Frankfurter Gemeine Zeitung

Der Spiegel mal wieder

spiegel2

Ich kann es einfach nicht lassen. Selbst am Heiligabend muss ich noch diskutieren. Diesmal waren meine armen Eltern die Opfer.

Doch wenn ich Sätze höre, wie „der Spiegel berichtet doch sehr neutral und differenziert über den Islam“ kann ich es mir einfach nicht verkneifen.
Leider gehören meine Eltern zur, nicht gerade kleinen Gemeinde von Gläubigen, die die Ergüsse dieses Hetzmagazins für bare Münze nehmen.

Der Kabarettist Hagen Rether hat sich schon 2007 dazu geäußert und seitdem hat sich an der Berichterstattung des Spiegel nicht im Mindesten geändert.

Passend dazu fiel mir die Spiegel-Ausgabe Nr 51/20.12.2010 in die Hände mit dem Titel „Mythos Mekka- Die Schicksals-Stadt des Islam“.
Dort heißt es unter anderem auf Seite 90 „Hier [in Mekka] wird sich erweisen, ob diese Religion und die Kultur, die sie hervorgebracht hat, sich wieder einklinkt in die Weltgeschichte…“.

Mit anderen Worten: Es wird so getan, als ob die sogenannte „westliche Welt“ oder gar das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ die Deutungshoheit darüber hätte, wer Teil der Weltgeschichte ist und wer sich aus dieser „ausgeklinkt“ habe.
Vor so viel Snobismus und Eurozentrismus bleibt mir nur fassungsloses Staunen.

Leider scheint in unserer Gesellschaft immer mehr die Fähigkeit verloren zu gehen, zwischen den Zeilen zu lesen und offenkundige Manipulation als solche zu entlarven, was eine wesentlich ernstere Bedrohung für Freiheit und Demokratie ist, als jeder Terrorist jemals sein könnte.

Zum Glück sieht der Spiegel ja auch noch Hoffnung für unsere „verkorksten“ muslimischen Mitbürger:
Den sogenannten „modernen Muslim“.
Auf Seite 94 gibt es diesen Archetypus dann auch auf Fotos zu bewundern, in Gestalt zweier Beduinen in traditioneller Gewandung mit Ikea-Tüten in der Hand und eine Schlange von Muslimen vor dem KentuckyFriedChicken.

Selten war es durchsichtiger, worum es den selbsternannten „Verteidigern der Freiheit“ eigentlich geht.


Schambach ist liquidiert!

schmbach Harals Schroeder

“Haben Sie schon gehört? Schambach hat liquidiert!” In der Fahrgasse, an einer Ecke der Konstabler Wache war bis zum 18. November 2010 ein Geschäft zu finden, dass hier nicht mehr hingehört, nicht an diesen Ort, nicht in diese Zeit: Schambach, “Fachgeschäft für Berufskleidung”. Die Schaufenster leer, der Laden geräumt. Schambach existierte dort seit den 1950er Jahren, aufgebaut von Hans Schambach, und über die Jahrzehnte bis 2009 weitergeführt von seiner Tochter Johanna Emilie, generationsüblich genannt: “Hannelore”. Bei Hannelores Tod 2009 stellte sich heraus, dass der Laden schon seit Jahren rote Zahlen schrieb, die von ihr aber stets in aller Stille ausgeglichen wurden. So legt der letzte Geschäftsführer Wert auf die Feststellung, dass der Laden nicht in die Insolvenz gegangen sei, sondern vielmehr “liquidiert” wurde: “Alle ausstehenden Posten werden bezahlt.” Liquidation heißt: jeder bleibt bis zuletzt auf seinem Posten, auch die Außenstände! Die Liquidation als Form des Betriebs-Endes wird nach meinem Eindruck seit den Tagen des schwermütigen Thomas Buddenbrook eher vernachlässigt. Die Ruinierten bevorzugen heute die krachende Insolvenz und folgen dem Ruf: “Rette sich wer kann!”  Demgegenüber atmet die Liquidation den Geist von “schmerzlicher Verantwortung”, Konsequenz etc. Insolvenz und Liquidation im Geschäftsleben verhalten sich ähnlkich zueinander wie Mord und Liquidation im Politthriller. Im Fall eines Familienunternehmens wie Schambach ist die Schwermut in den Akt der Liquidation mit eingeschrieben. Hier scheint der  Traum einer ganzen Generationenfolge unaufhaltsam und unwiderruflich zu Ende. Indirekt deutete sich das schon darin an, dass Johanna Emilie Schambach den Laden einem Hospiz vermachte. Diese Wahl zur Neubelebung des Geschäftes wirkt eher unoptimistisch.

In dem Buch “Zeitkonserve” wurde Schambach noch kurz vor Toresschluß ein Denkmal gesetzt. Die Mitarbeiterinnen, im Einzelfall seit 5o Jahren im Betrieb (!), erinnern sich darin wehmütig , wie Heinz Schenk hier Kochmützen für den Blauen Bock kaufte und Iwan Rebroff das, was ein Berliner Russendarsteller als Berufskleidung braucht: Herrenunterwäsche. Die örtliche Presse berichtete zum Schliessungstermin mit gebührend lokalpatriotisch gefärbter Trauer. “Klempner, Bauarbeiter, Schornsteinfeger-sie werden Schambach vermissen”, seufzte die Rundschau und die FNP titelte: “Tristess statt Tradition“. In Wahrheit reichte im Schambach die Tristesse der Traditon stets brüderlich die Hand. Das fahle Deckenlicht, der mit Holzfurnier-Regalen, Karteikästenartigen Schubladentürmen und Schau-Kästen aus den 50ern vollgestopfte Verkaufsraum erzeugte das Bild einer Schmetterlingsammlung aus DDR-Tagen- nur ohne Schmetterlinge. Stattdessen drängten sich darin Hemden, Blusen, Blaumänner in unterschiedlichen Stärkungsgraden.

Foto: Schambach.de

Foto: Schambach.de

Die “Ware”, die, jawohl, hier noch als solche bezeichnet werden durfte, statt es einfach nur zu sein, legte das bejahrte Verkaufspersonal strengen Blickes und nur auf ausdrücklichen Wunsch vor, auf dass sie nicht unnütz befingert werde. Schließlich sind Zimmermannshosen, Servier- und Kittelschürzen von Hause aus empfindliche Güter und Arbeitskleidung trägt man nicht zum Spaß! Hier wirkte noch ein wenig der alte Geist des Einzelhandels weiter, der den Hereinkommenden vor allem minderen Einkommens erst einmal mit Mißtrauen daraufhin beäugt, ob er denn trotz naturgemäß mangelndem Sachverstand das Gebotene gebührend zu würdigen wisse.

Aber nicht das hat Schambach den Garaus gemacht. Auch nicht mehr wie noch in den 70er und 80ern die Kaufhaus-Ketten, denn kaum etwas ist so spezialisiert wie ein Geschäft für Berufskleidung. Wer ist schuld? Das, was immer schuld ist: ” Das Internet ist schuld“, sagt Siglinde Brix, die seit zwanzig Jahren bei Schambach die Kunden beraten hat. „Meine Enkel kaufen ihre Kleidung fast nur noch von zuhause aus, auf Anprobieren und Beratung legen sie keinen Wert.“ So ist es im schuldbewußten Internet auf Fr-Online zu lesen. Die Distanz zum Medium  zeigt sich nicht zuletzt daran, dass die  Homepage von Schambach bis zum heutigen Tag nichts von der Schließung weiß. Ungerühert zeigt sie Montag- Freitag: 9.15-18 Uhr als Öffnungszeiten an. Interessanter scheint aber, was Frau Brix noch sagt: “Die Menschen wechseln immer häufiger ihren Beruf“, sagt Brix, „deshalb sind sie nicht bereit, viel Geld für die Ausrüstung auszugeben.“

So ist es: In einer Welt ohne eigentliche Berufe braucht keiner mehr Berufskleidung. Aber manch einer sucht sie trotzdem. Zum Beispiel jemand wie ich, der für eine Freundin ein spitzenbesetztes Servierschürzchen benötigt. Oder ein am letzten Öffnungstag von der FNP interviewter Kunde. Er gibt sich als gelernter Schreiner zu erkennen, arbeiten tut er als Aufzugsbauer und kaufen wollte er eine Zimmermannshose. Leider vergeblich.

Denn Schambach ist liquidiert.


Blind Dates 28.12.-2.1.2011

blind dates sylvester

Samstag, 25. 12. bis Donnerstag, 30. 12. / Samstag, 1. bis Mittwoch, 5. Januar 2011 / jeweils 18 Uhr im Mal sehn Kino: Nostalgia de la Luz. Von Patricio Guzmán, Chile / Frankreich / Deutschland 2010 (spanische OmU): In der unendlichen Weite der Atacamawüste im Norden Chiles sind sechs internationale astronomische Observatorien in Betrieb. Diese gigantischen Beobachtungsstationen des Weltraums, der Sterne und ferner Galaxien sind auf dem modernsten technischen Stand und verfügen über die heutzutage umfangreichste Forschungskapazität. Die Wissenschaftler suchen in der ältesten Vorzeit die jüngsten Lichter des Universums, um mehr über die Zukunft der Erdmenschen zu erfahren. Nur einen Steinwurf von ihnen entfernt graben die Familien der Opfer Pinochets mit ihren bloßen Händen die Erde in den Massengräbern um. Sie sind auf der Suche der Körper ihrer “Verschwundenen”. Sie brauchen die Spuren einer noch ungeklärten Vergangenheit, um für sich und ihre Kinder eine Zukunft zu erfinden. In Santiago, der Hauptstadt, sucht die Regierung ebenfalls, sie sucht Reichtum und wirtschaftlichen Erfolg. Sie hat sich mit Herz und Seele dieser Aufgabe verschrieben und hofft den Erfolg in der materiellen Entwicklung des Landes zu finden. Die Vergangenheit Chiles vergisst sie dabei völlig. Diese drei Suchaktionen sind der Dreh- und Angelpunkt des Dokumentarfilms NOSTALGIA DE LA LUZ. Ein essayistischer Dokumentarfilm, dessen Themenspektrum sich im Laufe des Filmes als eine sehr poetische Parabel zwischen der Astronomie und der Geschichte Chiles der letzten 50 Jahre entwickelt. Seine Stärke und Faszination gewinnt der Film vor allem aus den Texten des Autors und aus den phantastischen Bildern der Wüste und des Sternenhimmels in Chile.

Freitag 31.12.: Silvester im Club Voltaire. Der Club ist ab 20.00 Uhr geöffnet für alle, die keinen Rummel brauchen, aber auch nicht trübsinnig zuhause sitzen wollen. Verschiedene Gerichte, Suppe und Kleinigkeiten werden zu Essen angeboten.Ab 0.00 Uhr legt ein DJ in der Kneipe auf und die Tagungsräume im 1. und 2. Stock werden für eine „etwas besinnlichere“ After-Midnight-Party hergerichtet. Eintritt 3 €

Und im Kellertheater wird auch Sylvester gefeiert, dieses Jahr unter dem Motto: “Helden der Kindheit” (so dress up this way!). Eintritt inclusive ALLER Speisen und Getränke, sowie,äh, kultureller Beiträge 35 €.

 


Medien-Kompass – Vierte Dezemberwoche

Zu Weihnachten kann´s im Sinne von “Ordnungspolitik” doch nur um eins gehen, um das Bürgertum, den neuen Bürger, den Aufmüpfer, den “man wird doch mal”, also um den neu erfundenen deutschen Wut-Bürger.

Das befleissigten sie dann auch, die Tageszeitungen mit dem guten Geschmack, allen voran die “Frankfurter Allgemeine Zeitung” (nicht zu vewechseln mit dem Journal aus dem gleichen Ort….): die Chefposaune deutscher Stammtische Thilo Sarrazin hat noch mal richtig Platz gekriegt bei den klugen Köpfen – die ganze erste Seite des Feuilletons. Er will zwar kein Michael Kohlhaas sein, mit Goethe gings dann aber doch gegen den Islam im allgemeinen, damit wir in der gefährlichen Welt als Nation nicht untergehen. Vergessen hat der SPDler noch den klugen Philosophen Aristoteles, der ja schon vor über 2000 Jahren die Demokratie auch mit der Sklaverei als problemlos kompatibel begriff, und zwar der Sklaverei in der eigenen Gesellschaft sowie der Leibeigenschaft der Frauen.

Einsichtiger zeigte sich die Süddeutsche im gleichen Feld (leider nicht online), sie ließ Sarrazin nicht alleine auftreten, sondern schaffte den Ausgleich zwischen SPD und CDU, Rasse und Multikulti, wie man es sich so träumt: der Stammtisch-Experte traf in Stuttgart mit dem Runden-Tisch-Experten Geißler zusammen, es ging um Kinder, Bezüge und Reiche. Weil die SZ so klug ist, kommt auch noch ein Türke und Alice Schwarzer vor, alles beim Weihnachtsmarkt und mit Prozenten. Das scheint dem Blatt als gesamtdeutsche Reflexion schon zu genügen.

Erstaunlich dagegen die Frankfurter Rundschau. Christian Schlüter brachte einen fulminanten Artikel über das herunter gekommene Kleinbürgertum. Nicht “Wut-Bürger”, sondern das “letzte Aufgebot” scheint ihm die passende Charakterisierung deutscher Angstbeisser im Offroader – flankiert durch den Ballerman im Debattenbetrieb, Henrik M. Broder. Ressentiment ist gutbürgerlich, der Haß auf die Abweichenden herrscht vor. Sie sind bedroht vom “Einkommensschwund und Kaufkraftverlust, Globalisierungs- und Flexibilisierungsstress, Abstiegsängste und Terrorgefahr.”

Es ist die Rede von einer „Mischung aus Angst, Wut und Zynismus“ von einer Zunahme der „gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit“ gemeinsam mit der „Einforderung von Etabliertenvorrechten, die man als Reaktion auf Krisenbedrohung bzw. -betroffenheit interpretieren kann“. Dem Bürger geht es an den Kragen, er möchte möglichst hohe Zäune errichten, um sich alles Bedrohliche von Halse zu halten.

Das “grüne” Fundament des mittigen Konsens kommt selbst eher bedrohlich daher, mit Dänemark und der chweiz als Vorbild: Deshalb fühlt es sich nur wohl, wenn es sich auf der richtigen, auf der Siegerseite weiß. Das zeigt sich an den für unsere politische Selbstverständigung zurzeit maßgeblichen Begriffen der „Mitte“ und der „Parallelgesellschaft“ besonders deutlich. Die Mitte und ihre Parallele entfalten als perfektes, da semantisch vollkommen leeres Gespann ihren politisch-polemischen Sinn. Nimmt man noch das Wort „alternativlos“ hinzu, mit dem Politiker ihren Defätismus heute überall kaschieren, ist das Dreigestirn unserer desolaten Gegenwart auf den Begriff gekommen. Denn mit ihm werden politische, ökonomische oder soziale Konflikte kurzerhand entideologisiert, ganz „unideologisch“ als Sachzwänge abgearbeitet – scheinbar ohne weltanschauliche Zutaten und ohne jeden gesinnungsethischen Ballast.

Ein überraschender Befund in einem Blatt, das seit Jahren Befindlichkeiten der postmodernen Bürgerlichkeit in Frankfurt grün-liberal kuliviert.

Erstaunlich kommt es insgesamt daher, wie bei allgemeiner Ruhe im Lande ein paar Demonstratiönschen von “Leitmedien” zur großen Bürgerbewegung in Deutschland hochstilisiert werden.


Levitationsexperimente: Auftrieb

Unser illustrer Frankfurter Club formuliert Utopien für das Morgen, Ideen für die Zukunft. Er bildet ein gutes Forum, auf dem besonders Maestro Sloterdijk politische Offenbarungen verkünden kann. Er betreibt es mit Freude und wirkt als echte politische Ideenmaschine, wie sie früher einmal für die Partei Heiner Geißler oder für die freien Unternehmer Friedrich Merz präsentierten.

utopia-1

weiterlesen »


Dem Aufruf sein dritter Teil

Die Mitte – eine Realfiktion Nachdem wir jetzt drei vielversprechende Fraktionen des Humankapitals etwas näher betrachtet haben (hier und hier), können wir beginnen, die Hemmnisse, die einer erweiterten Akkumulation dieses Kapitals entgegenstehen aber auch sie fördernde Entwicklungen, zu untersuchen. Fassen wir kurz zusammen: wir haben gesehen, dass die Zukunft einer Existenzform gehört, die niemals erstarrt, [...]

weiterlesen »


Claude Lefort: ein Nachruf von Ulrich Rödel

Von Ulrich Rödel, am 16. Dezember im Mampf von ihm persönlich zum Tode von Claude Lefort vorgetragen

claude_lefort

Ladies and Gentlemen, let us dedicate this session to Claude Lefort who died at the beginning of October this year. Claude was my intellectual mentor.

weiterlesen »


Ein Streifzug durch die Ruinen des sagenhaften Utopia

Vor ein paar Jahren war „Second“ Life der Medienhype schlechthin, auch wenn ich bis heute niemanden persönlich kenne, der es einmal ausprobiert hat. Danach wurde es allerorten totgesagt, wobei sich immer wieder Fans zu Wort meldeten, die sich vehement gegen die Behauptung wehrten, „Second Life“ sei zur virtuellen Geisterstadt verkommen.

Als ich mich neulich wieder auf meinem Kreuzzug gegen die Ordnung und die scheinbar heile Welt (Zitat von den Hosen) durch die Weiten des Internets bewegte, beschloss ich, den Ruinen von „Second Life“ einmal einen Besuch abzustatten.

weiterlesen »


Ein Weihnachtsgeschenk von Florian K.

Weihnachten ist das Fest der Nächstenliebe. Und auch Euer Freund Florian K. hat seine Nächsten ganz doll lieb. Darum hat er für alle Leser der FGZ als kleines Geschenk die schönsten Endlosschleifen des Internets zusammengetragen.

Diese führen eindrucksvoll vor Augen, dass Kunst keinen Inhalt und Humor keine Pointe braucht.

weiterlesen »


Blind Dates 20.12.-27.12.

Wenig ist es, in dieser verschneiten “weihnachlichen” Zeit in Frankfurt. Und über was sollen wir uns besinnen, wenn es nur wenige der schönen Events gibt?

Einen Vorschlag mit enormer historischer Spannweite bietet mal wieder der unermüdliche Willi Praml in seinem Theater

weiterlesen »


Die Politik des Schnees

I. Der kitschige Schnee
Schnee bringt eine besondere Art des Kitsches hervor. Es sind nicht mehr die Schneekugeln, die hin- und hergeschüttelt winzige und wohlgeordnete, flockendurchwirbelte Welten zeigten. Sie existieren nur noch in Retroausgaben oder ironischer Verfremdung. Die gegenwärtig Lebenden haben für sie zu viel Phantasie- oder zu wenig. Was sind gläserne Schneewelten gegen “Avatar”? Auch verschneite Hexenhäuschen aus Lebkuchen sieht man nur noch selten. Was sich hält ist das Kalendermotiv VERSCHNEITES FAHRRAD als Klischee des Winters.

weiterlesen »


Weil es eigentlich Dir gehört..

Du Hungerst, Du Verdrängst, Und schon manches Mal Hast Du die Hand aufgehalten, im Bewußtsein, dass alle Menschen Sterne sind, oder zumindest Elektromagnetische Partikel. Die meisten jener sagten: geh` arbeiten. Nein! Sterne brennen! Substanzlose Menschen sprechen jeden Tag zu Dir, hoffend, dass Du Dich Ihnen fügst. Fügung? Schicksal? Wissenschaft schafft Wissen, das ist nicht schlecht [...]

weiterlesen »


Geld gilt nichts, Macht macht nichts..

Weil ich schon oft arm gewesen bin, ist mir mehr als alles andere bewußt, daß Geld nichts gilt. Wenn Du Geld hast, wird Dein Joch einfach etwas angezogen, und die Trense schmockt nicht mehr so bitter, weil Du Zucker dafür kriegst… Krieg? Ja! Den Anderen, für meinen Frieden. Krieg Morgen macht Macht, magst Du mich [...]

weiterlesen »


Levitationsexperimente

Lässt sich Frankfurt als eine Transit-Stadt interpretieren? Trifft das auf eine Stadt zu, deren interessanteste und relevanteste Dinge meistens nur die von ausserhalb beschäftigen, hier aber zu wenig geliebt sind und deswegen ganz schnell wieder verschwinden ?

weiterlesen »


Simplify Christmas (3): SM- Weihnachten in Dietzenbach

Nun sind wir schon bei der dritten Folge unseres Onlineseminars “Simplify Christmas” angekommen. Und? Wie war Ihre Weihnachtsfeier? Haben Sie sich schon erholt? Gab es irgendwelche unerwünschten Nachwirkungen? Ich hoffe es für sie, denn eine Weihnachtsfeier ohne unerwünschte Nachwirkungen ist nicht wünschenswert.
Ich bin ja früher immer auf die Weihnachtsfeier des Hessischen Rundfunks gegangen. Und einmal nahm sie tatsächlich eine überraschende Wendung. Angefangen hats ganz normal:

weiterlesen »


Jedem Zauber wohnt ein Anfang inne: Karl-Theodors Spiegelbild

14.12. Es geht auf Weihnachten zu. Der Spiegel titelt: „Der Entzauberte“. Vor einer Schwarzgrauen Wand ein einsamer Männerkopf, mit Brille und sorgfältig gegeelten Haaren, den Blick bewimpert und pupillenlos nach unten gerichtet, ein Anflug von Dreitagebart ums edle Kinn. Nein, das ist doch nicht Obama, wie man zuerst denken könnte, es ist nur our very [...]

weiterlesen »


Porno mit 16 und Hundefleisch für alle- Demokratie zum Mitmachen

- Aus verschiedenen Gründen erscheint der Artikel hier zur Zeit nicht. Zu gegebener Zeit wird er wieder eingestellt. Ich bitte um Verständnis. Euer Florian K.-

weiterlesen »


Medien-Kompass – Dritte Dezemberwoche

Berlusconi hat es geschafft, mal wieder, wie immer mit Medienspektakel und Aufregung.  Politischer und kultureller Absturz Italiens, Herrschaft der Verblödung, Korruption und Bestechung. Die gleiche Soße wie immer. Die Frankfurter Rundschau war im Anschluß an Bemerkungen Umberto Ecos vorsichtiger: hatte dieser noch kolportiert, dass Berlusconi den Steuerbetrug und die Sexgier des italienischen Mannes politisch kulturalisiert. [...]

weiterlesen »


Bemerkenswertes – Dritte Dezemberwoche

Man hört in Bornheim mal wieder was von der schwarz-grünen Römer-Koalition, die man sonst nur auf Festen und Selbst-Belobigungen antrifft. (Riedberg !?) Diesmal zerfleischt sich die CDU selbst, zwischen Bernemer Hang und Römer: so wie dort der FSV in der Liga aufsteigt, steigt die CDU ab.

FSV_Frankfurt_1899_svg

weiterlesen »


Über Denkmäler für Arschlöcher und den Unsinn politischer Morde

Wer würde einem Mann, der öffentlich angesichts der im Rahmen der Schoah ermordeten Juden, Witze über “kopulierende gelbe Sterne in der Gaskammer” machte, ein Denkmal errichten?

Wer würde heute noch eine Straße oder eine große Festhalle nach einem strammen Nazi, der schon wenige Monate nach Hitlers Machtergreifung der SS beitrat, benennen?

Wohl niemand, der auch nur eine Spur von Geschichtsbewusstsein oder gutem Geschmack in sich trägt!
Trotzdem ist beides Realität.

Der geschmacklose Witz über die ermordeten Juden, stammt von dem niederländischen Filmkünstler Theo van Gogh, der im Jahre 2004 seinerseits vom muslimischen Extremisten Mohammed Bouyeri ermordet wurde.
2007 wurde ihm ein Denkmal in Amsterdam errichtet.

weiterlesen »


Von der Schwierigkeit, über einen Pelzhändler aus dem Frankfurter Bahnhofsviertel zu schreiben.

Für ein Buch über das Frankfurter Bahnhofsviertel, das in diesem Herbst im B3 Verlag erscheinen sollte (der Erscheinungstermin ist mittlerweile auf voraussichtlich März 2011 verschoben), wollte ich einen Beitrag zu einem Thema verfassen, das mir spannend erschien, die Rauchwaren- oder Pelzbranche.
Das Frankfurter Bahnhofsviertel war bis vor noch nicht allzu langer Zeit das Zentrum des internationalen Pelzhandels. .

weiterlesen »


Guten Morgen Du Opfer

entdeckt in der Richardstraße von Notes of Berlin

weiterlesen »


Des Aufrufs 2. Teil

II noch mehr ökonomische Wirklichkeiten

Nachdem wir im vorigen Beitrag die Existenzform „Arbeitslose(r)“abgehandelt haben, wollen wir nun weitere Ausgestaltungen des homo oeconomicus vorstellen, von denen sich nicht nur unsere Politiker und Lenker den Sprung an die Weltspitze zu erhoffen scheinen und die aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken sind. Mit ihnen wird ein erheblicher Zuwachs an Freiheit und bewusster Gestaltung assoziiert, ihre Verheißung ist die massenhafte Herstellung von Individualität, Einzigartigkeit oder „Distinktion“ wie das so schön bei den Soziologen heißt.

Es sind dynamische Sphären, die alle bekannten Ketten sprengen und ein neues Zeitalter einläuten. Plakativ ausgedrückt: Jeder ist seines Glückes Unternehmer!

Denn unternehmerisch denken und handeln heißt allen anderen stets einen Schritt voraus zu sein (und sei es am Abgrund), permanent in Bewegung, sich selbst endlich als das Maß aller Dinge zu inszenieren und sich immer wieder als Stütze der Gesellschaft zu beweisen.

weiterlesen »


WikiLeaks – Petition und Zugang

Der Freitag, die tageszeitung, Frankfurter Rundschau, Perlentaucher, ECCHR, Der Tagesspiegel und Berliner Zeitung veröffentlichen einen Appell gegen die Angriffe auf Wikileaks. Wir laden alle ein, sich an dem Appell für die Medienfreiheit zu beteiligen. Klicken Sie dazu auf diesen Link und geben Sie Ihre Unterschrift ab, um den Appell und Wikileaks zu unterstützen.

weiterlesen »


Blind Dates 15.12.-20.12.

schlafmaske neu

Sieht ein bisschen mau aus mit Politikdates this week…

Mittwoch, 15. Dezember 2010, 19.30 Uhr, Cafe KOZ, Uni- Campus Bockenheim: Bürgerhaushalt-Chance für Jugendliche? “Bürgerbeteiligung” ist das Zauberwort, dass bei den Protesten in Stuttgart ebenso wie in den Partei-Programmen zur Kommunalwahl 2011 zu finden ist. Mit der Einführung eines “Bürgerhaushalts” soll dieser Anspruch auch in Frankfurt eingelöst werden. Eine Chance für direkte Demokratie? Oder ein Trojanisches Pferd, mit dem in Zeiten leerer Kassen außerparlamentarischer Protest ausgebremst werden soll? Es diskutieren im Studierendenhaus/ Campus Bockenheim VertreterInnen der Römer-Parteien, der AStA der J.W. Goethe-Universität und der StadtSchülerInnenRat Frankfurt.

Mittwoch, 15. Dezember , 20 Uhr: Stadtteilinitiative Koblenzer Strasse 9 Stuttgart 21 – Das Projekt – der Widerstand – die Folgen. Ein Abend mit Hintergrundinfos, Videos und anderen Beiträgen: Gegen Stuttgart 21 hat sich vor allem in den letzten Monaten massiver Widerstand formiert, eine bunte Kultur des Protests und des zivilen Ungehorsams entwickelte sich. Dass diese für viele von uns überraschende und teilweise auch inspirierende Entwicklung nicht von ungefähr kommt,

weiterlesen »


Perdurabo- Das Leben Aleister Crowleys

Crowleypose

Vor einer Woche stellte ihnen hier Jürgen Lentes eine neue Biographie des manischen Mörders Charles Manson vor, der sich für eine Inkarnation von Aleister Crowley gehalten hat. Das wirft die Frage auf: wer war Crowley? Viele dürften ihn mit einem verbreiteten Tarot-Deck in Verbindung bringen. Und schließlich wird selbst in Hessen zum Jahresende hin häufiger Tarot gelegt.

Um Informationen aus erster Hand zu erhalten, hat die FGZ im Rahmen einer wissenschaftlich kontrollierten (“evidence based”) Geisterbeschwörung den Geist von Aleister Crowley beschworen. Er verlangte zunächst den Wikipedia-Eintrag zu seiner Person zu lesen, bevor er sich äußerte. Es ist uns aber gelungen, nachfolgende Stellungnahme zu dokumentieren.

Ich bin Aleister Crowley. Ich bin der böseste Mensch der Welt. Nein, „My name is Crowley, because I’m holy“, ahh… Mein Vater war Bierbrauer. Ich wurde 1875 in Spa in England geboren. Seitdem ich vier Jahre alt war, musste ich regelmäßig an der morgendlichen Bibelstunde teilnehmen. Vielleicht hängt damit zusammen, dass mich schon als Jugendlicher die Vorstellung, selbst unter Todesqualen zu sterben, keineswegs abschreckte. Genau genommen: sie erregte mich. Mein Vater starb 1887. Ich war elf Jahre alt.Meine Mutter gab mich mit 13 in ein christliches Internat. Dort versuchte man mich „umzuerziehen“. Eineinhalb Jahre haben diese Schufte mich isoliert. Seitdem hasste ich das

weiterlesen »


Simplify Christmas (2): Schenken Sie gelähmte Fliegen!

Auch der dritte Advent ist vorbeigegangen. Und es ist nichts passiert. Noch nicht. Denn in dieser Folge unseres Onlineseminars “Simplify Christmas” wenden wir uns nach den Paranüssen einer noch härteren Nuss zu: der Geschenkfindung. Beim Schenken wird man mit der bitteren Wahrheit konfrontiert, dass man im Grunde genommen NICHTS von anderen weiß, selbst wenn man vielleicht schon seit Jahrzehnten mit jemandem zusammenlebt. Und -und das ist das eigentlich bedrückende daran- der andere merkt es.

weiterlesen »


Medien-Kompass – Zweite Dezemberwoche

Diesmal bewegt sich der Medien-Kompass nochmal um Wikileaks, die Folgen im Web und die Rezeption in den Medien. Es scheinen dabei einige Neubewertungen des Webs Fuß zu fassen. Die FGZ hat sich in verschiedenen Artikeln mit der Ideologie des Webs als “freier Raum” auseinander gesetzt und darauf hingewiesen (z. B. hier, hier , eine ganz [...]

weiterlesen »


Bemerkenswertes – Zweite Dezemberwoche

Bemerkenswert kann die Verwirrung sein, die sich um das “Ranking” der deutschen Städte dreht: sie ist doch so wichtig für Immobilienhändler, den Römer und die Industrie- und Handelskammer. Nun kann man beim Hamburger “Institut für Weltwirtschaft” nachlesen, dass Frankfurt wie 2008 auf Platz 1 thront. Doch die Analysten sind – wie die Frankfurter Bewohner selbst [...]

weiterlesen »


Geheimnis-Kultur

Das Dreieck Kultur – Politik – Web ruft auf dem Hintergrund der WikiLeaks Diskussion gegenwärtig viele Spezialisten auf den Plan. Viel gefragte Gesprächspartnerin ist die Wiener Literaturprofessorin Eva Horn, die als Kennerin des staatlichen Geheimnisses zuletzt einen langen Artikel zum Thema in der Frankfurter Rundschau veröffentlichte: “Die Idee der Regierung als Verschwörung“.

Horn verfolgt geschickt eine Argumentationsstrategie, die exemplarisch für Argumente gegen Veröffentlichungsplattformen und ene Einhegung kritischen Journalismus gelten kann. Besonders auf dem Hintergrund eines anhaltenden Rückbaus demokratischer Strukturen weltweit haben publizistische und plitische Aktivitäten dagegen hohe Bedeutung. Veröffentlichung staatlicher Geheimnisse kann Teil davon sein.

Horn beginnt ihre Bewertung der Veröffentlichung mit einem historischen Ereignis, das nach Solidarität mit dem klandestinen Staat heischt, und sei er gar das autoritäre Preussen: während der Besetzung der deutschen

weiterlesen »


Wintereinbruch: Nordend-Splitter

Zeitenwenden und Wetterwechsel bringen es bisweilen mit sich, dass man Orte wahrnimmt, die leicht zu übersehen oder fast unzugänglich sind. Oder die wie aus der Zeit gefallen erscheinen. Zwei Beispiele liegen seitwärts der Bergerstrasse und wollen so gar nicht zu den neuen Boutiquen und Stores passen, die sich um den Merianplatz versammelt haben.

weiterlesen »


Das Koma und wir

Viel Anteilnahme war in den vergangenen Tagen zu hören und zu lesen über das Schicksal des “Wetten, dass?”- Kandidaten Samuel Koch, der bei einem missglückten Sprungversuch letzten Samstag vor den Augen der deutschen Fernsehöffentlichkeit so schwer stürzte, dass die Sendung zum ersten Mal in ihrer Geschichte abgebrochen und der Kandidat ins künstliche Koma versetzt wurde. Nur am Rande, zum Beispiel in Sueddeutsche.de, erfuhr man näheres darüber, dass dieses Ereignis einen peinlichen Medienunfall nach sich zog. “BILD am Sonntag” und die Zeitschrift “Österreich” berichteten in Teilen ihrer Ausgabe über die Show, ohne den fatalen Sturz des Kandidaten zu erwähnen. Stattdessen war in “BILD am Sonntag” laut Sueddeutsche.de zu lesen:

weiterlesen »


Simplify Christmas (1): Paranormale Nüsse

Guten Tag. Schön, dass Sie da sind und die FGZ lesen. Vor allem diesen Artikel, denn er ist von mir. Und für Sie ist es natürlich schön, dass ich da bin. Es geht auf Weihnachten zu, da ist es immer schön, wenn jemand da ist. Ich begrüße sie zu unserem Online-Coachingseminar: „Simplify Christmass“. Schon mal auf der Zeil oder dem Weihnachtsmarkt gewesen, sich umschaun, so ganz unverbindlich, so… als wäre nichts? Ah, es war die Hölle, nicht wahr? Denn es IST etwas, und zwar sehr bald. Heute ist NIKOLAUS! Das bedeutet: Es sind jetzt noch zweieinhalb Wochen bis Weihnachten. Sie können es nicht verhindern, sie können die ganze Sache nicht stoppen.

weiterlesen »


Blind Dates 7.12.-12.12

schlafmaske_03Dienstag, 7. Dezember , 19.30 Uhr Café 2Grad im Infoladen des Café Exzess (Leipziger Straße 91): Die Dokumentation „Bahn unterm Hammer“ beschäftigt sich mit den möglichen Folgen der geplanten (und derzeit aufgeschobenen) Privatisierung der Deutschen Bahn AG. Um profitabel zu sein, sind der Bahn fast alle Mittel recht: Streckenstilllegungen, Servicevermeidung, Rückzug aus dem Güterverkehr, Verschleuderung des Vermögens. Der Film soll vor dem Hintergrund der für Dezember geplanten Preiserhöhungen des RMV auch Grundlage für eine allgemeine Diskussion über den öffentlichen Personen(nah)verkehr bieten. Weitere Infos zum Veranstalter: http://www.2grad.blogsport.de/ u. zum Film http://www.bahn-unterm-hammer.de

Dienstag, 7. Dezember, 20.30 Uhr im Nebbienschen Gartenhaus (Anlagenring) : Wahnwelten – Die Konstruktion des Irren als Künstler Vortrag und Gespräch von und mit Ulrich Meckler. 
Veranstalter: KunstGesellschaft in Zusammenarbeit mit dem Club Voltaire , Arzt und Soziologe: Zur Ausstellung „Weltenwandler“ in der Schirn ein Gespräch um das Thema Psychiatrie und Kunst, Bürger und Irre. Alle benutzen die Kunst sogenannter Geisteskranker, um ihre jeweilige Kunst-Theorie zu legitimieren: Lebensphilosophen, Expressionisten, Surrealisten, Erfinder von Art brut und Outsider-Kunst. Oder um die gesamte Moderne als entartet zu diffamieren bis hin zum Mord an internierten geisteskranken Künstlern.

weiterlesen »


Bemerkenswertes – Erste Dezemberwoche

Ja, es gibt sie noch, die demonstrierenden Studenten in Frankfurt. 500 erinnerten letzte Woche daran, dass die Streichungen in den Bildungsetats in Hessen munter weiter gehen, sowie an den Jahrestag der polizeilichen Casino-Räumung auf dem Campus Westend und zogen die Bockenheimer Landstrasse hinunter – trotz flirrender Kälte. 500 von 40.000 Studenten in Frankfurt, die Luft [...]

weiterlesen »


Vertraulichkeit – lokal und global

Da gibt es einen oder mehrere fragwürdige Gesellen, die ihre technische Kompetenz dazu ausnutzen, freiheitlich-westliche Staaten auszuspähen, ihre diplomatisch-vertraulichen Innereien bloßzustellen und sie gegenüber all ihren Feinden der Waffen zu berauben. So ähnlich geht die Story, die in den letzten Tagen – vermutlich schon länger – in vielen westlichen Staaten und den mit ihnen befreundeten Regimes posaunt wird. Ziel ist “WikiLeaks“, die Veröffentlichungsplattform, ihr Existenzrecht, ihre Ziele und Vorgehensweise.

Da die FGZ selbst ein Medium im Web ist und weil bisher keine im Web zuerst veröffentlichten Inhalte solche politischen Folgen hatten, scheint mir ein Statement dazu gefordert. Ich möchte ausdrücklich dafür auf die “Ten Theses on Wikileaks” des Internettheoretikers Geert Lovink verweisen, wir stehen seinen Web-Analysen nahe.

Das Statement wird ohne tiefschürfende Argumentation einige Fakten und Erwartungen in 4 Gruppen bewerten.

weiterlesen »


Aufruf wider den reaktionären Zeitgeist

Ökonomische Wirklichkeiten Wir werden seit einiger Zeit Zeugen obszöner Inszenierungen, die im Namen von allen möglichen Sachzwängen, die wahren Interessen der Akteure verschleiern sollen, dabei deren Mundfäule über die Lande speien. Kein Taschenspielertrick, keine Rosstäuscherei, keine Variante einer Milchmädchen-Mathematik ist ihnen zu schade, zu blöde, um ihr Vorhaben voran zu bringen. Geschützt durch die immobile [...]

weiterlesen »


Medien-Kompass – Erste Dezemberwoche

Bemerkenswerte Blüten treibt die Umwidmung des öffentlich-rechtlichen Schwarz-Senders “Hessischer Rundfunk” zum BlödFunk ala Radio FFH kaum 100 Tage nach Übernahme des Amtes “Hessischer Ministerpräsident” von Volker Bouffier, einem Spezi des Vorgängers Roland Koch. Das Qualitäts-Format des Frankfurter Senders heißt “Kulturradio HR2″. Wer am Sonntag Morgen erwartungsvoll dessen Nachrichten vernahm, wurde über die Maßstäbe “kultureller Qualität” [...]

weiterlesen »


Dezember-Wochenende: Frankfurter Kulturachse

DSC00271

weiterlesen »


FGZ Büchertisch: Manson und der kalifornische Blutsommer 1969

Helter Skelter. The True Stories of the Manson Murders, geschrieben vom damals verantwortlichen Staatsanwalt Vincent Bugliosi (gemeinsam mit Curt Gentry) ist schon 1974 in den USA erschienen und jetzt erstmals in deutscher Übersetzung erschienen. Man sollte sich von der reißerischen Umschlaggestaltung des Riva Verlags nicht abschrecken lassen (Der Mordrausch des Charles Manson. Eine Chronik des Grauens), denn Helter Skelter ist ein minutiös recherchiertes, unaufgeregtes Protokoll der Vorgeschichte, der Morde und des Prozesses sowie der Versuch, das „Geheimnis“ des gerade einmal 1,58 Meter großen Sektenführers Manson zu ergründen.

weiterlesen »


In Gefahr und größter Not… zum zweiten

Zur zweiten Zeitdiagnose des “Bewegungs-Konservatismus“: anders als Jürgen Habermas (siehe: …. zum ersten) sieht der Telepolis-Autor Maresch unsere gesellschaftlichen Potentiale nicht primär durch demokratische Defizite bedroht, sondern eher durch reaktionäre Impulse aus der gegenwärtigen Zivilgesellschaft selbst. Er meint, viele Bürger hätten den Glauben an “Fortschritt, Technik und Zukunft” verloren. Als Kulturkritiker der “europäschen Haltung” schließt [...]

weiterlesen »


Das Frankfurter Parkettzentrum bei Nacht

Autos in der Hamburger Allee.
Sie ruhen in dieser zwiefarbenen Nacht wie versteinerte Echsen unter weißem Pulver, das ein Wissenschaftler über sie ausgestreut hat. Sie wundern sich im Schlaf über ihren kindlichen Namen: Autos. Ein Vorbeigehender hat in den Schnee einer AutoFensterscheibe: “Sex” geritzt. Das Wort soll vermutlich die Kälte vertreiben, die vom Weltraum hinabsteigt in die Straße. How beautifully boring.

weiterlesen »


Powered by WordPress • Theme by: BlogPimp/Appelt Mediendesign und tech-a • Beiträge (RSS) und Kommentare (RSS) • Lizenz: Creative Commons BY-NC-SA.