Frankfurter Gemeine Zeitung

Über Denkmäler für Arschlöcher und den Unsinn politischer Morde

Wer würde einem Mann, der öffentlich angesichts der im Rahmen des Holocaust ermordeten Juden, Witze über “kopulierende gelbe Sterne in der Gaskammer” machte, ein Denkmal errichten?

Wer würde heute noch eine Straße oder eine große Festhalle nach einem strammen Nazi, der schon wenige Monate nach Hitlers Machtergreifung der SS beitrat, benennen?

Wohl niemand, der auch nur eine Spur von Geschichtsbewusstsein oder gutem Geschmack in sich trägt!
Trotzdem ist beides Realität.

Der geschmacklose Witz über die ermordeten Juden, stammt von dem niederländischen Filmkünstler Theo van Gogh, der im Jahre 2004 seinerseits vom muslimischen Extremisten Mohammed Bouyeri ermordet wurde.
2007 wurde ihm ein Denkmal in Amsterdam errichtet.

Und der SS-Mann und NS-Jurist Hanns Martin Schleyer ist nicht nur Namenspate einer großen Mehrzweckhalle in Stuttgart, sondern auch von mehreren Straßen in der Bundesrepublik Deutschland.

Warum wurden diesen zweifelhaften Figuren, solche Denkmäler gesetzt?
Einfache Antwort: Weil sie als Personen des öffentlichen Lebens aus politischen Gründen ermordet wurden.
Um Opfer politischer Gewalttaten entsteht auch in unserem Kulturkreis schnell eine Art Märtyrerkult und dies macht politische Morde (einmal abgesehen von den ethischen Gesichtspunkten) kontraproduktiv für jede politische Bestrebung.

Die niederländische Rechte erhielt nach dem Mord an Pim Fortuyn massiven Zuspruch auch aus der Mitte der niederländischen Gesellschaft.
Die RAF hingegen zerstörte viele Sympathien in der Bevölkerung durch ihre Bluttaten.
Und die Situation der Moslems in den Niederlanden hat sich seit der Ermordung Theo van Goghs wohl nicht zum Besseren gewandelt.

Natürlich ist politischer Mord ein Unding, welches in einer demokratischen Gesellschaft nicht geschehen darf.

Deshalb ist es auch absolut richtig, wenn ein demokratischer Staat Personen, die von politischer Gewalt bedroht sind, ja sogar einem verurteilten Holocaust-Leugner und Volksverhetzer polizeilichen Schutz gegen alle Arten von Selbstjustiz gewährt.

Doch bei allem berechtigten Schutzanspruch:
Ist es deshalb notwendig Personen, die eigentlich von jedem Demokraten mit eisiger Missachtung gestraft werden müssten, gewissermaßen „heiligzusprechen“?

Aus meiner Sicht verwandelt sich ein Lebenswerk, welches aus zum Himmel stinkender Scheiße besteht, nicht dadurch in pures Gold, dass seinem Urheber ein schreckliches Unrecht widerfahren ist.

Auch der Karikaturist Kurt Westergaard, verantwortlich für eine Mohammed-Karikatur, welche den Propheten mit Bombe unter dem Turban darstellt, verdient Schutz.
Trotzdem darf dies nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Karikatur eine üble Verleumdung und Verhetzung einer ganzen Religionsgemeinschaft darstellt. Denn die Karikatur impliziert, die gesamte Religion sei dem Wesen nach terroristisch.

Deshalb ist es auch ein unsägliche Provokation, dass Angela Merkel ihm am 08.09.2010 höchstpersönlich den M100-Medienpreis für sein „unbeugsames Eintretens für Meinungs- und Pressefreiheit“ überreichte.

Voltaire sagte es sehr schön: „Ich mag verdammen was du sagst, aber ich werde mein Leben dafür einsetzen, dass Du es sagen darfst.“

Dem kann ich mich anschließen. Aber ich werde bei meinem Einsatz für die Meinungsfreiheit nicht das Verdammen vergessen!


Ein Kommentar zu “Über Denkmäler für Arschlöcher und den Unsinn politischer Morde”

  1. Anonymus

    Dispositionsprofi…

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