Frankfurter Gemeine Zeitung

Medien-Kompass – Dritte Novemberwoche

Nun ist er gescheitert, der “Yes we can”-Held Obama, die Republikaner gewannen die Zwischenwahlen, viele ehemalige Anhänger Obamas blieben enttäuscht zu Hause. Hinter Obamas Gesicht taucht Bush auf.

bush-obama

Viele sind verblüfft über den Umfang der Enttäuschung mit dem Medien-Star, dem schwachen Impuls nach dem Wechsel, wenden sich hier aber den Grünen zu. Erstaunlich, denn das Theater nach dem Rot-Grünen Wechsel war das gleiche wie jetzt bei Obama: zu einer Regierung die Krieg führt, Unternehmenssteuern runterfährt und Sozialleistungen kürzt – um nur ein paar Beispiele zu nennen.

Zur Zeit sind sie im Medientheater oben auf, bis zu 23 Prozent steht man ihnen zu. Stockkonservativ wie in Frankfurt kommen sie rüber, als Vorreiter für neoliberale Politik, wie im Kommunalbereich hier bekannt. Deshalb sei gemahnt: wer würde sich über solche tollen Sieger im Nachhinein wundern ?

-

Zu schön, wie uns alle der BDI-Präsident Keitel für dumm verkaufen will: im Spitzeninterview des Deutschlandsfunks konstatiert er, “Es wird an keiner Stelle hier in diesem Land möglich sein, einfach so weiter zu leben wie seither“. Besonders unterstreicht der BDI-Präsident , dass jeder für erforderliche Großprojekte in irgendeiner Form Opfer bringen muss.

OPFER, davon redet tatsächlich der deutsche Unternehmer-Boß im Namen auch all derer, die sich nach ihrer aktiven Beteiligung und besonderen Verteidigung der “Finanzkrise” und der Folgekrisen, die uns seit Jahren beschäftigen. In Frankfurt ist uns das Managment in den Glaspalästen besonders präsent. Keitel entblödet sich also nicht, “Opfer” im Namen genau derer zu fordern, die jetzt selbst um Millionenabfindungen für ihre Tätigkeit des Milliardenversenkens vor Gericht streiten, die bei “Opfer” nur über naives Gutmenschentum lachen.

Die Betroffenen dagegen sollen jetzt Opfer bringen, damit die Leithammel der Verursacher ruhiger und meist weit abseits abkassieren können, und zwar ordentlich.

-

Ganz kurz war die Meldungs-Sequenz nur, bis uns der umfassende Terror aus dem bösen Osten/Süden/Muslim-Land glatt überfuhr: “Ein-Euro-Jobs” werden gerügt, und zwar von den staatlichen Meisterechnern aus dem Rechnungshof: sie diagnostizieren, dass keine neuen Jobs durch das HartzIV-Korsett geschaffen werden, sie wirken nur als Billigersatz für echte Stellen. Schweigen darüber von den gewohnten Lauttönern aus SPD und Grünen, der “Opposition”, die genau diese Jobs einführte.

-

Abseits der Aufreger über Zusammensetzung und gewaltige Proteste von Stuttgarter Initiativen macht eine Medienpersonalie im Stuttgarter Raum deutlich, warum die Claim-Verteilung der politischen Klasse zu erheblichem Unwillen führen kann. Wir kennen das Schema der Übernahme “öffentlichen Rundfunks” aus Hessen, wo gesegnet Roland Koch schon kurz nach seiner Machtübernahme vor Jahren aus dem ehemaligen “Rotfunk” einen platten Blah-Blah-Sender macht, der sich am besten um Vettel kümmern kann.

Der SWR bekommt eine neue Intendantin. Wichtigste Qualifikation der 39-Jährigen Christine Strobl: Tochter eines gewissen Schäuble, ja, der CDU-Finanzminister und Ehefrau des baden-württembergischen Generalsekretärs und Bundestagsabgeordneten Thomas Strobl (ebenfalls CDU). Durch einen CDU-Mann beim SWR wurde sie als Praktikantin im Schnellverfahren zur Referetin gekürt, jetzt zur Intendantin.

Wer möchte sich da noch für die Öffentlichen stark machen, bei permanenter Weiterverblödung ihres Programms. Scheinen irgendwann nur noch freie Medien wie die FGZ den Kern eines kritisch-öffentlichen Projekts auszumachen.

-

Geert Lovink im Gespräch im Deutschlandfunk. Geert Lovink gehört zu den prominentesten Internettheoretikern. Er leitet das 2004 von ihm mit begründete “Institute of Network Cultures” an der Universität von Amsterdam. Über die Bedeutung der neuen Entwicklung bei Facebook für die Netz- und Kommunikationskultur sprach Geert Lovink mit Karin Fischer.

Zwei Ereignisse haben die Web-Debatte in dieser Woche befeuert. Google Street View ist in Deutschland gestartet und auf großes Interesse der Netzbesucher gestoßen; und das soziale Netzwerk “Facebook” hat angekündigt, künftig auch elektronische Post – SMS, Chat oder E-mail – auf der eigenen Plattform zu ermöglichen.

Beides wirft neue Fragen auf. Denn den Internetriesen Google, Apple, Facebook & Co geht es um Aufmerksamkeitswerte und damit um Werbekunden. Zum anderen vollzieht sich die technische Entwicklung schneller als die kulturwissenschaftliche oder philosophische Begleitung des Prozesses.

Den empfehlenswerten Podcast gibts HIER zu hören.


5 Kommentare zu “Medien-Kompass – Dritte Novemberwoche”

  1. Esthernabm

    Cmnbvx yxkwvc canadian online pharmacy cvs pharmacy

  2. Esthernab

    Fvrrif ppcxmb pharmacy online canadian online pharmacy

  3. Esthernab

    Gohnut hndovx canada pharmacy canadian pharmacy

  4. Esthernab

    Nqharf zgzsji canadian pharmacy review canada online pharmacy

  5. tadalafil 5mg

    Ncwbzm zdslkz order clomid buy clomid online

Einen Kommentar schreiben

Comment moderation is enabled. Your comment may take some time to appear.

 

Powered by WordPress • Theme by: BlogPimp/Appelt Mediendesign und tech-a • Beiträge (RSS) und Kommentare (RSS) • Lizenz: Creative Commons BY-NC-SA.