderen Autofahrern anderswo. Auffallend allerdings ist die ausgeprägte Abneigung des FA (wir wollen uns im weiteren Verlauf dieser Betrachtung dieses Kürzels bedienen) den Blinker zu benutzen.

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Blind Dates Sonntag, 13.6.- Samstag, 19.6.

Sonntag, 13. Juni , 16 Uhr, Hochbunker an der Friedberger Anlage 5-6: „Erinnerung braucht Zukunft“ Am Beispiel Frankfurts setzen sich im neuesten Buch der Initiative 9. November e. V. zahlreiche Autoren mit der Frage auseinander, wie auch in einer Zeit ohne Zeitzeugen die Erinnerung an das alte Frankfurter Judentum und seine Vernichtung lebendig bleiben kann. Ein spannungsreicher Bogen unterschiedlichster Zeitzeugen schildert im zweiten Teil das Leben im jüdischen Ostend. Mit Volkhard Brandes, Hans-Peter Niebuhr, Ute Daub u.a.

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