Frankfurter Gemeine Zeitung

Der “Abendländer” W.- Ein kurzes Psychogramm

Der Herr W. war ein spendabeler Mensch und obendrein, wie es sich für einen guten Bürger gehört, Mitglied einer der größeren christlichen Amtskirchen.

Für die Armen hatte er nicht nur ein Ohr, sondern auch hin und wieder einen Groschen.

Wie ein besserer Mensch fühlte er sich immer, wenn er einem Obdachlosen gab und nach herkömmlichem Maßstab war er mit Sicherheit auch ein guter Mensch.

Denn der Herr W. machte sich Gedanken um seine Mitmenschen. Seine Interpretation christlicher Nächstenliebe besagte nämlich, dass man für seinen Nächsten immer das tun müsse, was für diesen am Besten sei.

Dank seiner ordentlichen Erziehung und seiner Werteorientierung wusste der Herr W. natürlich auch, was das Beste für seine Mitmenschen war.

So wählte er mit Bedacht, welchem Bedürftigen er spendete und welchem nicht.

Für den Clochard an der Ecke hatte er ein Herz. Denn ist so ein Clochard nicht irgendwie ein kleines Stück französischer Lebensart in unseren deutschen Großstädten?

Außerdem taten ihm diese alten Gesellen irgendwie Leid, denn die würden ja, selbst wenn sie es versuchten, keinen ehrlichen Job mehr bekommen.

Bettelnde Jugendliche hingegen bekamen von ihm grundsätzlich nichts. Die wollte er nicht noch ermutigen, schließlich könnten die ja auch arbeiten gehen.

Außerdem mochte der Herr W. keine aufdringlichen Bettler, denn er war insgeheim der Auffassung, dass jemand der um Almosen bittet, dies wenigstens unterwürfig und auf Knien zu tun hatte anstatt ihn am Arm zu zerren und Geld einzufordern.

Ein Bittsteller hatte sich schließlich auch wie ein solcher zu verhalten.

Wenn er aber einen für gut befundenen Obdachlosen beschenkte, dann sparte der Herr W. nicht mit gutem Rat und wies mit erhobenem Zeigefinger darauf hin, dass dieses Geld für Essen und nicht für Alkohol bestimmt sei.

Bettelnde Roma empfand der Herr W. als äußerst lästiges Ärgernis. Er hatte natürlich keine rassistischen Vorurteile gegen sie, aber irgendeinem „Zigeunerbaron seine Goldzähne finanzieren“, das wollte er nicht.

Schließlich schicken die Roma ihre Frauen und Kinder betteln und am Ende streicht der Familienpatriarch das Geld ein- darüber war sich der Herr W. sehr sicher, obwohl er selbst eigentlich keine Roma persönlich kannte.

Moslems kannte der Herr W. auch nicht persönlich, aber er war gegen Kopftücher. Nicht weil er etwas gegen die Religionsfreiheit gehabt hätte, aber er hatte sich sagen lassen, dass diese Kopftücher eine Unterdrückung der Frau seien und irgendwie leuchtete dem Herrn W. das ein.

Dem Herrn W. war natürlich klar, dass sein Christentum ebenfalls lange gebraucht hatte, um die Rechte der Frauen auch nur rudimentär anzuerkennen, aber er war überzeugt, dass der Islam diesen zivilisatorischen Schritt erst noch zu tun habe.

Das Wort „Moslem“ vermied der Herr W. aus einem unbestimmten Gefühl heraus und sprach lieber von „Muslimen“.

Natürlich hatte er auch irgendwie das allergrößte Verständnis für Muslime und glaubte, dass diese schon auf den richtigen Weg kommen würden, wenn man sie nur ein Bisschen führe, selbstverständlich nicht mit kriegerischen Mitteln, sondern mit den Mitteln der Vernunft.

Schließlich, so glaubte der Herr W., sei die Vernunft jedem mündigen Menschen gegeben und wer die Fähigkeit besaß, auf Basis der Vernunft die richtigen Schlüsse zu ziehen, der werde schon seine Meinung annehmen.

So hatte der Herr W. natürlich auch vernünftige Argumente für jeden Aspekt seines Glaubens, auch für die Nächstenliebe.

Eigentlich ist der Herr W. nun mit diesen Worten hinreichend charakterisiert, doch eines gibt es da noch, das ich zu sagen vergaß…

Der Herr W. war ein ARSCHLOCH!!!


5 Kommentare zu “Der “Abendländer” W.- Ein kurzes Psychogramm”

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