Frankfurter Gemeine Zeitung

Bemerkenswertes – Zweite Novemberwoche

Wer glaubts denn: vor kurzem höhnten Europas Medien noch über die phlegmatischen Briten, die sich der Krisen ergeben,um den Stars der City of London bald wieder beim Chappagner-Schlürfen zusehen zu können – ganz so wie die Frankfurter auf der Fressgaß.

Ganz anders als als die rebellierenden Franzosen, die massenhaft ihren Bossen gleich mal das Benzin für ihre Offroader sperren.

Hat sich was, denn im Krisengefolge werden die Uni-Gebühren bis auf 1000 Euro erhäht, und zwar im Monat! Da stürmt die Studentenschar man doch mal schnell das Gebäude der Regierungspartei, na so was. Wer sich die Stimmung dabei ansehen möchte, kann das in einem Video beim Guardian: hier.

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Zu den allgegenwärtigen Atom-Gorleben-Castor Geschehnissen gibt es nicht so richtig viel zu sagen, ausser dass es sich die Woche danach hauptsächlich um “Gewalt” dreht. Eine Wiederholung alter Diskussionen: “Ist passiver Widerstand Gewalt”, monate-, jahrelange Themen bei Blockden des “Nachrüstungsbeschlusses” in den 80er Jahren in Deutschland.

Hat sich seitdem nicht viel getan, ausser, dass die Gesetzgebung betreffend staatliche laufend (gewaltlos) verschärft wurde. Und sich die Zahl der Orte, an denen man sich ohne Drohung mit Ausübung von (rechtmäßiger) Gewalt bei Fehlverhalten aufhalten kann immer wieder reduziert (wenn mehr interessiert: Berichte Privatisierung Oeffentlicher Raeume). Die Überwachung privatisierter öffentlicher Orte betreiben zwar oft Privatleute, Angestellte von Firmen, sie haben nichtsdestotrotz das Recht Gewalt auszuüben – bei Eigentumsverstössen. So ist das mit der Forderung nach Gewaltlosigkeit, die in der zweiten Woche wieder durch die ganze Republik hallte.

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Schön war der Auftritt von Grünen aus dem Nordend bei einer Veranstaltung mit dem Urbanisten Andrej Holm zur Gentrifizierung: was solle denn der Widerstand gegen solche Prozesse, da ist doch schon alles passiert und im Nordend gibts doch gar keine Baulücken mehr. Der anwesende Fraktionsvorsitzende der Linken aus dem Römer konnte da nur konstatieren, dass solche Auforderungen die Kapitulation vor gerade stattfindenden zementieren wollen. Was übrigens zu den Statements der Grünen im Römer passe, wo sich sich nicht erst seit gestern (sondern seit Tom Königs) als eifrige Impulsgeber der freien Märkte präsentieren.

Ob die geforderten bis zu 18 Euro Kaltmiete für neue Projekte im Nordend die Bedürfnisse der grünen Klientel tatsächlich ausdrücken sollte ein Thema bleiben.

Siehe dazu auch: Impressionen – eine Nachlese


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