Frankfurter Gemeine Zeitung

Chronik eines angekündigten Todes auf facebook

I.
Die Presse berichtet folgendes: An Weihnachten postete Simone Back aus Brighton auf Facebook in ihre Statuszeile lakonisch: “Ich habe alle Pillen genommen, werde bald tot sein, bye, bye. ” Die 42-Jährige arbeite für eine Wohltätigkeitsorganisation und litt seit längerer Zeit an Depressionen. Sie hatte die erstaunliche Zahl von 1042 Facebookfreunden. In der Tat fingen bald einige an, den Eintrag zu kommentieren. Teilweise gaben sie Kommentare ab wie “Ihre Entscheidung” oder warfen Simone Back vor, dass sie dauernd zu viele Pillen nähme, andere äußerten Mitgefühl oder Bestürzung. Auf die Frage:”Ist jemand da vorbeigegangen?” antwortete ein andererr: “Sie ist kein Kind mehr.” Niemand verließ den Computerschirm, um nach ihr zu schauen, obwohl einige ihrer Facebookfreunde in unmittelbarer Nähe wohnten. Erst 17 Stunden später schrieb einer eine SMS an ihre Mutter und informierte sie über das Posting. Ihre Mutter wohnte im gleichen Haus wie ihre Tochter im Erdgeschoß, war aber körperlich nicht in der Lage, die Treppen in den ersten Stock hinaufzugehen . Sie rief die Polizei an. Die Polizei brach die Wohnung auf, aber es war zu spät. Simone Back starb wenig später im Krankenhaus.
II.
Die Presse berichtet folgendes: Facebook ist ein soziales Netzwerk, das von Harvard Studenten gegründet wurde. Nach eigenen Angaben hat Facebook 400 Millionen aktive Mitglieder. Seit Anfang des Jahres die US-Großbank Goldman Sachs eingestiegen ist, hat sich der Wert des Netzwerkes auf 50 Milliarden Dollar erhöht.
III.
“Er schwang sich über, als der ausgezeichnete Turner, der er in seinen Jugendjahren zum Stolz seiner Eltern gewesen war. Noch hielt er sich mit schwächer werdenden Händen fest, erspähte zwischen den Geländerstangen einen Autoomnibus, der mit Leichtigkeit seinen Fall übertönen würde, rief leise: »Liebe Eltern, ich habe euch doch immer geliebt«, und ließ sich hinabfallen.
In diesem Augenblick ging über die Brücke ein geradezu unendlicher Verkehr.”
(Franz Kafka: Das Urteil)


Blind Dates 12.1.- 16.1.

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Mittwoch 12.Januar

 Raumstation RoedelheimJamsession ab 20 Uhr im d.i.y. Orbitalcafé – Wir bieten Gitarre, Cajón und andere Percussion, andere Instrumente (PA vorhanden) bitte mitbringen!

Frida116 elektronischer Abend – Hila Max & Tom Simmert

Donnerstag, 13. Januar 2011,

 19.30 Uhr Ex-Untersuchungsgefängnis Klapperfeld: ein Dokumentarfilm von Jorge Alberto Vega (Kolumbien 2006, 38 Min.). »Land der Menschen für Menschen ohne Land« ist das Motto des Wappens des Bundesstaates Vichada, in welchem sich viele Bauern der Kultivierung der Koka-Pflanze widmen. Dies ist eine Doku über die aktuelle Situation, Probleme, Hoffnungen und Arten des Zusammenlebens. Die Doku zeigt das tägliche Leben der BewohnerInnen dieser abgelegenen und vom kolumbianischen Staat vergessenen Region. Neben den vielfältigen Problematiken und Grausamkeiten existiert in diesem Land sowohl eine unglaubliche Vielfalt an Natur- und Klimazonen, als auch an kulturellen Einflüssen , sowie an Menschen, Initiativen und Projekten, welche an einem Transformationsprozess der Gesellschaft arbeiten. Diese Dokureihe zeigt Ausschnitte einiger Realitäten dieses zwiespältigen Landes.

Ponyhof 1 Jahr Ponyhof Jamsession. Eröffnungsband: LAYONNES ULTIMATE EXPERIENCE (+special guests) Einlass: 21 Uhr

Frida116 Reggae Night mit Romi ( könICHreich )

 Freitag , 14. Januar 2011

Cafe 1 Fachhochschule Frankfurt 20:30 (Einlass) Poetry Slam! Frankfurt #96

Ponyhof Tarantino Party mit DJ Black Mamba und Mr Orange. Filmmusik der letzten 50 Jahre. 22 Uhr 

Samstag, 15. Januar 2011

Frankfurt Art Bar, Sachsenhausen, Ziegelhüttenweg 32, Poetry Slam: Stimmenfang 20.30-22.30 Uhr u.a. mit den FGZ Autoren Bert Bresgen, Florian K. und Yunus Konrat.

 Europäische Akademie der Arbeit: 10 Uhr bis 18.30 Uhr: Tagung / Konferenz: Gesellschaftskritik und politische Praxis – Veranstaltung im Gedenken an Heinz Brakemeier

Am 12. Januar 2011 jährt sich der Todestag von Heinz Brakemeier.

Das Erbe der Kritischen Theorie der Frankfurter Schule und der Geschichte der ArbeiterInnenbewegung aufnehmend widmete sich Heinz Brakemeier in seiner langjährigen Tätigkeit als Hochschullehrer am Fachbereich Gesellschaftswissenschaften der Goethe-Universität der Vermittlung und Weiterentwicklung dieser Tradition. Er stand und steht damit für eine historisch besondere Phase des hochschulpolitischen Aufbruchs, die gesellschaftskritischen Inhalten und einem gesellschaftlicher Emanzipation verpflichteten Denken einen Ort an den Universitäten einräumte und damit Generationen von Studierenden die Möglichkeit einer wissenschaftlich angeleiteten Reflexion und Kritik bot.
Nach einer Einführung wird der erste Block »Alternative politische Geschichte der Bundesrepublik – Antistalinismus, ›Neue Linke‹ und Neue Soziale Bewegungen« Versuche aufzeigen, die Marxsche Theorie kritisch und undogmatisch weiter zu entwickeln und eine kritische Gesellschaftstheorie aus der Universität in die Gesellschaft hineinzutragen. Im zweiten Block »Emanzipatorische Kritik und Utopie« sollen ausgehend von Brakemeiers Bildungsanspruch und seinen Vermittlungsbemühungen die Bedingungen für eine eingreifende Praxis kritischer Intellektueller heute reflektiert sowie seine These, dass Kunst konstitutiver Bestandteil jeglicher emanzipatorischer Gesellschaftskritik sein muss, zur Diskussion gestellt werden.

Im abschließenden dritten Block »Auf der Suche nach einem emanzipatorischen Gesamtsubjekt« wird die Frage nach einer »Assoziation freier Individuen« aufgeworfen. Die Veranstaltung wird eingeleitet von Dr. Jens Becker (Goethe-Universität Frankfurt) und moderiert von Hans Joachim Blank (OstR. i.H., Goethe-Universität Frankfurt).VERANSTALTER: EUROPÄISCHE AKADEMIE DER ARBEIT, MARX-GESELLSCHAFT E.V., RLS-HESSEN, REDAKTION EXPRESS/AFP E.V.

Sonntag, 16. Januar 2011

 Cafe Wiesengrund 11 – 13 Uhr: Nazis in Lateinamerika. mit Dr. Dieter Maier, Historiker und Lateinamerikaexperte: Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges flohen viele hochrangige Nazis nach Lateinamerika, wo sie lange vor Verfolgung sicher waren und neue Existenzen aufbauten. Viele Mythen bildeten sich um dieses Untertauchen, z.B. die mittlerweile widerlegte Geschichte von der Hilfsorganisation Odessa und dem Nazischatz. Aber noch immer sind die Archive über diese Flucht der Nazis kaum erschlossen und entscheidende Akten unter Verschluss, so etwa beim BND. Mit dem Lateinamerika-Experten und Publizisten Dr. Dieter Maier, der Einsicht in viele Archive nahm, gehen wir Fragen nach wie: Welche Netzwerke hatten die Nazis? Gehörte die chilenische Colonia Dignidad dazu? Wer hat die Geflohenen geschützt, was haben sie in den Aufnahmeländern gemacht? Wie wurden einige dennoch enttarnt? Dieter Maier spricht von einem „kreolischen Faschismus“, einer neuen Verbindung von NS-Ideologie und Rassismus der lateinamerikanischen Eliten. Der Reimport dieser Ideologie nach Deutschland hat die Neonazi-Gruppen in den achtziger Jahren inspiriert. Diskutieren werden wir auch über die Rolle der bundesdeutschen Nachrichtendienste bei der Suche nach untergetauchten Nazis und über die Bereitschaft der USA, sich dieser „Täter“ zu bedienen.Moderation: Ulrike Holler Eintritt: € 5

 

 


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