Frankfurter Gemeine Zeitung

Bemerkenswertes – Mitte April 2011

Zum Semesterbeginn gibt es einen Nachtrag über die gegenwärtige Gestaltung enger Bindungen der Stadt mit einigen Instituten ihrer Universität. Der Charakter Frankfurts wird erheblich geprägt durch Finanzinstitutionen, sie betreffen ihre Ökonomie, ihr Outfit und ihren Habitus.

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Vor Jahren versuchte die Goethe Uni sich an dieses Tor zur Globalisierung anzuschließen und gründete das “House of Finance. Diese Einrichtung auf dem Bockenheimer Campus soll Verfahren und Geist finanziellen Ertrags wissenschaftlich artikulieren. Das geschieht auf dem Wege besonderer Koalitionen, die den bürgerlichen Stiftungsgeist Frankfurts buchstäblich mit Gewinn realisieren möchten. “Das House of Finance besteht in der Form einer Public-Private Partnership. Es wird aus Mitteln der Goethe-Universität Frankfurt sowie durch Förderung von privaten Firmen, Stiftungen und Einzelpersonen, wie z. B. Alumni, finanziert. Während der letzten drei Jahre haben mehr als 100 Unternehmen, Verbände, Stiftungen und andere Institutionen in verschiedenster Form und unterschiedlichem Umfang Einheiten des House of Finance unterstützt.

Gastprofessoren wie Josef Ackermann transportieren den Finanz-Geist der Stadt hier hinein, auf dass die kleinen Think Tanks des Houses ihn besser aufbereitet wieder über den Häusern ausgießen. Mit Gewinn für alle, versteht sich.

Das  geschieht in einem edlen, wiewohl vor dem universitären Pöbel abgesicherten Haus auf dem Campus Westend. Nun trug es sich zu, dass die Uni Frankfurt mit ihren “Exzellenz”-Initiativen scheiterte und wirtschaftswissenschaftliche Institute nicht nur über Geld nachdenken, sondern auch welches brauchen. Und da sich die verschiedenen Bereiche des House of Finance mit vielen Leuten um viele komplizierte Dinge der Finanzen kümmern brauchen sie eine ganze Menge Geld. Und Reputation.

Damit in einem “Leuchtturm-Projekt” wie dem House of Finance der Geist des Geldes  auch weiterhin über der Stadt blinkt, entschloß sich deshalb eine Gruppe wirklich bedeutender Leuchtturmwärter zur Hilfe bei der Gründung einer – was wohl in Frankfurt und weltweit immer öfters, richtig: einer STIFTUNG. “Eine neue, mit 21 Mio. Euro dotierte Stiftung soll künftig am House of Finance (HoF) der Goethe-Universität Frankfurt Forschung und Weiterbildung beflügeln: „Die `House of Finance-Stiftung´ hilft, das wissenschaftliche Potenzial der renommierten Forschungseinrichtung zu stärken und bildet ein solides Fundament für die Zukunft“, sagte Universitätspräsident Prof. Werner Müller-Esterl am 24.3. in Frankfurt.” Die Anschubfinanzierung in Höhe von 21 Mio. Euro leisten Banken wie die Deutsche Bank, Dekabank, DZ Bank, Landesbank Hessen-Thüringen, UBS und Bankhaus Metzler.

Passend dazu: Hohe Prominenz auf dem Campus Westend: Zum ersten “Frankfurt Finance Summit” lud die Finanzstandortinitiative Frankfurt Main Finance am vergangenen Mittwoch (24.3.!) ins House of Finance. Von 8.30 Uhr an ging es inhaltlich zur Sache: Begrüßung von Oberbürgermeisterin Petra Roth, Eröffnungsrede von EZB-Chef Jean-Claude Trichet und erste Panel-Keynote von Bundesbankpräsident Axel Weber. Höhepunkt des Tages war um 15 Uhr die Rede von Bundeskanzlerin Angela Merkel. Nach zwei Exkursen zu Libyenkrise und Kernkraft erläuterte die Kanzlerin Eckpunkte ihrer Europapolitik im Vorfeld des EU-Gipfels und forderte unter anderem, dass die zweite Runde der Banken-Stresstests diesmal handfeste Resultate liefern solle. Anschließend beschloss Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann die Veranstaltung.

Na wenn das kein Frankfurter Finanz-Leuchtturm ist !
Auf dass das wissenschaftlich ausgefuchste Risk-Management im heterogenen Derivate-Dschungel das Gewusel vieler hinter den Monitoren der Stadt antreibe, von der Taunusanlage raus nach Eschborn bis in die ganze Welt hinein.

Ach so, fast hätten wir es vergessen: vor einem Jahr flog “Deep water horizon” in die Luft, und die Weltpresse hielt die Luft an. Die links-sozialdemokratische Regierung Brasiliens z. B. hat bekannt gegeben, dass die Tiefbohrungen noch einmal intensiv ausgeweitet werden. Die herrschenden Cluster der BRIC-Staaten sind besonders umfassend politisch-ökonomisch organisiert, und sind weitaus starrer als in unseren Landen.

Mal sehn, wer sich in einem Jahr noch an Fujima oder Fudschima, ach ne: Fukushima erinnert.


4 Kommentare zu “Bemerkenswertes – Mitte April 2011”

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