Frankfurter Gemeine Zeitung

Zeichen der Zeit

Es häufen sich die Zeichen, die eine leichte Konfusion hervorrufen könnten, wenn man die Debatten und Äusserungen der letzten Zeit verfolgt, gerade in deutschen Landen, da offensichtlich Anspruch und sagen wir einmal Haltung auseinander zu fallen scheinen. Die sich abzeichnende Diskrepanz zwischen Auftreten und Aussage lassen sich nicht nur anhand der Protagonisten aufzeigen, sondern erstrecken sich auch auf Verlautbarungen, die im Schutze sicherer Anonymisierung erst an die Öffentlichkeit gelangen.

fashion heute

Eindeutige Werthaltungen

Mich beschäftigt seit einiger Zeit die Frage, ob der „aufrechte Deutsche“ in Wirklichkeit einen gebeugten Rücken hat. Das scheint sich nur zu widersprechen, auch wenn es vom Klangbild her – aufrecht vs. gebeugt – etwas anderes suggeriert. Dieses Adjektiv „aufrecht“, von einem Deutschen eingesetzt, lässt keinen eindeutigen Schluss hinsichtlich seiner Kraft zu, dieses Faktum auch tatsächlich wiederzugeben, denn wenn alle einen gebeugten Rücken haben, befinden sie sich im Prinzip eben auch alle auf Augenhöhe. Der aufrechte Gang bedeutet ja nur, dass man die Hände nicht mehr zum Laufen benutzt.

Sie sind daher frei, um sich die Lasten einer – nunmehr – jüdisch-christlichen Wertordnung auf die Schultern zu legen, was einige tausend Jährchen Ballast verheisst. Dies dann auch noch mit Anmut zu bewerkstelligen, verlangt jahrelanges thai-chi-Training oder wird erkennbar in der Überproportionierung bestimmter Körperpartien bzw. dem öfteren Absetzen der Lasten, wobei man riskiert, auf Grund der nunmehr uneingeschränkten Bewegungsfreiheit, das Gleichgewicht zu verlieren. Dies ist offensichtlich ein Grund dafür, dass Rucksäcke hierzulande so beliebt sind, es bannt die Gefahr, die geschulterte Last zu verlieren (da dies meist ohne Vorwarnung geschieht, sind die Folgen nicht absehbar). Die Schwerkraft dieses rückwärts gesattelten Teils zieht den Träger zunächst noch mehr in die gebeugte Haltung, führt jedoch unter Belastung zu einem quasi-aufrechten Gang. Natürlich nur solange sich keiner an den Riemen zu schaffen macht. Solche Werthaltungen erkennt man an den dazugehörigen Mienenspielen, die dem Ernst der Situation vollkommen entsprechen.

Richtungsentscheidungen

Nun lenkt eine gebeugte Haltung den Blick nach unten, so dass man in dieser Richtung viel Erfahrung gewinnen kann, während das Oben völlig aus dem Blickfeld gerät. Somit erscheinen Entscheidungen von oben als Schicksal.  Dafür treten Deutsche weniger in Hundescheisse als Angehörige anderer Völker.

Ein Gebeugter ist zum Aufstieg prädestiniert und auch verdammt. Will er einen Überblick gewinnen, dann kann er das nur von oben, sofern er sich nicht auf den Rücken legen will, was eine inferiore Haltung darstellt wie wir aus der Wolfsforschung wissen. Dafür ist er andererseits voll fokussiert auf die anderen, die von unten kommen und versuchen, sich ihrerseits an seine Position heran zu schieben.

Gebeugte neigen dazu, sich an irgendetwas zu klammern, damit sie ihr Gewicht besser nach vorn schieben können. Mit eben diesem Klammergriff gewinnen sie grosse Beinfreiheit, um kräftig austreten zu können – und das tun sie dann reichlich. Die Erfolge im Radfahren und Fussball belegen diese „nationale“ Qualität – es sei angemerkt, dass das Elegante im deutschen Fussball doch weitgehend einen Migrationshintergrund hat.

Da sollte man sich überlegen, ob das Klammern an den Lenker z. B.  weniger eine Bestimmung der Richtung als vielmehr eine Unmöglichkeit der Richtungsänderung bescheinigt. Das erklärt denn auch die Verbissenheit, mit der eine Besitzstandswahrung betrieben wird, die sich vor allem im Wegtreten vermeintlicher Konkurrenten äussert.

So erklären sich diverse Umfragewerte von selbst, da oben nicht einsehbar, muss die Menge, die verteilt werden soll, als gottgegeben angesehen werden, infolge müssen dann alle Fresskonkurrenten weggebissen werden. Dies wiederum ist unabhängig von dem Bildungsstatus, gehört zur ursprünglichen Natur oder zum unternehmerischen Selbst.

zum Beispiel taz

In der Rubrik der taz „Entscheidung des Tages“, sprachen sich 47 % aller Leser gegen die Erhöhung des Hartz IV Regelsatzes aus, weitere 40 % sind der Meinung 370 EURO reichten aus und klägliche 13 % wären auch mit höheren Sätzen einverstanden. Das deckt sich mit vergleichbaren Umfragen im Herbst letzten Jahres. So viel Einmut ist nicht oft in deutschen Landen. Dass gerade im Bildungsbürgertum ein derart breites Verständnis zu finden ist, macht denn doch Mut.

Jedenfalls können wir davon ausgehen, dass Meinungen, die die Zustände unten betreffen in Deutschland von einem Heer von Experten vorgebracht werden. Dies geschieht nicht nur an den viel zitierten Stammtischen, sondern lässt sich in unzähligen Talkshows verfolgen. Dabei fällt auf, dass das Sarazzin-Gen sich weitestgehend durchgesetzt hat. In dieser Richtung lassen sich auch Meinungsumfragen lesen, die sich mit den Zuständen unten befassen.

In wohlbehüteter Anonymität lässt sich trefflichst die Wahrheit verkünden, die sonst in Anbetracht der Tatsache, dass man nach oben halt nicht so genau Beschied weiss, eher zurückhaltend geäussert werden. Die gebeugte Haltung erklärt auch die Richtung des Sozialneides, nämlich die klein zu halten, die eh schon auf den unteren Rängen des eigenen Gesellschaftsbildes Platz zu nehmen haben. Bewunderte Meisterdiebe gibt es im deutschen Raum keine und Entsprechungen eines Robin Hood schon gar nicht. So neidet man hier, wenn einer nicht unbedingt sonntags durch den Park hetzen muss, um montags wieder fit zu sein, und beschimpft diejenigen, deren Lebensziel nicht darin zu bestehen scheint, zum Mitarbeiter des Monats gekürt zu werden.

Mögen sie auch in Stuttgart auf die Strasse gehen und anderenorts Castoren blockieren, in den essentiellen Fragen schart sich der Bürger und die Bürgerin hinter den hochgezogenen Schultern von Frau Merkel.

Am deutschen Wesen……

Es ist eine anthropologische Konstante, die eigenen Deformationen als das eigentliche Menschliche zu betrachten, das führt denn folgerichtig dazu, dass wir momentan beobachten können, wie das Schulmeisterliche im Deutschen sich europaweit äussert. Dazu zitieren wir wieder Frau Merkel, die dies beispielhaft beherrscht, wenn sie Zapatero gegenüber wohlwollend bemerkt, Spanien habe doch gerade seine Hausaufgaben gemacht. Bei so viel Lob hat er auch prompt einen knallroten Kopf bekommen, der vorgeführte Musterschüler.

Die gebeugte Haltung bei gleichzeitig hochgezogenen Schultern schränkt die Bewegungsfreiheit denn stark ein und weil dadurch elegante flüssige Richtungsänderungen zur Ausnahme werden– sagt man den Deutschen eine gewisse Schwerfälligkeit nach, die wahlweise als Ernsthaftigkeit durchgeht. Auf einen breiten Buckel passt halt viel drauf, wir sind auch hier Weltmeister, jedenfalls in der Spitzengruppe, deshalb dürfen wir hier in Hessen auch demnächst entscheiden, wie viel uns noch drauf gepackt werden soll.

Schuldenbremse heisst das Insekt. Für seine Verbreitung sorgt dann so ab April der europäische Stabilitätspakt. Grüne brauchen sich keine Sorgen zu machen, Deutschland ist ein optimales Biotop für diese Spezies.


Bemerkenswertes – Zweite Februar-Woche 2011

Zur HartzIV-Diskussion, deren Länge und monetärer Umfang umgekehrt proportional zu Diskussion und Umfang des Bankenrettungspakets ist, gibt es hier nicht viel zu sagen.

Zufriedenheitsgarantie

Nur ein Dementi: es ist unrichtig, dass ein Redaktionsmitglied letzte Woche in einer Gastwirtschaft bei der Fressgass die Bemerkung eines Investmentbankers vernahm, dass er mit seinem gerade bewilligten Bonus die Erhöhung für alle Frankfurter HartzIV-Empfänger das ganze Jahr 2011 locker bezahlen könne, er aber nicht daran denke, eben dies zu tun.

Wir lassen es hier offen, was daran unrichtig ist.

Die arabischen Revolten und Revolutionen stellen im aufgeklärten Europa so einiges ins Licht, besonders die tatsächlichen Gesinnungen der am lautesten tönenden Aufklärungs-Lautsprecher. Das meint quirlig mit der Mission in Medien wirkende Gesellschafts-Diagnostiker, alle lästigen Opponenten unserer herrschenden politischen Imperative zu diffamieren.

Die finden sich aus deutscher Perspektive intellektuell zuerst in Frankreich und politisch in Großbritannien. Erstere erfanden sich vor ca. 30 Jahren als “neue Philosophen” und tobten gegen Totalitarismus, Kommunismus, phantasierten westlichen Kolonialismus und den ganzen anderen linken Unsinn, gerne auch im deutschen Boulevard. Bezeichnenderweise waren sie meistens vorher als Maoisten tätig, und mussten deshalb danach besonders intensiv Abbitte für diesen Irrtum leisten. Das meint unter anderem Alain Finkielkraut, Pascal Bruckner oder Bernard Henry Levy.

Kein Krieg westlicher Mächte ist ihnen für Unterstützung zu schade, droht uns vor den geplanten Angriffen doch angeblich der Faschismus oder Hitler oder die Islamisten oder sonst eine teufliche Achse. Derartiges Theater fand in Deutschland unter Ex-Linken immer wieder Nachahmung, man erinnere sich an den prominenten Ex-Frankfurter Fischer, der in Serbien die Monteure von Konzentrationslagern an der Arbeit sah und schnelle Bomardierung forderte.

Wie bei ihren Freunde, den Neokonservativen in den USA sind es immer Feinde des Westens, die bei den Propaganda-Crews im Visier stehen. Die dazu kontrastierende Ruhe der Aufklärer bei Volksrevolten in verbündeten Systemen spricht allerdings Bände. Diese Verlogenheit ist nun sogar der FAZ aufgefallen, die sich angewidert abwendet, wenn Finkielkraut wünscht, dass die arabischen Diktaturen an der Macht bleiben, damit bei den Bevölkerungen nichts aus dem Ruder läuft.

Dazu gehören die passgenau aufklärenden Worte des englischen Premiers gegen “Islamismus” (der natürlich aus dem “Multikulti” bei uns herrührt), die vermutlich als Solidaritätsadresse nach Kairo gedacht waren oder an die gleichzeitig stattfindenden Demonstrationen von Nazis gegen den Islam in London.

Mut zeigten in London aber deutsche Studenten, die erfolgreich gegen eine Einladung von zwei Gesinnungsgenossen der genannten rechts-aussen Fraktionen agierten, nämlich gegen Vorträge der Stammtisch-Philosophen Thilo Sarrazin und Henrik M. Broder.


Politische Kriseninterpretation: welche Krise denn?

Die Bornheimer Tagung zum Krisenverständnis im Januar diesen Jahres bot unterschiedliche Thesen zum Verständnis der Krise – mit der allgemein geteilten Meinung, dass der “staatlich-ökonomische Komplex” hierzulande ein ganz geschicktes Krisenmanagement abgeliefert hat.

Überzeugende Konzepte?

Die Diskussion über diese Thesen berührte ein weites und anregendes Spektrum politischer Interpretation: es ging um Hirschs Infrastruktur und seine Relation zur faktisch herrschenden Ökonomie; die Frage der faktischen Schwäche von Lohnempfängern in Verhandlungen und Auseinandersetzungen; die Möglichkeit einer zunehmenden Delegitimierung des Kapitalismus – immerhin einem wieder akzeptierten Begriff; und den Zweifeln an der zu optimistischen Sicht von Frings, die den deutschen Korporatismus vernachlässigt und die Schwächen echter Opposition unterschätzt.

Bild: taz

Bild: taz

“Nun mal zur Revolution”

Die Diskussion zeigte auf, dass Delegitimierung ohne echte Handlungsalternative für Akteure auf Dauer folgenlos, sogar noch weiter frustrierend wirke: zu politischen Akteuren komme es ohne diese nicht. Ähnliches gilt für die globalisierte Aufstockung unseres Kapitalismus: wieso sollte sich in China eigentlich nicht das gleiche Phänomen bruchlosen Massenkonsums und Korporatismus wiederholen, wie wir es hier so gut kennen ? Aktivierung gegen die bloße Hinnahme herrschender ökonomischer Struktur und ihre deklassierenden Bedingungen, das soll emanzipatorische Wege aufzeigen.

Als Anker dafür kann Joachim Hirschs “Infrastruktur”-Vorschlag arbeiten, eine Konzeption, deren Diskussionen allein schon politisch anregend wirken können. Sie stellt weitreichend sichernde Bedingungen für alle Bürger in den Raum, die gleichzeitig die herrschenden Deklassierungsstrukturen unterminieren.

Eine Postulierung von “Diskursen”, “Protesten” und “Kämpfen” allein reicht für die Bildung nachhaltiger politischer Initiativen aber nicht, man benötigt anspruchsvollere Theorien und Ideen, die als Impuls für den Eigensinn der Menschen arbeiten können. Konzepte wie die “Infrastruktur” bieten dafür nur einen ersten Schritt. Die Ressourcen dafür liegen aber an vielen Stellen verborgen.

Wo ist denn die Krise?

Ernüchternd blieben die kurzen Zustandsberichte aus verschiedenen Wirtschaftsbereichen: nicht nur Initiativen des “Prekariats”, von HartzIV-Betroffenen verspürten keinen “Krisen-Aufschwung”, sondern in der Metallindustrie und beim Automobilbau, der Bauindustrie oder im Gesundheitswesen war business as usual. Kein politisches Krisen-Fieber vor Ort. Aber wen wunderts: wo seit Jahren Dauerkrise und permanenter Druck angesagt ist, wie können dann in Vorstandsetagen und Ausschüssen für echte Aufregung sorgen. Ausser auf den Cocktailpartys zur Bilanzkonferenz.

So steht die Frage im Raum, wo ein Krisenwandel, eine Besonderheit in den Erfahrungen denn herkomme soll, z. B. wenn der Mercedes-Arbeiter die Kurzarbeit nett findet, “um endlich mal die Sachen zu erledigen, die seit Jahren liegen geblieben sind“. In der korporatistischen deutschen Verfassung, dem klandestinen Zusammenspiel von Gewerkschaften und Firmen, den Kämpfen der Abteilungen und Standorte in Unternehmen gegeneinander, der Vereinzelung vieler Beschäftigter in befristeten Verträgen: wo sollen hier denn gemeinsame Interessen für echten “Widerstand” herkommen ?

Dazu kommt, dass die Krise bei uns vorläufig exportiert wurde: andere Länder in Europa haben “schlecht gewirtschaftet”, bietet hier ansässigen Finanzunternehmen dabei sogar durch hohe Anleihezinsen die Möglichkeit für unerwartete Extragewinne. Derart spielt ein Uberlegenheitsgefühl zusammen mit dem “noch einmal davon gekommen”, an das man sich bereits länger gewöhnt hat.

Die Politik von Gesellschafts-Krisen

Vermutlich darf die gegenwärtige Krise politisch auch nicht kurzfristig interpretiert werden, sondern als katalysierendes Ereignis, das Denkgewohnheiten aufbricht und ungewohnte Töne wieder erlaubt: sie bietet deshalb gewisse politische Artikulationsmöglichkeiten. Gegen die Nivellierung in der Krise durch die bürgerliche Politik wird deshalb eine Sensibilität für Stimmungen und Kämpfe nötig, die mit verschiedenen Krisenbegriffen arbeiten kann. Deren dauerhafte Artikulation wiederum verlangt Abstützungen durch Sets von konzeptionell wohlgeformten Handlungsalternativen mit höherer Reichweite als es etwa Konzepte von Attac oder Keynesianern erlauben.

Hier spielt aber noch die allgemeine Verunsicherung großer Schichten in den westlichen Ländern gegen die zunehmende latente Delegitimierung der ökonomischen und politischen Apparate eine Rolle – depolitisierende Individualisierung verläuft quasi über Angst. Die politische Erfahrung bis zur Bildung von Initiativen muß deshalb lernen, mit Fragmentierung wie mit Homogenisierung umzugehen. Erst dann kann sie schrittweise die Übergänge von lokalen Krisen zu einer gesellschaftlichen Krise handhaben.

Deshalb wird es zunehmend wichtiger, Wiedervernetzungen oppositioneller Kulturen in mehreren Dimensionen anzustreben, insbesondere über regionale Links.


Medien-Kompass – Zweite Februar-Woche 2011

Bild: Huffington Post

Bild: Huffington Post

War das wirklich ein Paukenschlag: das Flagschiff des “alternativen Web-Journalismus”, die Ikone der “Befreiung durch Breitband”, das US Zeitungs-Portal Huffington Post wurde verdealt, an AOL, einen globalen Medienkonzern. Für lächerliche 315 Millionen Dollar, die das private Budget von Ariana Huffington, eine der “100 enflussreichsten Personen” aufbessert. Passend vielleicht dazu die Lektüre: “warum es in den USA keinen Sozialismus gibt” – in verschiedenen Ausgaben, Büchern und Aufsätzen seit über 100 Jahren.

In diesem Zusammenhang: Unwahr ist, dass dem FGZ-Herausgeber Bert Bresgen für die FGZ von der Bertelsmann AG ein Angebot von 20 Millionen Euro offeriert wurde. (Oder war es das “Journal Frankfurt”?)

Wahr ist dagegen, dass Herr Bresgen von einer Finanzfirma erheblich geschröpft wurde, und dass er – unabhängig davon -  für die Liste der 10.000 wichtigsten zugezogenen Frankfurter nominiert wurde.

Ein neuer Web-Dienst für die journalistischen Welt wurde im Januar online geschaltet: der “Commentarist“. Er bietet Aggregate von Beiträgen einzelner Journalisten. Bemerkenswert dabei, dass er die Kommentare der gewünschten Auoren sammelt, der Leser kann dessen Argumentationsstrategien über verschiedene Medien und Blogs hin verfolgen, ohne lange suchen zu müssen.

Nun ist nach wenigen Tagen schon mal Schluß damit: es sind wohl wieder die “Süddeutsche Zeitung” und die “Frankfurter Allgemeine Zeitung“, angebliche Flagschiffe der “Freiheit der Medien”, die aktiv gegen verschiedene Internetplattformen vorgehen. Die beiden möchten einfach ihr Verlagskonzept erhalten, bei der FAZ zum Beispiel durch die Bezahlung von 2 Euro für die Nachricht, dass die städtische Baumschule in Frankfurt Bergen-Enkheim letzten Montag geschlossen war. Oder so.

Kommentare:

1.: siehe die erste Meldung

2.: Hellau!

Zum Großen Journalismus der FAZ lässt sich eine kleine Sensation anführen, das Interview von Frank Schirrmacher mit dem ersten islamistischen Demokraten, und zwar von den Malediven: Mohamed Waheed. Das Interview ist bemerkenswert, weil schon in der Überschrift die Deutsche Philosophie, speziell die Frankfurter in einer Weise geehrt wurde, die bisher deutsche Philosophen in Zeitungen nur GOTT vorbehalten haben. Martin Heidegger sprach es in seinem legendären Spiegel-Inteview 1966 aus: “Nur ein Gott kann uns retten“.

Heute heißt es: “Nur ein HABERMAS kann uns retten“. Wir möchten keine Vermutungen darüber anstellen, ob so die emanipatorischen Ansprüche der Frankfurter Schule heute wieder in die Welt getragen werden können. Bei uns ist Jürgen Habermas inzwischen eher als “Staatsphilosoph”, als Geist der Berliner Republik bekannt. Aber vielleicht geht das ja mit dem Gott zusammen – oder so muß sich das auch FAZ-Herausgeber Frank Schirrmacher gedacht haben.

Wir wissen nicht so recht, was es genau bedeuten soll, dass das kleine Manifest des 93-jährigen Franzosen Stephane Hessel mit dem Titel “Empört euch” im Amazon Rang auf Nr. 1 steht ?! Liegt es am Preis, an der aufmerksamkeits-kompatiblen Kürze oder der Essenz? An allem zusammen ?

Erstaunlicherweise verkaufen es einfach irgendwelche Leute in Frankfurter Kneipen.


Des Aufrufs letzter Teil

Schlussbetrachtungen

Aus dem bisher Gesagten lassen sich einige Folgerungen ableiten, Notwendigkeiten, die den Eintritt in die neue Zeit nicht als Katastrophe erfahren lassen, sondern als weiteren Schritt in der Menschheitsgeschichte markieren. Je konzentrierter und umfassender dies geschieht, umso stärker wird die Position sein, umso nachhaltiger die Stellung im globalen Wettbewerb gefestigt.

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