Frankfurter Gemeine Zeitung

Die Welt des schönen Scheins – weiterhin Unsortiertes

2. Folge

Jetzt kommt auch noch die Nachricht, dass Obama nach 2012 immer noch nicht genug herumdilettiert hat und weitere vier Jahre den Nachweis zu erbringen gedenkt, was alles nicht machbar ist. Das ist grandios, die Arbeitsplätze auf Guantanamo dürften damit mittelfristig gesichert sein. Sein Jahrhundertwerk Gesundheitsreform erinnert denn auch an seinen Bruder im Reform-Geist Philip Rösler, der demnächst Vizekanzler wird. Wenn die Leute bald nicht mehr so viel zu lachen haben, dann vor allem, weil sie ihre Zahnlücken nicht jedem zu zeigen bereit sind. Jedenfalls muss er nicht mit dem Hut in der Hand auf der Strasse stehen, um Geld für die Stromrechnung des weißen Hauses zu beschaffen.

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Unsere gute Frau Merkel ist doch immer wieder für eine Wende gut. Diese Art von Kreiseln macht zudem vor allem die Umgebung schwindlig, während sie sicher durch die unglaublichsten Wendungen steuert. Als Physikerin beherrscht sie einwandfrei die Heisenbergsche Unschärferelation, gemäß der niemals gleichzeitig Impuls und Ort exakt bestimmt werden können. Für alle, die noch der Newtonschen makroskopischen Lehre verhaftet sind, ein wahres Gräuel, fehlte nur noch, dass sie an zwei Orten gesichtet wird.

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Diese Frau aus Rheinland-Pfalz, die wie ein leicht verunglückter Erika-Steinbach-Klon über die Bildschirme flittert, hat ihr Gesellenstück bereits am Wahlabend abgeliefert. Ich konnte nur noch begeistert folgen als sie die mit Verlusten garnierte Stagnation ihrer Vereinigung beschrieb als Augenhöhe mit einer SPD, die gerade ein Viertel ihrer Wähler verloren hatte. Es gibt halt verschiedene Wege auf Augenhöhe zu gelangen, auch Zwerge untereinander befinden sich auf einer solchen. Man sieht, Augenhöhe allein, ohne den entsprechenden Referenzpunkt, sagt über die tatsächliche Höhe der Augen recht wenig aus, was bei Hühneraugen denn auch nur wenig über dem Boden bedeutet.

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Ich vermisse in letzter Zeit Frau von der Leyen. Sie scheint sich an der Zurichtung der Arbeitsmarktinstrumente verletzt zu haben. Vor lauter Mappus und Kernkraft hat man den Kraftkern christlich-demokratischer Menschenführung ins Abseits rutschen lassen. Dabei hätte sie der japanischen Regierung mit Rat und Tat zur Seite stehen können, die statistischen Werte hätten wesentlich besser ausgesehen. Ob es ihr allerdings gelungen wäre mittels Luftbuchungen die Löcher zu füllen, lasse ich mal dahingestellt.

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Nun leidet die FDP Not wie ihr Klientel – die meisten Privatpatienten würden heute nicht mehr diesen Schritt wagen – und das verheißt nichts Gutes für die Ärzte. Ich halte das für eine typische Über-Identifizierung, die leicht pathologische Züge annimmt und dann zu irreversiblen Schädigungen führt. Das sollte Rösler denn dazu auffordern, sein Prophylaxe-Konzept zu überdenken. Ein wichtiger Schritt in dieser Richtung war schon die Verpflichtung der gesetzlichen Kassen, Zusatzbeiträge zu erheben, wenn sie anderweitig die Forderungen seiner Gönner nicht aufbringen können. Man wird bald sehen, dass sich die Krankheitslandschaft in Deutschland gewaltig verändert. Es werden sicher eine Reihe von Reichen-Krankheiten auftauchen, die wiederum Forderungen nach dem gesunden aber anstrengenden Leben der armen Klassen zur Folge haben dürften. Schon jetzt deutet sich an, dass Privatpatienten anfälliger sind für alle Pathologien, die nur mittels aufwändiger Apparatemedizin zu diagnostizieren aber auch nur so auszuschließen sind.

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Auch die FGZ stimmt ein in den Chor jener Stimmen, die die entsetzliche Hybris westeuropäischer Gutmenschen mehr oder minder geißeln. Das soll dämpfend wirken und motivierend zugleich, nicht nach dem ersten kleinen Schritt aufzuhören und sich zufrieden zurückzulehnen. Nur ergibt sich dies keinesfalls zwingend, denn es ist noch nicht raus, ob die Flächen in der Sahara ausreichen, um den Lebensstandard hier in gewohnter Form zu erhalten. Auf alle Fälle ist das unmittelbare Risiko in der Nähe gebannt, das gibt die Verschnaufpause, in der die weitere Strategie ausgearbeitet werden kann. Zudem kann man doch nicht von heute auf morgen auf alle Annehmlichkeiten verzichten, alles muss seinen ordentlichen Zeitplan haben, besonders Ausstiege.

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Dass andererseits die Kritik, wie es zu vereinbaren sei, mit all diesen SUV und aufwändig produzierten Kinderwägen aus den vollklimatisierten Häusern auf der Berger abzuhängen und hier um das Rauchverbot zu umgehen auch noch Gas-fressende Installationen auf die Bürgersteige zu knallen, berechtigt ist, daran bleibt wohl kein Zweifel. Doch muss man auch sehen, dass die Alternative – nämlich dicke Wolldecken auszugeben – manch Gefährdung enthält. Leicht kann es der sich bestens unterhaltenden jungen Mutter passieren, dass sie ihr Neues unter ebenjener Decke im Lokal liegen lässt.

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Die Hannovermesse ist immer für eine Überraschung gut. Dieses Mal hat mir besonders gut der leitende Angestellte von ABB gefallen. Er wies beredt auf das Potenzial hin, das in erneuerbaren Energien doch steckt. Ich versuche, es noch mal zusammen zu kriegen: er stand vor einer wunderbaren Animation, die die Verschaltung von Verbrauchern mit der Produktionsstätte irgendwo ganz anders verdeutlichte und wo unglaublich viele Lämpchen blinkten und an- und ausgingen. Toll, wie er beschrieb, wie viele Verbraucher installiert und eingeschaltet werden müssen, um diesen Verbrauch dann rationell regulieren zu können. Irgendwie muss ich in Thermodynamik etwas missverstanden haben, seinen Ausführungen konnte ich aber entnehmen, dass ein Smart-phone mir da auf die Sprünge helfen kann. Ich liebe die moderne Technik, vor allem, wenn sie auf erneuerbare Energien setzt und Arbeitsplätze wie Dividenden schafft und erhält.


Ein Kommentar zu “Die Welt des schönen Scheins – weiterhin Unsortiertes”

  1. Bert Bresgen

    Thanx Tricky Trickster: sehr amüsant u. genau beobachtet alles!. Eine Anregung: Gehört das nicht eigentlich in die Kategorie: “Bemerkenswertes”? Muss ja nicht immer der gleiche schreiben. And please: links.! (nicht im Sinne von Politik, sondern von Weblinks)

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