Frankfurter Gemeine Zeitung

Chinesen verbieten Zeitreisen oder: Aufklärung kostet

Unser neuer Korrespondent MERZmensch hat in Facebook darauf hingewiesen, dass die trotz Turbo-Kapitalismus ungebrochen Verbotsfreudigen Chinesen jetzt Zeitreisen verboten haben. Stichtag war dazu der 30. März, wie die New York Times mit leichter Verspätung am 13.4. berichtete.(hier im Chinesischen Original nach zu lesen) . Das Verbot beschränkt sich bislang auf Fernsehserien, in denen Zeitreisen gezeigt werden. Die Begründung lautet, diesen fehle “positive Gedanken und Bedeutungen” , sie hätten “monströse und seltsame Plots”, würden “absurde Taktiken” benutzen und sogar “Feudalismus, Aberglaube Fatalismus und Reinkarnation promoten”. Man fragt sich, ob die Zensoren WIRKLICH eine chinesische Zeitreisenserie gesehen haben und nicht vielleicht eine  Talkshow oder Dokusoap auf RTL oder  ZDF, die sie für eine solche hielten. Egal, das Verbot  folgt dem Gebot der Aufklärung! Wir  hoffen aber andererseits darauf, dass aus Protest dagegen endlich, wie von der FAZ  gefordert, die von Deutschen Museen bestückte und vom Auswärtigen Amt finanzierte, umstrittene  Ausstellung “Kunst der Aufklärung” in Peking durch Guido Westerwelle geschlossen wird. Oder durch den mittels einer Zeitreise in die Vergangenheit zurückgereisten zukünftigen deutschen Außenminister. Sollte er  Chinese sein, was wahrscheinlich ist, könnte er auch einfach die Zeitreisen-Anordnung rückgängig machen und damit die Vergangenheit verändern. Und vielleicht gleich auch noch den Preis für den Ausstellungskatalog zu “Kunst der Aufklärung”: Der kostet gegenwärtig 996 Yuan, das sind umgerechnet 115 Euro. Nun, der Umbau des  “National Museum of China” durch das Hamburger Architekturbüro von “Gerkan, Marg und Partner”, durch den es zum größten Museum der Welt wurde, dürfte auch eine Stange Geld gekostet haben. Das muss ja wieder reinkommen. Durchschnittlicher Verkauf des 115-Euro-Ausstellungskatalogs in Peking pro Tag : Zwei Exemplare. Echte, deutsche Aufklärung war eben schon immer ein bisschen  teurer. Dieses simple Preis-Faktum fiel, so weit ich weiss (und wie gerne würde ich mich da eines besseren belehren lassen!) trotz  nachgereichter Kuratorenschelte und  ”Au Weiwei!” wg. Ai Weiwei keinem unserer großen Kulturblätter negativ auf. Sondern nur dem naturgemäß neidvollen  Standard der Ösis. Denn bei uns weiss  man von FAZ bis Max Hollein: Von deutschen Museumsshops lernen, heißt siegen lernen.


6 Kommentare zu “Chinesen verbieten Zeitreisen oder: Aufklärung kostet”

  1. Frankfurter Gemeine Zeitung » Blog Archiv » Chinesen verbieten …

    [...] hier den Originalbeitrag weiterlesen: 15 – Frankfurter Gemeine Zeitung » Blog Archiv » Chinesen verbieten … [...]

  2. Merzmensch

    Das stimmt, ich würde auf einer Zeitreise auch den Herrn Ai Weiwei mitnehmen, damit er den Gesetzeshütern (mit Hütern) entgeht. Zeit-Mit-Reisegelegenheit, gibt es ja auch bestimmt.

  3. Hum

    Echte Befreiungsinitiative. Katalogpreis entspricht bei uns 1000,- Euro. Das lässt sich der deutsch Aufgeklärte doch schnell mal für das Museum kosten. Man hat es ja.

  4. Esthernabc

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