Frankfurter Gemeine Zeitung

Steuergelder in Danger- Der Mops macht Jagd auf Kinderschänder

Mopsgesicht

Auch der kleine Mops findet Kinderschänder doof

Stefanie zu Guttenberg, die Gattin unseres properen Sonnenscheinchens von Verteidigungsminister, zeichnet sich nicht nur durch Mopsgesichtigkeit im fortgeschrittenen Stadium, sondern auch durch soziales Engagement aus.

Ihr wichtigstes Engagement, wie sollte es auch anders sein, ist der Kampf gegen Kinderschänder.

Darum ist sie seit 2009 auch Präsidentin des Vereins „Innocence in Danger e.V.“, der als erfolgreiches Handelsunternehmen für Ablassbriefe an Unternehmen und vermögende Privatpersonen zur Zeit einen kometenhaften Aufstieg erlebt.

Gesponsert wird das Ganze unter anderem vom Lotteriebetreiber „Aktion Mensch“, der „Auerbach Stiftung“, „Motorola“, „IBM“ und der Autovermietung „Sixt“.

Vermögende Spender sind dort gerne gesehen. Wer den Verein und die von ihm veranstaltete „Kunstwoche für traumatisierte Kinder“ unterstützen will, der kann (so O-Ton der Seite) „ein Haus, ein Schloss oder Teile eines Hotels mit mindestens 10 Zimmern für eine Woche zur Verfügung stellen“.

Kann man wahrscheinlich super von der Steuer absetzen. Vielleicht sollte sich der Verein auch einfach besser in “Steuergelder in Danger e.V.” umbenennen.

Naja… ich hätte da ein Plätzchen in meinem heimischen Keller anzubieten. Der hat zwar nicht 10 Zimmer aber ein massives Schloss ist vorhanden.

Und „Innocence in Danger“ tut auch wirklich eine ganze Menge, um Kinder vor dem angeblich zunehmenden Missbrauch, insbesondere mit Hilfe moderner Medien, zu schützen.

Darum bietet der Verein auf seiner Homepage auch einen Vordruck für ein Internetabkommen an, dass Eltern ihren Kindern (kein Witz!) zur Unterschrift vorlegen sollen.

Die Vorstellung, dass Eltern mit ihren Kindern künftig schriftliche Verträge über ihr persönliches Verhalten abfassen sollen, spricht Bände über den state-of-mind einer Frau von zu und hinter Guttenberg.

Insgesamt liest sich das  Impressum des Vereins wie ein einziger Adelsclub:

Präsidentin: Stefanie zu Guttenberg

Vizepräsidentin: Dorothea von Eberhardt

Mitglieder unter anderem: Dr. Sylvester von Bismarck, Soscha zu Eulenburg, Christian von Hardenberg, Alexander von Kalkreuth

Irgendwie auch ein trauriger Haufen.

Eines zum Lachen gibt es aber doch:

Die Pressesprecherin heißt Christine Bücken.


Tötet die deutsche Sprache!

 Tzeentch

 

 

Wohl kaum ein Thema ist so geeignet zur Querfrontbildung wie die deutsche Sprache. Wenn es um unsere Sprache geht, dann sind sich fast alle einig.

Die deutsche Sprache ist bedroht und muss gerettet werden.

 

Trotz aller sonstigen Differenzen liegen sie da auf einer Wellenlänge: Der linksalternative Birkenstockträger, der fanatische NPD-Parteigänger, das konservative Mitglied des Philologenverbandes, genauso wie eine ganze Reihe deutscher Pop-Künstler, die sich schon 2004 für eine deutsche Sprachquote im Radio aussprachen und damit eine teils sehr emotional geführte Diskussion auslösten.

Schließlich droht uns ja der Untergang durch den amerikanischen Kulturimperialismus und die Ausbreitung des Islam gleichermaßen und mit ihnen Sittenverfall, Kinderpornographie, Kopftuchzwang und letztlich die flächendeckende Einführung der Scharia und der radikalliberalen Marktwirtschaft.

Die beiden Letztgenannten schließen sich übrigens nicht gegenseitig aus, wie man unschwer in den Vereinigten Arabischen Emiraten erkennen kann.

Am Ende werden wir von den Chinesen versklavt.

 

Deshalb sind nun zahlreiche unerschrockene Recken angetreten um unsere Sprache und damit gleichermaßen den Sozialstaat und das christliche Abendland zu retten.

Allen voran natürlich „Die Zeit“, die „Rettet die deutsche Sprache” unlängst auf Ihr Titelblatt druckte.

Auch der Verein Deutsche Sprache ist sehr aktiv und will die deutsche Sprache sogar im Grundgesetz festschreiben.

Außerdem würden sie gerne das Handy zum Mobiltelefon umbenennen und sind der Auffassung, dass „Rechnerbetriebsmittelverwaltung“ viel weniger sperrig klingt als „Computer Ressources Management“.

 

Wobei es wohl kaum ein urdeutscheres Wort geben könnte, als das Wort „Handy“. Wer das nicht glaubt, der soll mal in ein Londoner Geschäft gehen, das cell-phones verkauft und dort nach einem Nokia-Handy (übersetzt Nokia-Praktisch) fragen.

Er wird mit Sicherheit den einen oder anderen mitleidigen Blick ernten.

Genauso ist es mit vielen Anglizismen und pseudo-englischen Werbesprüchen, die mit der eigentlichen hochenglischen Sprache kaum noch etwas gemein haben und eigene deutsche Schöpfungen sind, was eigentlich für einen internationalistischen und unverkrampften Umgang der Deutschen mit Sprache im Allgemeinen spricht.

 

Den „Rettern der deutschen Sprache“ aber ist genau dieser unverkrampfte Umgang ein Dorn im Auge. Schließlich verlangt die Sprache Goethes und Schillers ja, mit heiligem Ernst gesprochen zu werden.

 

Als leuchtendes Beispiel wird dann gerne Frankreich präsentiert, das die französische Sprache per Dekret schützt, was natürlich zur Folge hat, dass man keinen französischen Radiosender anschalten kann, ohne vom entsetzlichen Gejaule verstaubter Chansons gequält zu werden.

Naja… davon sind wir auch nicht mehr weit entfernt.

Unsere Radiostationen gleichen immer mehr einer Endlagerstätte für Deutschlands hochtoxischen musikalischen Sondermüll von den Sportfreunden Stiller über Fettes Brot bis hin zu Unheilig.

 

Neulich fand auch eine Veranstaltung mit Stefan Raab statt, die auf den progressiv-denglischen Namen „Bundesvision Songcontest“ hörte, in deren Verlauf man aber derart gotterbärmlich zugedeutscht wurde, dass man sich wünschte, Bomber Harris würde das Grauen endlich mit Hilfe der Royal Air Force (kurz: RAF) beenden.

Denn englischsprachige Texte haben gegenüber deutschsprachigen einen gewaltigen Vorteil: Man kann die beschissenen Texte leichter ausblenden.

 

Die Vorstellung, unsere Jugend würde nur englischsprachige Musik hören, ist jedenfalls ziemlich obsolet.

 

Im Übrigen befindet sich Sprache immer im Wandel der Zeit. Oder würde heute noch irgendein Normalbürger folgende Passage aus dem Hildebrandslied in althochdeutscher Sprache verstehen?

Ik gihorta dat seggen,
dat sih urhettun ænon muotin,
Hiltibrant enti Hadubrant untar heriun tuem.
sunufatarungo iro saro rihtun.
garutun se iro gudhamun, gurtun sih iro suert ana,
helidos, ubar hringa, do sie to dero hiltiu ritun.

Und warum bitteschön soll die Verwendung von Aglizismen Zeichen eines Verfalls der Sprache sein, während es beim Bildungsbürgertum geradezu üblich ist, mit lateinischen, altgriechischen und französischen Lehnswörtern um sich zu schmeißen?

Ach ich vergaß… der „amerikanische Kulturimperialismus“…

Dabei würde sich Deutsch doch eigentlich super als tote Sprache eignen. Es hat eine sperrige Grammatik, mit der man Schüler schikanieren kann und eine unglaubliche literarische Viefalt.

Wenn Deutsch nur endlich eine tote Sprache wäre, dann wäre es in seiner Schönheit auf ewig konserviert, wie ein bunter Schmetterling auf einer Nadel in einem Schaukasten.

Und ist es nicht genau das, was die Verteidiger der deutschen Sprache wollen?

 

Dann wäre es endlich so, wie heute mit den anderen toten Sprachen.

Es gibt den Homer auch in der deutschen Übersetzung, aber wer den Olymp der humanistischen Bildung erklimmen will, liest ihn im altgriechischen Original.

So könnte man es doch auch mit Goethe und Schiller machen, die in der englischen Übersetzung bestimmt ebenso gut funktionieren, wie Homer in der deutschen.

Und wer den Text noch im Original lesen kann, den müsste man zu dem obersten Prozent der Hochgebildeten rechnen.

Deutsch wäre endlich, genau wie Latein und Altgriechisch die Sprache der besseren, der feineren Leute.

Es wäre wieder die Sprache der Dichter und Denker.

 

Deshalb: Lasst uns die deutsche Sprache töten!

 

Und wenn nicht um ihrer selbst willen, dann just 4 tha lulz, um die Verteidiger der deutschen Sprache ordentlich zu trollen.

 

Im Abschluss bleibt natürlich zu sagen, dass jede nationale Sprache überwunden werden muss und Weltfrieden erst dann verwirklicht wird, wenn die Menschen die selbe Sprache sprechen.

 

Wie viele haben schon versucht, eine solche Sprache am Reißbrett zu entwerfen? Doch wozu braucht man Esperanto oder Volapük?

Englisch ist das neue, das wahre Esperanto!

 

Und da auch das Englische nicht in Reinkultur überleben wird, sondern durch die Globalisierung der Sprache ebenfalls Veränderungen ausgesetzt ist, entsteht ein Welt-Pidgin, welches keine Regeln kennt, als Anpassungsfähigkeit und ständigen Wandel.

 

Hoffentlich! Ich freue mich drauf!

 

 

 


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