Frankfurter Gemeine Zeitung

Strahlende Neinsager

Neinsager genießen in unserer Deutschen Demokratie im Jahr 2011, man muss es leider sagen, ein schlechtes Image. Im besten Fall wirft man ihnen Realitätsflucht vor, im schlimmeren Fall egoistische Absichten, Fernsteuerung durch fremde Mächte, durch ihr eigenes unkontrolliertes Inneres oder ihre Beziehung. Die, die die Macht haben, werfen ihnen vor, sie hätten keine Ideen, wie es denn anders gehen könnte,  sie könnten eben nur dieses: “Neinsagen”. Natürlich sind es in der wirklichen Welt immer die Machthaber gewesen, die niemals neue Ideen haben, denn die alten haben sich in Hinsicht auf die Macht hervorragend bewährt. Aber trotzdem lieben sie neue Ideen, sagen jedem “Wir brauchen neue Ideen!”, produzieren bewundernde Ansprachen und Features über die Neue-Ideeninhaber, von denen wir alle eine Menge lernen können und müssen. Aber wenn die Neinsager eigene Ideen präsentieren, die die Macht gefährden, sagen sie “Interessanter Vorschlag, aber ich bitte sie, das meinen sie doch nicht im Ernst, oder? Egal, die Sache ist schon entschieden. Dabei fällt mir ein, hat schon jemand den Japaner ums Eck ausprobiert?”

Das deprimiert die Neinsager, die sich doch so viel Mühe gegeben haben. Sie fühlen sich auf die Rolle des Neinsagers festgelegt, wo sie doch gerade versucht haben, einen positiven Beitrag zu leisten und  nach vorne gerichteter Jasager zu werden. Oft verschließen sie sich in sich selbst für immer. Das Urbild des unwiderstehlich impertinenten, depressiven Neinsagers findet sich in der wunderbaren Erzählung “Bartelby” von Hermann Melville, einem Schreiber, der nicht umsonst das Meer kannte wie  kein anderer. Lauschen wir Wikipedia: “Ein älterer Rechtsanwalt berichtet als Icherzähler von einem seiner Schreiber namens Bartleby, den er eines Tages in sein von Hochhäusern umstelltes lichtloses Büro in der Wall Street aufnimmt. Bartleby beginnt seine Tätigkeit mit stillem Fleiß und einsiedlerischer Ausdauer. Er kopiert unermüdlich Verträge, lehnt aber zur Überraschung seines Dienstherrn schon bald jede andere Tätigkeit mit den Worten ab: „Ich möchte lieber nicht“, „I would prefer not to“. Bald weigert er sich sogar, Verträge zu kopieren, wohnt aber inzwischen in dem Büro – höflich, freudlos, ohne Freunde und fast ohne zu essen. Der Rechtsanwalt kann oder will ihn nicht gewaltsam aus dem Büro entfernen lassen und auch eine großzügige Abfindung interessiert Bartleby nicht. Wegen eines unerklärlichen Einverständnisses mit Bartleby sieht sich der Rechtsanwalt am Ende gezwungen, selbst aus dem Büro auszuziehen, statt Bartleby vor die Tür zu setzen. Seine Nachmieter – weniger verständnisvoll – lassen Bartleby bald durch die Polizei abführen und in das Gefängnis The Tombs (die Gräber) bringen. Dort verweigert Bartleby sowohl alle Kommunikation und auch alle Nahrung. Der Rechtsanwalt versucht, sich um seinen „Freund“ zu kümmern, aber nach wenigen Tagen stirbt Bartleby an seiner Lebensverweigerung.”

Diese Erzählung schenkte mir ein Bekannte, die an Magersucht litt. Später stellte sich heraus, dass sie ihren Arbeitgeber bestohlen hat.Diese scheinbar sanfte Form der Verweigerung funktioniert, sie hat nur einen Nachtteil: sie runinert den Neinsager, sie kostet ihn in einem weiten Sinn das Leben, während der Jasager fröhlich weiterlebt.

Wäre es nicht schöner, sanft aber herrisch und gutgelaunt Einhalt zu gebieten und zur Abwechslung die Jasager in eine Depression zu stürzen? Dies versucht gerade im Spielzeugmaß Stuttgart 21,  im welthistorischem Maß das ägyptische Volk.

Vielleicht müssen wir ein neues Neinsagen lernen, wie Marat in der Badewanne sitzend, uns aufkratzend, aber doch anders: strahlend.

http://www.facebook.com/video/video.php?v=478704478089


Plädoyer für die überstürzte Ablösung aller Kapitäne

 

Der Song unten ist ein alter Shanty, gesungen von Nick Cave: Ich poste ihn zu Ehren der Kadetten der Gorch Fock, die ihren Offizieren zugerufen haben sollen “Ihr seid Mörder!” , nachdem sie ihre Kameradin hatten in den Tod stürzen sehen. Zu Ehren auch jener toten Kadettin, die an ihrem zweiten Tag auf dem Schiff, nach einer 22stündigen Anreise genötigt wurde, die Takelage zu entern, obwohl sie vorher sagte: “ich kann nicht mehr”. In der Zeit-Online community wurde das kommentiert unter: “Seit Frauen in der Bundeswehr sind…”

There´s a fire down below.

Das geschah letzten November. Der Kapitän sagte am nächsten Tag: “Flugzeuge stürzen ab, Unfälle passieren.” Die Offiziere feierten Karneval an Bord, denn es war der elfte elfte um elf Uhr elf und was ein echter deutscher Jeck ist, der läßt sich das auch in der Ferne nicht nehmen. Dabei wurde Geld eingesammelt für denjenigen, der die “häßlichste Offiziersanwärterin” vögelt.

Die oben erwähnten Kadetten wurden der “Meuterei” bezichtigt und von der Marine als nicht offizierstauglich eingestuft. Dies sind sie in der Tat nicht. Trotzdem hat die Marine das jetzt zurückgenommen, weil our very own Mr. Gel von Guttenberg den Kapitän suspendiert hat, nachdem die BILDzeitung ihm einen Skandal auf S.1. angekündigt hat. Aber ist eine “Suspendierung” dem alten Haudegen wirklich angemessen, der dem veröffentlichten Bordtagebuch nach Liegestütze für ein probates Mittel hält, um sich auf den Krieg vorzubereiten und die heutige Jugend bedauert, die “nur noch vor dem Computer sitzt”, anstatt, wie einst er, “auf Bäume zu klettern”?

Die SPD und die Grünen halten die Suspendierung des Kapitäns  für “überstürzt” (“Aktionismus” etc.), wohl weil Gel- Gutenberg sie  als Schneidigkeitsbeweis vorgenommen hat. Ich hingegen, vor meinem Computer sitzend, aber  Bäumen zugetan, plädiere für die überstürzte Ablösung ALLER Kapitäne. Nein, halt: Warum nicht Kielholen in Anwesenheit des Elferrats? Oder eines Elfenrats?

Es ist elf uhr elf.

There´s a fire down below.

 


Polizeigewalt in Deutschland- Und warum schwieg Spiegel-TV so verdächtig?

Vorweg möchte ich darauf hinweisen:
Die in der linken Szene weit verbreiteten generellen Vorurteile gegen Polizisten teile ich nicht. Im Gegenteil finde ich es sogar ziemlich unfair, die Leute, die Vergewaltiger aus dem Verkehr ziehen, Frauen vor ihren prügelnden Ehemännern retten und Synagogen vor Brandanschlägen schützen, pauschalisierend mit einem billigen A.C.A.B. (all cops are bastards) zu verunglimpfen.

Trotzdem weiß ich aus eigener Anschauung von Demonstrationen, dass sich die deutsche Polizei in solchen Situationen manchmal nicht gerade mit Ruhm bekleckert und alles andere als deeskalierend wirkt.

Im Jahr 2002 wurde ich auf einer Demo gegen Nazis Zeuge davon, wie mehrere Polizisten eine offenkundig minderjährige Punkerin in völlig unverhältnismäßiger Weise zu Boden rissen und dort mit Tritten (auch in die Bauchgegend) traktierten.

Bei einem Streifzug durch Youtube entdeckte ich ein Video, das mich wieder einmal am Zustand meines Landes zweifeln ließ.

Es handelt sich um einen Ausschnitt aus einer Reportage von Spiegel-TV, die am 15.11.2009 gesendet wurde.

Es ging um die, inzwischen weitgehend beigelegten, Auseinandersetzungen zwischen den Motorradclubs „Hells Angels“ und „Bandidos“.

Im Rahmen dieser Reportage wurde auch Videomaterial von einem Polizeieinsatz bei einem Clubhaus der „Hells Angels“ gezeigt.

Hier das Video.

Bei Minute 1:22 kommt es zum Kampf. So lange der „Hells Angel“ sich wehrt und so lange er den Polizisten umklammert, ist es natürlich legitim Gewalt gegen ihn einzusetzen. Bei Minute 1:52 ist der Polizist allerdings wieder frei.

Trotzdem treten die Polizisten weiter auf den bereits am Boden liegenden ein.

Der Sprecher von Spiegel-TV kommentiert es lakonisch mit „dann wird nochmal nachgetreten“, so als ob dies das Normalste auf der Welt wäre.

Vor allem auffällig ist ein Polizist bei 2:03, der eigentlich nur am Rande steht und dem Mann, der bereits von mehreren Kollegen festgehalten wird, noch einmal, ohne ersichtlichen Grund, auf das aufgestellte Fußgelenk tritt.

Ein Angriff, der durchaus in der Lage wäre, ein Gelenk irreparabel zu schädigen.

Direkt danach schwenkt der Kameramann die Kamera zur Seite, weg vom Geschehen, da er offensichtlich das illegale Handeln seiner Kollegen nicht auf Video verewigen wollte.

Erschreckend ist, dass Spiegel-TV diese offenkundige Entgleisung der Polizei mit keinem Wort kritisierte.

Hier wird, meiner Auffassung nach, eine gesellschaftliche Normalität von Polizeigewalt geschaffen. Diese schlägt sich auch in manchen Userkommentaren nieder:

„Dienst nach Vorschrift. Ich hab auf dem Video nicht gesehen das der Polizist nachgetreten hat. Und Polizisten sind auch nur Menschen also kann ich das harte durchgreifen auch verstehen. Bin selbst übrigens auch kein Polizeifreund aber bin mir bewust, wenn ich mich wiedersetze krieg ich Kloppe.“

  • schreibt neo2024atsagichnicht

Leider sind solche Überreaktionen von Polizisten wohl auch kein Einzelfall, wie dieses Video zeigt, in dem ein Polizist einer schimpfenden älteren Dame mit der Faust ins Gesicht schlägt.  Diese hat zwar selbst zuerst geschubst, doch erscheint mir die Reaktion des Polizisten vollkommen überzogen.

Auf einem anderen Video sieht man einen Polizisten, der einem telefonierenden Mann grundlos ins Gesicht schlägt.

Wenn man in Youtube danach sucht, kann man Dutzende vergleichbarer Aufnahmen finden.

Die Kombination mit dem Erlebnis, das Sven Eric Panitz mit dem Bundesgrenzschutz am Frankfurter Hauptbahnhof hatte und hier beschreibt, drängt sich mir die Befürchtung auf, unser Land könnte sich in eine sehr unangenehme Richtung entwickeln.

In einem Interview mit Spiegel-Online sagt der nordrhein-westfälische Polizeigewerkschafter Erich Rettinghaus:

“Die Justiz muss endlich aufwachen und das Strafmaß bei diesen Delikten [Anm: Gewalt gegen Polizisten] ausschöpfen. Der Staat hat hier Härte zu zeigen. Er muss den Schlägern vermitteln: Meine Leute greifst du nicht an, ohne dass du dafür lange Zeit ins Gefängnis gehst. In der Realität aber wird die Schuld hinterher oft den Beamten zugewiesen, die die Situation angeblich hätten eskalieren lassen. Und der eigentliche Aggressor zeigt dann natürlich auch noch die Polizisten an und verlangt möglicherweise zudem Schadensersatz. Absurd.”

Ich denke,  zumindest die Betroffenen in den genannten Videos hatten alles Recht der Welt, die gewalttätigen Polizisten anzuzeigen. Vielleicht könnte ja ein  deeskalierenderes Auftreten, als das, welches wir eben hier sehen konnten, auch dazu führen, dass weniger Gewalt gegen Polizisten ausgeübt wird?


Deutscher Rap- Wie mediale moral-panics die Akzeptanz braunen Gedankengutes förderten

Um etwas vorwegzunehmen, das vielleicht den einen oder anderen Leser verwundern wird und das ich deutlich anders handhaben möchte als die Mainstreammedien:

Ich werde in diesem Artikel die Namen bestimmter Bands nicht nennen, sondern durch Abkürzungen ersetzen, beziehungsweise umschreiben. Gleiches gilt für deren Albumtitel.

Dies hat den Grund, dass die HipHop-Szene mehr als jede andere Szene begriffen hat, dass auch negative Publicity letztlich Publicity ist.

Und ich möchte keine kostenlose Publicity für Nazis machen. Bei Künstlern, die ich tatsächlich für rechtsradikal halte, verzichte ich deshalb auf Nennung des Namens. (wer diese wissen will, soll selbst googeln)

Vielleicht hätten sich die Mainstreammedien auch einmal an meine Grundsätze halten sollen. Denn wann immer ein Künstler aus dem Bereich Deutschrap medial skandalisiert wurde, erhöhten sich seine Verkaufszahlen und sein Einfluss auf die Szene.

Diesem Phänomen hat zum Beispiel der Rapper Bushido seinen Ruhm zu verdanken, dessen rapperisches Können von den meisten Szenekennern eher als unterdurchschnittlich eingestuft wird.

Mediengelenkte moral-panics führten dazu, dass Künstler zu einem Popanz aufgebläht wurden, die aufgrund ihrer eigenen Leistung sonst kaum Beachtung gefunden hätten.

Bestes Beispiel ist die Band D.C., die vor ein paar Jahren unter dem Schlagwort „Nazi-Rap“ durch alle Medien geisterte. Diese stammte aus der trostlosen Stadt Dessau und ihre Mitglieder nutzten es als Mittel zur Provokation, dass in dieser Stadt während des Dritten Reiches Zyklon B zur Ermordung der Juden hergestellt wurde.

Folglich bekam das erste Album der Band einen Titel, der an Zyklon B erinnerte und es waren neben inhaltsleeren Battleraps auch sehr handfeste antisemitische Passagen zu hören, wie „ich schieße mit der Flak auf das ganze Judenpack“.

Der Titel und die antisemitischen Aussagen führten dazu, dass sich die bundesdeutsche mediale Empörungsmaschinerie in Bewegung setzte.

Das, was von ein paar minderbemittelten Jugendlichen als Provokation gedacht war, hatte gewirkt. Mainstreammedien und Politiker, die keinerlei Ahnung von der Rapszene in Deutschland hatten, führten eine plakative und unsachliche Diskussion über rechtsradikale Tendenzen im Deutschrap und die kleine Band aus Dessau schaffte es bis in die Abendnachrichten von RTL.

Der Band D.C. war die ganze Angelegenheit, die sich inzwischen vollkommen verselbständigt hatte, irgendwann unheimlich.

Sie reagierte jugendtypisch ambivalent mit einer Mischung aus trotzigem Stolz und Entschuldigungen, es sei ja doch nicht so schlimm gemeint.

Die meisten Insider der HipHop-Szene belächelten beides:

Zum Einen das tollpatschig daherkommende, grottenschlecht produzierte Album der Dessauer Jugendlichen, zum Anderen den Medienhype, der ihnen mit vollkommen unqualifizierten Empörungsreaktionen eine weit größere Bühne verschaffte, als ihr „Kunstwerk“ je verdient hatte.

Doch die Medienreaktion hatte einen gewaltigen Flurschaden in der Szene angerichtet, der kaum wieder gutzumachen ist. Es hat sich nämlich die Erkenntnis durchgesetzt, dass Provokation Publicity bringt und dass ein besonders effektives Mittel zur Provokation die Verbreitung von antisemitischen, frauenverachtenden oder homophoben Sprüchen ist.

Dies hatte leider zur Folge, dass die Szene mit solchen Aussagen inzwischen wesentlich unkritischer umgeht, als es noch in den 90ern der Fall war.

In diesem Sinne hätten die Medien das Album von D.C. besser dort belassen, wo es hingehört:

Auf irgendeinen schmuddeligen Hinterhof in Dessau.

Doch es ist nun mal ein Bedürfnis der Medien Skandale zu produzieren, da diese mehr Aufmerksamkeit erregen, als nüchterne Berichterstattung.

Und die Geschichte über die Dessauer Band ist kein Einzelfall:

Im Jahre 2007 wurde King Orgasmus One, der sich inzwischen nur noch Orgi nennt, zu einer Diskussionsrunde mit Alice Schwarzer eingeladen.

Beanstandet wurden dort seine extrem sexistischen Texte und die Tatsache, dass er zusammen mit seinen Freunden und Prostituierten Pornofilme drehte, die er mit seiner Musik unterlegte.

Die Diskussionsrunde begann damit, dass Alice Schwarzer mit ihrem unnachahmlich verkniffenen Gesichtsausdruck einen Text von Orgi vortrug und dabei vor laufender Kamera gefühlte 100 Mal die Worte „Fotze“ und „Hure“ benutzte.

Allein dies war legitimer Grund für einen anhaltenden Lachkrampf, denn für einen Moment schien es, als hätte „Tante Emma“ nun das Tourette-Syndrom.

Leider war Orgi im Verlauf der Diskussion nicht eloquent genug, die kläglichen Überreste der zur Bildzeitungs-Oma mutierten 68er Ikone mit coolen Sprüchen gänzlich zu demontieren, sonst hätten die erzeugten LULZ sowohl an Quantität, als auch an Qualität leicht epische Ausmaße annehmen können.

Stattdessen verfiel der Wortakrobat in ein klägliches Gestammel, wie ein Lausbube, der bei einem missglückten Streich ertappt wurde.

Trotzdem war die Botschaft, die an die Deutschrap-Szene ging, klar: Je weiter man sein Maul aufreißt und je anstößigere Texte man rappt, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass man ins Fernsehen kommt.

So sind innerhalb der Szene viele Hemmschwellen gefallen und wie wir gesehen haben, haben die Mainstreammedien daran einen nicht unwesentlichen Anteil.

Hinzu kommt ein Wandel innerhalb einer Szene, die sich von einer urbanen Subkultur zu einem Massenphänomen entwickelte.

Dies führte zu einer Zunahme des Konkurrenzdenkens. Man begann seine Rapperkollegen nicht mehr als Teil der gleichen Community, sondern vielmehr als Konkurrenten zu begreifen.

Ein Beleg hierfür ist die Battle-Welle, die Mitte der 00er Jahre um sich griff und dazu führte, dass jeder gegen jeden Disstracks veröffentlichte. Eines der populärsten Beispiele war die Auseinandersetzung zwischen den Künstlern Savas und Eko Fresh, jedoch hatte zu dieser Zeit so ziemlich jede Hinterhofcrew eine Fehde mit anderen Hinterhofcrews.

Ich selbst konnte in meinem direkten Umfeld erleben, wie solche Streitigkeiten nicht immer nur mit verbalen Mitteln ausgetragen wurden.

Im Rahmen dieses Konkurrenzkampfes gewann es immer mehr an Bedeutung, sich öffentliche Aufmerksamkeit durch provokantes Auftreten zu sichern.

Befeuert wurde das Konkurrenzdenken auch dadurch, dass Rap, viel mehr als zum Beispiel Rockmusik, Musik zum mitmachen ist.

Wer Rapper sein will, muss keinen Gitarrenunterricht nehmen, keine Band suchen, keine teuren Geräte kaufen, sondern fängt einfach an Texte zu schreiben.

Dann braucht man nur noch einen PC an den man ein Mikrofon anschließen kann und besorgt sich notfalls Instrumentals aus dem Netz und schon hat man seine ersten Aufnahmen.

Wer nicht einmal diesen Aufwand treiben will, hat immer noch die Möglichkeit sich in einen der Freestyle-Circles zu stellen, die sich zwangsläufig vor der Tür jeder HipHop-Jam bilden, und dort zu glänzen.

Da das Medium Deutschrap derart populär wurde, bedienten sich alle möglichen Personen, Institutionen und Firmen seiner.

Es gibt Rap für McDonalds, gegen AIDS, für Sicherheit im Straßenverkehr, für günstige Handytarife, für Bildung, gegen Bildung, für Veganismus, für Fleischkonsum u.s.w.

Eigentlich ist es angesichts dieser Situation fast erstaunlich, dass Rechtsradikale dieses Medium nicht noch in viel stärkerem Umfang nutzen.

Trotzdem sind das in der Deutschrap Szene um sich greifende Ellenbogendenken und die resignierte Misanthropie, die von vielen Künstlern verbreitet wird, für einen Fan der älteren Schule traurig anzuschauen.

Der Künstler JAW (dies ist übrigens keine der Eingangs erwähnten Abkürzungen, er nennt sich wirklich so) brachte in seinem Lied „Meine Fans“ das aktuelle Lebensgefühl der deutschen HipHop-Szene gut auf den Punkt mit Zeilen wie:

„Meine Fans sind zukunftslos, meine Fans nennen Deine Fans Hurensohn.“

„Meine Fans sind ein Zeichen der Zeit und wo meine Mucke läuft ist die nächste Streife nicht weit, sie kreisen mich ein und setzen sich meinen Pamphleten zur Wehr, Ihr könnt mich einsperren doch meine Fans werden jeden Tag mehr.“

Traurigerweise hat genau dieser JAW auch gemeinsame Projekte mit einem Künstler, den ich hier nur mit H.H. abkürzen möchte.

Letzterer rappt unter anderem über „Hoffnung und Stolz des ostdeutschen Volks“.

In diesem Text fällt auch der Satz  “Hier siehst Du nicht viele Schwarze und Kanaken dafür breitgebaute Schränke die trainieren in Baracken.”

Ein anderer Track von ihm heißt “Rechts vor Links”, wobei es allerdings um den Straßenverkehr geht. Ich halte eine beabsichtigte Anspielung von H.H. doch für mehr als wahrscheinlich.

So etwas auch deshalb bedenklich, da JAW, der eigentlich keinerlei, rechtsradikale Tendenzen in seinen Texten (zumindest in den mir bekannten) zeigt, offensichtlich völlig unkritisch mit einem Künstler umgeht, der dem Rechtsradikalismus zumindest nicht ganz abgeneigt ist.

In den 90er Jahren wäre so etwas innerhalb der HipHop-Szene nicht denkbar gewesen.

Doch leider hat die Deutschrap-Szene inzwischen die von Medien außerhalb der Szene verursachte moral-panic um die Rapmusik derart satt, dass mittlerweile auch so manche Kröte geschluckt wird, bloß um der Gesellschaft damit ans Bein zu pinkeln.

Doch steht nun zu befürchten, dass die ganze Szene unterwandert wird? Dass Deutschrap zur gängigen Nazi-Musik wird?

Solche Befürchtungen halte ich für übertrieben. Die Szene ist groß und beweist immer wieder die Kraft, sich selbst neu zu erfinden und weiterzuentwickeln.

Zwar wird es wahrscheinlich innerhalb der Rapszene zukünftig einen rechten Rand geben, aber dieser wird nicht stark genug werden, die ganze Bewegung umzukrempeln.

Ähnliches gibt es ja auch in der Rockmusik die je nach Stilrichtung ein breites Spektrum von ganz links nach ganz rechts abdeckt.

Die besten Rezepte gegen rechtsradikale Tendenzen in der Rapmusik kann man aus Internetforen entnehmen:

Don´t feed the trolls!

Und:

You rage, you lose!

Wenn man sich von gezielten Provokationen provozieren lässt, hat der Provokateur gewonnen.

Allein schon dies sollte einen zu einem gelassenen Umgang mit angeblichem und tatsächlichem Nazi-Rap bewegen.

Denn wenn man ihm die öffentliche Aufmerksamkeit entzieht, entzieht man ihm auch den Nährboden.


The Medium is the Mother

  Das vielleicht rührendste Lied aller Zeiten ist von Brecht und Eisler und handelt von einem Radioapparat.  Es ist überdies ein Beweis dafür, wie klug Brecht war, wenn er nicht “weise” sein wollte.Denn er erkannte damals schon, dass die Medien/ das Medium wirkt wie die Mutterbrust, mag es das Radio sein für den Emigranten der 30er [...]

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Ein Notfall auf dem Frankfurter Hauptbahnhof

Ich lief diesen Donnerstag Morgen, den 20.1. kurz vor halb Zehn über den Hauptquerbahnsteig und sah eine Dame jammernd auf dem Boden knien. Sie hielt sich mit beiden Händen die Brust in der Herzgegend. Ich fragte, was mit ihr sei. Sie jammerte: sie könne nicht mehr, ihr Herz, ihr Kreislauf. Ich griff zum Telephon. Die Kassiererin des Zeitschriftenladens, an deren Eingang wir knieten, rief mir aber zu, der Notarzt sei verständigt. So kniete ich mich zu der Frau und versuchte sie zu beruhigen. Umarmte sie, hielt sie fest und redete beruhigend auf sie ein. Gegen 9:35Uhr kam ein Bahnhofsangestellter und fragte, was los sei. Ich schilderte die Situation. Per Sprechfunk erkundigte er sich nach den Notarzt. Man teilte uns mit, dieser sei unterwegs. Ich versuchte

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Krisenerfahrungen – Chance für was ? Eine Tagung in Frankfurt

Eine Tagung engagierter und versierter unabhängiger Linker fand am 8. Januar in Bürgerhaus Frankfurt Bornheim statt. Unter der Thematisierung “Krisenanalysen und Krisenerfahrungen in der Diskussion” versuchten Referenten und die fast 100 Zuhörer und Diskutanten zu begreifen, wie sich die Krise im oppostionellen Denken und Tun darstellt. Das geschah tatsächlich auf hohem Niveau.

crisis - 1
Natürlich reden alle Medien von Krise, wir hören platte Erklärungen der gleichen Wirtschaftsauguren, die Deutschlands Ökonomie im Herbst 2008 als “sicher” deklarierten und die Aufregungen über Staaten, die “nicht haushalten können” gehen hoch. Auch wenn diese vor kurzem noch “Tiger” der Liberalisierung in Europa waren.
Diese Krisenperspektive interessierte weniger, dagegen konzentrierte sich der erste Abschnitt auf linke Kriseninterpretationen verschiedener Coleur. 4 Ansätze kamen zur Sprache: zuerst keynesianischer Staatsinterventionismus, und Interventionen ins Bankenwesen, wie sie der DGB, die Linken und Attac fordern. Mit wenig wirklicher Ressonanz, weil dies notgedrungen von den Regierungen eingeholt wurde und eine gesellschaftspolitische Distanz zum Geschehen für das Publikum kaum erkennbar ist.

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Aufruf (Vierter Teil)

Warenwirklichkeiten
Nachdem wir in „ökonomischen Wirklichkeiten“ nachgezeichnet haben, wie sich innerhalb der Beschäftigung die Bedeutung der verschiedenen Fraktionen verschieben, werden wir im folgenden eine korrespondierende Verschiebung innerhalb der Warenwelten aufspüren. Denn nicht nur an das Humankapital werden neue Anforderungen gestellt, auch die Welt der Waren formiert sich neu. Nicht, dass damit die Gesetzmässigkeiten sich änderten, sie werden neu gestaltet, um diesen besser zu entsprechen. Wir werden sehen, dass sich die vorher beschriebenen Änderungen und die, welche die Waren betreffen, sehr wohl entsprechen und ergänzen und dass zu diesen Waren die genannten Humankapitalisten gehören.

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Medienkompass – Zweite Woche Januar

“Alternativlos“ – das Unwort des Jahrzehnts
Am Dienstag wird das Unwort 2010 bekannt gegeben. Es gäbe aber sogar ein Unwort des Jahrzehnts: alternativlos. Es leugnet demokratische Vielfalt und die Chancen der freien Entscheidung. Und das schon seit vielen Jahren.” Zu lesen erstaunlicherweise in der FR.
“Man hat zum Rundumschlag ausgeholt«
Die Marburger Uniklinik des Rhön-Konzerns versucht, Kritik juristisch zu unterdrücken. Ein Gespräch in der Jungen Welt mit Sven Lehmann. Sven Lehmann ist Rechtsanwalt des Produzenten und Reporters Rainer Fromm, der die ZDF-Dokumentation »Der Patient als Ware« erstellt hat.

Stuttgart 21: Offener Brief von SPD-Mitgliedern an den Landesvorstandes Baden-Württemberg. Könnte es sein, dass die SPD mal wirklich etwas verstanden hat? Oder geht´s nur um die Wahlen, wenn hier zu lesen ist:
Mit diesem Offenen Brief fordern wir Euch nach intensiven Diskussionen mit vielen Genossinnen und Genossen im Lande auf: Nutzt Eure politische Kraft, um das Projekt S 21 sofort zu stoppen.
Quelle: Offener Brief [PDF - 51 KB]

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Blind Dates 18.1.-23.1.

schlafmaske robot

Dienstag, 18. Januar 2011

19 Uhr, Chagallsaal im Schauspiel Frankfurt,Verstummte Stimmen: … wir haben bis zuletzt ausgehalten” Die Opfer der Vertreibung an der Oper und am Schauspiel Frankfurt Eintritt frei. Vortrag von Heike Drummer und Jutta Zwilling:

Mittwoch 19. Januar
Mampf
TRAFFIC JAM mit Chris Tucker und Robert Müller (beide g,voc) „…schöne eigene Songs im guten alten Songwriter-Stil“
http://www.myspace.com/trafficjamsongs

Raumstation Roedelheim – vegane Volxküche ab 20 Uhr * Delikatessen aus dem Vega-Sternensystem, gesund und lecker . Vegan kochen können auch Nicht-VeganerInnen, wer Lust hat mitzuhelfen und/oder sich informieren möchte kann bereits um 18uhr kommen!
Ponyhof Konzert mit Dikta (Indie) Einlass: 21 Uhr

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Chronik eines angekündigten Todes auf facebook

I.
Die Presse berichtet folgendes: An Weihnachten postete Simone Back aus Brighton auf Facebook in ihre Statuszeile lakonisch: “Ich habe alle Pillen genommen, werde bald tot sein, bye, bye. ” Die 42-Jährige arbeite für eine Wohltätigkeitsorganisation und litt seit längerer Zeit an Depressionen. Sie hatte die erstaunliche Zahl von 1042 Facebookfreunden. In der Tat fingen bald einige an, den Eintrag zu kommentieren. Teilweise gaben sie Kommentare ab wie “Ihre Entscheidung” oder warfen Simone Back vor, dass sie dauernd zu viele Pillen nähme, andere äußerten Mitgefühl oder Bestürzung. Auf die Frage:”Ist jemand da vorbeigegangen?” antwortete ein andererr: “Sie ist kein Kind mehr.” Niemand verließ den Computerschirm, um nach ihr zu schauen, obwohl einige ihrer Facebookfreunde in unmittelbarer Nähe wohnten. Erst 17 Stunden später schrieb einer eine SMS an ihre Mutter und informierte sie über das Posting. Ihre Mutter wohnte im gleichen Haus wie ihre Tochter im Erdgeschoß, war aber körperlich nicht in der Lage, die Treppen in den ersten Stock hinaufzugehen .

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Blind Dates 12.1.- 16.1.

diiii

Mittwoch 12.Januar

Raumstation RoedelheimJamsession ab 20 Uhr im d.i.y. Orbitalcafé – Wir bieten Gitarre, Cajón und andere Percussion, andere Instrumente (PA vorhanden) bitte mitbringen!

Frida116 elektronischer Abend – Hila Max & Tom Simmert

Donnerstag, 13. Januar 2011,

19.30 Uhr Ex-Untersuchungsgefängnis Klapperfeld: ein Dokumentarfilm

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Gemeinsinn der Leaks ?

Felix Stadler bietet als Züricher Medien- und Kulturtheoretiker bisweilen überraschende Einsichten, die über den gewöhnlichen Kanon der kulturellen Web-Analyse hinausreichen. Das betrifft besonders einen neuen Text, der sich mit den Kontexten von Wikileaks und von Restrukurierungen gesellschaftlicher Öffentlichkeit beschäftigt. Der Artikel wurde bei Eurozine veröffentlicht und kann hier nachgelesen werden.
it-professioneller Bemerkenswert scheint mir dabei die Rolle von undichten Stellen (leaks) in Organisationen zu sein, die Stadler als fundiert in systemischen Problemen diagnostiziert. Was meint das? Das herrschende Modell der Beteiligung von Angestellten, Freiberuflern oder Werkverträglern in professionellen Organisationen steht seit 2 Jahrzehnten unter dem Ideal einer völligen Flexibilität der Engagierten. Unsere engagierenden Institutionen halten diese Verpflichtungsfreiheit für sich selbst besonders hoch, d. h. es gibt keinerlei Loyalität mit Mitarbeitern: der Markt regiert die Handlungen von Firmen wie Administrationen, und zwar auch die gegenüber dem eigenen Stab, dem eigenen Projektteam. Der Job der meisten steht immer auf Kante.

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Medien-Kompass – Erste Woche 2011

Ja wie schön, nun macht man sich um die kulturelle Verfassung der “Elite” Gedanken, die Süddeutsche hat nämlich den Männerbund des Thilo Sarrazin erforscht (leider nicht online). Ein eher trauriges Bild armer Erfolgreicher. Es ging um die Käufer des Buchs des verehrten Bankers. Wir ahnten es: nicht nur den Bankern geht es selten ums Gemeinwohl, [...]

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Bemerkenswertes – Erste Woche 2011

Einen Trauerfall in der Römer-Politik gibt es zu vermelden: arg früh ist Lutz Sikorski, grün-schwarzer Verhandlungsführer in Frankfurt gestorben. Das tut uns leid. Allerdings bleibt zu erwähnen, dass er uns zu Zeiten der Weinstube im Nordend vor 25 Jahren besser gefallen hat, das Tönen rund um die Theke – mit anderen späteren Grünen-Stars – hatte [...]

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Die FGZ im Jahre 1

1
In der Sylvesternacht 2010/2011 fing auch im persönlichen Kalender der FGZ eine neue Zeitrechnung an: Wir wechseln vom Jahr Null ins Jahr 1. Seit ziemlich genau einem Jahr stehen wir nach einer kurzen Probephase im Netz. Inzwischen hat sich einiges getan: 342 Artikel sind seitdem erschienen, wir haben das Layout multimedialisiert und relauncht, die Stirnfalten sind ebenso größer geworden wie die Zugriffszahlen. Geblieben ist die von uns anvisierte Mischung aus Stadtnachrichten, Web, Globalisierungskritik, Medienschelte und Ausloten der B-B-Befindlichkeit. Ebenso der Mix aus kritischer Theorie, Parodie, Poesie und mehr oder minder unfairem Meinungsjournalismus. Geblieben ist die NEUGIERDE

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Blind Dates 3.1.-9.1.

blind Dates jan 2011

Ab dem neuen Jahr gibts die Blind Dates auch mit Konzert- und Kulturtipps!

Mittwoch 5.1. ExZess Konzert mit ALPINIST, RESURRECTIONISTS und MAN THE CHANGE. Einlass ab 20 Uhr , Beginn 21Uhr.
Raumstation Roedelheim –ein Termin extra für unseren Autor Florian K.: vegane Volxküche ab 20 Uhr * Currywurst mit Pommes Frites + Dessert aus garantiert tierleidfreier Herstellung, auch für Nicht-VeganerInnen geeignet!
Mampf, 20.30 Uhr: Mojo Kilian & Andreas Schmid-Martelle
Mal eine andere Kombination mit dem Frankfurter Bluesveteranen: Statt mit seinem Percolator-Partner Bernd spielt Klaus „Mojo“ Kilian (Bluesharp, Gesang, Slidegitarre) diesmal mit dem Gitarristen und Sänger Andreas Schmid-Martelle alias „The Grinder“.Blues in vielen Schattierungen mit Feeling, Können und unbändigem Enthusiasmus.

Donnerstag, 7.Januar 20 Uhr im Club Voltaire: La rivoluzione siamo Noi – Joseph Beuys Gespräch mit Prof. Dr. Georg Bussmann über das Bild „La Rivoluzione siamo Noi“ („Die Revolution sind Wir“) von Joseph Beuys aus dem

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Schuluniformen? Nein danke!

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Schuluniformen: Ein Fetisch für pädophile Konservative

Jeder Konservative Vordenker, der etwas auf sich hält, musste seine Mitmenschen schon einmal mit der Forderung nach Einführung der Schuluniform „beglücken“.
In Deutschland scheiterte diese aber bisher glücklicherweise am gesunden Menschenverstand der Eltern, Lehrer und Politiker.
Trotzdem schwelt die Debatte weiterhin und wird bestimmt in absehbarer Zeit wieder für die eine oder andere Schlagzeile sorgen.
Die vorgetragenen Argumente wiederholen sich. Grund genug, die klassischen Argumente der Befürworter hier einmal auf den kritischen Prüfstand zu stellen.

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Hauswirtschaft in Rhein-Main

Über die Wirtschaft, ihre Erfolgsvorgaben und ihre Krisen gibt es eine ganze Menge Erzählungen. Sie haben variierende Protagonisten, sind unterschiedlich lang und schön, dienen verschiedenen Zwecken und werden mal so und mal anderes verwendet oder gelehrt. Eine Menge Kram also.

Frankfurt bildet eine besondere wirtschaftliche Lokation in Deutschland, aus verschiedenen Gründen: sie beherrbergt die Deutsche Börse (AG), den Haupthandelsplatz des Finanzkapitals, das Einfallstor der weltweiten Finanzmärkte nach Deutschland. Frankfurt bietet bekanntlich Platz für das ganze Umfeld dieser Ströme und der Erzählungen drum herum, nur ein großes “Wirtschafts-Forschungsinstitut” fehlt uns noch.

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Natürlich gibt es hier unzählige Banken, besonders auch deren Zentralen, vermutlich liefert das sogar den einzigen Grund, warum das kleine Kaff am Main in der Top-Liste der “Alpha World Cities” geführt wird.

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Medien-Kompass – Jahreswechsel 2010

Der geheime Star deutscher Mainstream-Medien findet überall Eingang: seien es Presseagenturen oder Tageszeitungen, Wochenjournale oder Radiosender. Selbst der anspruchsvoll und ausgleichend daherkommende Deutschlandfunkt muß ihn immer wieder befragen. Kaum ein Offizieller ist so gefragt wie er, geschweige denn ein “Gewerkschafter”: der Vorsitzende der Gewerkschaft der Polizei, Rainer Wendt. Obwohl er nur ein Prozent der der [...]

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Bemerkenswertes – Jahreswechsel 2010

Glokalisierung” am eigenen Leib erleben, das geht auch knapp hinter der Frankfurter Stadtgrenze.

China  Dottenfelder

Am Silvestertag auf dem Dottenfelderhof, im ökologischen Hofladen tummeln sich Wohlgesinnte und Gutbetuchte. Vor den Gemüseregalen merke ich plötzlich auf: eine junge Chinesin mit Fragebogen steht vor mir und fragt mich in gut verständlichem Deutsch: “kann ich ihnen eine Frage zu meiner Forschung über die Einstellungen deutscher Öko-Konsumenten stellen“.

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Ist Frankfurt mittig? – Versuch einer Antwort

Eine eher polare Stadt

Um sich dieser Frage anzunähern, müssen wir versuchen zu benennen, was sich in dieser Stadt konzentriert und wie sich die verschiedenen Lagen ihrer Bevölkerung differenzieren. Ein solcher Ansatz kann sich nicht darauf stürzen, wie hoch der Anteil an Arbeitslosen ist, sondern sich bemühen, die Polarisierung innerhalb der Beschäftigungsverhältnisse aufzuzeigen.

So ist denn auch die Ausgangshypothese, dass Frankfurt die Stadt in der BRD ist, die mit den höchsten Polarisierungsgrad aufweist. Durchschnittswerte verkleistern hier Sachverhalte und Zusammenhänge eher als sie dieses Auseinanderdriften von Lebenswirklichkeiten beschreiben könnten, für die Polarisierung steht.

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