Frankfurter Gemeine Zeitung

Identität

Wärst Du die Zeit, fragte ich mich,
Wie viele Dir schon zum Opfer gefallen sind.
Ich grübelte in Deinem Angesicht,
Um letzendlich festzustellen, wie unendlich Dein Haar,
Wie unerfassbar Deine Präsenz,
Und wie unmessbar den Menschen Deine Größe ist.
“Keine Antwort; nicht für mich…”
Wäre das Ergebnis meiner düsteren Überlegungen.
Ich baute nutzlose Maschinen,
Alle dem Zweck geweiht, Dich einen Augenblick zu halten.
Du wärst mir eines aus vielen,
Ich verginge schlußendlich in Dir, ohne mich zu sträuben
Und gäbe mich mit Allem
Vertrauensvoll in Deine Arme, wissend: Du erreichst Dein Ziel.
Ich setzte mich Deinen Launen aus,
Und stünde staunend vor meiner eigenen Unfähigkeit.
Voll Zuversicht sähe ich Dich an,
Lauschte dem Ticken des Herzens in Deiner Brust,
Dessen Puls die Welt bestimmt.
Ohne Dich greifen zu können, wäre ich Dir ausgeliefert.
Gestern wärst Du mir das Heute,
Heute das, was noch geschehen wird, und dann mein Omega.
Ich streifte mit Dir
Auf dem Licht tausender Sonnen durch die Galaxie,
Um Sternenstaub zu werden.
Dann stießest Du mich in den Kosmos hinaus,
Und ich kreiste um mich selbst.
Die Gravitation wäre mir Mittel zum Zweck,
Mich zu sammeln.
Bis ein neuer Feuerball am Firmament entsteht.
Die Welt bliebe mir fern,
Du zögest weiter, mich mir selbst überlassend.
Kann es sein,
Dass Du -nur vielleicht- doch die Zeit bist?

supernova


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