Frankfurter Gemeine Zeitung

Die schönsten Momente

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U-Bahnstation Bockenheimer Warte, heute. Die auf die U-Bahn Wartenden starren auf die Infoscreen. Dort ist zu lesen: “5000 Tote durch Erdbeben in Japan. Tausende vermißt. Die Regierung befürchtet Kernschmelze in drei Reaktoren.” Dann erscheint der Schriftzug: “Für die schönsten Momente im Leben. Mach mit und schicke uns deine schönsten Momente des Tages, die Du mit deinem Handy gefilmt hast.” Dann: “Achtung U-Bahn fährt ein.”

Ein oder zwei Ozeane entfernt erwacht jemand. Er stellt fest, dass er unter den Trümmern seines Hauses liegt und sich kaum bewegen kann. Mühsam versucht er, sein Handy zu erreichen, um Hilfe herbeizurufen.
Schließlich gelingt es.
Aber dann begreift er, dass er die PIN-Nummer vergessen hat und dass sie ihm nie wieder einfallen wird.


Blind Dates 15.3.- 21.3.

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Di 15.3.
Naxos-Kino: Radio Star – die AFN – Story. Dokumentarfilm & Gespräch 20 Uhr
, Filmreihe Hören und Sehen (1): von Hannes Karnick & Wolfgang Richter: London, 4. Juli 1943. Während sich die alliierten Truppen auf den D-Day vorbereiten, wird auf Befehl der Generäle Dwight D. Eisenhower und George C. Marshall der American Forces Network (AFN) gegründet. Es ist die Geburtsstunde eines Senders und gleichzeitig des heute weltweit größten Networks, des Armed Forces Radio und Television Service, der die amerikanischen Truppen zu allen Fronten und allen Krisengebieten der letzten 50 Jahre begleiten sollte. Zu sehen und zu hören ist außergewöhnliches und z.T. unveröffentliches Archivmaterial, etwa der AFN “on the Road to Berlin” oder von Ostberlin gefälschte AFN-Programme während des Mauerbaues. Mit Diamonds are the Girls best Friends trifft Marilyn Monroe 1953 ihre Fans an der Front in Korea. Anschließend Filmgespräch mit den Regisseuren, dem früheren Nachrichtenchef des AFN, Gerry Bautell und dem Historiker John Provan, der sich maßgeblich mit dem AFN beschäftigt hat. Moderation: Wolf Lindner.
Cafe Exzess, 20 Uhr: Anfang Februar 2011 brachen mehrere hundert Aktivistinnen und Aktivisten von Bamako, der Hauptstadt Malis, nach Dakar, der Hauptstadt Senegals auf. Das Ziel war das Weltsozialforum in Dakar. Organisiert wurde die Karawane vom Netzwerk „Afrique-Europe-Interact“, ein kleines, transnational organisiertes Netzwerk, welches im Oktober 2009 gegründet wurde. Beteiligt sind AktivistInnen aus Mali, Deutschland, Österreich und den Niederlanden. Ihre zentralen Forderungen sind das Recht auf die Freiheit der Migration nach Europa, aber ebenso das Recht auf gerechte Entwicklungschancen in den afrikanischen Ländern selbst. Hagen Kopp, kein mensch ist illegal/Hanau und Teilnehmer der Protestkarawane von Bamako nach Dakar, wird über die Reise berichten.

Mi 16.3.

Ponyhof Les Caméléons. Feinstaub präsentiert Latino Ska Punk from France. Einlass: 21 Uhr

Mampf „Velvet moods“Doro Ignatz (v) + Mathias Schabow (p),- Soul, Jazz, Funk und Blues - www.doroignatz.de

Do, 17. 3.
20 Uhr, Club Voltaire: Integration in Hessen am Scheideweg.
Podiumsdikussion mit Turgut Yüksel (SPD), Ausschuß für Bildung und Integration, Mitglied Stadtverordnetenversammlung Frankfurt und Hans-Christian Mick (FDP), Mitglied Hessischer Landtag Wiesbaden: Die Kommunalwahl steht vor der Tür. Alle Parteien in Hessen hatten sich seit den letzten Wahlen viel vorgenommen, um das Zusammenleben zwischen Deutschen und Migranten zu verbessern. Wir wollen in der Veranstaltung mit Vertretern aus der Politik eine Zwischenbilanz ziehen, offen die kritschen Fragen ansprechen, und den Blick auf die Schritte in der Integrationspolitik der nächsten Jahre richten. Veranstalter: Forum für mehr Integration

Hafen2 Film: HafenSneak. Werkstatt, Einlass 19h30, Beginn 20 Uhr, Eintrittsspende bestimmen Sie, ab 18 Jahren. Konzert: Jeans Wilder, Old Arc. Saal, Einlass 21 Uhr, Beginn 21h45. Nachtcafé: Daniel Brettschneider. Café, 21 Uhr

Frei 18. 3.
19:00, Ort: / Yer: Türkisches Volkshaus Frankfurt e.V., Werrastr. 29, DISKUSSIONSVERANSTALTUNG / TARTIŞMA TOPLANTISI: GEKOMMEN UM ZU BLEIBEN! ANFORDERUNGEN AN EINE LINKE MIGRATIONSPOLITIK /
KALMAK İÇİN GELDİK! SOL GÖÇ POLİTİKALARINDAN BEKLENTİLER. Türkeistämmige und kurdische MigrantInnen diskutieren mit PolitikerInnen der Partei DIE LINKE über migrationspolitische Positionen. 2011 hat die Rosa-Luxemburg-Stiftung erstmalig bilinguale politische Bildungsangebote in Türkisch und Deutsch in ihr Programm aufgenommen.

19.30 Uhr, im Junity Burgelfstr.19 in Friedberg : “Das mit den Russenweibern ist erledigt” - Massenmord von SS-Einheiten in der Endphase des Dritten Reiches in Wetterau und Vogelsberg. Vortrag von Michael Keller, Historiker. Veranstaltung der Antifaschistischen Bildungsinitiative e.V. aus der Reihe “Aus Geschichte lernen – Widerstand leisten”.

Hafen2 Film: Walk the Line. Werkstatt, Einlass 19h30, Beginn 20 Uhr. Konzert: Zoey van Goey, Louis Barabbas & The Bedlam Six. Saal, Einlass 22 Uhr, Beginn 22h30. Nachtcafé: tba. Café, 22 Uhr

Mampf  DUO BOSSALERO Marjorie Jimenez (voc) und Jean Peter Braun (g) http://www.jean-peter-braun.de/projekte.php

Sa 19.3.
Mampf 19.3.2011 ATTILA VURAL   (g)
Specialist magazine of Germany ‘Guitar & Bass’ – 2010/07/18 “To extend the limits of an instrument such as a guitar would seem to be hardly possible, which makes what Swiss acoustic guitarist Attila Vural has accomplished on his newest album “Some Place of Sounding” even more impressive. He mainly plays an 8 string guitar and a two-neck model with 14 strings.”

So 20. 3.

ExZess Großer Hallenflohmarkt im Exzess. All the trash you need! 12-18h. Alles von privat – keine Händler, kein Nazikram! Cafe+Kuchen+Handkäs – gute Musik + warme Halle! Standanmeldungen willkommen (5 Euro/Stand + 1 Kuchen) Montags 17h -22h – 069-774670

Club Voltaire 19.30 Uhr: “Klaus der Geiger” . Klaus der Geiger ist wohl Deutschlands bekanntester Strassenmusiker. Er, der zugleich Orchestermusiker ist, hat viele Demos und Veranstaltungen in turbulenten Zeiten begleitet. In Frankfurt wurde er in den 60er und 70er Jahren als Sänger und Musiker auf der B-Ebene und im Club Voltaire bekannt. Seine nunmehr gegenwartsbezogenen Texte sind weiterhin frech und böse und animieren zum Widerstand.

Montag, 21. 3.
20 Uhr: Club Voltaire: Autostadt Frankfurt: Lärm, Feinstaub und ein neues Autobahnkreuz?
Was kann getan werden?. Podiumsdiskussion mit: Stefan Majer, Stadtverordneter, Die Grünen, Frankfurt/M. / Klaus Gietinger, Regisseur, Autor von „Das Autohasser-Buch“ / Friedhelm Ardelt-Theeck, „Aktion Unmenschliche Autobahn“: Morgens und abends geht es rund auf den Ein- und Ausfallstrassen von Frankfurt: Hunderttausende von Autos rollen in die Stadt rein und wieder raus. Mitten in einem Wohngebiet soll zusätzlich zu all dem noch das Autobahnkreuz A66/A661 bis 2017/18 errichtet  werden:  Insbesondere den Bewohnern des Riederwalds, von Bornheim und von Bergen-Enkheim droht eine Lawine von Lärm und Abgasen. Zu einer Podiumsdiskussion haben wir Aktivisten und Verkehrsexperten eingeladen. Veranstaltet von: Linkes Forum Frankfurt & Club Voltaire.


Von Marktwirtschaft und Demokratie

Marktwirtschaft und Demokratie werden, insbesondere von sogenannten „Neoliberalen“ (warum diese nicht liberal sind, dazu später) gerne im Zusammenhang genannt, so als bildeten sie eine untrennbare Einheit, von der die Eine ohne die Andere nicht denkbar sei.

Tatsächlich scheint sich diese trügerische Erkenntnis auch in weiten Teilen der Bevölkerung durchgesetzt zu haben, dass eine funktionierende Demokratie eine möglichst freie Marktwirtschaft brauche.

Doch ist dies tatsächlich so? Ist Marktwirtschaft demokratisch?

Nehmen wir einmal an, wir hätten in einem fiktiven Land ein politisches System, welches zwar auf Abstimmungen beruht, das Gewicht der einzelnen Stimmen jedoch nach Grundbesitz verteilt ist, nach dem Motto „Wer mehr Fläche des Landes besitzt, der hat auch mehr zu sagen“.

Würden wir ein solches System als demokratisch empfinden?

Ich jedenfalls würde dies entschieden verneinen. Die Idee, der Gleichwertigkeit der Stimmen ist mit meiner Vorstellung von Demokratie untrennbar verbunden. Die Stimme des Reichen darf in der politischen Abstimmung nicht mehr wiegen, als die des Armen, etwas das in den demokratischen Staaten dieser Welt auch so geregelt ist.

Bill Gates hat bei den US-Präsidentschaftswahlen nicht mehr Stimmgewicht, als ein Tellerwäscher.

Vergleichen wir dies nun mit der Gesellschafterversammlung einer GmbH oder der Aktionärsversammlung einer Aktiengesellschaft.

Der Unterschied wird schnell deutlich. Hier wird nach Besitzanteilen abgestimmt.

Wer meinen vorherigen Ausführungen über Demokratie gefolgt ist, wird zugeben müssen, dass die Abstimmung in solchen Gesellschaften nicht demokratischen Prinzipien entspricht.

Noch eindeutiger ist dies in Einzelunternehmen, in denen der Chef letztlich als Autokrat, nur eingeschränkt durch die allgemeinen Gesetze, nach Gutdünken schalten und walten kann und nicht einmal Abstimmungen durchgeführt werden.

Wir haben also ein politisches System, welches jedem volljährigen Bürger die freie, gleiche und geheime Wahl zusichert und ein wirtschaftliches System, welches uns genau diese verweigert.

Doch, wie jedem klar sein dürfte, ist keines von beiden Systemen ein geschlossener Kreislauf.

Die Systeme sind vielschichtig miteinander verknüpft und aufeinander angewiesen.

Es werden sowohl wirtschaftliche Entscheidungen durch Handeln der Politik beeinflusst als auch politische Entscheidungen durch Handlungen der Wirtschaft.

Dadurch hat letztlich der, der wirtschaftliche Macht besitzt, auch im politischen System mehr Gewicht.

Diese Machtposition kann er ausnutzen um den Einfluss des undemokratischen Wirtschaftssystems auf das demokratische politische System auszubauen, letztlich also gewählte Politiker zu seinen willfährigen Marionetten machen, beziehungsweise dafür sorgen, dass nur noch ebensolche gewählt werden.

Hierzu hat er ja auch allen (egoistischen) Grund, denn dadurch kann er seine eigenen Handlungsmöglichkeiten auf Kosten der Handlungsmöglichkeiten anderer vergrößern.

Dass dies stattfindet, sieht man schon an Privatisierungen, welche letztlich nichts anderes sind, als ein Ausverkauf des demokratischen Staates und damit eine allgemeine Entdemokratisierung.

Ein Staatsbetrieb mag eventuell schwerfällig, bürokratisch und manchmal ganz schön unattraktiv sein, doch er hat einen klaren Vorteil:

Er unterliegt der demokratischen Kontrolle. Die Bürger können zumindest mittelbar über ihre gewählten Vertreter auf einen solchen Staatsbetrieb Einfluss nehmen, sofern diese tatsächlich noch ihre gewählten Vertreter sind.  Ein Staatsbetrieb unterliegt außerdem größerer öffentlicher Kontrolle in Bezug auf Einhaltung von Gleichberechtigungsvorschriften, sozialem Umgang mit Mitarbeitern, Mitbestimmung und Kündigungsschutz.

Wenn wir diesen Staatsbetrieb jedoch privatisieren, könnte er, sofern es sich um eine echte Privatisierung und nicht um eine der politisch so beliebten halbgaren Teilprivatisierungen handelt, vom erstbesten Meistbietenden gekauft werden.

Was einstmals gemeinsames Eigentum der Bürger war, gehört dann vielleicht einer Großbank, einem Ölscheich oder einem russischen Rohstoffmilliardär.

Um Mitbestimmung der Bürger werden sich diese wohl eher nicht kümmern.

Auch jedes Outsourcing von staatlichen Aufgaben an private Anbieter, schlägt in die selbe Kerbe.

Doch bringt Privatisierung nicht wenigstens wirtschaftlich etwas?

Ich halte das für eine Milchmädchenrechnung, die auf Kurzfristigkeit angelegt ist. Natürlich spült der Ausverkauf des Tafelsilbers erst einmal Geld in die Taschen des Staates.

Doch denken wir einen Moment nach:

Was lässt sich überhaupt privatisieren?

Offenkundig doch nur solche Bereiche, die zumindest potentiell gewinnträchtig sein können. Kein privater Anbieter wollte eine Aufgabe übernehmen, die von Vornherein ein reines Draufzahlgeschäft ist.

Sollte ein privater Anbieter eine Aufgabe übernehmen, die in staatlicher Hand ein Verlustgeschäft war, so müsste er etwas unternehmen, um die Erfüllung dieser Aufgabe wirtschaftlich zu gestalten.

Er müsste also entweder die Aufgabenerfüllung qualitativ zurückschrauben oder aber Dienstleistungen, die bisher für den Bürger kostenlos waren, in Zukunft kostenpflichtig gestalten.

Privatisierung heißt also: Der Staat verkauft alle Bereiche, die zumindest potentiell profitabel sein könnten und behält den definitiv unprofitablen Rest.

Die Abwärtsspirale dreht sich!

Der weitverbreiteten Mär, Privatunternehmen seien effizienter als staatliche Betriebe, schenke ich keinen Glauben.

Wieso sollte ein System, welches Werbung treiben und Topmanager auszahlen muss, kostengünstiger funktionieren, als eines welches nicht unter diesem Druck steht?

Nicht zu vergessen ist auch, dass Manches was subjektiv als Bürokratie empfunden werden mag, letztlich vor allem der Einzelfallgerechtigkeit und der systeminternen Kontrolle dient. In manchem Sinne stellt sogenannter Bürokratieabbau einen Verlust dar, der sich in wirtschaftlichen Zahlen nur schwer messen lässt. Über dieses Thema habe ich schon geschrieben.

Auch ist nicht zu vergessen, dass angebliche Effizienz oft auf Kosten der eigenen Beschäftigten der ehemals staatlichen Unternehmen geht.

Die Deutsche Bundespost war ein großer und sozial eingestellter Arbeitgeber, der ganzen Generationen von Postbeamten ein sicheres Auskommen bot. Viele der Kurier- und Paketdienste, die jetzt auf dem freien Markt tätig werden, greifen hingegen auf unterbezahlte und unzureichend sozial abgesicherte Scheinselbständige zurück.

Dies erscheint mir als arg hoher Preis für den eventuell minimal verbesserten Service oder die freie Wahl des Anbieters, der nun unsere Pakete durch die Landschaft fährt.

Wer dies anders sieht, der sollte sich selbst mal ein paar Monate in einem prekären Arbeitsverhältnis durchs Leben schlagen.

Aber könnte nicht die Freiheit der Anbieterwahl ein schlagendes Argument für Privatisierungen sein?

Könnte nicht Freiheit ganz allgemein das schlagende Argument für eine freie Marktwirtschaft sein?

Das Wort „Freiheit“ jedenfalls wird von Neoliberalen recht gerne im Munde geführt.

Klar ist, dass Freiheit ein hohes Gut ist.

Doch kann falsche Freiheit nicht auch in ihr Gegenteil umschlagen? Kann Freiheit nicht manchmal tatsächlich Sklaverei sein?

Was ist überhaupt „falsche Freiheit“? Gibt es so was?

Ich würde „falsche Freiheit“ folgendermaßen definieren:

Freiheit ist dann falsch, wenn sie in ihr Gegenteil umschlägt. Dies ist dann der Fall, wenn ein stärkerer Akteur die Freiheit erhält, einen schwächeren Akteur ungehindert zu unterdrücken.

Um meine Aussage zu verdeutlichen möchte ich ein kleines Gleichnis aufstellen:

Nehmen wir an, wir haben ein Wildgehege. In diesem Wildgehege befinden sich fünf Lämmer und ein wilder Tiger.

In dem Gehege können sich sowohl die Lämmer, als auch der Tiger völlig frei bewegen. Es gibt nur einen sehr kleinen abgetrennten Bereich, dessen Eingang gerade groß genug ist, dass ein Lamm durchpasst, der Tiger hingegen nicht.

Was wird also passieren?

Es werden sich wohl die Lämmer, sofern sie nicht gefressen werden wollen, in ihrem winzigen Bereich zusammendrängen, während der Tiger das gesamte Gehege für sich hat.

Theoretisch könnten sich die Lämmer auch überall in dem Gehege frei bewegen, doch praktisch nützt ihnen dies nichts, da ihre Freiheit durch einen stärkeren Akteur eingeschränkt wird.

Nehmen wir an, wir würden nun den Tiger in einen abgetrennten Bereich einsperren:

Dann könnten sich die fünf Lämmer frei bewegen.

Wir hätten also fünf Individuen dadurch Freiheit gegeben, dass wir ein Individuum einschränken.

Wenn wir von der Gleichwertigkeit der Individuen ausgehen, hätten wir damit gewissermaßen einen „Nettogewinn“ von Freiheit erzielt.

Im wirtschaftlichen Zusammenhang haben wir oft das Verhältnis, dass ein starker Akteur vielen schwächeren Akteuren gegenübersteht.

Wir haben einen Vermieter gegenüber vielen Mietparteien und einen Arbeitgeber gegenüber vielen Arbeitnehmern.

Das Argument, der schwächere Akteur habe auch die „freie Wahl“ gehabt, ist zu oft zynisch.

Wenn ein stärkerer Akteur im Besitz eines vom schwächeren Akteur dringend benötigten knappen Gutes ist, so kann er meist die Bedingungen des Vertrages diktieren.

Als Bespiel:

Wahrscheinlich hat jeder von uns schon einmal „freiwillig“ zugestimmt, dass eine SCHUFA-Auskunft über ihn eingeholt wurde. Bei Licht betrachtet ist diese angebliche „Freiwilligkeit“ aber eine Farce, denn ohne die Zustimmung hätte man keinen Handyvertrag abschließen oder kein Konto einrichten können.

Da hätte es auch nichts genützt zur Konkurrenz zu gehen, da diese die „freiwillige“ Zustimmung ebenfalls verlangt hätte.

Genauso, wie man „freiwillig“ die immer unverschämter werdenden RMV-Fahrpreise bezahlt.

Wenn es einem nicht passt kann man ja immer noch zu Fuß gehen oder sein eigenes Konkurrenzunternehmen aufmachen… nicht wahr? Wahre Freiheit fühlt sich anders an!

Wer wirklich für Freiheit einsteht, muss dafür sorgen, dass die stärkeren Akteure an die Leine gelegt werden, zu Gunsten der schwächeren Akteure.

Wer sich hingegen undifferenziert für die Freiheit (auch des stärkeren Akteurs) ausspricht, der könnte auch gleich die Legalisierung von Vergewaltigung im Dienste der sexuellen Selbstbestimmung des Vergewaltigers fordern.

Bei der Beschränkung der Freiheit des stärkeren Akteurs muss natürlich trotzdem dessen Menschenwürde gewahrt werden. Ich bin, weiß Gott, kein Bolschewik, der alle Unternehmer am liebsten hängen würde. Nichts läge mir ferner.

Doch oft handelt es sich beim stärkeren Akteur eben nicht um einen Menschen, sondern um eine juristische Person.

Juristische Personen aber können weder lachen noch weinen, weder lieben noch leiden. Sie sind schlicht und einfach keine real existierenden Menschen.

Sie können daher nach meinem Dafürhalten nicht selbst Träger von Menschenwürde sein, sondern nur die natürlichen Personen, aus denen sie sich zusammensetzen.

Dies sollte den Staat nicht daran hindern, die Rechte einer juristischen Person nach Bedarf zu beschneiden, sofern nicht in die Rechte einzelner natürlicher Gesellschafter eingegriffen wird. Ein Beispiel hierfür wäre eine Aufhebung der Haftungsbeschränkung beziehungsweise Abschaffung der GmbH.

Warum muss es eine Rechtskonstruktion geben, die dazu führt, dass die Verantwortlichen einer Firma für deren Misswirtschaft nicht verantwortlich gemacht werden können?

Man könnte Gesellschaften beispielsweise auch dazu zwingen, mehr Mitbestimmung Einzelner, unabhängig von ihren Anteilen zuzulassen.

Und auch wenn in die Rechte der natürlichen Personen eingegriffen wird, ist dies eine Abwägungsfrage, die oft zu Gunsten der größeren Zahl an schwächeren Akteuren ausgehen muss.

Ich jedenfalls würde kein Problem darin sehen, im Rahmen einer Verstaatlichung einen Großaktionär zu enteignen, wenn dies auf Basis eines Gesetzes und unter angemessener Entschädigung geschieht.

Artikel 14 Abs. 3 unseres Grundgesetzes ließe eine solche Möglichkeit durchaus offen.

Was also wäre eine ideale Gesellschaft?

Für mich wäre eine ideale Gesellschaft eine demokratische Gesellschaft, in der die demokratische Einflussnahme nicht durch die Machtausübung einiger starker Akteure ausgehebelt werden kann.

Ich wünschte mir eine Gesellschaft, die die Freiheit des Einzelnen betont und genau deshalb jene an die kurze Leine nimmt, die die Freiheit der Anderen durch ihre überlegene Machtposition einschränken würden.

Mit anderen Worten: Eine wahrhaft liberale Gesellschaft, die genau das Gegenteil dessen ist, was manch ein Neoliberaler unter liberal versteht!


Wen bremst die “Schuldenbremse” aus?

Stellen wir uns mal janz dumm und fragen: Wen bremst die Schuldenbremse aus und wen nicht? Wem die Ausführungen von Ökonom Klemens Himpele zu kompliziert sind, schaue sich dieses Video an:


Der Kleingartentorschlüssel verantwortliche

Gartenzwergpolizei

Die folgende Geschichte ist keine Parodie. Ich verbürge mich hiermit für ihren Wahrheitsgehalt, auch wenn sie sich vielleicht unglaublich anhört:

Ich habe einen Freund in Karlsruhe, den ich regelmäßig besuchen fahre. Einmal im Jahr veranstaltet er zusammen mit einem Kumpel ein schönes Sommerfest mit etwa 100 Gästen. Da mein Freund Perfektionist ist, treibt er dabei regelmäßig einen immensen Aufwand, mietet Bierbänke, Zelte und eine große Musikanlage.

Das Fest findet auf einer Wiese neben einer Kleingartenanlage statt, auf der der Kumpel meines Freundes eine Gartenparzelle gemietet hat. Von dort holt er mittels Verlängerungskabel den Strom für die Feier.
Der Pächter der Wiese hat nichts dagegen, dass auf seiner Wiese gefeiert wird, sofern am nächsten Tag der Müll weggeräumt wird.

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Schützt den Linkskonservativen

Bestimmt werde ich ihn in Zukunft in meinen Texten verlachen, schmähen und manchmal auch beschimpfen und doch möchte ich hiermit sagen:
Es ist alles nicht so bös gemeint!

Eigentlich mag ich ihn ja doch, den Linkskonservativen.

Der typische Linkskonservative hat einen überdurchschnittlichen Bildungsgrad und liest Tageszeitungen aus Pflichtgefühl. Am besten mehrere davon und wenn er sie nicht liest, so kauft er sie wenigstens, denn er würde es schrecklich bedauern, wenn die guten alten Printmedien durch das oberflächliche Internet ins Abseits gerieten.

So etwas wäre ihm schließlich zu viel Veränderung und der Linkskonservative hat erkannt, dass Veränderung etwas grundsätzlich Negatives ist.
Denn jede gesellschaftliche Veränderung kennt nicht nur Gewinner, sondern auch Verlierer.

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Sicheres Atom ? Demonstration am 14. in Frankfurt

Die japanische Regierung geht davon aus, dass es nach mehreren Explosionen mindestens in zwei Atomreaktoren bereits „teilweise zur Kernschmelze“ der Brennstäbe gekommen sei. Über 200.000 Menschen sind auf der Flucht vor der Gefahr weiterer Explosionen und eines Super GAU.

Schrottreaktoren wie Biblis sofort stilllegen!

Kundgebung am Montag, 14.03.2011. 17.30 Uhr

Katharinenkirche/Hauptwache

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