Frankfurter Gemeine Zeitung

Blind Dates 9.8.-15.8.

blind datesanfang august

Am Montag,den 9. August , 18.30 Uhr trifft sich im Studierendenhaus, Campus Bockenheim. die Initiative Ratschlag Campus Bockenheim. Ihr geht es um die Zukunft des alten Universitätsgeländes. Insbesondere soll an diesem Montag der “Tag des offenen Denkmals” (12. September, www.denkmalpflege-hessen.de ) vorbereitet werden. Unter dem Motto “Denkmäler brauchen aktive Bürger” werden “Ratschlag Campus Bockenheim” und die Initiative “Zukunft Bockenheim” an diesem Tag das Studierendenhaus als Ort demokratischer Initiativen und und das Philosophicum als architektonischer Entwurf für die Demokratisierung in Lehre und Forschung präsentieren. (Flyer hier) Mittwoch, 11. August, 18-20 Uhr: Vortrag und Diskussion mit dem Historiker und Politologen Dr. Jörg Osterloh über den “Feind im Weltanschauungskrieg hinter Stacheldraht Fotographien aus “Russenlagern” in Deutschland 1941/42“. Die Veranstaltung findet im Historischen Museum statt. Donnerstag, 12. August im Gallustheater, Kleyerstr. 15, 18-20 Uhr: “Die Geschichte der Adlerwerke-ein aufstrebendes Unternehmen im alten Frankfurt”. Die Adlerwerke, 1886 zunächst als Fahrrad-Manufaktur gegründet, erlebten einen raschen Aufstieg vom mittelständischen Unternehmen bis zum größten Automobilhersteller Deutschlands. Die Referenten Willi Malkomes, Horst Koch-Panzner und Lothar Reininger laden ein, zu einer Reise durch die wechselreiche Geschichte der alten, nicht mehr existenten Firma aus Frankfurt am Main. Anmeldungen unter Tel: 069-273005-72/77 oder Fax: 069-273005-79 oder E-Mail: Frankfurt-Main@dgb.de.


Identität

Wärst Du die Zeit, fragte ich mich,
Wie viele Dir schon zum Opfer gefallen sind.
Ich grübelte in Deinem Angesicht,
Um letzendlich festzustellen, wie unendlich Dein Haar,
Wie unerfassbar Deine Präsenz,
Und wie unmessbar den Menschen Deine Größe ist.
“Keine Antwort; nicht für mich…”
Wäre das Ergebnis meiner düsteren Überlegungen.
Ich baute nutzlose Maschinen,
Alle dem Zweck geweiht, Dich einen Augenblick zu halten.
Du wärst mir eines aus vielen,
Ich verginge schlußendlich in Dir, ohne mich zu sträuben
Und gäbe mich mit Allem
Vertrauensvoll in Deine Arme, wissend: Du erreichst Dein Ziel.
Ich setzte mich Deinen Launen aus,
Und stünde staunend vor meiner eigenen Unfähigkeit.
Voll Zuversicht sähe ich Dich an,
Lauschte dem Ticken des Herzens in Deiner Brust,
Dessen Puls die Welt bestimmt.
Ohne Dich greifen zu können, wäre ich Dir ausgeliefert.
Gestern wärst Du mir das Heute,
Heute das, was noch geschehen wird, und dann mein Omega.
Ich streifte mit Dir
Auf dem Licht tausender Sonnen durch die Galaxie,
Um Sternenstaub zu werden.
Dann stießest Du mich in den Kosmos hinaus,
Und ich kreiste um mich selbst.
Die Gravitation wäre mir Mittel zum Zweck,
Mich zu sammeln.
Bis ein neuer Feuerball am Firmament entsteht.
Die Welt bliebe mir fern,
Du zögest weiter, mich mir selbst überlassend.
Kann es sein,
Dass Du -nur vielleicht- doch die Zeit bist?

supernova


Östlich von Naxos

“Anarchie auf Naxos? Ein Frankfurter Industriegelände erfindet sich neu” hieß das Wochenendfeature, das der nimmermüde, erkundende und kartografierende Deutschlandfunk zu einem beliebten Stück Industriemuseum am Samstagmorgen ausstrahlte.
Naxoshalle
Bemerkenswerte Eigenschaften zeichnen die Naxos gerade in Frankfurt aus: eine Industriebrache mit richtigen Backsteinen und Fertigungshallen mitten in der glattgeputzten Finanzstadt; gar noch an der Schnittlinie der hippen Stadtteile Nordend, Bornheim und Ostend; es beheimatet in seinen Hallen nicht ganz so gebügelte Künstlerinitiativen mit Projekten gewisser Strahlkraft; ihre Zukunft ist umstritten zwischen drohendem Abriß, Kommerzialisierungsvarianten, Kulturstätte und neuem Wohnen; sie wurde errichtet vor weit über 100 Jahren von einem jüdischen Industriellen, dessen Familie im Konzentrationslager endete. Eine Menge an Geschichten, zumindest hier in Frankfurt. Und Hoffnung auf eine gute Mischung: neues Wohnen, eingebettetes Museum und engagierte kulturelle Produktion, zusammen wirksam. Am Rande sei ein zugehörige kulturhistorische Episode erwähnt, die kaum jemand mehr kennt: diese Metallfabrik unterhielt bis vor ca. 20 Jahren noch eine der besten öffentlichen Fachbibliotheken unserer “Metropolenregion”, einfach so für die Bewohner an der Wittelsbacher drum herum benutzbar – man stelle sich dagegen die Bitte um Einlaß wegen guter öffentlicher Bildungsangebote in der feisten Commerzbankzentrale Frankfurt-Innenstadt vor. Anfang der 90er war mit all dem Schluß im Ostend.

Das Areal der Naxos selbst ist eigentlich klein, und tatsächlich nur eine Art Vorposten zu einem großen Industrieareal, dass insgesamt Anfang der 90er entschwand, die Metallverarbeitung und Apparatefertigung des Frankfurter Ostens. Dieser metallene Frankfurter Produktions-Osten ist fast völlig vergessen, und das obwohl er bis zu 15.000 Leute in unzähligen Mittelbetrieben beschäftigte und bis heute die große Struktur des östlichen Frankfurts prägt.
Am Montag beginnt wie alljährlich die Woche der “Route der Industriekultur RheinMain”. Sie kennt zwar unzählige Plätzchen in und vor Frankfurt, und seien die Industrie-Objekte auch noch so klein, nicht aber den Frankfurter Osten. Er ist halt nicht so leicht zugänglich, erfordert Kenntnis, Aufmerksamkeit und Erkundungswillen, geriert sich weniger offen für Eventbesuche, zeigt allerdings besonders interessante Komponenten unserer Stadtgeschichte und Stadtstruktur. Im Folgenden wird das ein Stück weit erschlossen.

Hanauer - hinten

Der industrielle Osten hatte als Hauptachse die Hanauer Landstraße und wurde im Nordosten von Seckbach begrenzt: Ostend, Riederwald, Fechenheim, Bornheim und Enkheim waren die weiteren bewohnten Grenzen des Gebiets. Neben der Hanauer war die zweite Achse der Betriebe die Borsigallee mit den großen alten Namen westlicher Industrialisierung: Friesstrasse, Flinsch, Krupp, Edison, Mergenthaler. Sie sprechen für sich, die Premier League der technischen Unternehmer. Entsprechend sahen die angesiedelten Unternehmen aus, im Riederwald nebenan wohnten viele Leute daraus. In der Mitte des Areals dann die Wächtersbacherstrasse, parallel zur Hanauer, tiefer rein die Orber entlang stehen noch viele alte Gebäude – wie in der Friesstrasse mit den Backsteinbauten und dem Kopfsteinpflaster. In der Gwinnerstrasse haben sich immerhin Reste von Lurgi erhalten, einem Überbleibsel der zerfallenen legendären Frankfurter Metallgesellschaft des Wilhelm Merton (ja, genau der mit der Uni und dem neuen Viertel).
Zurück zur Hanauer: den Eingang zum Industriegebiet bildete die Großmarkthalle, gegenüber auf der anderen Mainseite lag der Schlachthof. Hier wurden die “Solitäre” mit den gehobenen Eigentumswohnungen – “Wohnen am Main” – zuerst gebaut, nach dem Offshore der Fleischproduktion ins klandestinere und billigere Umland. In der Mitte steht noch heute die damals errichtete Güterzug-Gleisanlage, am südlichen Rand ergänzend der Ost-Hafen: entsprechend gestaltete sich die Infrastruktur und die betrieblichen Anschlüsse für Rohstoffe und Fertigprodukte, Gleise gingen quer bis zum Main und nach Fechenheim, aber auch nördlich in den Riederwald, Reste gibt es heute noch. Von der Großmarkthalle aus nach der Brücke zum Ostbahnhof steht etwas verloren das Hochhaus: “Mannesmann” hieß der Eingang ins Produktionsparadies, die riesigen Lettern entfernte man erst nach der Vodafone-Übernahme vor einem Jahrzehnt.
Dahinter zum Hafen hin lagen die Firmen mit der Rohstoffverarbeitung, Thyssen Recycling wurde erst vor ein paar Jahren geräumt. Dann folgte grobe Blechverarbeitung hinter der Honsellbrücke, zuletzt stand dort die Halle von British Steel. Auf der Hanauer selbst, gegenüber des unvermeidlichen Gref Völsing mit seinen Rindswürsten, waren die Metallhändler, mittlere Apparatebauer für medizinische Geräte, daneben das grosse Siemenswerk für Schaltanlagen, bis in die 70er. Das alte Eingangsgebäude steht auch noch, jetzt bietet Karcher dahinter Rohstoffe für den Hausbau. Die Brauerei ein Stück weiter steht immer noch, sie präsentiert neben Gref Völsing den einzigen markanten Ort der Route der Industriekultur im Frankfurter Osten. Diese Auswahl passt vermutlich am besten zur heutigen Wahrnehmung des Gebiets.
Hinter dem Kreisel zur Autobahn kam rechts das große Werk von Messer Griesheim, Behälter- und Maschinenbau, abgerissen zu Beginn des New Economy Hypes der 90er. Die ehemalige Konzernzentrale steht immer noch: das triste Hochhaus an der nächsten Querstrasse; die Familie Messer beherrschte jahrzehntelang die städtische Firmenpolitik, mit Messer als IHK-Vorsitzender. Die ganze Reihe gegenüber waren Metallhalbzeug-Händler und Kleinfertiger, genau da, wo jetzt die Metall-Kunststoffprodukte, die Autos in den Autohäusern Spalier stehen. Am Ende dieser Reihe war die Fertigung von Golde (Rockwell), ironischerweise ein Fahrzeugzulieferer. Der Betrieb wurde noch in den 80ern von Arbeitern besetzt (ja, das gab es mal in Deutschland, gar in Frankfurt), als seine vorletzte Schließung angekündigt war, auch hier war Ende der 80er Schluß. Allein diese beiden Betriebe beschäftigten weit über 1000 Leute, Jahrzehnte lang, selbst im Web kann man jetzt keinen Hinweis mehr darauf finden. Deren Produkte braucht man immer noch, sie kommen aber heute von Offshore, dem Industriegebiet im Nirgendwo. Danach, hinter Neckermann das große Casella-Werk mit ehemals mehreren 1000 Beschäftigten. Heute gibt es noch Reste der Produktion, zusammengelegt mit Offenbach (!), verbunden über eine eigene Mainbrücke.
Als eine der ganz wenigen Fertigungs-Firmen steht noch Samson in der Mitte der Hanauer und einige Unternehmen in der Parallele zur Hanauer, besonders in der Orber Strasse.

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Was kam danach? Konsum, Dienstleistung und Events prägen die Hanauer, Konsum und Dienstleistung mit wenigen Ausnahmen die anderen Gebiete. Dazu Logistik in großem Umfang. Die Waren von Offshore müssen schließlich rein, damit wir drankommen. Die Güteranlagen der DB haben also noch Verwendung gefunden. Sonst hauptsächlich Märkte, Baumärkte, Autohäuser und Clubs aller Art, Speditionen zuletzt ein Einkaufszentrum.
Die Stadtteile drum herum, besonders Riederwald und Fechenheim liegen wie verlorene, ausgetrocknete Inseln im Konsum-Paradies, haben ihre Funktion als richtige Kommunen der Fabrikarbeiter verloren. Viele der Jobber in den Märkten werden von ausserhalb reingekarrt, in den Kneipen arbeitet man auf die Hand, die Putzkolonnen wie Kassiererinnen haben sowieso Minijobs. Dem entspricht eine individualisierte, fragmentierte Öffentlichkeit, die zum jetzigen Osten passt, aber dort nicht die Ressourcen für laufenden Konsumzugang hat. Die Stadtteile am Rande sind nicht so heimelig wie das nette Nordend oder Bornheim, keine Kneipen, kein Bermemer Mittwoch, wenig Zusammenhalt, aber oft billiger zu mieten.

Der Frankfurter Osten wälzte sich in den letzten 30 Jahren von “primärer Produktion” um zu Konsum, Dienstleistungen und Events, sie wirken als “sekundäre Produktion” einer Stadt wie Frankfurt. Sekundäre Produktion bietet die notwendige Ergänzung, einen mittelständischen Boden zum schönen Finanzspektakel der Innenstadt und Frankfurts Westen. Deshalb passt es ausgezeichnet, dass in Zukunft die Europäische Zentralbank anstelle der Großmarkthalle sowie die Solitär-ETWs das Eingansgportal von der Innenstadt zum Osten bilden. Sie symbolisieren angemessen den Übergang von Geld und Immobilien zu Einkauf und Event, verbunden durch die Werbewirtschaft in der Hanauer als “kultureller” Dienstleistungssektor.

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Eine kritische Frankfurter Route müsste solche Dynamik der Stadt, ihre unterirdischen Ströme erkunden und nicht zu viel auf Konsum und Events setzen wie es gängige bildungsbürgerliche Besichtigungen anbieten. Die auf regionale Eigenwerbung im modischen Städtewettbewerb setzende “Route der Industriekultur” ist dazu vermutlich prinzipiell nicht in der Lage.
Vielleicht bleibt das Naxosgelände eine kleine, sprudelnde Quelle nahe der Innenstadt, die jetzige Hanauer verspricht wenig Erfindung in solchem Geist – entgegen all dem “Creative” Hype. Sie kann sich dann weiter auch den tiefer liegenden Schichten der Stadt widmen, besonders wenn sie im Web unerreichbar sind und in offiziösen Routen nicht vorkommen. Das Team um Willi Praml zum Beispiel bietet dafür sicher gute Voraussetzungen.


Stadtfauna – 3

Es war einmal ein grosser Marketing-Stratege, der sass an einem schönen Nachmittag an seinem ebenso schönen Schreibtisch bei einem frischen Espresso in seinem sonnendurchfluteten Büro, schaute sinnend über die Stadt und auf ein Bildchen, das den Titel hatte: errechnete Bevölkerungsübersicht 2010.

Bestagers

Er war ein vorausschauender Mensch, eigentlich noch viel Zeit bis dahin, aber bei der Rasanz heutiger Entwicklungen.

Es waren die Jahre des Baby-Booms, der Vollbeschäftigung und er hatte eine Eingebung: „Lass’ die alle mal 50+ sein.“ Ein leichter Hauch strich ihm über die Stirn – die Muse hatte sich ihm zugewandt.

Er träumte von spezifischen Angeboten und Produkten für diese neue Spezies, die da entstand und vor seinem dritten Auge Gestalt annahm:

BestAgers.

Reife Kunden mit sicherer Stellung und Rentenanspruch. Die Zukunft konnte beginnen. Glanz und Wachstum erhellten den Horizont, Milch und Honig flossen reichlich.

Für diesen neuen Stamm in unserer Mitte gestaltete er Anti-Aging Cremes und Lotions, erfand anti-blähende Joghurts, baute und makelte die luxuriösen Quartiere von Kronberg bis zum Westhafen, die Dachwohnungen der angesagten Viertel, die neuesten SUV’s, mit denen die Angehörigen dieser Spezies zum Stylisten fahren.

Die schöne neue Welt der besten Jahre. Die einzige Gefährdung, die dieses zarte Pflänzchen ernsthaft bedroht: seine eigenen  Anlagenberater.

Ja und der dunkle Stamm.

Denn leider hatte unser Prophet den dunklen Zwilling hinter der Lichtgestalt nicht gesehen, es hatte sich ein zweiter nahezu identischer Stamm entwickelt.

Ein neuerlicher Spaziergang durch die Stadt enttarnte diese weitere Unterart unserer (?) Spezies. Nur, wie sie von den Lichtgestalten unterscheiden. Zuerst brauchen sie eine Klassifikation,

Best!Agers,

das klingt gut und macht dem Erfinder Ehre. Die Unterscheidung zu seinem lichten Zwilling „(!)“, dieses Ausrufezeichen, deutet zart an: Vorsicht! Sehr subtil.

Irgendwie muss deren Entwicklung mit dem zusammenhängen, was so unter demografischem Wandel verstanden werden soll.  In welche Richtung da die Tendenz geht, ist allerdings nicht so klar. Einmal hält der Einzelne einfach länger, zum anderen ist eigentlich kein Platz mehr da. Zumindest, wenn er nicht vorher bezahlt ist.

Das Dilemma mit den dunklen Zwillingen ist, sie dürfen sich noch einiger Jährchen sicher sein und fühlen sich auch nicht schlecht. Das sieht man schon daran, wie sie ihre Bahnen morgens im Brentanobad ziehen, sich ansonsten auf der Liegewiese diese gesunde Bräune holen, die unerlässlich bei einem Vorstellungsgespräch ist. Sie pochen darauf, dass es ihnen nicht an dem mangelt, was wir früher mal mit „Berufserfahrung“ umrissen haben, heute jedoch mehr und mehr eine zweifelhafte Kategorie geworden ist.

Ihre biologische Leistungsfähigkeit steht nicht in Zweifel, eben das ist das Problem. Wie es dagegen mit ihrer sozialen Nützlichkeit ausschaut, das steht auf einem anderen Blatt.

Zum einen ist da eine gewisse Beharrung auf die bereits erwähnte „Berufserfahrung“, zum anderen muss man schon sagen, dass die Lernfähigkeit aus eben diesem Grunde doch als eingeschränkt bezeichnet werden muss. Ganz zu schweigen, dass sie für sich einen bestimmten Lebensstandard beanspruchen, von dem sie meinen, sie hätten ein Anrecht darauf erworben. In der Regel sind sie zudem noch recht gut informiert, weswegen ihre Enttarnung auch nicht so ohne weiteres möglich ist.

Diese Ausgeburt der Postmoderne stellt jede Gemeinschaft vor Probleme, vor allem, da gewisse moralische Positionen eine durchgreifende Lösung verhindern. Appelle an die Einsicht dieser Sub-Spezies richten da wenig aus.

Nicht nur, dass sie immer grössere Teile dessen konsumieren, was doch für die nächste Generation gedacht war, die jetzt unseren Wohlstand garantiert, sie tritt unmittelbar in Konkurrenz mit ihr. Ihre Verkommenheit geht dabei so weit, dass sie minder qualifizierte Jobs durchaus zu akzeptieren bereit scheint, nur um so zu belegen, dass ihr die Daseinsberechtigung nicht abzustreiten sei.

Es will diesen Best!Agers einfach nicht in den Kopf, dass sie dort stehen, wo sie stehen, weil man auf sie dankend verzichten kann. So zwingen sie Staat und Gesellschaft, sie mitzutragen. Ganz zu schweigen von den noch beschäftigten erfahrenen Leistungsträgern (BestAgers), ihre Angst, in diese (dunkle) Sub-Spezies zu wechseln oder auch nur mit ihr verwechselt zu werden, lässt sie an ihren Stühlen kleben und so die dringend benötigten Plätze für unsere hoffnungsfrohe Jugend unerreichbar werden.

Wie lange werden wir uns das leisten können?

Der gut gemeinte Umgang mit ihnen kann nie mehr sein als der Versuch, die negative Bilanz, die Best!Agers schliesslich verkörpern, einigermassen erträglich zu gestalten.

Das Zureden der Agenturen, Mitglieder dieser Gruppe als eine Art Maskottchen zu beschäftigen, entweder als stete Mahnung oder als Symbol der sozialen Errungenschaften, beseitigen keine einzige ökonomische Zwangslage und können in der erreichten Massenhaftigkeit auch nicht mehr lang bestehen.

Die Versuche, Best!Agers zu überreden, wenigstens dann, wenn alle Strategien gescheitert sind, endlich das zu tun, was ihrem Alter entspricht, Enkel zu hüten, Eltern und Parks zu pflegen, müssen mit allem Nachdruck erfolgen. Der Starrsinn, immer noch mitmischen zu wollen, sollte nicht darüber hinwegtäuschen, dass trotz aller Anti-Aging Cremes, ihr Platz im Hause ist.

So werden sie sich weiter in Schwimmbädern neben ihre Lichtzwillinge legen, die Überschüsse verzehren, in Vermittlungsagenturen ein- und ausgehen. Und ihre Lebenserwartung auch noch steigern.

Hoffentlich habe ich die Ausrufezeichen alle richtig gesetzt.


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