Frankfurter Gemeine Zeitung

Komplette Einhausung A 66 und A 661 im Frankfurter Osten

Stadt muss Bund in die Verantwortung nehmen

Zum Vollausbau der Ostumgehung Frankfurt A 66/A 661, A 66 Riederwaldtunnel, Autobahnkreuz Frankfurt Ost.

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Das Aktionsbündnis Unmenschliche Autobahn verfolgt mit großer Aufmerksamkeit die laufenden Koalitionsverhandlungen von CDU und Grünen für die künftige Regierungszeit in Frankfurt. Die Bürgerinitiativen und Umweltverbände, die sich seit Jahrzehnten kritisch mit dem Autobahnbau im Frankfurter Osten auseinandersetzen, erwarten von Grünen und CDU, dass sie ihren hehren Worten Taten folgen lassen. Die Bürgerinnen und Bürger müssen – wie vor der Kommunalwahl stets betont – tatsächlich an der Gestaltung der Stadt Frankfurt aktiv beteiligt werden und auch auf die Planung von Großprojekten Einfluss nehmen können. Dem Schutz der Umwelt wie auch der Lebensqualität in Frankfurt muss insbesondere im Frankfurter Osten künftig stärkere Beachtung geschenkt werden.
In offenen Briefen appelliert das Aktionsbündnis an die alten und künftigen Koalitionspartner CDU und Grüne bzw. deren neu gewählte Stadtverordnete, den Schutz der vom Autobahnbau im ganzen Frankfurter Osten betroffenen Bevölkerung von sechs Stadtteilen bzw. Wohngebieten wie auch des gesamten östlichen Grüngürtels in den Koalitionsvereinbarungen unter allen Umständen fest in ihrem Koalitionspapier zu verankern.
Das Aktionsbündnis verweist dabei auch auf die Ankündigung von von Helmut Heuser (CDU), Stefan Majer (Grüne) und ihrem Parlamentskollegen Oesterling (SPD) vom 16. März 2011 im Rahmen der von den Bürgerinitiativen veranstalteten Podiumsdiskussion „Komplette Einhausung der Autobahnen A 66 und A 661 im Frankfurter Osten“ , dass ein Gutachten zur Prüfung der Machbarkeit einer Einhausung auch im südlichen Teil der A 661 zwischen Seckbacher Lärmschutzgalerie und Anschlussstelle Frankfurt Ost erstellt werden soll.
Nach Auffassung des Aktionsbündnisses ist dabei nicht nur das Autobahndreieck Erlenbruch und die A 66 bis zur westlichen Ausfahrt Riederwaldtunnel einzubeziehen, sondern auch der östliche Abschnitt der A 66 bei Bergen-Enkheim und Fechenheim. Eine Zweiklassengesellschaft werden die Betroffenen nicht akzeptieren.
„Die Einhausung muss bei Anbindung der A 66 an die A 661 stehen. Dafür müssen alle an einem Strang ziehen“, betont Friedhelm Ardelt-Theeck, Sprecher des Aktionsbündnisses. „Deshalb erwarten die Bürgerinitiativen, dass sie in Bezug auf die Festlegung der Bedingungen bzw. Kriterien für das geplante Gutachten und die nächsten Schritte mit einbezogen werden. Wir halten die beiden vorliegenden Gutachten der Stadt Frankfurt bzw. des Landes Hessen zur Lärmbelastung im nördlichen Abschnitt der A 661 für fehlerhaft und fordern neue Gutachten. Um keine Zeit zu verlieren, dürfen jetzt keine halben Sachen mehr gemacht werden.
Auch die unverständliche Tatenlosigkeit wie bei der Hallgartenschule muss ein Ende finden und der Bund endlich in die Verantwortung genommen werden. Uns steht Schutz vor Lärm und Schad­stoffen zu! Wir fordern auch, dass die Stadt sich endlich zum Wohle aller hinter die Kläger stellt!

F. Ardelt-Theeck (BVN e.V.)

Sprecher des Aktionsbündnisses Unmenschliche Autobahn (AUA)


Merzmensch eats Easter Bunny


Kleine Serpentologie

“Der ungiftige Lauerjäger dagegen muss nach dem Schlagen der Beute anders vorgehen. Würde er sie wieder loslassen, wäre sie für ihn verloren. Daher beißt er sich darin fest und umschlingt ihren Körper, vor allem den Brustkorb, mit seinem eigenen. Mit jedem Ausatmen der Beute zieht die Schlange fester zu, bis das Opfer das Bewusstsein verliert. Die Schlange hält jedoch noch so lange fest, bis dessen Herz aufgehört hat zu schlagen. Nachdem der Tod eingetreten ist, kann die Schlange mit dem Verspeisen beginnen.”

Quelle: Wikipedia

Wer eine Schlange sucht, muss wissen, wo er sie finden kann. Ein fester, entschlossener Tritt ist hierbei besonders hinderlich, denn eine Schlange flieht, wenn die Erde bebt. Weil sie mit dem Bauch fühlt. Wer das nicht weiß, wird graben, tauchen, oder ihr nachsteigen müssen.

Wenn Du durchs Feld gehst, musst Du ins tiefe Gras, dort sind ihre Nester; am Besten suchst Du nach Steinen.

Wo viele Bäume sind, jagen sie in Ihren Wipfeln den Vogel, der am lautesten singt und hausen in hohlen Bäumen, bei den Dryaden.

In den Bergen können sie überall sein, nur nicht im Schnee. Halt also Ausschau nach Sonne.

Wegen Ihr sind sie in der Wüste an jedem Ort. Dort finden sie Dich schneller als Du sie.

Und in den Sümpfen -suche nicht nach Schlangen…

Sollte ein solches Geschöpf eines Tages Deine Wege kreuzen, darfst Du nicht vergessen, dass Ihr Euch fürchten werdet und dass Ihr beide leben wollt.
Geht Euch nicht an, nur weil Ihr nicht wisst, was geschehen wird. Und fresst Euch nur, wenn Ihr Hunger habt.


Medienkompass – Ende April 2011

Ostern ist diesmal arg spät, deswegen gibt es im Medienkompass nur kurz zwei eher irritierende Nachrichten.
Die erste betrifft einen Medienliebling, einen, den das ganze kreative Volk liebt, verehrt. Nicht nur die Kreativen, sondern fast das ganze Volk und darüber hinaus sogar die Finanzmärkte. Der Medienliebling ist ein Doppel, bestehend aus dem Manager-Technik-Genie Steve Jobs und dem Hype-Konzern Apple.
Genau, das sind die schicken Läden in den großen Städten mit den besonders teuren Geräten die ganz edel aussehen und die ausgeklügelste Software mit dem tollsten Design haben. Und die alle kaufen und immer dabei haben wollen.

Solche wunderbaren Umstände und Gelegenheiten führten letzte Woche zu zwei mehr oder weniger überraschenden Ereignissen: Apple hat mal wieder alle Umsatz- und besondwers Gewinnrekorde gebrochen. Ob davon angeregt Jubeldemonstrationen der Kunden  höhere Preise und mehr  Softwarerestriktionen für die Phones, Pads und Macs forderten, um nächstes Jahr gemeinsam mit den Aktionären noch höhere Gewinne Apples feiern zu können, ist nicht bis zu uns vorgedrungen.

Aber: dem drängenden Wunsch zu wissen, wo die Kunden sich mit dem geliebten Gerät aufhalten, von dem sie kaum lassen können, konnte Apple einfach nicht widerstehen: Mobile Geräte von Apple speichern, wann ihr Nutzer wo steht und legen diese Daten dann in einer versteckten Datei auf dem Handy bzw. Pad ab. Das betrifft das iPhone und das iPad mit 3G.

Na wunderbar, und die Daten lassen sich auch nicht löschen. Wo die In-Firma sonst doch immer so viel Show darum machen, dass niemand ohne ihr Wissen etwas drauf auf ihre Apparate spielen kann? Vielleicht will die gewitzte US-Company bloß, dass man fix mehrere Geräte gleicher Art von ihr kauft, um mögliche Verfolger immer wieder zu irritieren. Das wäre dann auch toll für die Gewinne.

Wenn sich die  nun aber auch noch merken, wann ich was getippt habe, nützt das vielleicht doch nichts, wenn ich ein iPhone im Wackers habe und das zweite in Bockenheim rumliegt.

Erstaunliches tut sich in Bezug auf das Streben zur Mitte: das rot-grüne Wochenblatt Freitag plant offenbar einen politischen Pluralismus, der über das gewöhnliche liberale maß hinausgeht: prominenten Platz gab der Verleger Augstein (ja, der Name spricht für entsprechende Erbschaft) ausgerechten der rechten Trompete deutscher Kleinbürgerlichkeit: Henrik Broder.

Besagter wird bereits durch fast alle deutschen Konsensmedien durchgereicht, besonders im Medien-Hamburg. Broder leistet gute Arbeit bei der breiten Kultivierung des Rechtsaussen nach dem Motto “aber was drauf hat er“, das bei jedem Cocktailabend gutsituierter Akademiker problemlos durchgeht.

Ob Augstein mit seinem (unschuldigen!) Humor-Interview inhaltlichen Anschluß an Hamburger Produkte wie der Bild-Zeitung fürs Bürgertum (“Zeit”) oder der “Welt” sucht, sich gar einen Stammplatz bei Anne Will sichern möchte, weiß man nicht. Bei letzterer ist neben Augstein auch Sarrazin gern gesehener Gast. Der wieder ist Intimus von Broder.

Na was nun !? Geht der Freitag den Weg alles Irdischen?


Die Welt des schönen Scheins – unsortiert unbeständig

Varkala + 041

Der 1. Mai hat dieses Jahr mehrfache Bedeutung. Und im Grundsatz könnte er internationaler werden als vielen hierzulande lieb sein dürfte. Es gilt die „Arbeitnehmer-Freizügigkeit“ innerhalb der EU. Ich warte immer noch darauf, dass die Bild-Zeitung ihren Dauerkampf für die Freiheiten der Autofahrer beendet und mit Bildern aus der Völkerwanderung unsere nähere Zukunft beschwört. Halb Osteuropa sitzt auf gepackten Koffern, um endlich das europäische El Dorado zu plündern. Also: Deutsche versteckt die Wertsachen, besonders Arbeitsplätze, sonst klauen sie die Polen (warum immer nur auf die Polen?).

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Die Agentur

Für unser täglich Brot haben wir eine ganze Menge Banken, private und öffentliche, lokale und globale, staatsgetragene und staatstragende. Manche stellen sogar Geld her, andere verbrennen es bloß. Alle haben irgendwie damit zu tun, Geld an Kunden zu vergeben, oder noch besser, etwas Cash von Kunden zu bekommen, um es anderen zu leihen, mit möglichst viel Ertrag. Oder so gesagt: “Banker” sind mit allem beschäftigt was irgendwie damit zu tun hat.

Die Kunden der Banken können Privatleute, Firmen oder Staaten sein und für ihre nutzenbringende Betreuung steht eine ganze Heerschar weiterer Dienstleister bereit: Fonds und Versicherungen, Anwälte und Berater, IT-Spezialisten und Dealer. Um diesen ganzen Zirkus dreht sich ein gehöriger Teil des öffentlichen und halböffentlichen Lebens in Frankfurt.

So viel Gold

Und alle diese Mitspieler beim Geldgeschäft wollen ein möglichst großes Stück vom Kuchen abhaben. Um für dieses Resultat sicher zu gehen, muß der professionelle Geldhändler möglichst gut Bescheid wissen über die Kunden und ihre Kinderstube, das kennen wir schon aus der Schule: bei gutem Leumund leiht man dem Nachbarn auch mal nen Euro.

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Perverse Dankbarkeit

Gelegentlich geben uns alte Gedanken ein paar pfiffige Mittel an die Hand, zunächst verblüffend erscheinende Geschehnisse in ein rechtes Licht zu rücken. Die Osterfeiertage bieten dafür etwas Zeit. Vor Jahrzehnten kam ein damals bekannter Frankfurter Sozialphilosoph auf die Idee, die Zustimmung Betroffener zu Ereignissen, die ihnen eher schaden als helfen mit dem Konzept eines “überwertigen Realismus” zu erklären.

ganz realistisch
Theodor W. Adorno benannte damit das Konzept einer hochgradig übersteigerten Realitätsorientierung unserer Einschätzungen gegenwärtiger Gesellschaft. Unter ihrer Fuchtel folgen eine Reihe Bürger nicht bloß willig verbreiteten Normen, passen sich dem allgemein Geforderten nicht nur träge an, sondern möchten dies sogar noch übererfüllen. Eine (“überwertige”) Übertreibung sachlicher Notwendigkeiten landet damit in einer bedingungslosen Affirmation des Bestehenden, die sich möglichst jeder Reflexion entzieht.

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SPD: Hoffnungslose Warmduscher und Sarrazins Auferstehung

sarrazin neuEs ist Ostern und die SPD sieht aus irgendwelchen Gründen keinen Grund mehr, Thilo Sarrazin, aus ihren Reihen auszuschließen. Zur Erinnerung, dieser sagte und schrieb sage und schreibe folgendes:

“Die kulturelle Fremdheit muslimischer Migranten könnte relativiert werden, wenn diese Migranten ein besonderes qualifikatorisches oder intellektuelles Potential verhießen. Das ist aber nicht erkennbar. Anzeichen gibt es eher für das Gegenteil, und es ist keineswegs ausgemacht, dass dies ausschließlich an der durchweg bildungsfernen Herkunft liegt. So spielen bei Migranten aus dem Nahen Osten auch genetische Belastungen – bedingt durch die dort übliche Heirat zwischen Verwandten – eine erhebliche Rolle und sorgen für einen überdurchschnittlich hohen Anteil an verschiedenen Erbkrankheiten. Das Erbgut jener verbreitet sich, die am besten überleben und sich am meisten vermehren. Da die Überlebenschancen in der modernen Gesellschaft identisch sind, verbreiten sich die Gene jener am meisten, die die höchste Fruchtbarkeit haben.Alle Juden teilen ein bestimmtes Gen, Basken haben bestimmte Gene, die sie von anderen unterscheiden. Die Medien sind orientiert auf die soziale Problematik, aber türkische Wärmestuben können die Stadt nicht vorantreiben. Eine große Zahl an Arabern und Türken in dieser Stadt hat keine produktive Funktion, außer für den Obst- und Gemüsehandel, und es wird sich vermutlich auch keine Perspektive entwickeln. Das gilt auch für einen Teil der deutschen Unterschicht.”

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Ackermanns Traum (1)

1. Vorstandssitzung in einem Frankfurter Bankturm

Berger: „Sie sehen an diesen Charts, dass unsere Konsolidierungsmaßnahmen greifen. Nach der Ankündigung der Freisetzung von 3000 Mitarbeiter bei gleichzeitigem Anheben der Vorstandsbezüge um 30 Prozent ist der Aktienkurs nach oben geschossen. Das zeigt: die Märkte beginnen an uns zu glauben! Unterstützt wird dieser Gesundungsprozess durch technische Sparmaßnahmen. Der Aufzugbetrieb für die unteren 45 Stockwerke ist eingestellt worden. Der Schäferhund der Security Leute (liest in seinem Papieren) “Bello” wird durch einen in der Haltung günstigeren Pekinesen ersetzt. Langfristig werden auch die Security Leute gegen Pekinesen ausgetauscht. Das Weihnachtsgeld wird ab dem 1.12. diesen Jahres nicht mehr von der Bank an die Mitarbeiter ausgezahlt, sondern von den Mitarbeitern an die Bank. Auch davon ist ein Value-added zu erwarten. (Applaus. Er schaut auf die Uhr) Ja…wenn sie mich jetzt entschuldigen würden, ich mache heute etwas früher Schluss, weil ich Geburtstag habe und ich, äh, noch im Duty Free shop ein Geschenk für mich kaufen muss.“

Der über Video zugeschaltete Hauptaktionär aus Hongkong: Ich verstehe, Mistel Berger. Ich bin Chinese, aber ich habe selbst schon häufig Geburtstag gehabt. Deshalb darf ich hier im Namen aller Aktionäre sagen: Happy birthday, Mistel Berger.

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Das Bahnhofsviertel – die echte Mitte Frankfurts?

Eigentlich existiert das “Viertel” gar nicht, kaum ein Durcheilender glaubt an eine echte Bewohnerschaft hinter den Fassaden, Läden, Restaurants, Etablisments in den paar Strassen vorm Frankfurter Hauptbahnhof. Es gibt im Bahnhofsviertel aber noch fast 2000 Ortsansässige, auch wenn die paar Wackeren sich mit dem flanierenden Stammpublikum zu einem schwer durchdringlichen Gemenge vermischen. Bewohnerschaften, Ökonomien und Publikumsgruppen passen entsprechend in “multikultureller” Vielfalt zum ersten Eindruck wie der längeren Geschichte des kleinen Quartiers, auch wenn der Druck durch die Umgebung von Jahr zu Jahr wächst.

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Impressionen: Frankfurt Ostern 2011

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Die Welt des schönnen Scheins – neues Unsortiertes

Varkala + 026

Das erste Ziel junger Frauen in Italien ist es ins Fernsehen zu kommen, dies mit voller Unterstützung der Mütter, Studium oder ähnliches ist was für Hässliche oder leicht bescheuerte. Da wundert es wenig, dass 70 % der befragten Frauen mit dem „Cavaliere“ in die Kiste hüpfen würden, immerhin besitzt er ja die in Frage kommenden Fernsehsender.

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Medienkompass – Mitte April 2011

Vom Web und Internet gibt es diesmal viel zu berichten, erfreuliches und unerfreuliches. Beginnen wir mit dem etwas Witzigen: Facebook gilt seit den “arabischen Erhebungen” vielen fast als heiliger Gral demokratischer Bewegung. Eigenartigerweise spielt sich das demokratisierende Geschehen meist auf anderen geografischen und sozialen Kontinenten ab und kontrastiert manchen Einschätzungen über soziale Netzwerke bei uns.

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Gemeint sind damit z. B. die Zensur-Instanzen (Mitarbeiter-Teams) der Web-Firmen, die je nach Land regierungsseitig ungewünschte Einträge beseitigen.

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Bemerkenswertes – Mitte April 2011

Zum Semesterbeginn gibt es einen Nachtrag über die gegenwärtige Gestaltung enger Bindungen der Stadt mit einigen Instituten ihrer Universität. Der Charakter Frankfurts wird erheblich geprägt durch Finanzinstitutionen, sie betreffen ihre Ökonomie, ihr Outfit und ihren Habitus.

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Vor Jahren versuchte die Goethe Uni sich an dieses Tor zur Globalisierung anzuschließen und gründete das “House of Finance. Diese Einrichtung auf dem Bockenheimer Campus soll Verfahren und Geist finanziellen Ertrags wissenschaftlich artikulieren. Das geschieht auf dem Wege besonderer Koalitionen, die den bürgerlichen Stiftungsgeist Frankfurts buchstäblich mit Gewinn realisieren möchten.

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Kleine Umweltpolitik 2011

Letztes Wochenende war es, als in den Feuilletons großer deutscher Zeitungen die Varianten grünen Zeitgeistes zu besichtigen waren. In FAZ, Süddeutscher und dem Freitag traten besorgte Interpreten unseres kollektiven Umgangs in Umweltsachen mit konservativem, grünem und sozialdemokratischem Anstrich wie im Programm einer Kleinkunstbühne auf. Die Artikel geben uns zusammen die Möglichkeit, einige Verengungen gegenwärtigen Sichtweisen zu weiten, denn sie bieten eine schöne Konstellation stereotyper Darstellungen.

Grünzeug - nicht mehr frisch

Die Süddeutsche, im neuerdings sich grün dünkenden Wohlstandssüden situiert, kommt basisverbunden dem Alltagsverständnis (“Notwehr”) des neudeutschen Wutbürgers nahe und leitet gleich eine ganze Artikelserie zur “grünen Frage” ein.

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Xenophobie der Toleranz

Und wenn die Welten untergehn,
Bleibt Onkel Heini doch bestehn,
Denn unser braver Onkel Heini
Hat immer noch die krummsten Beini.
Schwitters

© Pro7 © 2011 SevenOne Intermedia GmbH - alle Rechte vorbehalten

Ich weiss, ich bin schon zu spät, denn die Toleranz ist längst vorbei. ‘S ist fast eine ganze Woche her.
Ja, meine Lieben, letzte Woche hat der TV-Sender Pro7 ein Experiment namens “Tolerance Day” veranstaltet.

Das schon wirft mindestens zwei Fragen auf:

  1. ist unsere Gesellschaft noch so mittelalterlich, dass sie für Tolerance einen speziell eingerichteten Day braucht?
  2. (falls unsere Gesellschaft so mittelalterlich ist:) reicht ein Tag wirklich aus?

Tatsächlich, Intoleranz ist eine markante Begleiterscheinung unserer Gesellschaft.

Sie beginnt sehr früh, und zwar so:

Kind. Mama/Papa, guck mal, was für dicken Bauch hat der Onkel da!
Eltern. Sei still, Kind, sag doch sowas nicht.
Kind. Aber warum? Der hat doch einen komischen dicken Bauch, siehst du das denn nicht?!
Eltern. Sowas sagt man nicht in der Gesellschaft. Wenn er das hört, dann wird er bestimmt sehr traurig sein.

Und so konzentriert sich das Kind=>Teenager=>Jugendlicher=>20-Jähriger=>Familien-Gründer=>Midlife-Crisis=>[etc.] auf dem Schweigen über den dicken Bauch jenes Onkels. Political Correctness über alles. (Denn jener dicke Bauch ist doch so doof gewesen, nicht wahr?)

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Chinesen verbieten Zeitreisen oder: Aufklärung kostet

Unser neuer Korrespondent MERZmensch hat in Facebook darauf hingewiesen, dass die trotz Turbo-Kapitalismus ungebrochen Verbotsfreudigen Chinesen jetzt Zeitreisen verboten haben. Stichtag war dazu der 30. März, wie die New York Times mit leichter Verspätung am 13.4. berichtete.(hier im Chinesischen Original nach zu lesen) . Das Verbot beschränkt sich bislang auf Fernsehserien, in denen Zeitreisen gezeigt werden. Die Begründung lautet, diesen fehle “positive Gedanken und Bedeutungen” , sie hätten “monströse und seltsame Plots”, würden “absurde Taktiken” benutzen und sogar “Feudalismus, Aberglaube Fatalismus und Reinkarnation promoten”. Man fragt sich, ob die Zensoren WIRKLICH eine chinesische Zeitreisenserie gesehen haben und nicht vielleicht eine Talkshow oder Dokusoap auf RTL oder ZDF, die sie für eine solche hielten. Egal, das Verbot folgt dem Gebot der Aufklärung! Wir hoffen aber andererseits darauf, dass aus Protest dagegen endlich, wie von der FAZ gefordert, die von Deutschen Museen bestückte und vom Auswärtigen Amt finanzierte, umstrittene Ausstellung “Kunst der Aufklärung” in Peking durch Guido Westerwelle geschlossen wird. Oder durch den mittels einer Zeitreise in die Vergangenheit zurückgereisten zukünftigen deutschen Außenminister. Sollte er Chinese sein, was wahrscheinlich ist, könnte er auch einfach die Zeitreisen-Anordnung rückgängig machen und damit die Vergangenheit verändern. Und vielleicht gleich auch noch den Preis für den Ausstellungskatalog zu “Kunst der

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Mein Leben mit und ohne Schnur

Ich gebe ihnen im folgenden einen Einblick in eine meiner langandauernden Beziehungen: die zum Telefon. Möglicherweise habe ich schon als Embryo erste, prägende Eindrücke im Leib meiner telefonierenden Mutter erfahren. Meine erste bewusste Erfahrung mit dem Telefon hatte ich, als mein Babysitterin (die war für meinen Bruder da, ich war ja “schon groß”) mal wissen wollte, wie das “mit dem Telefonieren geht”. Ihre Familie hatte damals noch kein Telefon und ich hatte noch nie in meinem Leben telefoniert. Also standen wir beide vor diesem grünen Ding mit Wählscheibe und fragten uns, wie das funktioniert. Naja, Nummer wählen, ganz einfach. Wir wählten eine Nummer, hoben dann den Hörer ab und hörten: “tutututuuuut”.

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Blind Dates 13.4.- 19.4.

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Mi, 13. 4.
18.30 Uhr: Graue Wölfe Heulen wieder?! Vortrag über türkische FaschistInnen FH Frankfurt, Café Kurzschluss
Das Rhein-Main Gebiet ist zu einem Kristallisationspunkt der türkisch-nationalistischen, faschistischen Bewegung geworden. Vor allem in Frankfurt fühlen sich die Grauen Wölfe dabei bisher offenbar recht wohl: Auf der BIG-Liste zur jetzigen Kommunalwahl, in den Sitzen zentraler Dachverbände, auf der Straße. Und – ganz aktuell – auch an der Fachhochschule, wo sie mit ihrem Umfeld bei der Wahl des neuen Studierendenparlaments durch Wahllistenplätze, Drohungen und Gewalt auffielen. Deshalb haben wir Emre Arslan eingeladen, Autor einiger Publikationen und Experte für dasThema. Mit ihm wollen wir am 13. April in der Fachhochschule zur Erklärung dieser rechtsradikalen Bewegung beitragen und ihre Bedeutung in Europa, Deutschland und dem Rhein-Main Gebiet deutlich machen.

19 Uhr KOZ Welchen Wohnungsbau brauchen wir? Frankfurts Bevölkerungszahl wächst. Die Mieten in Frankfurt steigen kontinuierlich. In den innerstädtischen Quartieren ist es kaum noch möglich, eine Wohnung unter 13 Euro/qm Miete zu finden. Die Wohnungsnot in Frankfurt trifft Menschen mit geringem Einkommen. Trotz katastrophalem Mangel an Sozialwohnungen erwägt die Nassauische Heimstätte (FR 11..3.2011), 16 000 geförderte Wohnungen in Frankfurt zu verkaufen. Trotz der Not von Studierenden – eine auch für BaföG-EmpfängerInnen bezahlbare Unterkunft

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Bemerkenswertes – erste Hälfte April 2011

Die Stadt gehört dir” war das erfolgreiche Motto eines der Sieger der bürgerlichen Regierung Frankfurts im Römer. Wir haben uns schon seit Wochen gefragt, was das ausser den weißen Strichen auf den Strassen und dem Anpflanzen von Bäumen im Grüngürtel denn heißen kann.

Grüne - Die Stadt gehört dir

Die Sozialwohnungen gehören jedenfalls nicht dazu, der schwarz-grüne Römer beschleunigte in den letzten Jahren noch einmal ihren Abbau. Was soll´s werden sie denken: in ihren Hochburgen um Innenstadt, Nordend, Westend und Bockenheim haben sich Mieitpreise von 11 € den Quadratmeter kalt eingepegelt.

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Medienkompass – erste Hälfte April 2011

Einen echten Medien-Absturz gibt es in Frankfurt zu vermelden, den des Printmediums Frankfurter Rundschau. Während die Frankfurter Gemeine Zeitung ihren Frankfurter Autorenstab und das Publikum immer weiter ausdehnt (am Ort und im ortlosen Web) ist beim älteren Schwesterblatt das Gegenteil der Fall, bereits seit Jahren.

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Ein langsames Sterben eines der wenigen, vielleicht des bekanntesten “sozialdemokratischen” Blattes in Deutschland. Und es scheint zu Frankfurt zu passen, der deutschen Banken-, Finanz- und Consultant-Hauptstadt unter fröhlich schwarz-grüner Regierung. Wen wundert da der Niedergang?

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Der Schuhschrank am Ende des Universums (The End)

Was bisher geschah: Die Astronauten Hans und Zed wurden für 250 Jahre in den Gefrierschlaf versetzt, um bis ans Ende des Universums zu fliegen. Dort angekommen finden Sie nichts, außer einem schwarzen Schuhschrank. Sie beamen das seltsame Objekt an Bord des Raumschiffs und öffnen ihn. Darin finden sie einen Frauenschuh voller Sand. Plötzlich erscheint Bata Illic, begleitet [...]

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Die Welt des schönen Scheins – weiterhin Unsortiertes

2. Folge Jetzt kommt auch noch die Nachricht, dass Obama nach 2012 immer noch nicht genug herumdilettiert hat und weitere vier Jahre den Nachweis zu erbringen gedenkt, was alles nicht machbar ist. Das ist grandios, die Arbeitsplätze auf Guantanamo dürften damit mittelfristig gesichert sein. Sein Jahrhundertwerk Gesundheitsreform erinnert denn auch an seinen Bruder im Reform-Geist [...]

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Catch the Volk – per Arbeit

Leitintegration‹ ist die in den Arbeitsmarkt

<- Das zentrale Feld der Integration in diese Gesellschaft bleibt jedoch, so ist festzuhalten, der Arbeitsmarkt und nicht die Religion. Indem die wesentlichen sozialen Bedingungen weggelassen werden, kann die Statistik zu Aussagen kommen wie der, dass gerade MigrantInnen es auch auf diesem Gebiet nicht so weit bringen wie deutschstämmige Lohnabhängige. Wem würde es einfallen, Personenkreise auszudeuten, ihnen eine gemeinsame Kultur zu unterschieben, die nicht ›deutsch‹ sei, und sie deswegen anzuklagen, wenn dabei nicht zugleich davon ausgegangen würde, dass diese Personen dem ›deutschen Vorwärtskommen‹ im Wege stehen?

Die Nichtintegration in den Arbeitsmarkt wird jedoch auch jenseits der territorialen Herkunftsgeschichte gesellschaftlich skandalisiert. Insofern ist es die ›überflüssige Bevölkerung‹, die den sozialen Kern bildet, auf den sich die Angriffe aus der ›Mitte des Volkes‹ richten. Es wird in der Öffentlichkeit immer wieder der Eindruck verbreitet, als leide das ›deutsche Volk‹ vor allem unter einer immensen Schar jener Elemente, die es sich in der aufgespannten ›Hängematte‹ der sozialen Fürsorge bequem eingerichtet haben.

Leben n der haengematte

Wie lebt es sich in der Hängematte

Die Stichhaltigkeit dieses Eindrucks ist zu hinterfragen. Es kann bei der Skandalisierung von Sozialtransfers nicht einfach nur um die offizielle ›Missbrauchsquote‹ von ALG II-Leistungen gehen, die nach Angaben der Bundesagentur 2009 bei lediglich 1,9 Prozent liegt.

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Der Web-Kongress Frühling

Viele Leute bebildern, betexten und belabern das WEB, manche schreiben über das Web im Web und eine Menge verlassen es, um an einem realen Ort über das Web zu sprechen und zu reflektieren. Meistens im Frühjahr und fast immer in Berlin. So auch dieses Jahr.

Der glückliche Ort, an dem das Web massenhaft in die Realität schwappt ist allerdings nicht die Stadt am Main, sondern die Stadt an der Spree, Berlin. In Konvergenz zum Zentralismus Frankreichs finden dort hintereinander nicht eine oder zwei, sondern gleich drei nationale, gar internationale Kongresse zu Web finden hintereinander in der Hauptstadt statt.

tazlabrund2011

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Die Welt des schönen Scheins – Unsortiertes vorgelegt

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04.04.2011

Alles Bestens. Eine neue Etappe wird eingeläutet, die alten Fehler werden ausgemerzt. endlich wird Wachstum nachhaltig. Die Erdöl-Fuzzies atmen auf, wird der Gebrauch von Bio-Sprit jetzt endlich durchsetzbar. Dass so manch Teller Haferbrei (Priol, in: Neues aus der Anstalt) in die Luft geblasen wird, tut dem guten Gewissen deutscher Rechthaber und Besserwisser keinen Abbruch, sobald die Autobauer verbindlich erklärt haben, dieses Gebräu schade nicht. Nur sollte der Anbau auch bio-dynamisch erfolgen, sonst könnte die Feinstauberzeugung infolge Dioxinen und anderen Folgeprodukten wieder ins Gerede kommen und dies schadet nicht nur dem Motor.

- – - – -

Katastrophen haben kurze Halbwertszeiten, zum einen gewöhnt man sich daran, so dass der Nachrichtenwert schnell gegen Null geht, zum anderen fällt dies umso leichter, je weiter weg sie sich ereignet haben. Mitleid nährt sich aus den Erfolgsmeldungen der eigenen Wirtschaft.

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Medienkompass – Anfang April 2011

Wir sitzen mal wieder beim Fernsehen in der ersten Reihe, dann wenn wir im innereuropäischen Wettbewerb kämpfen. Die ARD meint, dass wir mit ihren Schmonzetten und Talkgelaber mit den vielen großen und kleinen Guttenbergs die demokratische Freiheit am besten verteidigen, im Unterschied zu europäischen Konkurrenten.

Das soll uns ein Berlusconi-Plakat klarmachen.

Berlusconi bei ARDBild: Serviceplan Berlin

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Nachbetrachtungen

Zäsur, historisches Ergebnis, Energiewende. Alles wird anders. Damit es weiter gehen kann wie bisher. Wenn wir einmal von der Kaffeesatz-Leserei absehen, die die Befindlichkeiten des Wahlvolkes (eine Subspezies ohnehin nur) zu deuten beansprucht, sind es die Reaktionen der Kapitalmärkte, die uns eher verstehen lassen, was sich gerade abspielt, als die mehr oder minder tiefschürfenden Statistiken oder atemlosen soziologischen Analysen.

Deutlicher als jede andere Kennziffer, mit der diese Gesellschaft gezeichnet werden soll, tritt hier zutage, welcher Kurs eingeschlagen werden soll. Energiepolitik wird zum Markenzeichen eines ausgerufenen „Kapitalismus Soft“, einer Marktordnung mit verkleinertem Restrisiko. Schon gefällt man sich im Schwadronieren über gewaltige Anstrengungen und die Bereitschaft der Industrie, „ihr Scherflein beizutragen“ (Verband der Maschinenbauer auf der Hannover Messe) und der Schaffung – massenhaft – neuer Lohnarbeitsplätze. Die Börsen goutieren diesen neuen Optimismus – der noch nach jeder Krise gepredigt wurde.

Verschiebungen – industriell

Varkala + 059

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Bemerkenswertes – Anfang April 2011

Nun sind sie wieder da, die mutigen “liberalen Intellektuellen” in Frankeich, die sich immer dann hervorwagen, wenn es Aufrufe zum Bombardieren gibt und das Volk vor Ort nicht zu laut zu vernehmen ist. Natürlich werden Nato-Bombern gegen mörderische Diktatoren gefordert, die unsere Freiheit bedrohen und irgendwie islamisch verbandelt sind. Auf zum Angriff lautet die tapfere Devise aus den geistigen Cafehäusern. Ach so: es sollte unseren Regierenden auch in den Kram passen, so oder so.

Der General der mutigen ehemals links-gewirkten Vorkämpfer, einst als “neue Philosophen” im kalten Krieg avanciert, heißt BHL, tritt anders als sein altes russisches Pedant Rasputin eher edel gewandet auf und lebt als reicher Erbe

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Unser gefährdetes kleines Zuhause

Argumentierende Tageszeitungen befinden sich in Deutschland auf dem Rückzug, die Süddeutsche Zeitung gehört zu den wenigen gegen den Trend rudernden Blättern. Das mühevolle Unterfangen betreibt das auflagenstarke Printmedium gar noch mit links-liberalem Duktus, der sich oft in ihrem Feuilleton ausdrückt. Die FGZ-Rubrik „Sublimieren“ finden hier bisweilen Anregungen zu gesellschaftlichen Befindlichkeiten und deren politischen Kranz, so auch im folgenden.
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Alltag: Bühne unserer vielen Heucheleien ?
Eine kleine Artikelsequenz hat dort jüngst weitverbreitete Widersprüche bearbeitet. Sie stellen sich zwischen unseren Vorgärten, Urlaubsreisen und Shoppinggewohnheiten gegenüber gleichzeitigen Ansprüchen an Umwelt, Werte und globale Ordnungen her. Dazu muß man nach Gerhard Matzig gar nicht die ganze Vielfalt des Alltags sezieren, sondern ein Spaziergang durch nahe Stadtquartiere genügt meistens: dort empfängt uns architektonisches Elend in Gestalt erbärmlicher Gartenlauben, Balkons oder Hausfronten. Gerne sorgen für diese Tortur unserer Sinne gerade diejenigen, die sich über architektonischen Wagemut empören, sei es die Waldschlösschenbrücke oder einen anmutigen Banktower.
Solche Ignoranz ergänzt ein zweiter Artikel (Christian Nürberger, 26.3. “Wer, wenn nicht wir”) mit im Familienkreis aufmerksamen Sorge-Bürgern, die sich ums Bio-Essen und Wellness, exklusive Reisen und möglichst viele Schnäppchen für den kleinen Kreis kümmern. Und sich dabei völlig ignorant zu Mechanismen verhalten, die aus der bundesweiten Multiplikation ihres Verhaltens resultieren: mit den Bergen von Billigwaren und Flotten von Fernfliegern, den Wellnessketten, die vermeintlich unsere immer häufigeren Stress-Epedemien wegzaubern.

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Spring! Nicht! Mein Dank an Guido Westerwelle

Guido , hör mir zu, bitte hör mir ZU! Du zunächst vom Glück, dann vom Unglück Verfolgter: in dieser schweren Stunde, da sich vom “Handelsblatt” bis hin zum letzten HosenScheißer Hinterbänkler der FDP alle von Dir abwenden, sei Dir eines versichert: wir von der FGZ stehen hinter Dir! Und zwar wegen Deiner einzigen Tat, die eigentlich eine Nichttat war: der Enthaltung Deutschlands bei der Abstimmung über die Lybien-Resolution der UN. Denn, wenn auch wenig klar ist, so viel immerhin steht fest:”unterm altem Joschka hätts das nicht gegeben”! Joschka Fischer, im Serbienbombardement gestählt, hat als elder statesman wegen der deutschen Enthaltung die Nationalschande ausgerufen: er hat Dir mit unangenehm uneingezogenem Schwanz und einem pathetisch angehängten “e” a la Friedrich Schiller vorgeworfen, dass Du “als es im Sicherheitsrat zum Schwure kam, den Schwanz eingezogen” habest, und dass wir damit unseren Anspruch auf einen Platz im Weltsicherheitsrat -oder wars in der Weltgeschichte?- “in die Tonne getreten” hätten. Ah, schön gesagt, da klingt , obwohl ganz machtpolitisch Genscherisch oder Kiss- Kiss- Kissinger-like gedacht, noch was von früher mit… so als hätten wir uns als bekennende MacDonalds-Fans um einen Platz in der Veganer-Kita beworben! Die Bedenkenträger in den Medien grübeln unterdessen über die nicht- und niemals wiedergutzumachenden Erschütterungen unseres Verhältnisses zu unseren französischen und amerikanischen Brüdern…. Joschka wurde reflexhaft sekundiert von Dany Cohn Bendit, der mit überschlagender Stimme Zögerer als Tyrannenfreunde denunzierte und Lybien mit dem Warschauer Ghetto verglich. Nun entspricht Danys politisches Reflexionsniveau bekanntermaßen dem gleichnamigen Joghurt von Danone , mal rechts-, mal linksdrehend, aber: Enthaltung, so was geht gar nicht, oder?

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Kein Strand unter der Stadt

Christoph Hochhäuslers Film »Unter dir die Stadt« übersetzt das aus der Mode gekommene Entfremdungsthema in die Gegenwart.

Svenja Steve (Nicolette Krebitz) langweilt sich. Sie ist gerade erst mit ihrem Mann Oliver (Mark Waschke) von Hamburg nach Frankfurt am Main gezogen. In der frisch bezogenen Altbauwohnung sind die Kisten noch nicht ausgepackt, im Schlafzimmer steht kein Bett, es liegt lediglich eine Matratze am Boden, das Sofa wird noch von der Schutzfolie bedeckt. Während Oliver Karriere in der Bank macht, liegen Svenjas berufliche Ambitionen brach. Sie kennt kaum jemanden in der neuen Stadt, und in der Bankenwelt ihres Mannes gibt es keinen Platz für sie: Die Männer bleiben unter sich und machen die Geschäfte, die Frauen kümmern sich um die Förderung von Kunst und Kultur.
Sex mit Cordes

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Blind Dates 4.4.- 10.4.

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Mo, 4. 4.

4. Frankfurter Mahnwache mit anschließender Demo zur Deutschen Bank: Fukushima ist überall! Atomausstieg jetzt!! Teffpunkt ist 18.00 Uhr an der Hauptwache. Mehr Infos bei attac

Di 5.4.
Bürgerhaus Gutleut (Rottweiler Straße 32, Frankfurt): Infoveranstaltung für Bradley Manning / Gründung einer Unterstützungsgruppe
– ab 19 Uhr im Clubraum 2. Bradley Manning, dem Nachrichten-Auswerter der U. S. Army, droht die Todesstrafe. Er wurde im Mai 2010 verhaftet und wird 23 Stunden am Tag in einem Gefängnis des Marine Corps in Quantico, Virginia in Einzelhaft gehalten. Im Mai 2010 wurde er nach Militärrecht beschuldigt, geheime Informationen auf seinen Computer überspielt und an WikiLeaks übergeben zu haben. Manning soll die Quelle von Dokumenten zu den Kriegen in Afghanistan und dem Irak sein. Michael Moore, Daniel Ellsberg und andere Anti-Kriegs-Aktivisten halten ihn, falls die Anschuldigungen zutreffen, für ein Vorbild, weil er zur Aufdeckung von Kriegsverbrechen beigetragen habe.Auf der

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Der Schuhschrank am Ende des Universums -The Beginning

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(Ein Raumschiff; zwei Astronauten Hans und Zed)

Hans:Weißt Du was heute für ein Tag ist, Zed?

Zed (kaukummikauend): Hmm… Dienstag.

Hans: Dienstag? Nein, es ist Mittwoch. Aber: ein ganz besonderer Mittwoch!

Zed: Wenn schon, dann ist heute ein ganz besonderer Dienstag, Hans.

Hans: Du vergißt die Schalttage, Zed. Wir waren 250 Jahre im Gefrierschlaf. Ein Schaltjahr ist alle 4 Jahre, jedoch alle 100 Jahre nicht, dann aber alle 400 Jahre doch. Also ist heute ein ganz besonderer Mittwoch.

Zed: DU hast vielleicht 250 Jahre geschlafen. Ich war die Hälfte der Zeit wach.

Hans: Wieso?

Zed: Du hast geschnarcht.

Hans: Zed, wir wissen beide, dass das technisch unmöglich ist, oder? Dein Körper wurde wie meiner auf 220 Grad Minus runtergekühlt, damit wir diese lange Reise im Weltraum antreten können. Du hast 250 Jahre lang geschlafen, tief und fest. Außerdem schnarche ich nicht.

Zed: Ach ja? Computer, bitte Bandaufnahme, Sternzeit 47823. (Schnarchgeräusche).

Zed: Da, das warst Du nach 14 Jahren.

Hans: Das bin ich nicht. Das klingt wie der Ventilator.

Zed: Computer, Bandaufnahme, Sternzeit 64397 (sehr lautes, heftiges Schnarchgeräusch)

Zed: Das warst Du nach 87 Jahren. Und jetzt Sternzeit 89357, nach 150 Jahre

(ohrenbetäubendes, heftigeres Schnarchgeräusch)

Hans: Mach das Ding aus!

Zed: Möchtest Du nicht vielleicht noch die 200er-Aufnahme hören?

Hans: Computer, aus! Aus! (Ruhe) Zed, ich will mich nicht streiten, okay. Was ich sagen wollte, ist das wir heute den Sinn unserer Mission erfahren. Mccoy hat uns einen Brief hinterlassen, den wir heute um 13 Uhr Raumzeit öffnen sollen.

Zed: Einen Brief? Keine Videobotschaft? Oder ein wenigstens eine Mail? Nicht mal ne verfickte SMS?

Hans: Na, ja, Du kanntest Mcoy, oder? Hier, sogar mit Briefmarke, in Houston abgestempelt. Sind noch ein paar Raketenspuren drauf. Soll ichs aufmachen?

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Sur-Reale Dinge halt

Vor einigen Wochen, als draussen irreale karnevaleske Chaosi (pl. von Chaos) wüteten, fanden wir Refugium in Schirn. Ich muss sagen, Schirn, der jetzt 25jähriges Jubiläum feiert (i.e. 100 Jahre jünger als Hugo Ball) wird immer moderner, besonders in die heutzutage kontemporäre Zeiten.

Und die Ausstellung, die uns anlockte, ist höchst-beachtungs-wert.

Surreale Dinge , Sur-Klassiker und weniger bekannte Werke, Dada-Perlen und ewige Schocker, das alles war zum ersten mal gesammelt unter dem Blickwinkel der surrealen Plastiken. Bisher war man eher mit Texten und Bildern unterwegs, wenn man die Surrealisten beleuchtete, nicht aber mit ihren Drei(st)dimensionalit(ä/a)ten.

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Und interessant sind nicht nur die Gegenstände, sondern die Beobachter, die, schön kulturell und einem Museumsbesuch

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Our Song for Ryan Air

Es ist Frühling, die Feriensaison beginnt wieder…. ein kleines Lied zur Warnung.

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Catch the Volk

Ab- und Hintergründe der Integrationsdebatte Volkspartei heißt in den USA Catch-all-party. Mit dieser Bezeichnung wird unmittelbar deutlich, dass solche Parteien nicht an Inhalten orientiert sind. Der politische Machtgewinn oder -erhalt wird ihnen zum eigentlichen Inhalt. Alle weiteren Inhalte sind prinzipiell austauschbar. Solche Institutionen richten sich an den Meinungen aus, die politische Mehrheiten möglich machen sollen. [...]

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