Frankfurter Gemeine Zeitung

Medienkompass – Ende April 2011

Ostern ist diesmal arg spät, deswegen gibt es im Medienkompass nur kurz zwei eher irritierende Nachrichten.
Die erste betrifft einen Medienliebling, einen, den das ganze kreative Volk liebt, verehrt. Nicht nur die Kreativen, sondern fast das ganze Volk und darüber hinaus sogar die Finanzmärkte. Der Medienliebling ist ein Doppel, bestehend aus dem Manager-Technik-Genie Steve Jobs und dem Hype-Konzern Apple.
Genau, das sind die schicken Läden in den großen Städten mit den besonders teuren Geräten die ganz edel aussehen und die ausgeklügelste Software mit dem tollsten Design haben. Und die alle kaufen und immer dabei haben wollen.

Solche wunderbaren Umstände und Gelegenheiten führten letzte Woche zu zwei mehr oder weniger überraschenden Ereignissen: Apple hat mal wieder alle Umsatz- und besondwers Gewinnrekorde gebrochen. Ob davon angeregt Jubeldemonstrationen der Kunden  höhere Preise und mehr  Softwarerestriktionen für die Phones, Pads und Macs forderten, um nächstes Jahr gemeinsam mit den Aktionären noch höhere Gewinne Apples feiern zu können, ist nicht bis zu uns vorgedrungen.

Aber: dem drängenden Wunsch zu wissen, wo die Kunden sich mit dem geliebten Gerät aufhalten, von dem sie kaum lassen können, konnte Apple einfach nicht widerstehen: Mobile Geräte von Apple speichern, wann ihr Nutzer wo steht und legen diese Daten dann in einer versteckten Datei auf dem Handy bzw. Pad ab. Das betrifft das iPhone und das iPad mit 3G.

Na wunderbar, und die Daten lassen sich auch nicht löschen. Wo die In-Firma sonst doch immer so viel Show darum machen, dass niemand ohne ihr Wissen etwas drauf auf ihre Apparate spielen kann? Vielleicht will die gewitzte US-Company bloß, dass man fix mehrere Geräte gleicher Art von ihr kauft, um mögliche Verfolger immer wieder zu irritieren. Das wäre dann auch toll für die Gewinne.

Wenn sich die  nun aber auch noch merken, wann ich was getippt habe, nützt das vielleicht doch nichts, wenn ich ein iPhone im Wackers habe und das zweite in Bockenheim rumliegt.

Erstaunliches tut sich in Bezug auf das Streben zur Mitte: das rot-grüne Wochenblatt Freitag plant offenbar einen politischen Pluralismus, der über das gewöhnliche liberale maß hinausgeht: prominenten Platz gab der Verleger Augstein (ja, der Name spricht für entsprechende Erbschaft) ausgerechten der rechten Trompete deutscher Kleinbürgerlichkeit: Henrik Broder.

Besagter wird bereits durch fast alle deutschen Konsensmedien durchgereicht, besonders im Medien-Hamburg. Broder leistet gute Arbeit bei der breiten Kultivierung des Rechtsaussen nach dem Motto “aber was drauf hat er“, das bei jedem Cocktailabend gutsituierter Akademiker problemlos durchgeht.

Ob Augstein mit seinem (unschuldigen!) Humor-Interview inhaltlichen Anschluß an Hamburger Produkte wie der Bild-Zeitung fürs Bürgertum (“Zeit”) oder der “Welt” sucht, sich gar einen Stammplatz bei Anne Will sichern möchte, weiß man nicht. Bei letzterer ist neben Augstein auch Sarrazin gern gesehener Gast. Der wieder ist Intimus von Broder.

Na was nun !? Geht der Freitag den Weg alles Irdischen?


6 Kommentare zu “Medienkompass – Ende April 2011”

  1. Fauziah

    Die Erkenntnis kommt mindestens f nf (5) Jahre zu sp t, wenn nicht sogar zehn (10)! Verlage haben sich disees Medium nicht erschlossen. Das Statement Springers (und deutscher Politiker) zur Tagesschau-App zeigen das ganz deutlich. Hier versucht eine Branche durch staatliche Reglementierung ihr Gesch ftsfeld zu wahren.Der Kauf der VZ-Gruppe durch Holzbrinck, das Verhalten der WAZ-Gruppe gegen ber der Th ringer Allgemeinen Zeitung, die Springer Presse-Erkl rung und das Interview mit Jakob Augstein werfen ein Licht auf eine Branche die Trends bestens hinterherl uft anstatt an ihnen zu partizipieren und festzustellen das Qualit tsjournalismus und Werbefinanzierung nicht mehr wirklich vereinbar sind.Ich sehe nicht das ein Verlag irgendwelche Impulse in Richtung Contentmanagement, Micropayment, Nutzerorientierung, neue journalistische Formen oder Konvergenz gegeben oder gef rdert hat.Stattdessen versucht man die Produkte mit Leistungsschutzrechten und politischer Lobbyarbeit auf einem Markt zu belassen, den Kunden nach und nach verlassen werden.Ein franz sische Verlag r umt dem Suchmaschinenriesen die Portokasse leer, und feiern ihre Exklusion aus einem weltweitem, durchsuchbaren Literaturindex.Wenn eine Organisation durch ihre Produkte nicht in der Lage in ein Medium zu konvergieren, sich disees Medium zu erschlie en, neue Gruppen, Leser anszusprechen und ein Gesch ftsmodell zu entwickeln, wird es vielleicht Zeit dar ber nachzudenken das man die Verbindung zu seinen Kunden, Gesch ftspartnern und Lesern verloren hat?Das die eigenen Produkte nicht mehr zeitgem sind und dar ber nachzudenken, was man daf r tun kann, dass das eigene Produkt auch im neuem Medium nachgefragt wird, oder dieser neue Markt erschlossen wird, erschlossen werden kann, steht nicht mal im Ansatz zu Diskussion.Stattdessen versucht man durch Regulation und staatliche Reglementierung einem Markt zu erhalten, an dem das historische Nachrichten- und Anzeigen-Produkt existieren kann.Mich erinnert die Situation der Verlage, der Verwertungsgesellschaften, der Musikindustrie an einen Ohnmachtsanfall, man liegt am Boden, weiss nicht wie es passiert ist, noch wann es passiert ist, und verfolgt weiterhin die Annahme, man habe sich garnicht hingelegt. W hrenddessen versucht man ein marodes, vergangenes Gesch ftsmodell am Leben zu erhalten oder sich durch Zuk ufe ein innovatives Prestige zu geben.

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