Frankfurter Gemeine Zeitung

Medien-Kompass – Letzte Oktoberwoche

Ja, noch ein periodischer Artikel, der kleine “Medien-Kompass”. Wir nehmen ihn wegen der Übersichtlichkeit aus “Bemerkenswertes” heraus. Es gibt so viel Infos und Medienspektakel, besonders wenn man das Web einbezieht, dass wir den Kompass, das Aufspüren von vielbeschrittenen Pfaden und einige Wegweiser als dringlich erachten. Das mediale Gewust folgt oft einfachen Zügen, die man in der Fülle immer mal übersehen kann. Deswegen haben wir Bemerkenswertes zu Kultur und Web einfach extra eingerichtet, das soll besser lesbar sein. Bietet sich an, weil wir nicht jede Woche mit einer Überflüle an Artikeln rauskommen.

Was also gibts Neues:

Zuerst die TAZ, die hat nämlich einen journalistischen Coup gelandet, der städtischen Bewegungen sehr hilfreich ist: sie hat die Berliner Geheimverträge zur Trinkwasserversorgug der Stadt mit RWE und Veolia veröffentlicht! Rund 40 Prozent des Trinkwassers in Deutschland wird inzwischen von Unternehmen verkauft, die ganz oder teilweise in privater Hand sind. Dazu gehören etwa die Wasserwerke von Bremen, Essen, Höxter, Gelsenkirchen, Dresden, Schwerin, Goslar, Cottbus oder Rostock. Und bisher wurden noch nirgends alle Verträge zu den lukrativen Geschäften veröffentlicht. RWE und Veojola bekommen n den Verträgen jährliche Gewinne in dreistelliger Millionenhöhe zugesichert – auf Kosten der Stadtbewohner. Also: den Kommunalpolitikern muß man gegen Privatisierungs-Versuche noch mehr Druck machen.

Hilfe dafür bietet eine neue Web-Instanz: Im Web ist nämlich ein neues politisches Wiki eröffnet, das lobykritische Kompedium Lobbypedia. Es werde Licht im Dickicht des Lobbyismus. Dem Wiki geht es um Spielarten der Vernetzung von “Geld – Macht – Politik”  und ist an die Bedienung von Wikipedia angelehnt. Letzte Woche haben wir in einem Artikel auf die Gespinste um Stuttgart21 hingewiesen, Lobbypedia bietet ein “Portal Bau- und Immobilienlobby“. Für unsFrankfurter bei Recherchen besonders interessant: das “Portal Finanzlobby“; es kann uns sicher in der Frankfurter Kanalforschung weitehelfen!

Die rührige “Fachzeitschrift für Finanzprofis” Procontra schreibt unter der netten Überschrift “Der niedere Adel kommt“: “Aufwertungsprozesse sind also etwas für mutige Investoren, die sich von sozialen Protesten nicht abschrecken lassen. Aber es gilt wie so oft: Der frühe Vogel fängt den Wurm. Nur so schmeckt der Cocktail über den Dächern Berlins und anderswo.” Man gewinnt den Eindruck, dass die Debatten über, besonders aber auch die Verunglimpfung von Protesten (Süddeutsche, Spiegel) für die gebildete Immobilienbranche als Herausforderung begriffen wird. “Halten wir zusammen und zeigen den Leistungsempfängern mal, wo der Hammer hängt”. Es ist immer wieder eine Freude, wenn sich Leistungseliten miteinander beraten. Wo schmeckt also der nächste Cocktail am besten und wem ?

Slavoi Zizek hat sich mal wieder zu Wort gemeldet, diesmal zur Integrationsdebatte in der Süddeutschen. Er verlangt eine Leitkultur, allerdings eine emanipatorische, die Kritik an allen Zuständen in allen Ländern zulässt: “Die Meinungsfreiheit funktioniert nur, wenn alle den gleichen ungeschriebenen Höflichkeitsregeln folgen, die festlegen, welche Formen von Angriff unannehmbar sind, auch wenn sie letztlich vom Gesetz geschützt werden. Diese Höflichkeitsregeln können uns auch aufzeigen, welche Merkmale eines ethnischen oder religiösen Lebenswandels akzeptabel sind und welche nicht. Wenn sich allerdings nicht alle Beteiligten auf solche ungeschriebenen Formen einigen, wandelt sich der Multikulturalismus in gesetzlich geregelte Ignoranz und Hass. Das ist der Grund, warum es die essenzielle Aufgabe aller ist, die heute für Emanzipation kämpfen, über den reinen Respekt für andere hinauszuwachsen und eine positive, emanzipatorische Leitkultur zu finden, in der die Koexistenz und die Vermischung verschiedener Kulturen möglich wird. Und den kommenden Kampf für eine solche Leitkultur aufzunehmen.” Er begreift also ein emanzipationsfähiges Individuum über alle Gruppen hinaus. Seine Leitkultur ist deshalb eine emanzipatorische Leitkultur die sich undifferenzierten Phrasen über “Islamofaschismus” und “Freiheit durch Nato” versperrt. Zu fragen bleibt, wie sich das im lokalen Alltag umsetzt.

Wolfgang Michal weist uns in Carta auf die feinen Selektionsmechanismen des herrschenden deutschen Journalismus hin: wenn Gattin Guttenberg oder Sarrazin in ihm die Hauptrollen spielen, bleiben ein paar Milliarden für die Bad Bank schnell auf der Strecke – auch wenn´s die “größte Finanztransaktion der deutschen Geschichte ist – wir sind ja alle im Aufschwung ! “Hieß es am Donnerstag vor der wohl „größten Finanztransaktion in der deutschen Geschichte“, es seien Wertpapiere, Kredite und Derivate im Nominalwert von 191,1 Milliarden Euro von der HRE zur Bad Bank übertragen worden, so war am folgenden Montag nur noch von 173 Milliarden Euro die Rede. Bisschen Schwund ist ja immer. Doch die Qualitätsmedien erklärten nicht, wie der auffällige Verlust zustande gekommen ist. Sie meldeten lediglich: „Hypo Real Estate spaltet problemlos Bad Bank ab“ (FAZ). Die meisten Zeitungen hielten sich an die Pressemitteilung der „Bundesanstalt für Finanzmarktstabilisierung“. Tja, 18 Milliarden Differenz. Carta meint, es wäre interessant “zu fragen, ob die Strategen der HRE unter Mitwirkung ihrer Gläubiger und staatlichen Helfershelfer nicht drauf und dran sind, die Bürger dieses Landes ein zweites Mal über den Löffel zu balbieren, indem sie bei den Bewertungen der Schrottpapiere wieder so tricksen und verheimlichen und „verbriefen“ wie das schon die Halunken der Finanzkrise getan hatten. Das macht die Berlin-taugliche deutsche Wirtschaftspresse leider nicht, zur Bad Bank passt der Bad Journalismus.


Politisch beförderte Verwertungsmaschinen

“Stuttgart 21″ dient gegenwärtig als Symbol für neue soziale Bewegungen, die sich ignoranter Bevormundung von Stadtbürgern durch maßgebliche politische und ökonomische Eliten erwehren. Die Aufmüpfigkeit der Stuttgarter – ein buntes Gemisch der Empörung – vermengt danach lokalen Eigensinn, das Bewahren besonderer örtlicher Gegebenheiten mit der Zurückweisung fremdbestimmter Technokratie. Vermutungen über private ökonomische Vorteile für die Entscheidungsträger und Gruppen von Hofschranzen um sie herum kommen dazu. Natürlich: der öffentliche Nutzen der ganzen Chose wird von der Bewegung als minimal tariert.

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Öffentlich gegen Privat, das wirft ein Licht auf die Stuttgarter Umstände, die über die Besonderheit des reichen Südens hinausreichen. Grundsätzlich reiht sich das Mammut-Bauprojekt in eine aktuelle Sequenz typisch stadtbezogener Verwertungsunternehmen ein: diese enthält beispielsweise die Privatisierung kommunaler Betriebe, der Abschluß obskurer, oft geheimer Verträge über die Betreibung öffentlicher Einrichtungen (etwa als “PPP“), die “Sachzwang”-gebundene Freigabe öffentlichen Raums für fragwürdige Investitionsvorhaben und zugweise “Gentrifizierungen” städtischer Quartiere.

Für all diese städtisch verankerten Investitionsmaschinen gilt: in vielen deutschen Großstädten werden solche Vorhaben realisiert. Die Bewohner begegnen ihnen häufig mit Mißbilligung, weil sie spüren, dass über ihre problematischen Arbeitszusammenhänge hinaus auch die Bedingungen ihrer Lebenswelt noch umfassender als bisher privaten Investitions- – sprich: Gewinn – Vorgaben geopfert werden sollen. Und zwar mit einer Reihe von Folgen: schlechtere Leistungen , höhere Kosten, stärkere Konkurrenz, laufende Restrukturierungen und Unsicherheiten bis ins ganz persönliche Leben hinein. Mehr noch: beim Scheitern oder einer Kostenexplosionen steht die Öffentlichkeit, also die Betroffenen selbst in der Pflicht: “der Staat solls raushauen”. Mit den bekannten Folgen: noch mehr Reduktionen kommunaler Leistungen. (Ein Artikel der FGZ schildert das hier am Beispiel PPP für das Rhein-Main-Gebiet)

Telepolis beschreibt unter Bezug auf den stern, dass es sich bei Stuttgart 21 nicht bloß um ein Geschäft direkt um die Bahnbauten herum dreht, sondern noch mehr um eine große Landnahme mitten in Stuttgart, die von nationalen und internationalen Immobilienkonzernen vorangetrieben wird. Sie sind personal eng mit der dortigen Politik verbandelt und ein Geschäftsvolumen von 10 Milliarden Euro für Neubauten auf ehemaligen Bahngebieten steht im Raum: da wehrt man sich doch gegen kleingeistigen Widerstand!

Als bemerkenswertes Bonmot sei erwähnt, dass sich auch hier eine heute bewährte Komponente “neuer bürgerlicher Politik” als Instanz der Verbandelungen offenbart, und zwar eine Stiftung der einschlägig Interessierten: hier die Stiftung “Lebendige Stadt“. Sie wird dirigiert vom Investitionskonzern ECE, einem Hauptbetreiber der Stuttgarter Landnahme: ihrem Stiftungsrat gehört der Architekt des Stuttgarters Hauptbahnhofs an, Christoph Ingenhoven. Im Vorstand ist  Friederike Beyer, Lebensgefährtin des ehemaligen baden-württembergischen Ministerpräsidenten Günther Oettinger. Wie stern-Recherchen ergaben, gehörte bis September auch Stuttgarts Oberbürgermeister dem Stiftungsrat an. Die passende Bande für eine “lebendige Stadt” findet sich also in dieser Stiftung zusammen.

Die Schemata für das Ingangsetzen der Verwertungsmaschinen gleichen sich: Unterstützung der Vorhaben in lokaler Presse, bei Kommunalpolitikern und Wirtschaftsverbänden. Einwände werden mit Behauptungen über zu große Komplexität und Unkenntnis abgeblockt. So etwa kommen sogar S21 und Gentrifizierung zusammen: Landes- und Bundespolitiker werfen der S21-Bewegung die Blockierung wissenschaftlichen Fortschitts vor, und selbst die Süddeutsche Zeitung sieht im Gentrifizierungs-Widerstand im wesentlichen einen sozialen Konservatismus. Es geht schlicht um viel Cash bei all diesen Sachen, deshalb werden Rechtfertigungsspezialisten auf allen Ebenen eingeschaltet.

Im chronisch ruhigen Deutschland muß offensichtlich eine bestimmte Gemengelage oder Skala der Verwertung zusammenkommen, es muß das Faß überlaufen, damit sich eine “Bewegung” trotz der allgegenwärtigen Stereotypen über generelle Alternativlosigkeit formiert: irgendwann reichts dann einfach doch.


Leistungsdenken? Raus aus unseren Betten!

Immer wieder werde ich Zeuge von Gesprächen, die meist in feuchtfröhlicher Runde geführt werden und zum Thema haben, diese oder jene sei „gut“ oder „schlecht“ im Bett.

Ich bin bei diesen Diskussionen dann meist außen vor, da ich seit mehr als 10 Jahren mit einer festen Partnerin zusammen bin und daher nicht die hohe Zahl an Vergleichswerten vorweisen kann, wie andere Personen aus meinem Freundeskreis.

Umso größer ist dann meine Verwunderung über die geäußerten Auffassungen und darüber, dass sich in diesen scheinbar alle einig sind.

Gut im Bett ist nach dieser Denkungsart eine Frau offensichtlich dann, wenn sie eine „tabulose, immergeile Dreilochstute“ ist, die weder Schamgefühl noch Würgereflex kennt, sich bewegen kann wie eine Mischung aus Schlange und Kaninchen, immer die Socken aus, aber das Licht anlässt und am liebsten Pornos schaut, während sie sich im Doggystyle „bangen“ lässt; mit anderen Worten: Ein Sexmonster.

Dabei scheint es dann auch völlig egal zu sein, ob diese Frau eventuell dumm wie Brot ist, Massen an Makeup trägt, so dass ihre Gesichtszüge aussehen wie eine Hauswand auf die frischer Rauputz aufgetragen wurde oder sie derart penetrant nach Parfüm stinkt, dass man allergische Niesanfälle bekommt.

Vielleicht fehlt mir einfach irgendein Männlichkeitsgen, dass ich mich von solchen Frauen eher abgestoßen fühle? Ist etwa mein Y-Chromosom nur verkümmert ausgefallen?

Vielleicht. Vielleicht bin ich aber auch ein einsamer Rebell gegen eine schädliche und unterdrückerische Auffassung von menschlicher Sexualität.

Was ist mit einer Frau, die eine hochintelligente und liebenswerte Partnerin ist, aber die „altmodische“ Meinung vertritt, ein Penis gehöre nicht in den Mund? Ist sie prüde? Scheiße im Bett?

Nach der vorherrschenden Meinung offensichtlich schon, da sie ja nicht die „allgemein akzeptierten sexuellen Leistungsvorgaben“ erfüllt.

Doch es sind nicht nur die heterosexuellen Herren der Schöpfung, die eine derart leistungsbezogene Auffassung der Sexualität haben. Der Leistungsdruck zieht sich mittlerweile als roter Faden durch die meisten der denkbaren Geschlechtlichkeiten.

Innerhalb der Schwulenszene existiert teilweise ein erbarmungsloser und leistungsorientierter Körperkult.

Auch die heterosexuelle „Frau von heute“ stellt hohe Anforderung an ihren Partner.

Dieser sollte immer können und zwar auf Kommando, aber natürlich nur, wenn die Frau auch darauf Lust hat. Wenn ihr gerade nicht danach ist, sollte er sie möglichst nicht mit seiner Libido belästigen… ungefähr so wie ein batteriebetriebenes Spielzeug. Tabulos sollte er natürlich auch sein, aber trotzdem zärtlich. Stundenlange Wohlfühlmassagen gehören ja schließlich zum absoluten Standardprogramm, das eine moderne Frau erwarten darf.

Wenn es aber zur Sache geht, dann muss er schon ein gewisses Standvermögen beweisen. Nach fünf Minuten fertig sein und einschlafen geht mal gar nicht. Dann ist er ein „egoistischer Machoarsch“ und eine „Niete im Bett“.

Ach ja: Am ganzen Körper rasiert sollte er sein und keine Spur von natürlichem Körpergeruch aufweisen, sondern „angenehm“ nach Chemie duften.

Und es wäre schon besser, wenn er gut bestückt ist, denn „die moderne Frau macht sich zwar nichts aus Größe, aber…“.

Doch woran liegt es, dass der sexuelle Leistungsdruck, welcher sich auch in einem Anpassungsdruck an bestimmte Idealvorstellungen manifestiert, derart um sich greift?

Nach Auffassung von Alice Schwarzer ist die „böse“ Pornographie daran schuld.

Und auf den ersten Blick scheint dies auch nicht ganz von der Hand zu weisen sein. In Pornofilmen sieht man tatsächlich tabulose, immergeile Nymphen, die von durchtrainierten Zuchthengsten mit Riesenlümmeln penetriert werden und es sogar noch geil finden, wenn ihnen jemand seine Faust in den Anus bohrt.

Aber sind wir Menschen wirklich so naiv, dass wir nicht erkennen könnten, dass es sich bei Pornofilmen um reine Fi(c)ktion, um eine inszenierte Sexshow, handelt?

Ich jedenfalls nicht. Ich bin schließlich auch noch nie mit einem Batmanumhang von einem Hochhaus gesprungen.

Doch wenn ich in den Zirkus gehe, dann möchte ich dort Artisten sehen und keine Normalbürger, also eben Profis am Werk.

Bei Pornodarstellern handelt es sich halt um Sexprofis, die gezielt nach Gesichtspunkten wie Tabulosigkeit, sexuelle Ausdauer, Penisgröße u.s.w. ausgewählt werden.

Die vielbeklagte „Pornographisierung“ unserer Gesellschaft halte ich ohnehin für eine Schimäre.

Ich denke, dass das Problem des sexuellen Leistungsdruckes viel tiefere Ursachen hat:

Zum einen gibt es da den Machbarkeits- und Beherrschbarkeitswahn der in den Industrienationen um sich greift.

Frei nach dem Motto „Erektionsprobleme? Dein Arzt kann helfen“, wird Menschen suggeriert, dass sie letztlich an jeder sexuellen Unzulänglichkeit selbst schuld seien.

Die Maschine muss funktionieren, auch wenn vielleicht die Gefühle gar nicht mehr stimmen.

Erektionsprobleme? Dafür gibt es doch Viagra.

Zu früh kommen? Dafür gibt es Kurse, Ratgeber und so ein Zeug aus dem Sexshop, das die Eichel taub macht. Wenn gerade kein Sexshop in der Nähe ist, tut es auch Koks.

Körpergeruch gehört dank „Right Guard“ mit Silberionen sowieso der Vergangenheit an.

Zum anderen gibt es das Problem der oft missverstandenen und noch lange nicht abgeschlossenen sexuellen Revolution.

Im Rahmen der (dringend notwendigen) sexuellen Befreiung und gleichzeitigen Auflösung sexueller Tabus fand gleichzeitig auch eine Normierung sexueller Tabulosigkeit statt, die ihrerseits wiederum zu Zwängen führt.

Ein gutes Beispiel ist der alte Sponti-Spruch „wer zweimal mit der selben pennt, gehört schon zum Establishment“. Ein solches Denken negiert die Möglichkeit sich bewusst für die Sexualität mit nur einem Partner zu entscheiden und ist damit eigentlich selbst wieder eine Form von Prüderie.

Genauso findet eine Herabwertung sexueller Schamhaftigkeit statt, im Sinne von „man muss doch zu seinem Körper stehen“ und ähnlicher Plattitüden wohlmeinender Pädagogen.

Man muss? Nein! Man kann, wenn man will.

Ich befürworte die Befreiung der Sexualität von jeder Art des „Müssens“. Es ist das gute Recht eines Menschen, mit dem Sex bis zur Hochzeitsnacht zu warten, die Socken anzulassen, bei ausgeschaltetem Licht 5 Minuten herumzuwackeln und dann selig zu entschlummern.

Wichtig ist halt, dass beide Partner damit einverstanden sind. Ansonsten muss sich einer von beiden jemand anderen suchen.

Dies hat übrigens überhaupt nichts damit zu tun, ob einer „gut“ oder „schlecht“ im Bett ist.

Es gibt zwar guten oder schlechten Sex aber nicht Personen, die per se gute oder schlechte Liebhaber sind.

Guter Sex entsteht dort, wo sich zwei (oder mehr) Partner einvernehmlich zusammenfinden, offen miteinander umgehen, miteinander über ihre Gefühle und Wünsche kommunizieren und vor allem zusammenpassen.

Und wenn die Partner zusammenpassen, braucht es eben keinen Leistungsvergleich und keine Mindeststandards die erfüllt sein müssen.


Die Ponys meiner Töchter weiden auf selteneren Weiden

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Im Gegensatz zu unserem Autor Florian K. in “Tötet die deutsche Sprache!” glaube ich ganz und gar nicht, dass sich “fast alle einig sind, dass die deutsche Sprache gerettet werden muss”. Denn: Die LAUTSPRECHER, ob Medien, Wirtschaft, Werbung oder Schulhöfe produzieren tagtäglich Denglisch, Kanaksprach etc.- ohne überhaupt noch weiter darüber zu diskutieren oder nachzudenken. Das ist die “normative Kraft des Faktischen” wie good old Max Weber das nannte.Yeah!

Insofern stirbt die “Deutsche Sprache” bereits eines natürlichen Todes; sie zu töten hieße und heißt: to flog a dead horse, “wie der Engländer sagt”-wie man früher gesagt hätte. Oder wie die Sex Pistols es bei der Veröffentlichung einer völlig überflüssigen Kompilation als Titel wählten. Das war dereinst, als man noch Worte wie “dereinst” wählte.

Nichtsdestotrotz ist klar, dass es bei den “Rettet die deutsche Sprache” -Kampagnen a la “ZEIT” und “FAZ” um die Beschwörung der Bourdieuschen “feinen Unterschiede” durch die Neobürgerlichen geht, die sich vergewissern wollen, dass ihre Ziel sich nicht nur im “Mehrgeldverdienen” plus “Geigenunterricht” plus “MEHR PONYS FÜR UNSERE TÖCHTER!”  erschöpfen, sondern schon noch irgendwie einem höheren Allgemeinen dienen. Fuck Them. Die Ponys meiner Töchter weiden auf selteneren Weiden.

Dass Problem ist keine “Überfremdung” des Deutschen , sondern die phantastische Phantasiearmut und Unter/Unter/Unterkomplexität der Gegenwartssprache, sei es im Netz, sei es in der sogenannten realen Welt,  scheißegal, ob Deutsch, Englisch oder Esperanto. Kann man sich vorstellen, dass der Wortreichtum von Shakespeare vor einem halben Jahrtausend im Globe theater auf “normales Publikum” (=Unterschichtenfernsehen) niederprasselte? 

EINE WELTSPRACHE, ein Welt-Pidgin, dessen Hauptkennzeichen lediglich “unbegrenzte Anpassungsfähigkeit” ist, wie das Florian K. das utopisch beschwört, ist ein Albtraum. Sie spiegelt bloß die generelle Anforderung an den arbeitenden Menschen durch das globalisierten Kapital. “So what?” würde da der unbegrenzt anpassungsfähige Herrenmensch erwiedern. Denn: Die, die “etwas zu sagen haben”, immer und immer und überall, sprechen auch “als Deutsche” oder “Schwytzer” bereits jetzt unentwegt “Buisnessenglish”. Sie sind erfolgreiche Emigranten ihrer Sprache.

Die Deutsche Sprache wird deshalb vielleicht gar nicht zum Hort der herrschenden Elite werden wie Florian das ironisch beschwört. Eher zum Ausdruck des Loosertums, wie sich das bereits in einem alten Song des -I think- Amis Beck angekündigt hat, in “Looser ” eben, in dem irgendwann gegen Ende, fast unhörbar deutsch gesprochene Zeile “Sprechen sie deutsch, baby?” auftaucht. 

I´m sorry, dieses Video kann hier nicht gezeigt in your country werden, denn dieser Inhalt gehört UMG Records

Aber die Sprache, the language, THE LANGUAGE wird auch das überleben, wie Stephen Fry das schon vor einiger Zeit bewiesen hat.

 


Ein Antideutscher, ein Antiimp und ein Kopfschütteln

Trotz all meiner politischen Kampfrhetorik bin ich im Herzen eben doch ein bürgerlich sozialisierter, weichgespülter, gemäßigter Linker.

Irgendwie ging ich von meiner Warte auf der naiven bunten Blumenwiese meiner gesicherten Existenz davon aus, dass wir Linken irgendwie doch alle eine große Familie und im Inneren eigentlich Hippies sind.

Aus meiner Sicht waren wir eben die bunteren, smarteren, freieren Zeitgenossen und der Motor des Fortschritts gegen die tumben Rechten und die Zwänge konservativer Denkstrukturen. Make love not war und so weiter…

Wie jäh und unbeschreiblich grausam wurde aber dann meine politische Unschuld zerstört, als ich von dem, noch immer in der linken Szene schwelenden, Konflikt zwischen „Antideutschen“ und „Antiimperialisten“ hörte! ;-)

In meiner naiven politischen Neugier beschloss ich dieser Sache einmal auf den Grund zu gehen und mich mit ein paar Verfechtern beider Lager zu unterhalten.

Dabei stieß ich auf Positionen, die an Borniertheit, Bescheuertheit und allgemeinem Realitätsschwund kaum zu übertreffen waren.

So erklärte mir ein „Antideutscher“ neulich einmal, dass jede, wie auch immer geartete, Kritik an Israel Antisemitismus sei.

Dieser Mensch bezeichnete sich selbst im gleichen Atemzug, in dem er aus ideologischen Gründen jede Kritik an Israel kategorisch verbieten wollte, als ideologiekritisch. Mir erschien das schizophren.

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Zwei Außendienstmitarbeiter des französischen Geheimdienstes beobachten die Strasse und hören dabei Musik

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Blind Dates 25.-31.10.

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Zur Zeit erlebt die Antiatomkraft-Bewegung ein erstaunliches Revival- der Bundesregierung sei Dank! Dazu Anfang der Woche eine Veranstaltung im Club Voltaire
( http://www.club-voltaire.de) Montag, 25. Oktober 2010, 19.30 Uhr “AKW-Laufzeiten und Endlagerung: Welche Konzepte? Welcher Widerstand? “Podiumsdiskussion mit Dr. Michael Wilk (AKU, Arbeitskreis Umweltschutz, Wiesbaden) / Achim Lotz (Mitarbeiter der Fraktion „Die Linke“ im hessischen Landtag) / Timon Gremmels (MdL, SPD Hessen) / Angela Hanisch (Stadtverordnete für die Grünen im Römer) Gesellschaftlich gibt es eine breite Mehrheit, die sich gegen Laufzeitverlängerung und Castortransporte wendet. Sie reicht von Bürgerinitiativen über Autonome, die Partei “Die Linke” und “Die Grünen” bis zur SPD. Auf der Podiumsdiskussion soll das breite Spektrum des Anti-Atom-Widerstands zu Wort kommen. Es soll geklärt werden: Wie können die Atomkraftwerke ersetzt werden? Wie sind die Endlagerungspläne in Gorleben einzuschätzen? Wie unterscheiden sich die Vorstellungen von Bürgerinitiativen, Linken, Grünen und Sozialdemokraten? Welche Pläne verfolgen die Merkel-Regierung und die Atomkonzerne? Können die Laufzeitverlängerung und die Castor-Transporte im Herbst gestoppt werden? Welche Widerstandsarten sind möglich und sinnvoll?

Dokumentarfilm & Gespräch am Dienstag, 26. Oktober, 20 Uhr im Naxos-Kino zu einem umstrittenen Thema: , “Zwangsmigrationen und Umsiedler im 20. Jahrhundert” von Michael Majerski: Die letzten überlebenden deutschen Zeitzeugen, die nach dem Krieg nicht aus

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Bemerkenswertes: Goldener, nein, Blei-,Zinn-Oktober Dritte Woche

Ich weiss, diese Rubrik hat noch keinen WIRKLICH befriedigenden Namen. “Bemerkenswertes” , hmm…Aber haben Sie einen wirklich befriedigenden Namen ? Sind sie bemerkenswert? Monika, Hans? Sigrid, Sascha? Matthias, Morgane, Marianne, Michael? Na, sehen Sie…Vielleicht nennen wir die Rubrik demnächst: HANS! Schau´n wir mal…aber dieses verdient im NACHRICHTENDUSCHGELGEWITTER Beachtung

Die Rückkehr zur Normalität
“Im Wall Street Journal gab es am 11. Oktober einen erstaunlichen Bericht mit der Überschrift “Wall Street Pay: A Record $144 Billion” – dabei handelt es sich um eine Schätzung für die drei Dutzend größten Finanzunternehmen. Während die amerikanische Wirtschaft insgesamt immer noch darniederliegt, ist die Wall Street “back to normal”. Die Einkommen werden 2010 so hoch ausfallen wie zu besten Zeiten. Ich schätze mal, dass das Durchschnittseinkommen in diesen Unternehmen, also einschließlich der Einkommen von Pförtnern und Sekretärinnen, irgendwo zwischen 200.000 und 400.000 Dollar liegen wird – bei Goldmann Sachs dürften vermutlich sogar mehr als eine halbe Million herauskommen. Die Gewinne des Finanzsektors haben schon wieder einen Anteil von mehr als 20% an den Unternehmensgewinnen insgesamt, so wie es in den Jahren von 1990 bis 2008 zur Regel geworden ist. Dabei arbeiten gerade einmal viereinhalb Prozent aller Erwerbstätigen in der Finanzbranche. Wir haben es mit einer unglaublichen Marktverzerrung zu tun.

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Blind Dates 18.10.-23.10

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Dienstag, 19. Oktober 2010, 18 Uhr: Gesprächsreihe “Kommunen in der Krise”: Kommunale Daseinsvorsorge im Zeichen der Krise ist das Thema der dreiteiligen Gesprächsreihe „Zukunft der Arbeit“, zu der der Deutsche Gewerkschaftsbund Rhein-Main einlädt. Beteiligt sind auch die DGB/VHS-Bildungsgemeinschaft „Arbeit und Leben“ und die Europäische Akademie der Arbeit in der Universität Frankfurt. Am 19. Oktober spricht Christian Schelzke, der Geschäftsführende Direktor des Hessischen Städte- und Gemeindebundes über die kommunale Handlungsfähigkeit der Kommunen im Zeichen der anhaltenden Finanzkrise. Die Veranstaltungen findet von 18 bis 19.30 Uhr im Willi-Richter-Saal des Gewerkschaftshauses in der Wilhelm Leuschner Straße 69-77 statt. Die Teilnahme ist kostenlos. Anmeldungen sind nicht erforderlich.
Dokumentarfilme & Gespräch am Dienstag, 19. Oktober 20 Uhr im Naxos-Kino, Filmreihe Frankfurt im Film: “Oma Rink” von Andreas Frowein: Hundert Jahre alt wäre sie geworden: „Lulu“ Schwarz, Urgestein aus Bornheim und Jahrzehnte lang Wirtin in der damals legendären

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In every dreamhome a heartache (Bad Vilbel Projekt 2)

Church of evil 1

Haus 3

Grillengezirpe. Vögelzwitschern.

Eine Kinderstimme suchend: Mama?…….Papa?

Das Grillengezirpe wird lauter, bricht ab.

Haus 4

Laufende Frauenschuhe, Möbelrücken. Türenschlagen.

Ein Anrufbeantworter.: “Sie haben drei Anrufe.”

Weggedrückt. Öffnen eines Kühlschrankes. Plötzlich ein Schrei. Hektischeres Laufen der Frauenschuhe. Türschlagen. Ruhe. Geräusch von einlaufendem Badewasser. Stille. Plötzlich ein weiterer Schrei. Ein ersticktes Stöhnen. Stille. Stille. Dann wird das Badewasser mit schnellen Bewegungen abgedreht. Ein tropfender Wasser-Hahn. Stille. Telefonläuten. Der Anrufbeantworter geht los. Männliche Stimme.

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Herr d. beginnt, wieder zu lesen (1)

“Wieso, die singen doch bloß.” sagte Herr d., als seine Frau motze, es würde ihm doch bestimmt nichts ausmachen, aus dem Bild zu gehen. “BILD” dachte Herr d., “les’ ich nur noch, weil deine Brüste nicht mehr so schön sind!”, und verkroch sich ins Bad. Im Wohnzimmer säuselte die Nationalhymne weiter, als Herr d. die [...]

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Begreiflichkeiten

Handhabe wird durch Legitimation bedingt: Was ich in der Hand habe, habe ich wohl zurecht gefertigt. Eine Rechtfertigung, ex Legis ist, wie vieles, ein Modell, welches sich durch wohlgewählte Prämissen hautnah an die Realität schmiegt. Kein Wesen vermag zu sagen -ob es nun Stein sein mag oder Plasma- wie wahr die eigene Realität denn nun [...]

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Die Heimat der Scheinriesen

Wisst ihr, was ein “Scheinriese” ist? Der stammt aus: “Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer.” Hey… nicht gleich weinen und sich die Augen reiben! Lukas, der Lokomotivführer war ein richtig cooler Typ, hatte mit Pfefferspray und Wasserwerfern nichts am Hut, versprochen! Also, machen wir weiter: was ein Scheinriese ist, kann man im Netz im “Assoziationsblaster ” nachlesen. Da steht: “Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer treffen auf ihrer weiten Reise einen Menschen, der, je weiter er sich entfernt, immer größer erscheint. Im Gegensatz zu den normalen Menschen, die mit zunehmender Entfernung immer kleiner werden, also Scheinzwerge sind, ist dieser Mann ein Scheinriese. Da die Heimatinsel von Jim und Lukas sehr klein ist, ist dort kein Platz für einen Leuchtturm. Deshalb rammt das Postboot ab und an die Insel. Deshalb engagieren die beiden den Scheinriesen. Er braucht auf Lummerland wenig Platz, ist aber, mit einer Laterne in der Hand wegen seines Scheinriesentums schon aus weiter Entfernung zu sehen. So, jetzt wisst ihr, wo der Scheinriese wohnt, auf Lummerland nämlich. “

Ja, so stehts das da. Ich aber, Kids, sage Euch: der wohnt gar nicht auf Lummerland, der wohnt direkt bei uns, hier in Frankfurt. Und er hat hier noch viele Freunde, die sind wie er. Man könnte sogar sagen: Frankfurt ist die wahre Heimat der Scheinriesen. Da kann Lummerland glatt einpacken.

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85656 Stuttgart-21-Fans can´t be wrong!

Die Fanseite eines kleinen Bandes mit Schüttelreimen »Geschüttelt, nicht gerührt« von Matthias Oheim und mir hat derzeit 29 Fans auf Facebook. Über die Hälfte davon sind mir glücklicherweise vollkommen unbekannt. DIe Fanzahl korreliert gut mit den Verkaufszahlen des kleinen Bändchens.
So einfach ist das heute.
Vergeßt aufwändige Marktforschung, repräsentative Umfragen und den ganzen Old-Europe- Kram! Popularität läßt sich heute blitzschnell über die Zahl der »gefällt mir«-Klicks auf Facebook messen. Der Uraltstreit: Stones oder Beatles? Wird eindeutig gegen die uralten Stones und zugunsten der teilweise toten, aber ewig lebenden Beatles entschieden: 8.743.515 gegen 2.287.013. Von Pop zu Politik: CDU oder SPD? Die SPD liegt mit 13.426 weit vor der CDU mit 5.900.

Das sind unbestechliche Zahlen! Und solche Zahlen werden heute als Stichwaffe in der politische Diskussion verwendet. So verwies bei der »Hart aber Fair«-Sendung über das Projekt Stuttgart 21 ein Befürworter darauf, dass eine große Mehrheit der Bevölkerung hinter dem Projekt steht. Die Facebook-Gruppe der Projektbefürworter habe mehr Mitglieder als die Gegner. Erstaunlich! Aber, tatsächlich: Die Gruppe »Kein Stuttgart 21« weist derzeit 72.023 Unterstützer auf, »Für Stuttgart 21« liegt weit vorn mit 85.656.

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Von Motorsägen, Kastanien und der deutschen Demokratie im heißen Herbst

Oder wie die demokratischen Bürgerlichen das Bürgertum abschaffen
In Stuttgart wird demonstriert, quer durch alle Schichten. Auch wenn die Demonstrationen zum Glück lange nicht so heftig verlaufen, wie am Donnerstag vor zwei Wochen, ist der Widerstand der Bürger ungebrochen. Damals hatten sich Zweitausend Bürger im Stuttgarter Schlossgarten versammelt. Die Polizei hatte sich ganz der Räumung des Areals verschrieben. Am Ende des Tages gab es 400 verletzte Demonstranten, 50, darunter auch Kinder und Babys, erlitten Verletzungen der Augen durch Reizgas. 16 Demonstranten landeten im Krankenhaus, einem Demonstranten brach ein Wasserwerfer die Augenhöhlen. Die Ereignisse sind quer durch die Medienwelt gemühlt worden. Mal wurden Kinder durch Demonstranten instrumentalisiert, mal die Polizei durch die Bahn, allerlei Verschwörungen wurden vermutet und man munkelte. Doch es stellt sich die Frage, worum es hier eigentlich geht und was eigentlich hinter „Stuttgart 21“ steht.
„Alle Deutschen haben das Recht, sich ohne Anmeldung oder Erlaubnis friedlich und ohne Waffen zu versammeln.“, besagt Artikel 8 des Grundgesetzes. „Die Polizei hat die Aufgabe, von dem einzelnen und dem Gemeinwesen Gefahren abzuwehren, durch die die öffentliche Sicherheit oder Ordnung bedroht wird, und Störungen der öffentlichen Sicherheit oder Ordnung zu beseitigen, soweit es im öffentlichen Interesse geboten ist. Sie hat insbesondere die verfassungsmäßige Ordnung und die ungehinderte Ausübung der staatsbürgerlichen Rechte zu gewährleisten.“, besagt Paragraph eins des Polizeigesetzes. Rosseau sagte, dass das Individuum in der Demokratie einen Vertrag mit dem Staat eingehe. Es gebe seine natürliche Freiheit auf, die nur durch seine individuellen Kräfte begrenzt sei und erhalte dadurch die politische und gesellschaftliche Freiheit, die nur durch den „volonte generale“, durch den Allgemeinwillen, begrenzt sei.

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Blind Dates 11.10.-16.10

blind dates anfang oktober

Dienstag 12.10. um 20 Uhr im Naxos-Kino: “Hotel Sahara”. Dokumentarfilm & Gespräch von und mit Bettina Haasen. Eine kleine Stadt an der mauretanischen Küste ist das Casablanca des 21. Jahrhunderts. Hier, zwischen Wüste und Meer, im Hotel Sahara, begegnen sich zahllose Flüchtlinge auf dem Weg nach Europa. Reisende aus allen Staaten südlich der Sahara erreichen diesen Schmelztiegel der Kulturen, der seit Jahrzehnten Menschenströme aufnimmt und sie über das Meer weiter in Richtung Spanien schickt. Doch was den meisten als hoffnungsvoller Ausgangspunkt für ein neues Leben gilt, erweist sich allzu oft als Endstation der Migrations-Träume. „Hotel Sahara“ ist die intime Momentaufnahme eines Provisoriums. Zwischen Ankunft und Abreise, zwischen Todesnachrichten und Hoffnungseuphorie, zwischen Zukunftsträumen und der enttäuschenden Gegenwart behaupten die Protagonisten eine faszinierende Kraft und Energie. Bettina Haasen porträtiert sie in atmosphärischen und eindringlichen Bildern, die ihre Wünsche und Ängste spürbar und unvergesslich machen.

Für den Tag danach, Mittwoch, den 13. um 20 Uhr müssen wir gleich noch mal auf eine Veranstaltung des Naxos-Kinos hinweisen, zumal es da um eines der Lieblingsthemen der FGZ, nämlich die fuckinghell PPP-Projekte geht. “WATER MAKES MONEY” findet um 20 Uhr im DEPOT 1899 am Karl Gerold-Platz in Sachsenhausen statt und beinhaltet einen 90-minütigen Dokumentarfilm von Leslie Franke Herdolor Lorenz plus Gespräch. Wasser ist neben der Luft, die wir atmen, das wichtigste Element für den Menschen und die Tier-

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Steuergelder in Danger- Der Mops macht Jagd auf Kinderschänder

Mopsgesicht

Auch der kleine Mops findet Kinderschänder doof

Stefanie zu Guttenberg, die Gattin unseres properen Sonnenscheinchens von Verteidigungsminister, zeichnet sich nicht nur durch Mopsgesichtigkeit im fortgeschrittenen Stadium, sondern auch durch soziales Engagement aus.

Ihr wichtigstes Engagement, wie sollte es auch anders sein, ist der Kampf gegen Kinderschänder.

Darum sie seit 2009 auch Präsidentin des Vereins „Innocence in Danger e.V.“, der als erfolgreiches Handelsunternehmen für Ablassbriefe an Unternehmen und vermögende Privatpersonen zur Zeit einen kometenhaften Aufstieg erlebt.

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Tötet die deutsche Sprache!

Tzeentch

Wohl kaum ein Thema ist so geeignet zur Querfrontbildung wie die deutsche Sprache. Wenn es um unsere Sprache geht, dann sind sich fast alle einig.

Die deutsche Sprache ist bedroht und muss gerettet werden.

Trotz aller sonstigen Differenzen liegen sie da auf einer Wellenlänge: Der linksalternative Birkenstockträger, der fanatische NPD-Parteigänger, das konservative Mitglied des Philologenverbandes, genauso wie eine ganze Reihe deutscher Pop-Künstler, die sich schon 2004 für eine deutsche Sprachquote im Radio aussprachen und damit eine teils sehr emotional geführte Diskussion auslösten.

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Gruss nach Berlin und München

Arbeiterstatuten

Da ein grosser Teil der Bevölkerung, besonders unter den Arbeitern und Dienstleuten kürzlich an der Pest starb, wollen viele von ihnen, jetzt wo sie die Not bei den Meistern und die grosse Knappheit an Dienstleuten sehen, nur noch zu übertriebenen Löhnen dienen, und manche wollen gar lieber in Müßiggang betteln gehen als ihr Leben durch Arbeit zu verdienen. Wir haben in Anbetracht der betrüblichen Missstände, die sich künftig aus dem Mangel besonders an Bauern und solchen Arbeitern ergeben nach Beratung und in Übereinkunft mit den Prälaten, Edelleuten und gelehrten Männern, angeordnet….

dass ein jeglicher gesunde und unter sechzig Jahre alte Untertan unseres Königsreiches, ob Mann oder Frau, welchen Standes er oder sie auch immer sei, frei oder abhängig, welcher nicht vom Handel lebt, ein Handwerk ausübt oder Güter besitzt, von denen er leben kann, oder Ländereien, die er bestellen kann, und welcher niemandem anderen dient, wenn von ihm ein seinem Stand entsprechender dienst verlangt wird, er von dem verpflichtet werden soll, der seinen Dienst verlangt. Und er soll nur die Vergütung in Naturalien, Nahrung oder Lohn nehmen können, die im zwanzigsten Jahr unserer Regentschaft in England oder in den fünf oder sechs vorausgehenden gewöhnlichen Jahren gebräuchlich waren. Es sei stets vorausgesetzt, dass die Herren jedem anderen von ihren Untertanen oder Grundholden derart vorgezogen werden sollen, dass jene in ihrem Dienst verbleiben: Dennoch aber sollen die besagten Herren sie nicht länger behalten, als sie sie nötig haben. Und wenn ein Mann oder eine Frau, die solchermaßen zum Dienst gebraucht werden, denselbigen nicht verrichten wollen und dies von zwei glaubwürdigen Zeugen vor dem Sheriff, dem Vogt, dem Herrn oder dem Stadtvorsteher bestätigt wird, so soll er von ihnen oder einem von ihnen unmittelbar ins nächste Gefängnis geführt werden, wo er streng bewacht werden soll, bis gewiss ist, dass er in der oben genannten Art zu dienen bereit ist;

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Soziale Bewegungen aus dem Internet

Im Zentrum des gegenwärtigen sozialen Wandels, den uns die Medien immer wieder präsentieren, wird eine „technische Revolution“ angesiedelt, die zu gänzlich neuen Erfahrungen und Verbindungen führen soll. Vor 20 Jahren wurde noch eine digitale Revolution deklamiert, die auf die Massenverbreitung von Computern setzte. Inzwischen wurde die revolutionäre Agenda weiter geschrieben und dem Internet oder Web die Fähigkeit für ausserordentliche soziale Umwälzungen zugemessen.

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Durch die Verbindung der vielen pfiffigen Geräte zusammen mit passenden „sozialen Programmen“ (ala Facebook oder Twitter) sollen gänzlich neue kollektive Kompetenzen und Verbesserungen des Lernens einzelner möglich werden. Web-Utopien vermuten gar ein breites Spektrum neuer demokratischer Potentiale. Sie reichen von Instant-Aktivierungen ala Flashmobs über demokratische Arbeitsorganisation im Stil der „Open Source Software“ Bewegung bis zu einer umfassenden Bürgerbeteiligung an öffentlicher Verwaltung und Planung via „Open Government“.

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Bemerkenswertes, Oktober-2

Politik
Uns Frankfurtern fehlt etwas der Durchblick für die feinen Netze der Ländle-Vitamin-B´s. Das gilt auch für die Einzelheiten der Verstrickung von Medien über wohlgefällige Artikelsequenzen zum Geschmäckle bei großen Deals.

Der Stern bietet uns etwas Hilfestellung in Fahrt auf schwäbischem Filz. Der Artikel zeigt ein übles Gebräu von Hauptakteuren und Nutznießern für Stuttgarts S21 rund um das “Weinberghäuschen”. Eine ähnliche Analyse wünschen wir uns für das Rhein-Main-Gebiet. Hier ist sicher auch einiges an Zusammenspiel zu entdecken.

Zur 20-jährigen Einheit am 3., meinte Präsident Wulf eine besonders gute Idee zu haben, in seiner “Wir”-Rede in Bremen wieder das schöne Werbe-Motto für unser Nationalgefühl und alle Agenda-Kunden aus der Mottenkiste holen zu müssen: “Du bist Deutschland” – jetzt sind wir´s (fast) alle.

Also. “Gott schütze Deutschland”: Es lebe der Aufschwung !

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Man glaubt es kaum: “IWF sieht noch Reformbedarf nach Finanzkrise”.

Genau, das ist exakt die internationale Institution, die von Globalisierungskritikern im operativen Kern der rendite-süchtigen Finanzmärkte situiert wird. Gerade sie fordert tatsächlich die politisch Verantwortlichen auf, neben dem Feiern zur Rettung der bestehenden Herrschaft über Investitionen und Renditen nicht zu vernachlässigen, Regulationen in eben diese Herrschaft einzubauen. Tja, wer ist denn da nun für was verantwortlich? Eine politische Feuerwehr oder findet man sie unter den Brandstiftern?

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Anspruchsvolle Medien-Integration im Web

Der Diskurs über Medien dreht sich gegenwärtig zumeist um Verlust: als Niedergang des gedruckten Buchs, des Fernsehens oder der Präsenz-Universität. All deren Leistungen sollen sich verschieben aufs Internet respektive Web. Viele Enthusiasten bejubeln den technologischen Umbau.

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Die aufmerksame Beobachterin registriert allerdings, dass sowohl das Buch, wie das Fernsehen und oft auch die Universität ganz eigene Rezipitionsstrukturen transportieren, die Leser, Fernsehende und Studierende mit mehr als einem “Content” konfrontieren. Inhalte werden hier besonders sortiert und (manchmal) in zusammengehörigen Komponenten repräsentiert.

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Weil´s gerade modern ist: Mein persönlicher Senf zur Integrationsdebatte

Zunächst einmal möchte ich anmerken, dass ich kein Integrationsexperte bin. Meine Meinung zu diesem Thema stellt also eine absolute Laienmeinung dar.

Da sich aber zur Zeit jeder berufen fühlt, seinen Senf dazu abzugeben, sehe ich auch keinen Grund mich in Zurückhaltung zu üben.

Im Gegensatz zu einem gewissen Vorstandsmitglied der Bundesbank bin ich allerdings so fair im Vorhinein auf diesen Umstand hinzuweisen.

Hier ist es also, mein Statement zur Integration:

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Auf Gewerbeschein

Auch schon mal „auf Gewerbeschein“ gearbeitet? Einige aus meinem Bekanntenkreis jedenfalls haben das getan, beziehungsweise tun das immer noch. Doch was bedeutet dieses „Arbeiten auf Gewerbeschein“? Letztendlich ist es ein Euphemismus für ausbeuterische und höchst prekäre Arbeitsverhältnisse im Rahmen einer Scheinselbständigkeit. Das funktioniert so: Ein Unternehmen möchte zwar gerne Leute beschäftigen, aber diese Leute dann [...]

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Die Frankfurter Pizza-Connection: “Verändere Deine Stadt! ” und die McKinseys

“Verändere deine Stadt!! Lasst uns Frankfurt zur Youth Changemaker City machen!”
Dieser Slogan durchzieht grade diverse, vornehmlich Anzeigenfinanzierte Stadtgazetten. Kingt gut klingonisch, oder? Denn wer möchte nicht “seine” Stadt verändern, auch wenn sie ihm gar nicht wirklich gehört. Und dieses “Lasst uns…. “: halb Demo, halb Kirchentag,
Okay, das imperiale Zwangs-Geduze, das von irgendwelchen Companies und Groß-Institutionen als Aufforderung an einen herandröhnt und von Plakatwänden, aus dem Planet-Radio und Zeitungsseiten an einen heran schleimt (“Du bist Deutschland”) erinnert vielleicht unangenehm an den Sozialkundelehrer verflossener Tage.
Aber, hey: DU WILLST ES DOCH AUCH, ODER? DIE STADT VERÄNDERN? Und eben dieses Ziel verfolgt nach eigenen Angaben die Jugendorganisation “Ashoka”. Und deshalb hat Ashoka in den vergangenen Wochen die Jugendorganisationen der Parteien und den StadtSchülerInnenRat (SSR) Franfurt zu einem ‘Youth City Changemaker’ – Event am 30. Oktober 2010 in Frankfurt eingeladen unter ebendiesem Motto: „Verändere deine Stadt! Lasst uns Frankfurt am Main zur Youth Changemaker City machen!“
Dabei, man muss es leider sagen, kam es zu einem Mißbrauchsfall: es wurde ein „Kompetenz-Team“ gebildet!

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Die Partei des geringeren Übels

In einem fernen Land gab es eine Partei, die nannte sich nur „Partei des geringeren Übels“ kurz PGÜ.

Und da die Bürger des Landes nicht an Utopien glaubten, wählten viele die PGÜ.

Nicht weil sie die Partei besonders mochten oder weil sie deren Programm gelesen hätten, auch nicht weil die PGÜ jemals auch nur eines ihrer Wahlversprechen gehalten hätte, sondern weil die PGÜ einfach nur nicht ganz so schlimm wie die andere große Partei, die „Partei des Übels“ (PDÜ), war.

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Blind Dates 3.10 – 9. 10

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Am Montag, den 4.10.2010 ruft die Initiative Frankfurt22, die vor 10 Jahren den Tunnelbahnhof Frankfurt 21 mit verhindert hat, zusammen mit dem Aktionsbündnis Unmenschliche Autobahn (AUA) zum zweiten Frankfurter Schwabenstreich auf. Mit Trillerpfeifen, Trommeln, Plakaten etc. gehen wir von der Konstabler Wache zum Frankfurter Hauptbahnhof. Motto: Solidarität mit dem Stuttgarter Kopfbahnhof und seinen mutigen Beschützern. Kein Stuttgart 21!

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In every dreamhome a heartache (Bad Vilbel Projekt 1)

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Haus Eins

Ein Bohrer. Ein Staubsauger. Eine Männerstimme, eine Frauenstimme.
M: “Kannst Du das nicht mal ausmachen, ich möchte Radio hören? ”
F: “Radio?”
M: “Ja.”
F: “Du kommst nach Hause und möchtest Radio hören?”
M:”Ja. Beim Bohren höre ich immer Radio.”
F: “Warum hast Du nicht Radio im Auto gehört?”
M:”Ich hab das Auto Ralf geliehen.”
F: “Ralf? Wieso denn Ralf?”
M: “Du weisst, dass wir seit drei Monaten seine Obstschale hier stehen haben. Er hat sie nie zurück verlangt.”
F:”Er hat sie hier vergessen, nach dem Essen. Was für eine Idee: Obst mitbringen. Und jetzt hat er unser Auto.Wie bist Du hergekommen?”
M: “Zu Fuß. ”

Ein Radio wird angestellt.

Sprecher: “Achtung Autofahrer auf der A 3 zwischen Winzenheim und Bornheimer Dreieck liegen Personenteile auf der Fahrbahn. Bitte umfahren Sie dieses Gebiet

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Digitale Kriege – Homeland

… Fortsetzung von “Digitale Kriege – Erstschlag

Sehen wir uns das Umfeld von Cyber-Wars an: hinter den genannten Institutionen der staatlichen Web-Krieger und der meist privaten Betreiber von Großanlagen verbergen sich weitere Instanzen großer Informationsmächte, die erhebliche technische und finanzielle Mittel aufwenden, bevor unsere kleinen Gadget-Regimenter für das allgemeine Publikum arbeiten können. Netzbetreiber und Provider, Technologie- und Kommunikationsanbieter, Finanz- und Service-Firmen, Kommunalbehörden und Finanzämter setzen Apparate und Software-Regimenter der einen oder anderen Art ein und können damit über Datenströme verfügen, die in unserem alltäglichen Leben wichtige Rollen spielen, jetzt schon und täglich mehr.Und wer die dazu nötigen Mittel hat kann sie engagieren.


Es lässt sich für die digitale Umwelt sogar konstatieren, dass wir in der Stadt und den Wohnungen, in der Arbeit und beim Einkauf, im Kontakt mit Freunden wie Bekannten auf diese Hilfsmittel und ihre vielfältige Vernetzung laufend angewiesen sind. Ihre Infrastruktur und Verhalten wird allerdings pausenlos reguliert, durch viele Betreiber und Anbieter am Leben erhalten .

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