Frankfurter Gemeine Zeitung

Bemerkenswertes – Erste Novemberwoche

Tja, was war das für eine Begeisterung vor 2 Jahren: die Lichtgestalt Obama, die emanzipatorische  Personifizierung des “yes we can”. Nach den Jahren des amerikanischen “Darth Vader” Bush junior sah man über vieles hinweg, blickte an der Partei, ja an Washington und Wall Street vorbei. Als würde eine Person oder ein kleiner Trupp ein großes Macht-Gefüge aus den Angeln heben können, wie einst Luke Skywalker.

War nix, die Rechte kann auch in “Bürgerbewegungen”, sprich “Tea Parties”. Die Linke hat das Interesse am dünnbrüstigen Sozialdemokraten und seinen Invesmentfreunden verloren, die Presse tat ihren Anteil dazu. Also: Runter ging es bei den Wahlen, ein paar republikanische Casting-Show Teilnehmer haben sie gewonnen.

Lehren hat´s gerade für die Linke: Person und Partei sind nur mehr oder wenig effektive Komponenten im politischen Geschehen: es muß woanders wuseln und Symbole wie Effekte auf fruchtbaren Boden fallen. Deshalb sind wiederholte taktische Zugeständnisse und Einwilligungen, die Gewusel wie Boden verhärten besser zu vermeiden.

Die neue Bürgerlichkeit mi all ihren weiteren Beglückungen hat ja Guttenberg, den Polit-Baron.

Um von der großen Welt ganz ins Lokale zu kommen, möchten wir ein Geschehnis in Leipzig vermerken, das kaum Eingang in den großen Medien fand: in der Nacht zum 24. Oktober, wurde Kamal K. ermordet. Zwei Nazis haben den 19-Jährigen vor dem Hauptbahnhof mit einem Messer angegriffen und mehrfach auf ihn eingestochen. Kamal erlag kurze Zeit später im Krankenhaus seinen schweren Verletzungen. Er ist nunmehr der sechste Mensch, der allein in Leipzig seit 1990 durch nazistisch und rassistisch motivierte Gewalt ums Leben gekommen ist. Eignartigerweise wird davor keine Angst suggeriert, sondern vor islamischen Paketeträgern.

Das Rheinmain-Gebiet kann feiern: die Deutsche Börse AG, ein echter Erfolgsladen, der mit dem DAX Geschäfte betreibt ist (teil-)umgezogen und hat ein neues Domizil eröffnet. Von Frankfurt ins schön-verträumte Taunus-Städtchen Eschborn. Und noch mehr freut uns: die Deutsche Börse AG spart damit 60 Millionen ! Die hat Frankfurt jetzt nicht mehr, und Eschborn sowieso nicht, weil: die wollen gar keine so blöde Steuer. Verdi findet das auchg blöd, denn gleichzeitig wurde Stellenabbau angekündigt. Na, wenn einer weiss wie der Laden läuft, dann die Deutsche Börse AG, sie vertickert die Erfolgreichen im DAX doch täglich, sie sitzt wirklich am Puls des Geschehens.

In Eschborn treffen die DeuBö Mitarbeiter auf die DeuBa Mitarbeiter in der Nachbarstrasse: die kennen das Es-geht-wieder-ein-bißchen-runter-Spiel nämlich seit Jahren. Immer wenn ihr Ackermann neue Rekordgewinne verkündet, gibt´s  wieder ein paar Kürzungen mehr in der Alfred-Herrhausen-Allee.


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