Frankfurter Gemeine Zeitung

Unsere Mitte verschwindet!

Ferighaus Mittelklasse

Da ist sie, die Hiobsbotschaft der Woche: den Deutschen kommt der Mittelstand abhanden! Mal wieder.

Schlimmer kann es nun nicht mehr kommen, was ist dagegen eine Banken-Krise. Und hier sind keine Stützungsmassnahmen in Sicht, keine Milliardenkredite, die diese Katastrophe auffangen. Was tun?

Da wird die „Jobmaschine“ beschworen, die „Systemrelevanz“ herausgestellt – und doch verschwindet sie einfach, sang- und klanglos.

Mit ernsten Mienen treten die Sprecher des DIW vor die laufenden Kameras und bestätigen unsere Befürchtungen: eine progressive Schrumpfung sei nun statistisch eindeutig. Zwar stelle jenes diffuse Gebilde noch den größten Block aller sozioökonomischer Gruppen, doch signifikant weniger seien sie schon geworden. Da geht der Blick furchtsam zum Bücherschrank und sucht den Band „Der Heimwerker“.

Jetzt haben wir es schwarz auf weiß, nur wenigen gelingt der Sprung nach oben, die anderen freilich müssen das paradiesische Tal verlassen, um sich bei denen wiederzufinden, von denen sie sich dereinst so wohltuend abhoben.

Apokalypse flüstert es durch die Lande, den Exodus der Leistungsträger vor Augen. Ja macht denn dieser Kasino-Kapitalismus nicht mal vor den wahren Werteträgern halt.

Und stellt sich ein Nachdenken ein? Zähneklappern und Nachtreten, passend zu den bunten Fähnchen überall.

Besorgt schweift der Blick über das lustige Treiben auf der unteren Berger Strasse, wie viele von denen in den Straßencafes mag es bereits ereilt haben, die hier noch tapfer zuversichtlich in ihr Glas blicken und auf die Erfolge der Nationalmannschaft. Doch wie lange mögen sie diese Fassade noch aufrecht erhalten können? Müssen wir befürchten, dass nach den unbeschwerten bunten Tagen von Adidas nun sich Tristesse breit macht, verwaiste Kneipen, leere Shops das Bild bestimmen?

Die Bundesregierung hat uns bereits deutlich gemacht, dass die Kassen leer sind, wo sollen die Abrutscher denn jetzt nur hin?

Sie kommen dort an, wo angeblich schon jetzt nichts mehr zu verteilen ist, dabei haben sie sich immer um Wachstum bemüht, länger gearbeitet, niemals sich beschwert. Sie haben die Innovationen stets begrüßt – denen sie nun zum Opfer gebracht werden.

Und was machen ihre Hoffnungsträger, angetreten, ihnen endlich das Leben so angenehm zu machen, wie sie es sich wahrlich verdient haben, nur Halbherzigkeiten in Berlin.

Nicht ganz, da muss unten halt Platz geschaffen werden, der Anfang scheint gemacht. Schaut man genauer hin, dann ändert das aber nicht viel am Risiko, denn wie heißt es so schön und treffend in der Studie: die Mittelschicht hat im wesentlichen nur ihr Einkommen als Begründung ihres Lebensstandards.

Da sich gerade diese “Schicht“ stets darum bemüht hat, nicht mit denen da unten bzw. im „Blaumann“ verwechselt zu werden, weist sie aber einen derart niedrigen Organisationsgrad auf, dass sie sich gegen (Negativ-) Entwicklungen dieser Einkommensgröße nicht wehren kann – außer aufzusteigen. Doch das ist nicht so leicht, denn die Zahl der oberen Schicht ist gerade in der letzten Krise geschrumpft – bei gleichzeitig steigenden Einkommen. Dies bedeutet auch, dass die – sozialen – Grenzen dicht gemacht werden. Es wäre außerdem ganz spannend, einmal nachzuprüfen, wie das verteilt auf einzelne Branchen sich diese Tendenz bemerkbar macht.

Es ist wahrscheinlich, dass wir erleben dürfen wie die Proteste in den Banken der Stadt Einzug halten werden, damit wird dann auch geklärt, zu welchen „Schichten“ die dort Beschäftigten mehrheitlich zu zählen sind. Das hat dann mit der bunten Event-Kultur nur noch gemein, dass öffentliche Plätze benutzt werden und die Lautstärke ähnlich sein dürfte. Nur heißen dann die Moderatoren nicht Jauch und Klopp.

Ohn’ Gefahr und grosse Not ereilt den Mittelstand der Tod.


5 Kommentare zu “Unsere Mitte verschwindet!”

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