Frankfurter Gemeine Zeitung

Bemerkenswertes – Anfang April 2011

Nun sind sie wieder da, die mutigen “liberalen Intellektuellen” in Frankeich, die sich immer dann hervorwagen, wenn es Aufrufe zum Bombardieren gibt und das Volk vor Ort nicht zu laut zu vernehmen ist. Natürlich werden Nato-Bombern gegen mörderische Diktatoren gefordert, die unsere Freiheit bedrohen und irgendwie islamisch verbandelt sind. Auf zum Angriff lautet die tapfere Devise aus den geistigen Cafehäusern. Ach so: es sollte unseren Regierenden auch in den Kram passen, so oder so.

Der General der mutigen ehemals links-gewirkten Vorkämpfer, einst als “neue Philosophen” im kalten Krieg avanciert, heißt BHL, tritt anders als sein altes russisches Pedant Rasputin eher edel gewandet auf und lebt als reicher Erbe, hat aber den gleichen mysteriösen, quasi geistheilerischen Zugang zum Herrscherhaus in Paris, wie dereinst der zauselige russische Wanderprediger zur letzten Zarin.

Nun hat es mal wieder geklappt bei den rechten Wunderheilern, bald sind 1000 Angriffe in dem dünnbesiedelten Land Nordafrikas von Nato-Bombern geflogen und die Aufklärer in den westeurpäischen Städten freuen sind, wie seit zwei Jahrzehnten immer mal wieder.

In Deutschland gibt es Wahlverwandtschaften dazu, jahresweise wechselnd, zwischen Italiener und Apfelweinkneipe in Interviews sinierend: sie heißen Bellizisten wie im zweiten oder dritten Golfkrieg, verteidigen Deutschland am Hindukusch, sahen im Kosovo oder auf dem ganzen Balkan Auschwitz drohen. Dann gibt es noch solche Kampfwütige, die früher eher bei Traditionstreffen des Panzerschützenvereins angesiedelt warn, aber jetzt wie Henrik Broder durch alle großen deutschen Medien defiliert. Zu sonstigen Ereignissen neben dem gefühlten Berlin gibt sich der intellektuelle deutsche Rest auffällig konsensuell leise.

Sind das jetzt alles neue Philosophen oder alte Ideologen ?

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Während am vorletzten Wochenende sich in Deutschland 250.000 Leute mit  Demonstrationen gegen eine Großtechnologie wandten, die zu folgenreichen Havarien für sehr viele führen können, ging das an Großbritannien weitgehend vorbei: anderes bewegte.

In London waren 250.000 Leute gegen den staatlichen Rückbau, Kürzungen und die uneingeschränkte politische Herrschaft neo-liberalen Geistes auf den Füßen. Während man sich vor kurzem noch in Frankreich darüber mokierte, dass in England gar nichts geschehe, blieb es dieser Tage dort ganz still: weder KKW´s noch Highspeed-Kapitalismus kümmerten.

Erstaunlich, dass in den genanten Ländern die Inhalte der Bewegungen und Initiativen meistens genausowenig zusammenkommen, wie die zwischen ihnen. Das sollte zu denken geben.


3 Kommentare zu “Bemerkenswertes – Anfang April 2011”

  1. Esthernab

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