Frankfurter Gemeine Zeitung

Medienkompass – erste Hälfte April 2011

Einen echten Medien-Absturz gibt es in Frankfurt zu vermelden, den des Printmediums Frankfurter Rundschau. Während die Frankfurter Gemeine Zeitung ihren Frankfurter Autorenstab und das Publikum immer weiter ausdehnt (am Ort und im ortlosen Web) ist beim älteren Schwesterblatt das Gegenteil der Fall, bereits seit Jahren.

000d23b3_medium

Ein langsames Sterben eines der wenigen, vielleicht des bekanntesten “sozialdemokratischen” Blattes in Deutschland. Und es scheint zu Frankfurt zu passen, der deutschen Banken-, Finanz- und Consultant-Hauptstadt unter fröhlich schwarz-grüner Regierung. Wen wundert da der Niedergang?

Nachdem eine Zentral-Redaktion für verschiedene Blätter des Eigentümer-Konzerns Dumont schon seit einiger Zeit bei der BZ in Berlin (wo sonst?) aufgebaut wird, kommt jetzt die neuste Meldung: “Ein großer Teil der 115 Redakteure, mehr als 40, soll entlassen werden. Ein anderer Teil, gut 20, soll nach Berlin umziehen und dort die überregionalen Seiten der FR planen und redigieren. Und ja, ein Teil bleibt in Frankfurt, um über die Region zu berichten; vielleicht auch der Sport-Redakteur. Aus dem einst stolzen Blatt werde “ein halber Etikettenschwindel”, kommentierte die benachbarte FAZ, eigentlich müsste die Zeitung bald “Berliner Rundschau” heißen. ” (Süddeutsche) Die am Blatt beteiligte sozialdemokratische Medienholding DDVG stimmt all dem zu, passt auch zum Niedergang der SPD in Frankfurt.

Na dann gibt es hier noch ein bißchen Wiesbaden und Eschborn, Karben und Bernemer Hang.

-

Ganz anders im neuerdings parlamentarisch rot-grünen Baden-Würtemberg, und zwar konzeptionell konträr zum seit Jahren forschreitenden inhaltlichen Abbau der FR. Da gründet sich ein neues, gedrucktes Medium mit echtem, richtig recherchiertem und gutem “Content”, ganz anders als die Frankfurter Auflage, die versuchte, durch verkleinertes Format die Kürze ihrer Artikelchen zu kaschieren.

Das neue Blatt gründete eine Gruppe rund um Josef-Otto Freudenreich (60), Ex-Chefreporter der Stuttgarter Zeitung als kritische und investigative lokale Internet-Wochenzeitung, also mit gewisser Nähe zur FGZ. Sie heißt “Kontext” und ist hier zu lesen.

Die TAZ reagierte darauf: “Warum drucken die das nicht? Stuttgart und Baden-Württemberg könnten doch gut eine kritische Wochenzeitung vertragen. Nach einem ersten Kennenlernen wurde die Frage neu gestellt: Warum drucken wir das nicht? Die Antwort haben wir gefunden, ab 9. April wird es in der taz eine Printversion des Internet-Magazins geben.” Damit wird aus dem Internetblatt eine Regionalbeilage der TAZ für Baden-Württemberg.

Viel Glück für die Macher und die Leser.


3 Kommentare zu “Medienkompass – erste Hälfte April 2011”

  1. Esthernab

    Gusgli exocbj best canadian pharmacy canadian pharmacy

  2. Esthernab

    Iynivi wqxzzv canadian online pharmacy canadian online pharmacy

  3. tadalafil tablets

    Quejjh umvcfx purchase clomiphene buy cheap clomid

Einen Kommentar schreiben

Comment moderation is enabled. Your comment may take some time to appear.

 

Powered by WordPress • Theme by: BlogPimp/Appelt Mediendesign und tech-a • Beiträge (RSS) und Kommentare (RSS) • Lizenz: Creative Commons BY-NC-SA.