Frankfurter Gemeine Zeitung

The New Old Shit: Peer Steinbrück als Retter

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Erinnern sich sich noch an den Gauck? Den Mann, den vor kurzem noch alle Medien zum nächsten Präsidenten kürten? Der es eigentlich schon war? “Präsident der Herzen”- das erstreckte sich von den chronisch herzlosen Gazetten Spiegel, FAZ, Zeit, Bild bis hin zum grundguten, sich in seinen Grasswurzeln verfangenden Facebook. Warum? Na, weil…weil Gauck so TURMHOCH über den politischen Niederungen stand, wie einstmals Siegfried über den Niebelungen und sein Haupt diese formidablen, präsentablen, präsidentablen Charakterfalten aufweist. Ein Kopf wie ein fleischgewordener runder Tisch, an dem endlich GANZ Deutschland sitzt. Bis auf die Teile, die hinten runter fallen und mit denen man sowieso lieber nicht am Tisch sitzt.
Ja, so war´s, aber es reichte nicht am Ende bei der Abstimmung…und jetzt interessiert sich keine Mediens-Sau mehr ERNSTHAFT für den alten Mann, auch wenn er noch das ein oder andere Interview abkriegt.
Gauck is Gone with the Wind. Und die neue Sau, die durchs Dorf getrieben wird, “The New Shit” wie Marilyn Manson sie besungen hat, IST: Peer! Stein!Brück! Wer? Der? Aber den hatten wir doch schon…war das nicht “Uns Gerhard” vom Currywurstverhafteten ins Volkswirtschaftliche gewendet? Richtig…ebenso wie Gauck zählt Steinbrück zu den Neoliberalen, die aber auch für SPDler “irgendwie” noch akzeptabel sind.Ebenso wie Gerhard Schröder hat er dafür gesorgt, dass die SPD bei den Wahlen jetzt zahlenmäßig da steht, wo sie steht: nämlich ungefähr gleichhoch mit den Grünen. Genau deshalb haben alle, alle Medien ihn jetzt wieder lieb, denn er scheint geeignet, dem gefürchteten Linkerwerden der SPD entgegenzuwirken-hey, LohnschreiberInnen, macht Euch keine Sorge, das wird ohnehin niemals passieren! Da sei die Bertelsmannstiftung vor!
Beckmann persönlich lud Steinbrück am 20.9. ins Fernsehen- tatsächlich gemeinsam mit good old Gauck!-, um ihn als “Querdenker” zu präsentieren. Ah….Sieben Tage vorher war ein “Spiegel”-Interview mit ihm erschienen, indem er als Retter der Deutschen Wirtschaft während der Finanzkrise gepriesen wurde. Die Commerzbankarena in Frankfurt müsst eigentlich “Steinbrückarena” heißen, so das Postulat. Die “Süddeutsche” hatte schon vorher in den Chor eingestimmt. Und natürlich wurde auch jedes Mal die Frage künftiger Kanzlerschaft angeteasert.
Wir aber meinen: Die Commerzbankarena müsste eigentlich Waldstadion heißen. Die Bankenrettung a la Steinbrück war und ist ein Desaster. Und Steinbrück selbst ist nothing, but noch ne´ Niete in Nadelstreifen, auch wenn er sich in seinem eigenen Buch als der präsentiert, der irgendwie alles vorher wusste und sich jetzt gerne als Gegengift gegen die Geldhaie geriert.
Den einzig wahren Versager Steinbrück aber, liebe LeserInnen, lesen Sie hier auf den wie immer vorzüglich recherchierten “Nachdenkseiten” von Albrecht Müller. Oder, wer es gerne etwas etwas normalmedialer mag: in der STERN-Rezension seines Buches oder hier im Tagesspiegel.
Was Peer angeht: Wir brauchen keine “Querdenker”, die immer nur das denken, was ohnehin in den Führungsetagen gedacht wird, ohne dass diese es “normalerweise aussprechen.

Wir brauchen kein “wir”.

Und Peer Steinbrück brauchen wir heute ungefähr so wie… wie die späte DDR Egon Krenz.


Ein Kommentar zu “The New Old Shit: Peer Steinbrück als Retter”

  1. Dussel

    Schön wir er gerade wieder auf dem SPD-Parteitag (http://www.fr-online.de/politik/jenseits-von-bionade/-/1472596/4678102/-/index.html) gekämpft hat – für uns alle, den detschen Mittelstand, oder war es die Deutsche Mittelschicht, gar einfach nur die MITTE ?

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