Frankfurter Gemeine Zeitung

Anspruchsvolle Medien-Integration im Web

Der Diskurs über Medien dreht sich gegenwärtig zumeist um Verlust: als Niedergang des gedruckten Buchs, des Fernsehens oder der Präsenz-Universität. All deren Leistungen sollen sich verschieben aufs Internet respektive Web. Viele Enthusiasten bejubeln den technologischen Umbau.

Die aufmerksame Beobachterin registriert allerdings, dass sowohl das Buch, wie das Fernsehen und oft auch die Universität ganz eigene Rezeptionsstrukturen transportieren, die Leser, Fernsehende und Studierende mit mehr als einem “Content” konfrontieren. Inhalte werden hier besonders sortiert und (manchmal) in zusammengehörigen Komponenten repräsentiert.

Das Web insgesamt leistet das nicht, es führt in seiner Breite oft entweder zur Orientierungslosigkeit bei (tausende von Meldungen, Portalen, Wissensnetzen etc) oder zur Belanglosigkeit (etwa mit inzwischen oft mockierten Geplapper bei Facebook).

Es gibt jedoch einzelne Portale oder Blogs, die für ein “altes” Medium im Web eine Ressource  bereitstellt, die Vorteile alter Medien mt dem Internet in einem wirklich orientierungssensiblen Rahmen bündeln.

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Auf 2 anspruchsvolle Medien-Kompilationen möchte ich hinweisen:

Das Web-Fernsehen von Alexander Kluge, dem Regisseur, Literaten und Gesellschaftsforscher. Seinem Kanal dctp.tv bietet Sets von Videos, die jeweils Kollagen von Filmen unterschiedlicher Länge und Aspekt zu einem Thema bilden. Man findet es nebe dem Livestream in einem “Themenpark” von 36 verschiedenen Themata, die jeweils aus einem Dutzend Videos bestehen können. Ich empfehle das Thema “Der blinde Fleck im Auge der Banken”, ein anregender Durchgang durch die Momente der atuellen Wirtschaftskrise und ihre Perspektiven.

Ein viel kleineres Projekt nennt sich “Audioarchiv kritischer Theorie & Praxis“. In dem rchiv finden wir Vorträge rund um “kritische Gesellschaftstheorie”, neue Diagnosen, Einführungen ode Interpretationen. Thematisch empfieht es sich, nach der Tagwolke Interessierendes auszuwählen. Einen ersten Eindruck vermittelt das Archiv nach zeitlich Abfolge der Archivierung.

2 Beispiele möchte ich empfehlen:

Beschleunigung & Entfremdung als Schlüsselbegriffe einer neuen Sozialkritik ( ein Vortrag von Hartmut Rosa)

»Blumen am Rande des Existenzminimums« – Walter Benjamin zum 70. Todestag (Ein Essay im Deutschlandfunk)


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