Frankfurter Gemeine Zeitung

“Tante Emma”- Vom Sturz einer 68er-Ikone

Ihr Alt-68er-Kollege Reiner Langhans hat es vorgemacht. Jetzt warten wir gespannt auf Alice Schwarzer. Wann wird sie endlich in den Dschungel gehen und ein erfrischendes Vollbad in Kakerlaken nehmen? Einen Känguruhoden wird sie wohl eher nicht essen. Dies fände sie wahrscheinlich frauenverachtend und erniedrigend. Aber wie wäre es mit dem Gesäuge eines Stinktierweibchens?

Zuzutrauen wäre es ihr, denn zu schade ist sie sich ohnehin nicht mehr für Vieles.

Bisheriger Höhepunkt ihres Absturzes ist, dass Sie den Prozess gegen Jörg Kachelmann für die Bild-Zeitung kommentiert.

Hierbei ergeht sie sich in wutgeifernden Vorverurteilungen und merkt nicht, wie sehr sie dabei eigentlich ihren eigenen Grundsätzen untreu wird.

Denn wie passt es zusammen, dass eine Frau, die sich massiv gegen „Sexualisierung und Pornographisierung“ der Frau ausspricht, ausgerechnet in einer Zeitung schreibt, die jeden Tag eine nackte Frau auf dem Titelblatt abbildet und diese dann auch noch mit zotigen Kommentaren à la „Gemüseverkäuferin Manuela ist stolz auf ihre dicken Melonen“ versieht?

Auch ihr Auftreten in Fersehdiskussionsrunden gerät immer mehr zur Peinlichkeit. In der Diskussion mit dem Pornorapper Orgi69 führte sie einen neckischen Tanz auf, um vorzumachen, wie sich coole Rapper bewegen und scheiterte dabei an mangelndem Rhythmusgefühl, Leibesfülle und allgemeiner Uncoolness.

Nicht einmal gegen die Bohlen-Ex, KIK-Werbeträgerin und „Da-werden-Sie-geholfen“-Tante Verona Pooth, geborene Feldbusch, wirkte die verfallende Ikone souverän.

Zu diesen Auftritten könnte man natürlich noch entschuldigend sagen, dass es gewissermaßen ein Grundrecht des Menschen ist,  sich öffentlich lächerlich machen zu dürfen, sofern man dies freiwillig tut.

Auf diesem Prinzip basiert schließlich mindestens die Hälfte des Umsatzes von RTL und SAT1.

Unangenehmer hingegen wirkt dieser TV-Auftritt von Ihr auf 3Sat, bei dem Sie über das islamische Kopftuch diskutiert und versucht ihr Gegenüber erst einmal mit einem beinahe fünfminütigen Monolog einzuschläfern, um dann in jedem Zucken ihrer Gesichtsmuskeln ihre Geringschätzung gegenüber muslimischen Frauen auszudrücken.

Als ihre Diskussionspartnerin auf ihre Unterstellung eingehen will, dass sie es als Sünde betrachte, wenn jemand ihre Haare sähe, würgt sie diese ab mit den Worten “Wie auch immer… das ist jetzt… ja, ja… aber… das wäre ganz interessant zu klären.”, wobei sie es vermeidet ihrer Kontrahentin ins Gesicht zu sehen. (sehr entlarvend bei Minute 2:00)

Noch dramatischer als ihre eklatante Unhöflichkeit in Diskussionen fällt allerdings ins Gewicht, dass Alice Schwarzer inzwischen in jedes reaktionäre Horn stoßen würde, wenn ein Horn nicht so etwas widerwärtig Phallisches hätte und sie nicht ohnehin gegen alles eingestellt wäre, das nur im Entferntesten mit Stoßen zu tun hat.

So spricht sich die von ihr herausgegebene Zeitschrift EMMA deutlich für Schuluniformen aus. Sie begründet dies unter anderem damit, dass junge Schülerinnen durch Modetrends, wie das Tragen von bauchfreier Kleidung zu Sexobjekten stilisiert würden.

Gleichzeitig verdammt sie das muslimische Kopftuch aufs Schärfste und fordert ein Verbot des Kopftuches auf allen Schulen.

Dabei dient das Kopftuch doch genau demselben Zweck, den sie mit der Schuluniform beabsichtigt und zwar eine Sexualisierung zu verhindern.

Aber Alice Schwarzer will die Repression:

Sie will den Schülerinnen die Schuluniform aufzwingen und das Kopftuch verbieten.

Dass sie dabei sowohl die Mädchen bevormundet, die sich gerne und freiwillig sexy anziehen, als auch die, die freiwillig und gerne Kopftuch tragen, nimmt sie offenkundig gerne in Kauf.

Ich bin kein Psychologe, aber in meinen Augen offenbart sich dort die autoritäre Persönlichkeit der Alice Schwarzer.

Dies zeigt sich auch in anderen Zusammenhängen, zum Beispiel dort wo sie die Einführung von Internetsperren gegen Kinderpornographie befürwortet.

Soziale Veränderung scheint in Schwarzers Augen stets nur mit den Mitteln der Repression erreichbar zu sein.

Auf  Frauen, die sich abseits der von ihr gedachten Bahnen emanzipierten und zu einer lustbetonteren Form von Feminismus fanden, reagiert sie folgerichtig eher irritiert.

Feminismus bei Schwarzer bedeutet, dass jede Frau gefälligst nach Alice Schwarzers Facon selig werden soll.

Damit passt auch gut die Tatsache zusammen, dass sie von ehemaligen Mitarbeiterinnen ihrer Zeitschrift EMMA als bevormundender und diktatorischer Kontrollfreak beschrieben wird.

„Macht, das ist ihr blinder Fleck“, so zitiert Spiegel-Online eine ehemalige Mitarbeiterin.

Mit zunehmendem Alter legt Alice Schwarzer immer mehr die gleiche moralinsaure Selbstgerechtigkeit an den Tag, wie eines ihrer großen Vorbilder, die Adlige Marion Gräfin Dönhoff, mit dem Unterschied jedoch, dass sich letztere in ihrer konservativen Haltung Würde bewahrte, während Alice Schwarzer immer mehr zur peinlichen Figur mutiert.

Revolutionär ist jedenfalls an ihr schon lange nichts mehr, was auch von moderneren Feministinnen meist so gesehen wird.

Traurig ist aber, dass sie noch immer einen solchen Einfluss auf die öffentliche Diskussion hat.


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