Frankfurter Gemeine Zeitung

/b/ evil

pedo bear hug

Alleine mit dem Schreiben dieses Artikels breche ich bereits eine Regel.

Denn niemand sollte jemals über /b/ sprechen und wenn doch, dann höchstens als Geheimtip im Flüsterton von Freund zu Freund.

Aber da inzwischen das renommierte Computermagazin C´T darüber geschrieben hat, die Community ohnehin schon überlaufen ist, man mittlerweile der Ansicht ist, dass diese Regel nur noch für Raids gilt und man außerdem alle Facts auf „Enzyklopedia Dramatica“ nachlesen kann, denke ich, dass es nun auch für mich legitim ist, die Omerta zu brechen.

Aber wer oder was zum Teufel ist /b/?

Um es kurz zu sagen: /b/ ist der Ort an dem sich die Allerbösesten unter den Menschen zusammengefunden haben, um aus ihrem Kollektivwillen den digitalen Übermenschen zu gebären.

Profaner könnte man es ausdrücken, indem man sagt, /b/ ist ein Unterforum der Imageboard-Seite 4chan.org, auf der User anonym Bilder und Kommentare zu diesen veröffentlichen können. Eine Registrierung und Anmeldung sind nicht notwendig.

4chan teilt sich in eine ganze Reihe von Unterforen auf, die sich mit japanischen Comiczeichnungen oder Hobbys wie Kochen und Waffen beschäftigen.

/b/ (Random) ist dabei das nicht themenbezogene Forum, auf dem jeder alles veröffentlichen kann.

Und es wird im wahrsten Sinne des Wortes alles veröffentlicht. Wer zum ersten Mal auf /b/ schaut, dem wird gleich die ungeheure Menge an abgebildeten Geschlechtsorganen auffallen, da jeder computerinteressierte Weltbürger zwischen 15 und 30 schon einmal ein anonymes Bild seines Penis ins Netz gestellt hat.

Wer dies noch nicht getan hat, hinkt seiner Zeit eindeutig hinterher und sollte es schnellstens nachholen. Wer stattdessen eine Vagina besitzt, dem steht es natürlich frei, auch diese upzuloaden.

Aber natürlich gibt es nicht nur Geschlechtsorgane zu bewundern, sondern so ziemlich alles, was der menschliche Geist hervorzubringen im Stande ist, also meistens sehr Witziges, wie beispielsweise sogenannte „Lolcats“. Hierbei handelt es sich um Bilder von Katzen, die mit lustigen Sprüchen in aberwitziger Rechtschreibung und Grammatik hinterlegt sind.

Diese werden inzwischen als Funpics im ganzen WWW herumgeschickt und viele, die sie an ihre Arbeitskollegen verschicken, wissen nichts von deren finsterer Herkunft.

Denn natürlich bringt der Geist des Menschen nicht nur Lustiges hervor und fotografieren und mit coolen Sprüchen versehen ist bei Weitem nicht alles was man mit einem Kätzchen machen kann.

Zum Teil gibt es auf /b/ Abscheulichkeiten zu sehen, deren bloßer Anblick selbst den abgebrühtesten Zyniker noch emotional zutiefst verstören könnte.

Inzwischen weiß ich, dass es Dinge gibt, die man nicht beim Namen nennen will, da man sich schon durch die Tatsache, sie gesehen zu haben, befleckt fühlt.

Denn schließlich gilt Regel 34: „If it exists, there is porn of it. No exceptions!”

Man könnte dies noch um folgende Regel erweitern: „If it exists, there is gore of it. No exceptions!“

Doch es gibt etwas Tröstliches: Man muss nur einmal auf „Aktualisieren“ drücken und schon verschwinden die Scheußlichkeiten im Mahlstrom des Chaos und fallen zu guter Letzt der 404 zum Opfer.

4chan funktioniert nämlich nach dem Prinzip des Schieberegisters. Alte Threads werden durch die neu hinzugekommenen verdrängt und quasi „nach hinten hinausgeschoben“. Eine dauerhafte Speicherung findet nicht statt.

So lebt in 4chan und insbesondere im Unterforum /b/ eine erfrischende Anti-Nachhaltigkeit.

Außerdem gibt es Admins, die dafür sorgen, dass strafrechtlich bedenkliche Entgleisungen der User umgehend aus der Galerie verbannt werden.

4chan weist auch darauf hin, dass auf Verlangen von Strafverfolgungsbehörden Verbindungsdaten herausgegeben werden, z.B. wenn es darum geht, jemanden zu entlarven, der im Schutze der Anonymität versucht, Kinderpornographie zu verbreiten.

4chan ist also kein gänzlich rechtsfreier Raum, aber doch das, was einem rechtsfreien Raum am Nächsten kommt.

Das Beeindruckende an 4chan ist aber die reine Masse an Usern, die es mobilisiert. Tagtäglich besuchen zigtausende Menschen die Seite. Sie gehört zu den 700 meistbesuchten Internetseiten weltweit.

Und oft beschränken sich die Besucher eben nicht nur auf das Posten lustiger oder schrecklicher Bilder, sondern es werden weltumspannende digitale Flashmob-Aktionen geplant und durchgeführt.

Zum Beispiel wurde der Betreiber der Seite, ein junger Mann namens Christopher Poole, der auf den Nickname „moot“ hört, bei einem Voting des Time-Magazine zum einflussreichsten Menschen der Welt gewählt.

Nachdem zunächst allgemeine Verwunderung herrschte, wurde irgendwann bekannt, dass die 4chan-Community das Ergebnis manipuliert hatte.

Auch der weltumspannende Sektenkonzern Scientology machte Bekanntschaft mit 4chan. So tauchten auf Video-Plattformen Videos auf, auf denen eine bisher unbekannt Organisation namens „Anonymous“ drohte, Scientology zu zerstören.

Tatsächlich fanden bald darauf tausende kleiner Störaktionen und Sabotageakte gegen Einrichtungen von Scientology statt.

„Anonymous“ ist eine Idee die auf 4chan entstand, da alle Beiträge, bei denen kein Verfassername eingegeben wird unter dem Namen „Anonymous“ gepostet werden.

Inzwischen sind die Attacken gegen Scientology aber Selbstläufer geworden und haben nichts mehr mit 4chan zu tun.

Auch der US-Telekommunikationsriese AT&T musste vor der Macht von „Anonymous“ einknicken, nachdem er im Jahr 2009 kurzfristig seinen Kunden den Zugang zu 4chan sperrte und sich daraufhin massivsten Störaktionen, wie Mail-Bomben und DoS-Attacken, ausgesetzt sah.

Es gibt aber auch Spekulationen darüber, dass die Seite überhaupt nur aufgrund von Hacker-Angriffen bei AT&T vom Netz genommen wurde.

Tatsache ist aber, dass ein Multimillionenkonzern sich von einer Gruppe Internet-User dermaßen hat einschüchtern lassen, dass es zu öffentlichen Entschuldigungen kam.

Dies stimmt mich hoffnungsfroh, denn wo ein großer US-Konzern einknickt, sollten auch die Zensurbefürworter unserer piefigen Bundesrepublik, wie Günther Dreckstein und Zensursula von der Leyen sich vorsehen.

Denn was es bedeuten kann, den Zorn von „Anonymous“ auf sich zu ziehen, erfuhr ein Jugendlicher, der es für eine tolle Idee hielt, seine Katze auf Brutalste zu misshandeln und die Videos davon aus Youtube hochzustellen.

Auf dem Video trug er zwar eine Strumpfmaske, aber die 4chan-Community rief ihn als vogelfrei aus und leistete in kürzester Zeit einen Fahndungserfolg, den wohl selbst das FBI nicht schneller hinbekommen hätte.

Nachdem der Junge ausfindig gemacht war, standen seine Adresse, Fotos und alle möglichen anderen persönlichen Daten von ihm überall im Netz und auf ihn und seine Angehörigen prasselte der Zorn der Weltöffentlichkeit nieder, wobei die tausendfachen Strafanzeigen gegen ihn, die beim örtlichen Polizeirevier Telefone und Server überlasteten, wohl noch das Harmloseste waren.

Die Daten stehen noch heute im Netz, denn „Anonymous“ vergibt und vergisst nicht.

„Anonymous“ glaubt nicht an die Werte der „White Knights“ und der „Moralfags“.

Und die einzigen Währungen in denen er sich bestechen ließe, sind LULZ und TITTIES.


6 Kommentare zu “/b/ evil”

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