Frankfurter Gemeine Zeitung

Jedem Zauber wohnt ein Anfang inne: Karl-Theodors Spiegelbild

Foto: Spiegel14.12. Es geht auf Weihnachten zu. Der Spiegel titelt: „Der Entzauberte“. Vor einer Schwarzgrauen Wand ein einsamer Männerkopf, mit Brille und sorgfältig gegeelten Haaren, den Blick bewimpert und pupillenlos nach unten gerichtet, ein Anflug von Dreitagebart ums edle Kinn. Nein, das ist doch nicht Obama, wie man zuerst denken könnte, es ist nur our very own Karl-Theodor zu Guttenberg, wie die grau unterlegte Überüberschrift ein wenig säulenhaft zeigt. Dieser Mann muss etwas ganz besonders wichtiges sein: er hat ja wie das Bild zeigt offenkundig niemand neben, unter oder über sich. Außerdem schafft er es auf einen Spiegeltitel. Der Afghanistankrieg, der jetzt fast schon offiziell so heißen darf und um den es geht, schafft das nicht. Schade eigentlich. Aber der Spiegel behauptet ja trotzdem, Guttenberg zu entzaubern. Er behauptet damit nebenbei, dass die Macht sich zu verzaubern zu lassen und entzaubert zu werden immer noch bei ihm liegt, dem Spiegel. Spieglein, Spieglein, an der Wand, wer ist der schönste im ganzen Land…Er solls nicht mehr sein, aber ich prophezeie: Der entzauberte Dreitagebart wird am dritten Tag nach der Rasur des Spiegels wiederauferstehen und wieder Hoffnungsträger sein dürfen!


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