Frankfurter Gemeine Zeitung

Blind Dates 31.5.-5.6.

Di, 31. 5.

Campus Bockenheim, Hörsaal 1: Freier Welthandel mit unwürdiger Arbeit. Die IT-Zulieferer. Der Fall von Foxconn, dem Kontraktfertiger von Apple, Dell und Intel, hat seit Anfang 2010 negative Schlagzeilen gemacht, nachdem sich insgesamt dreizehn chinesische ArbeiterInnen aufgrund von extremen Niedriglöhnen, langen Arbeitszeiten und genereller Erniedrigung am Arbeitsplatz das Leben genommen haben. Dies und andere Fragen diskutieren: PD Dr. Boy Lüthje (Institut für Sozialforschung, Frankfurt) Sarah Bormann (Promovendin an der Universität Jena/ ex-WEED PCGlobal) Wolfgang Müller (IG Metall München

Dokumentarfilm & Gespräch 20 Uhr, Naxos-Kino: Waltz with Bashir Filmreihe „Das Geheimnis der Versöhnung heißt Erinnerung“ (2) / Grenzen des Dokumentarfilms“ (1): von Ari Folman (Israel/Frankreich/Deutschland 2008, 83 Min.): In einem animierten Dokumentarfilm verarbeitet der israelische Regisseur und Drehbuchautor Ari Folman seine Erlebnisse als Soldat im Libanonkrieg Anfang der 80er Jahre. Als 19jähriger Sergeant der Infanterie kämpfte er an der libanesischen Westfront. Wie so viele andere hat auch er seine Kriegserlebnisse fast vollständig verdrängt. Doch die Erzählung von einem ständig wiederkehrenden Alptraum eines Freundes, in dem dieser von einer Meute zähnefletschender Hunde gejagt wird, die er im Krieg tatsächlich hatte töten müssen, weckt auch in ihm Erinnerungen an den Krieg. Die seltene Form des animierten Dokumentarfilm wurde in der Tat für „Waltz with Bashin“ erfunden. Zugleich ist es der erste animierte Dokumentarfilm in Spielfilmlänge. Ari Folmans Werk wurde mit zahlreichen Preisen und Auszeichnungen bedacht. Unter anderem erhielt er 2008 den französischen Filmpreis César, den Golden Globe für den besten fremdsprachigen Film und den Preis als bester Film bei den International Documentary Awards, Los Angeles. Auch für die Filmmusik ging der europäische Filmpreis 2008 an „Waltz with Bashir“.

Mi, 1. 6.

Club Voltaire, 18 Uhr: “Trademark”. Grafik und Objekte von Silvio Valpreda. Valpreda zeigt mit viel Ironie, dass im Kapitalismus alles käuflich ist: Krieg und Terror, aber auch hehre Werte wie Freiheit und Demokratie – ja selbst das „Nichts“ hat seinen Preis. Die Ausstellung ist bis zum 17.06.2011 im Club Voltaire zu sehen. Veranstalter: KunstGesellschaft in Zusammenarbeit mit dem Club Voltaire

Club Voltaire 20 Uhr: The wrong Country Passport. Über eingreifende Fotographie.Vortrag mit Bildern von Silvio Valpreda, Turin: Valpreda hat u.a. die Ausstellung „Die Fotografie ist kein Telefon“ kuratiert. Veranstalter: KunstGesellschaft in Zusammenarbeit mit dem Club Voltaire. Eintritt: 5,- /3,-/1,- Euro.

Do, 2. 6.

11 Uhr, Offenbach. Radrundfahrt zu jüdischen Friedhöfen in und um Offenbach Treffpunkt: 11 Uhr, alter jüdischer Friedhof, Bismarckstraße, Offenbach. Kontakt/Info: Geschichtswerkstatt Offenbach, Barbara Leissing, Offenbacher Str. 81, 63165 Mühlheim; Tel.: (06108) 82 49 05.

Sa, 4.6.

Themen-Radtour: Sozialsiedlungen – Abriss zwecks Aufwertung? Treffpunkt ist 13 Uhr an der Wörthspitze in Höchst: Der ADFC in Frankfurt am Main bietet am Samstag, dem 4. Juni, eine Radtour zu Sozialsiedlungen an, die durch Modernisierung bzw. Abriss aufgewertet werden sollen. Betroffene Mieter werden berichten, welche Umbaupläne ihnen vorgestellt wurden und wie der Konflikt bisher verlaufen ist. An der Strecke liegen auch zwei luxuriöse Wohnhochhäuser. Das eine gehört der städtischen Wohnungsgesellschaft, das andere entstand in einem Pilotprojekt durch Umbau eines Bürohochhauses. Die Strecke ist etwa 25 km lang und endet mit einer Einkehr in Bornheim.


Fixes Blind Date: Gated Communities

Die Globalisierung hat viele Gesichter, die strenge Privatisierung von Städten und Gemeinden ist ein durchgehendes Phänomen. “Private Öffentlichkeiten”, neue Wohngebiete setzen sich überall durch, strukturieren unsere Lebenswelt neu. Ein bemerkenswerter Dokumentarfilm zeigt das heute abend in ARTE (30.5. 22 Uhr) exemplarisch an 3 großen Gated Communities.

Durch die Nähe zu Bewohnern und Bediensteten inner- und außerhalb der privatisierten Areale bietet der Dokumentarfilm eine selten mögliche Innenansicht des Lebens “Auf der sicheren Seite”. Er zeigt anschaulich, dass der städtische Raum mehr und mehr privatisiert wird und dadurch ungelöste gesellschaftliche Konflikte wie Apartheid, Kastensystem und große Einkommensunterschiede deutlicher werden. Unterschiede in Herkunft und damit verbundene Zukunfts- und Überlebenschancen werden im wahrsten Sinne zementiert.

Filmemacherin Corinna Wichmann sagt über die Motivation, den Dokumentarfilm zu drehen: “Wir wollten einen Film machen, der nicht nur ein globales, städtebauliches Phänomen erzählt, sondern wollten erreichen, dass der Zuschauer eine Nähe zu Personen und Orten erleben kann. Wir wollten nicht aburteilen, sondern ausloten, beobachten, verstehen. Ich freue mich über den Film, über seine Offenheit und Ambivalenz. Doch trotz des Verständnisses bleiben “Gated Communities” für mich ein Zeichen dafür, dass die Freiheit in der globalisierten Welt schwindet. Man gibt sich mit Bequemlichkeit und einer gut kontrollierbaren Kapitalanlage zufrieden, statt sich für eine lebendige Gesellschaft einzusetzen.” (ARTE)


Bemerkenswert – Lachhaftes von der Führung

Die Aktiengesellschaft “Deutsche Bank” und die Holding “Sozialdemokratische Partei Deutschland” bewegen sich in unterschiedlichen aber überschneidenden Segmenten von Öffentlichkeitsarbeit. Und noch mehr kommt bei ihren gegenwärtigen Chefs zusammen: Josef Ackermann (oh, schon wieder der) wird gerne als “der gefährlichste Banker der Welt” bezeichnet, Gabriel wäre am liebsten der ideenreichste Politiker der Welt. Nun gut.

Beide verbindet die Nähe zum Spielbein der heutigen Welt, der Finanzbranche und die Liebe zu hanebüchendem Blödsinn. Bei Ackermann liegt das mit der Finanzbranche auf der Hand, Gabriel bemühte sich, als Partei-Trainee der SDJ unter Gönner Gerhard Schröder (oh, schon wieder der) die Nähe zum Geld zu kultivieren. Nun wissen wir bereits, dass der ehemalige “Auto-Kanzler” Schröder auch ein Finanz-Kanzler war, dessen reformbegeisterter “Sozial-Berater” Rürup mit einem zwielichtigen Finanz-Guru namens Maschmeyer dessen obskure Firma AWD weiter aufmöbelte. Nichts besonderes in der ehemaligen Rot-Grünen Regierung, deren Mitglieder sich ja gleich scharenweise gutdotiert in die deutsche Wirtschaft absetzten. Rot-grüner Pragmatismus eben.

Gabriel, von dem war ja die Rede, übte damals bei Schröder intensiv Bussi mit den Großen und lernte dabei eifrig das Plappern: Politainment mit dummen Sprüchen, eine schon länger beliebte Übung der SPD Führungsriege. Und nicht nur der.

Club der Vielsager

Foto: ddp images/dapd/Udo Weger/ddp images / dapd

SPD-Herrenrunde mit Erfolgsmenschen 2004 (v. l.): Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder, AWD-Chef Carsten Maschmeyer, Rechtsanwalt Götz-Werner von Fromberg, TUI-Chef Michael Frenzel, SPD-Chef Sigmar Gabriel und Ex-VW-Personalvorstand Peter Hartz (ja der, inzwischen verurteilt)

Naja, jedenfalls wollte Ackermann lieber mit Merkel zusammen gesehen werden, damit man die “ordentliche Finanzbranche” nicht mit einer schmierigen Figur wie Maschmeyer (auch Finanzbranche) und entsprechender Anlage-Firma zusammenbringt.  Ordentlich bleiben!

Besagter niedersächsischer Hof-Lakai Gabriel darf seit einiger Zeit selbst auch noch mehr sagen, und das tat er in einem Interview zur Rettung der SPD vor Tagen. Dabei verkündete er gönnerisch, dass man Linke doch nicht völlig verdammen sollte: “Ich wünsche mir, dass wir nicht jedem Straftäter mehr Resozialisierungschancen geben.” In der Panik um genügend Posten für Mitglieder der SPD-Führung lässt Gabriel sogar die SPD mal als “links” gelten, obwohl sie sich faktisch eher als Partei rechts von der CDU ansiedeln könnte. Und er lässt sich wie als Bewährungs-Richter dazu herab, Linke auf das Maß vom Mördern zuzuschneiden.

Ein anderes (Ex-)Frankfurter Blatt, die Frankfurter Rundschau huldigt ihrem Eigentümerkonzern mit sozialdemokratischem Duktus, und kommentiert die Vorgehensweise des Vereinschefs so, dass die LINKE selbst diese fragwürdige Ehrung nicht wert wäre. Na, könnte man resümieren, dann lieber mit Mördern zusammen als mit dieser SPD und ihren Förderern.

Vergleichbares lässt sich von der Deutschen Bank AG natürlich nicht sagen. Ackermann steht sogar auf neuer Ethik, betrieblicher Verantwortung bei der Finanzierung, hat von der politischen Stimmung was gelernt. Und das klingt sensibler als die alten Stammtisch-Sprüche der SPD. Letzte Woche war mal wieder großer Auftritt, die Hauptversammlung der Bank, die Zeit der “verantwortungsvollen Governance“: “Immer wieder kommt Ackermann in seiner Rede deshalb auf das Thema Verantwortung zu sprechen. Er wiederholt seine Aussage, kein Geschäft der Welt sei es wert, den guten Ruf und die Glaubwürdigkeit der Bank aufs Spiel zu setzen… Grundsätzlich sollten die Geschäfte der Bank nicht nur rechtlich, sondern auch ethisch einwandfrei sein. Und an wenigen Stellen seiner Rede brandet so Applaus in der Festhalle auf” schildert´s verhalten die Hauspostille FAZ.

Wichtiger als solches Gutmenschen-Gelaber sind in der Branche – und für die Aktionäre – die Kursentwicklung, die Renditen und die Boni, und damit sind gewiß nicht die für die Armen gemeint. Deshalb kümmert man sich mehr um die zukünftige Führung der smarten Bank mit den Milliardengewinnen. Und das soll der “Herr der Finanzmärkte”, der künftige Chef nach den Wünschen der Shareholder sein: Anshu Jain, der Boß der Investmentbanker in London, fährt regelmäßig den Großteil der Gewinne für die Bank ein, und er soll es werden, nicht irgendein Weichei.

Nun: wer wirklich glaubt, dass Investmentbanker sich um die Ethik des Geschäfts kümmern, der mag in einer anderen Welt leben. Deshalb nichts Neues aus Frankfurt.


Die Welt des schönen Scheins – unglaubliches

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Als Beobachter der Zeitläufte stolpert man immerzu über die Behauptung knapper Ressourcen. Ebenso beständig ist man in Versuchung, dieser zuzustimmen, wenn es um Vernunft geht (nicht: Verstand). Nun scheint sie nicht zu den essentiellen und schon gar nicht zu den erwünschten Gütern zu gehören und der Wunsch, damit ausgestattet zu sein, folgt in der Rangliste hinter Auto, Kühlschrank, Ferienreise, Sieger bei DSDS oder gar Borussia Dortmund.

Den offenkundigsten Beweis für die Knappheit liefert in regelmässigen Abständen das Ministerium für Arbeit und Soziales und nährt so die Vermutung, dort komme man gänzlich ohne sie aus. Sie gleichen das offensichtliche Manko durch kreativen Umgang mit Fakten herzerweichend aus. Nachdem sich der Run auf die deutschen Facharbeitsplätze zumindest als etwas vorlaut erwiesen hat, entdeckt unser Maskottchen ihr eigenes Klientel wieder einmal mit staunenden Augen: Frauen, Greise, ja verdammt: Arbeitslose. All die einmal schnell gegengerechnet und schon ist der Mangel weg – und wie! Das Problem ist auch schon dingfest gemacht: sie müssen nur noch eingestellt werden. Glück auf, Frau von der Leyen.

Endlich! Es war ja auch nur eine Frage der Zeit und des kurzen Besinnens an frühere eigene Tage – jetzt ist sie da, die Handfessel für halslose Ungeheuer, euphemistisch Nachwuchs genannt. Kein Entrinnen mehr, der GPS-Sender lässt kein Ausbüxen mehr zu. Die Art von Mutter, die zu diesem Mittel greift, nannte man vordem „Glucke“ und die Wissenschaft kennzeichnete sie als „über-protektionistisch“, was man getrost dem manisch-depressiven Formenkreis zurechnen darf. Davon abgesehen hat diese Erfindung  – GPS-Kinderuhr – einen gravierenden Mangel: das Kind selbst hat keinen entsprechenden Display, muss also immer zu Hause anrufen, damit es sich durchgeben lässt, wo es sich aktuell befindet.

Man hat ihn erwischt – DSK mit keinen Hosen an – gemunkelt wurde ja schon lange. Jetzt ist Toleranz gefragt. Es scheint sich so klammheimlich eine Strategie breit zu machen droht, die natürliche Bedürfnisse alternder Männer schamlos ausnutzt. Nun gut, so lange er sich in den eigenen heiligen IWF-Hallen mit Kolleginnen auf dem Teppichboden wälzt, konnte ihm nicht viel passieren, schon klar. Dass man aber jetzt auf einmal von entwürdigenden Prozeduren spricht, denen potentielle Straftäter unterworfen werden und die Unschuldsvermutung hoch in Konjunktur steht, etwas Geschmäckle hat’s scho.

Andererseits ist das Phänomen nicht neu und vor einigen Zeiten gab es zur Vermeidung von Unklarheiten das berüchtigte „ius primae noctis“. Bei den ganzen Meldungen betreffs Präsidenten, die sich erstmal einen blasen lassen (USA), solche, die kurz ihre Assistentinnen vergewaltigen (Israel), wäre dies in Erwägung zu ziehen. Andere bezahlen wenigstens (Italien). Sparsame Österreicher benutzen ihr Hauspersonal (Kalifornien).

PS: Die Griechen müssen zittern, denn ihr Gönner sitzt, jener Heroe, der sich mit Verve für die Begleichung der Schulden stark machte. Generell werden die Europäer recht nervös, allen voran Frau Merkel. Denn ein Inder oder gar Chinese an der IWF-Spitze könnte einige Dinge etwas anders sehen aber auch hier gilt: Hosen können rutschen und mit herunter gelassenen Hosen ist nicht so schnell zu laufen.

Die demographische Entwicklung schreitet derart rasch voran, dass wir kaum hinterher kommen. Kaum hat die bundesrepublikanische Elite das Renteneintrittsalter um zwei Jahre erhöht, stellt dieselbe bereits fest, dass diese Massnahme weder ausreicht noch zeitgemäss ist. Wahre Ausbünde an Intelligenz melden sich jetzt wieder an vorderster Front. 70 vielleicht 75, Gleitklausel nach Bedarf, alles ist möglich. Während der glorreichen Betriebsarbeit bei Opel haben wir gerne die Nachrufe in der werkseigenen Zeitung gelesen. Da haben wir so eine Ahnung bekommen, wie dem lästigen und halt auch immer wieder kehrenden Rentenproblem beizukommen sein könnte. Es gab da – und die Ex-Kollegen wurden nach ihrer Abteilung sortiert – so einige Arbeitsplätze, deren Inhaber so eben noch die Verabschiedung und den kleinen Umtrunk mitbekamen und dann ging’s nach ein, zwei Monaten ab in die Kiste. Gerade noch genug Zeit, alles für den finalen Ruhestand zu regeln. Sie sollten alle posthum das Bundesverdienstkreuz erhalten, ein (Arbeits-)Leben lang eingezahlt und dann alles dem Gemeinwohl gestiftet. Helden der (Lohn-)Arbeit!

Da hast du’s jetzt, Frau Merkel! Erst die Spanier verhöhnen und ihnen den Urlaub vermiesen und nun haben sie sich revanchiert, haben ihre Kühe ordentlich auf die Gurken scheißen lassen und die dann flugs nach Deutschland geschickt. So eine Variante von Montezumas Rache. Damit es auch jeder kapiert, auch und gerade auf die hierzulande so beliebte Bio-Ware bezogen. So zieht man es auf , dass Terroristen versammelt wären. Und beschissen werden wir auch ausreichend.

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Manchmal ist der Alltag abstrus und entzieht dir einfach den Boden unter den Füssen. Hierzulande braucht es dazu kein Erdbeben, die Katastrophe ist erstaunlich banal. Du gehst einfach über die Zeil, jener Hochglanzmeile und schon bist du mitten im schönsten Dialog.

Türsteher Douglas, grauer Anzug, Krawatte, perfekt rasiert, eindeutig Migrationshintergrund. In bestem Hochdeutsch, an einen der wenigen Penner gewandt, der sich direkt neben dem Eingang niedergelassen hatte: „Sie können hier nicht lagern, Sie belästigen unsere Kunden.“ Angesichts körperlicher Überlegenheit steht der Berber auf. Du fühlst dich genötigt, dich einzumischen. Mitten in das Gespräch platzt die Stimme von hinten: „Is ja noch scheener, jetzt muss mer sisch von dene Kanake schon saache lasse, wo mer sisch hinsetze derf.“

Es ist an der Zeit, den Herren einen schönen Tag zu wünschen und seines Weges zu gehen.


Medienkompass – Im Himmel

Zwei zentrale Protagonisten des neu-deutsch aufgeklärten Zeitgeists der 00er Jahre des beginnenden Jahrhunderts wurden die Tage gebührend verehrt. Und zwar in einer Gestalt, die ihren eigenen Ansprüchen gut genügt, auch wenn noch ein paar Wünsche offen bleiben. Der erste heißt Joschka Fischer, für ihn als ehemaligen Star von 7 Jahren Berliner Rot-Grün Regierung kam eine [...]

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Schatten auf dem “Leuchtturm Kultur Campus”

Der “Kultur-Campus” wirft erste Schatten der Gentrifizierung auf den Stadtteil Bockenheim. Das ehemalige Institut der philosophischen Fakultät wurde im vergangenen Jahr abgerissen, das Grundstück in der Dantestraße 6 wurde verkauft. An dieser Stelle wurden 20 Luxuswohnungen gebaut, deren Preis (6500 Euro pro Quadratmeter) sich wohl nur ein Generalsdirektor oder ein Hochschulpräsident leisten kann.
Aber auch die ABG Holding will für den “Generaldirektor” bauen und eben nicht nur für die Familie mit geringerem Einkommen. Für Einkommensschwache bleiben 30 % der geplanten und geförderten Wohnungen auf dem Depot-Gelände vorbehalten. Der größere Teil der 220 Wohnungen wird für viele Menschen nicht bezahlbar. Die Miete soll (nach Angaben der Immobilien Zeitung.de vom 6.1.2011) mit 12,50 Euro/qm weit über den im Frankfurter Mietspiegel angegebenen Durchschnittsmieten (7,79 Euro/qm) liegen.

Depot von Adalbertstrasse
Zum Selbstverständnis der ABG Holding ist auf deren Homepage folgende bemerkenswerte Aussage zu finden. “Gerade für Familien ist es wichtig, große und dennoch bezahlbare Wohnungen zu finden. In Kooperation mit den Tochtergesellschaften und in enger Abstimmung mit der Stadt Frankfurt am Main ist es das Ziel der ABG FH, dieser Nachfrage gerecht zu werden und mit dem Wohnraum gleichzeitig für hohe Lebensqualität und sozial ausgewogene Wohnquartiere in Frankfurt zu sorgen.”
Es bleibt dahingestellt, ob und wie bei der zukünftigen Bebauung des Campus Bockenheim die ABG Holding ihrem eigenen Anspruch gerecht wird.

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Wem gehört die Stadt – eine erneute “Diskussion”?

Ein Abend mit den Stadt-Gewaltigen zum Campus Bockenheim im Rundschauhaus in Sachsenhausen.

Nein, Frau Michels, und wenn sie noch so sehr um Harmonie bemüht sind, da war nix von inhaltlichem Entgegenkommen. Herr Junker von der AGB und Dame Roth sprachen Einladungen aus, sieht man jedoch genau hin, ist das so wie der Amerikaner, der mir auf dem Flughafen begegnet und dann sagt: „wenn du mal in New York bist, komm vorbei.“ Wehe, wenn ich das dann mache, er ist entsetzt über so viel ungebührliches Betragen. Ausserdem geht es nicht darum, einfach mal nett zu sein zueinander und schon öffnet sich die schöne neue Welt

Da verfälscht der gängige Journalismus aus bester Absicht, doch schon Lichtenberg meinte, dass es unmöglich ist, die „Fackel der Wahrheit“ durch eine Menschenmenge zu tragen, ohne jemandem den Bart zu versengen. Nach so einer Schmonzette wollen wir hier erstmal die breiigen Äusserungen von Dame Roth und ihrem Vasall Junker in Klartext bringen:

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Klartext

Diese Stadtregierung und insbesondere Dame Roth und ihr getreuer Frank Junker, ist gewillt, dieses IHR Projekt durchzuziehen, mit allem Glanz und aller Gloria zur Verewigung ihres gestalterischen Ruhmes.

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█████nzeiten

(inspiriert durch die Nachrichten aus dem Teppichhaus von Trithemius) In diese █████nzeiten Ist jeder stets bereit Zu jammern über █████, Da haben alle Zeit. Doch wenn man es verbietet, die █████ zu erwähnen, So wird die █████ plötzlich Als █████ nicht bestehen. Und alle sind dann glücklich, Und so geniessen diese Naive Nicht-Beachtung Der allgemeinen [...]

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Debatte: Recht auf die Stadt

Wie gemeldet wird in Hamburg der Recht-auf-Stadt-Kongress (2. bis 6. Juni) stattfinden. Über 40 Veranstaltungen Workshops und Aktionen sind angekündigt und stadtpolitisch Bewegte werden die Qual der Wahl haben.
Die inhaltliche Debatte zum Recht auf die Stadt hat unterdessen schon begonnen.
Zum Beispiel hier: Ein Anspruch an die Bewegungen selbst. Zur Theorie und Praxis der internationalen Kämpfe um das Recht auf Stadt.

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experiment.lyrisch – Frankfurter Lyriktage 2011

Die Frankfurter Lyriktage sind in diesem Jahr unter dem Zeichen des Experiments – wie schön, wie scho¨n!

Und ich bin diesmal wohl dabei – zwar nicht auf der Bühne, aber zumindest irgendwo im Publikum. Wer weiss, wann in Frankfurt das nächste mal die Experimentale stattfindet? Achja, Franz Mon kommt. Und Gert Scobel. Und viele andere.

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Die Zeit ist reif: DIE FGZ AM 29. MAI LIVE IM KELLERTHEATER FRANKFURT

Die “Frankfurter Gemeine Zeitung” springt kurzerhand aus dem Netz ins sogenannte “wirkliche Leben”. Am 29. Mai kann man FGZ-Autoren am eigenen und fremden Leib erleben im Rahmen einer Lesung und Performance im Frankfurter Kellertheater, Mainstrasse 2. Beginn 18 Uhr, Eintritt 5 Euro. Mit Bert Bresgen, Florian K., Merzmensch, Daniela Vollhard, Aylin Karacan, Yunus Konrad u.a.

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Blind Dates 24.5.-29.5.

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Di, 24.5.
Naxos-Kino Die unbequeme Wahrheit über unsere Ozeane
Dokumentarfilm & Gespräch am Dienstag, 20 Uhr, Filmreihe Die Schöpfung bewahren (3), Von Rupert Murray (USA 2009 / 82 Min.): Für über eine Milliarde Menschen ist Fisch der Hauptbestandteil ihrer Nahrung. Nach Ansicht von Experten könnten unsere Meere, wenn es so weitergeht wie bisher, jedoch in 60 Jahren leergefischt sein. Schuld daran ist die katastropale Überfischung, die den Bestand etwa von Kabeljau und Thunfisch systematisch reduziert. In seinem Film besucht Murray globale Brennpunkte der Überfischung, etwa Neusee- land oder Tokio. Er spricht aber auch mit senegalesischen Fischern und mit Experten des „Word Wild Fund of Nature“, welcher der EU empfahl, besonders die Fangquote für den Blauflossenthunfisch zu reduzieren.

Mi, 25. 5.

19 – 23 Uhr: Cinéma de Résistance in der Raumstation Rödelheim. Am Dienstag, den 25. Mai startet eine neue Veranstaltungsreihe starten: Das “Cinéma de Résistance”. Zum Start zwei historische Filmen aus dem Jahre 1967: zu den Geschehnissen rund um den Schahbesuch und zum 2. Juni, also dem Tod von Benno Ohnesorg. Für einige erklärende und einführende Worte ist gesorgt. Eintritt frei, Getränke und Snacks sind vorhanden. Wo: Raumstation Rödelheim, Auf der Insel 14HH, 60489 Frankfurt/M. Infos zur Anreise:
http://www.Insel14.de

Ponyhof Frankfurter Lyriktage (Experiment, Lyrisch) Einlass: 19 Uhr. Best of ZEBRA – Poetry Film Festival Berlin. Filmvorführung mit Thomas Wohlfahrt (Literaturwerkstatt Berlin) Einlass: 21 Uhr. PERFORMANCE POESIE mit Sprechgewitter – Spoken Word trifft Soundpoetry / Mitch

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Birgit Homburger und der mexikanische Sargschreiner

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Dies schrieb FAZNet vor einem halben Jahr bewundernd über Birgit Homburger, damals noch Hoffnungsträgerin und FDP- Fraktionsvorsitzende:
“Wer mit dem Auto durch das badische Singen fährt, der wird auf ein Leuchtreklameschild aufmerksam, auf dem „Bestattungshaus Homburger“ steht. (…) Dort ist die FDP-Fraktionsvorsitzende Homburger aufgewachsen, hat im elterlichen Schreinereibetrieb gelernt, was es heißt, mittelständischer Unternehmer zu sein. Wahrscheinlich hätte die ehrgeizige Frau Homburger die Sargschreinerei ihres Vaters zu einem in ganz Baden-Württemberg bekannten Unternehmen gemacht, wenn sie sich für eine Schreinerlehre entschieden hätte. “
Ja, wahrscheinlich, sehr wahrscheinlich hätte Birgit Homburger das getan und auch in der väterlichen Sargschreinerei ihre Führungsqualitäten bewiesen. Und die braucht es heute gerade dort, steckt doch das Bestattergewerbe wie unlängst auf dem 7. Hessischen Bestattertag in Gießen diskutiert wurde, in einer, sagen wir mal: Umbruchphase. Dafür gibt es viele Anzeichen. In der dem Hessischen Bestattertag gewidmeten Ausgabe der Fachzeitschrift “Der Bestatter” artikuliert DIB-Geschäftsführer Hermann Hubing leichte Irritation über ein nichtgenanntes Stuttgarter Bestattungsunternehmen, das am Kapitalmarkt “Genußrechte ” mit fester vierprozentiger Verzinsung auslobt. In der Rezension zu Christian F. Zanders Buch über die Geschichte der

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Ackermanns Traum (Ende)

11. In Ackermanns Zelle. Frau Schneider erscheint.

Schneider: Guten Morgen, Herr Ackermann, haben sie gut geschlafen.

Ackermann: Geht so. Ach, Frau Schneider veranlassen sie bitte, dass unsere Sponsoringzusage an die Salzburger Festspiele überprüft wird. Ich denke, wir sollten uns mehr auf das Kerngeschäft konzentrieren. Die Kulturförderung ist ja auch eigentlich Aufgabe des Staates. Was gibt’s neues?

Schneider: Eine Befreiungsgruppe „Weltspartagkuss“ hat sich gemeldet, ihr Video ist gestern Nacht auf Arte gesendet worden und hat sofort den Innovationspreis der Offenbacher Hochschule für Gestaltung gewonnen. Außerdem gab es heute früh in Frankfurt einen phänomenalen Ansturm auf eine Würstchenbude….

Ackermann: Aha, was wollen diese Leute?

Schneider: Sie haben ihre Zusammenlegung mit Maschmeyer und Rürup gefordert.

Ackermann: Sind die verrückt? Ich bin froh, dass ich vor denen meine Ruhe habe!

Schneider: Aber sie wollen ihre Freilassung erreichen….Frau Merkel und die FDP haben schon eine wohlwollende Prüfung angekündigt. Ist das nicht toll?

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Wenn das politische Bandmaß versagt

Das Hamburger Netzwerk “Recht auf Stadt“, Vorbild des Frankfurter Netzwerkes “Wem gehört die Stadt” bereitet einen Kongress vor: vom 2. bis 5. Juni 2011 gibt es in der Hansestadt Hamburg kollektive Verwirrung, Begegnung und Zerstreuung: Über verschiedene Orte der Stadt verteilt, findet jede Menge Geplantes (Workshops, Podien, Filmvorführungen) und Ungeplantes statt.

Mit Christoph Twickel (Manifest NotInOurName, Lux & Consorten) und Georg Moeller (Ideenscout, Spielplatzini BaSchu e.V., Anwohnerinitiative Schanzenviertel) sprach ak über das Comeback von Stadtpolitik, den Kongress und die Hamburger Bewegung.

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Medienkompass – Medienschelte

Eine eigenartige Diskrepanz weitet sich in den westlichen wie den nicht-westlichen Gesellschaften immer mehr auf: wir betreiben eine Mediengesellschaft, aber wirklich zufrieden sind viele mit den Medien, die über den privaten Tratsch im Internet hinausreichen sollen nicht, im Gegenteil. Das gilt besonders für den politisch-kulturellen und demokratischen Anspruch, der sich mit den großen Printmedien und den öffentlichen Fernsehsendern verbindet.

Zeitungen View

Einerseits wird eine enge Verbindung der Leitmedien mit Regierungshandeln und Wirtschaftsentscheidungen deklariert, besonders in den Blättern aus den 5 großen Städten. Von den Mauscheleien einer übersättigten Journalistenriege („Alpha-Journalisten“) im Regierungsviertel bis zur Bildzeitung für Bildungsbürger ist die Rede. Textbeiträge, Interviews und Talkshows sind laut vielen Diagnostikern kaum noch zu unterscheiden von Presseerklärungen der Bundestagsparteien oder Bilanzkonferenzen von Dax-Konzernen.

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Nordend – kein Spass mehr

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Man weiss nicht so recht, was davon zu halten ist, das hochpreisige Nordend kämpft mit dem eigenen Standort-Vorteil und zeigt eine Leidensmiene, die seiner Attraktivität geschuldet ist. Es dreht sich wieder einmal um den Friedberger Platz, hoch gelobt und grossflächig vermüllt.

So schwankt man allenthalben, die einen auf Grund exzessiven Alkoholgenusses, die anderen vor lauter Bedenken, im Versuch, es allen Recht zu machen. Es wird darauf hinauslaufen, dass zuerst der Platz eingehaust wird. Die einfallenden Horden sehen überhaupt nicht ein, dass sie auf ihr Vergnügen nach all den Anstrengungen, den allgemeinen Wohlstand zu heben, verzichten sollen, denn das steht ihnen, den Leistungsträgern, einfach zu; die anderen verrenken sich in dem Bemühen, den Standort zu wahren und die heile kleine städtisch-bürgerliche Welt zu wahren, in die sie sich so mühselig eingekauft haben.

Das erinnert an die wirkliche Urmutter aller Spontanfeten in Frankfurt. Dazu müssen wir etwas in die Geschichte der Stadt eintauchen, so Mitte der Fünfziger, dem Jahrzehnt mit all seinem Muff und dem jenseits des Atlantik kommenden Rock’n’Roll.

Tatort: man glaubt es nicht: die Hauptwache.

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Erklärung des Netzwerks zum Bürgerforum Bockenheim

Für alle, die sich gefragt haben, was der eigenartige Beifall beim Bürgerforum (siehe Artikel “Dame Petra Roth lädt – und wird gestört”) zu bedeuten hatte: hier die Erklärung des Netzwerkes “Wem gehört die Stadt“:

Wir danken und preisen! Wir schreiben das Jahr 2011. der gesamte Campus Bockenheim wird von Studierenden und anderem nichtsnutzigen Gesindel genutzt. Der ganze Campus Bockenheim? Nein! Eine kleine Gruppe unbeugsamer Frankfurter_innen hat sich zum Ziel gesetzt, diesem Treiben endlich Einhalt zu gebietenAls erfahrene Feldherrin im >>Aufstand der Städte<< ist die allseits geliebte Petra Roth als Führerin einer kleinen Widerstandsgruppe auserkoren, dem barbarischen Treiben am Campus endlich ein Ende zu bereiten. Unterstützung in ihrem Kampf für die Hochkultur erhält sie von dem unerschrockenen Werner Müller-Esterl (Uni FFM), der spätestens seit dem Kampf um das Casino im Dezember 2009 weiß, wie man mit Schlagstock und Pfefferspray gegen Schmierfinken und Kulturfeinde vorgeht. Und auch die anderen Kämpfer_innen für das >Wahre, Schöne, Gut< wie der Führer der ABG Holding Frank Junker und der Planungsdezernent Edwin Schwarz ( Zitat: Schwarz wie Weiss) wissen ganz genau, wie man ganze Stadtviertel und städtischen Wohnungsbau

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Dame Petra Roth lädt – und wird gestört

Das Ambiente erscheint sorgsam ausgesucht. Hier hat sich das weltoffene Frankfurter Bürgertum getroffen. Frankfurt hat wohl zwei Orte, an denen die „Wohlhabenheit“ dieser städtischen Eliten sich gerne gezeigt hatten: die Alte Oper und eben diese Aula der Universität. Adrette Hostessen fragen, ob sie behilflich sein können. Die Ordnungsmacht ist ausreichend und doch unaufdringlich präsent, leider kein kaltes Büffet oder wenigstens ein Gläschen Schampus. Es soll um einen „Kulturcampus“ gehen, die Einschränkung ist sorgfältig gewählt, ebenso die anvisierte „Öffentlichkeit“. Der Rahmen ist vorgegeben, dem Status der verschiedenen gesellschaftlichen Stände entspricht die Choreographie. Das plebejische der Talkshows gilt es zu vermeiden, deshalb der Eskort-Service. Ein bisschen Buntes ist gewünscht, so bildet sich Leben ab, das als weicher Standortfaktor nicht mehr zu übersehen ist.

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Ackermanns Traum (4)

9. Brainstorming im Hinterzimmer von Dannys Dutyfreeshop

Alle wachen auf

Berger: Okay, was haben wir denn bis jetzt?

Roth: Also, ich hab bislang nichts.

Veit: Bei mir siehts auch eher Mau aus.

Berger: Dito. Vielleicht sollten wirs mal mit Mindmapping versuchen. Oder mit der Visualisierungsmethode. Oder wir verbringen zusammen ein Wochenende auf einer Berghütte.

Veit: Oder wir rufen McKinsey an.

Roth: Ich hab eine Idee: Wir drohen einfach alles Kapital ins Ausland abzuziehen, wenn Ackermann nicht freikommt.

Berger: Damit drohen eh schon alle die ganze Zeit. Nein, wir brauchen eine einzelne Person, die wir unter Druck setzen können, einen symbolischen Vertreter der bestehenden Ordnung.Eine Identifikationsfigur.

Veit: Ja, also, vielleicht hätte ich da einen. Herr Dunker, der besitzt eine Würstchenbude an der Eschenheimerstrasse, hat zwei Kinder und ein völlig überzogenes Konto.

Berger: Das ist er, unser Mann!

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Volatiles Frankfurt: oben und unten

Wen wundert der wirklich sehr blamable Abstieg wenn man weiß wo diese Mannschaft herkommt: aus Frankfurt. Damit meine ich nicht die eher schlichte Feststellung, dass der Fußballverein Eintracht Frankfurt seit fast 2 Jahrzehnten eifrig übt: im Absteigen und Aufsteigen zwischen der 1. und der 2. Bundesliga.

Ich meine auch nicht den Sachverhalt, dass die Eintracht vielleicht die Marke “Frankfurt” stärken wollte, indem sie nach der hauptstädtischen Aufhebung (Hertha) als einzige deutsche Stadt mit 2 Mannschaften in der 2. Bundesliga vertreten sein wird. Gutes Städte-Branding?

Auch nicht, dass ein “Fußball-Philosoph” das ehemals auch philosophisch in der ersten Liga angesiedelte Frankfurt in die zweite hinab-trainierte. Sich selbst allerdings gleich mit.

Das Team im Bankenviertel (Foto: dvu.de)
(Das Team im Bankenviertel – Foto: dvu.de)
Nein, den Hinweis gibt uns der Ort, an dem die Truppe spielt: in der “Commerzbank-Arena“, nicht mehr im Waldstadion, und das seit 2005.

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Willkommen bei Facebook

Hallo lieber neuer Freund,

Ich bin es: Dein Facebook.

Ich freue mich riesig, dass wir jetzt Freunde sind und Du, meine Werbepartner und ich werden ab jetzt gemeinsam eine Menge Spaß haben.
Zunächst einmal danke ich Dir, dass Du so ehrlich warst, hier Deinen vollständigen Namen und ein biometrisches Foto von Dir hochzustellen. Das gefällt mir.
Schließlich wollen alle Deine neuen Freunde ja wissen mit wem sie es da zu tun haben.

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Das Knabentheater Aschaffenburg schläft nicht

“Mir war, als rief es: Schlaft nicht mehr, Macbeth mordet den Schlaf! – Ihn, den unschuldgen Schlaf; Schlaf, der des Grams verworrn Gespinst entwirrt, den Tod von jedem Lebenstag, das Bad der wunden Müh, den Balsam kranker Seelen, den zweiten Gang im Gastmahl der Natur, das nährendste Gericht beim Fest des Lebens. “ “(Macbeth)
Giacomo Puccini blieb es vorbehalten, eine seiner seltsamsten sirenenartigen Kantilenen mit der Botschaft zu versehen: “Keiner Schlafe” “Nessun dorma”. Der Maestro, einzig legitimer Erbe des großen Verdis, angekränkelt von der Dekadenz der Jahrhundertwende und der Jahrzehnte danach und im Wortsinn todmüde schrieb sie in seiner letzten unvollendeten Oper: Turandot von 1924. Ansonsten kommt diese Oper fast ohne die vom Publikum so geliebten Arien aus. Aber diese ist eine, mit sich hochstemmender Tenor-Stimme, gesungen von einem Prinzen, einem Bewerber, zugunsten einer sich verweigernden Prinzessin, die ihre potentiellen Liebhaber alle sterben lässt. Die Szenerie spielt in dem damals bereits sehr populären China. Der Prinz ist schlaflos, träumt sich die frigide Prinzessin in einen Zustand, der dem seinen gleicht und erhebt ihn zu einem Gebot für alle. Was hätte Puccini ahnen können von der Bedeutung Chinas 2011? Zu seiner Zeit gaben sich die Chinesen noch gerne dem Opiumrausch hin, spazierten in Gärten oder verhungerten klaglos. Das heutige China hat die Forderung des Liedes, die die sanfte Melodie gleichzeitig wiederuft, für alle unwiederuflich festgeschrieben. Der “schlafende Riese” ist erwacht! Aber blicken wir zu uns zurück: In der ersten deutschen Republik, der Weimarer, hat der repräsentative Tenor der Zeit Richard Tauber noch im Jahr der Uraufführung 1926 eine wunderbare deutsche Version des Liedes aufgenommen, kurz bevor “Deutschland, erwache!” durch die Hallen hallte.

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Stadt Regieren: Kulturcampus Bockenheim

Verblüffende Nachrichten aus dem schwarz-grünen Römer: “Dir gehört die Stadt” stellt man sich dort wohl als Showlaufen von Honorationen auf dem Podium vor: das “2. Bürgerforum Kulturcampus Bockenheim”. Bockenheim nimmt es aber nicht einfach hin.

Wir dokumentieren die Erklärung der Bürgerinitiative “Ratschlag Campus Bockenheim” dazu:
Wir protestieren gegen die Veranstaltung des 2. Bürgerforums Kultur-Campus-Bockenheim, zu dem Oberbürgermeisterin Petra Roth für kommenden Montag (16. Mai 2011) eingeladen hat. Wir sehen darin eine Wiederholung des am 21. Februar 2011 im Senckenbergmuseum stattgefundenen Forums, lediglich in einer etwas

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Rave against the machine

Letzten Freitag ging der “Rave against the machine” gegen die totale Atomisierung der Welt eines breiten Aktionsbündnis in Frankfurt ab. Er tanzte durchs heilige Bankenviertel, denn: ohne viel Knete keine großen Kraftwerke, ist doch klar.

Marcel Hoppe hat das Spektakel im Video dokumentiert:

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BGB, § 960, Wilde Tiere

Wer hätte gedacht, das Bürgerliche Gesetzbuch ist voller Poetik, es ist ein melancholischer Ausbruch des Menschlichen. Zum Beispiel: § 960, Wilde Tiere. Da kullert einem/r die Träne Wilde Tiere (MP3) Voice & Music by Merzmensch

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Die Welt des schönen Scheins – bedächtiges

Varkala + 011

Warum machen die Amis nur so einen Eiertanz um die Geschichte mit Bin Laden. Da wird gelogen und beschönigt, dabei wartet man doch nur auf das klärende Wort: wir sind da rein, haben gesagt, das war’s und abgedrückt. Sauberer Kopfschuss, kurzer Prozess, einmal erkennen sie den Gerichtshof in Den Haag eh nicht an, zum anderen finden es die Leute gut. Gibt es denn einen besseren Beleg als unsere endlich wieder mal lächelnde Kanzlerin?

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Don´t panic, but please panic !

Unsere vielen Ängste, und dazu noch die “German Angst”: was bedeutet das eigentlich alles?

Wir leben seit ein paar Jahrzehnten in einer Gesellschaft, deren Nachrichtendruck und Infotainment uns privat wie im Beruf pausenlos anheizt. Das kostet Nerven, oft eine ganze Menge. Wir bekommen Schwierigkeiten mit unserer Aufmerksamkeit, permanente Unruhe begleitet den Alltag. Wenn der Information-Overflow noch zusammengeht mit anderen Erfahrungen von Druck und dauernder Mißstimmung, kann es zu Angstzuständen bei davon Betroffenen kommen, und je nach Lage und persönlichem Hintergrund zu Phobien, Panikattacken und Herzneurosen führen. Sie scheinen in den westlichen Gesellschaften immer mehr epidemisch zu werden, entwickeln sich als permanente Bedrohung für das Arbeitsleben (“chronisch arbeitsunfähig”) und das emotionale Klima in der Lebenswelt. Man kann sich für gutes Leben anderes wünschen als diese Plage durch Phobien.

Angst - 1

Die Quälgeister erscheinen aber nicht nur einzelnen, vielleicht besonders Sensiblen, sondern sie verbreiten inzwischen neue Alltagsgefühle der Angst und der Kurzlebigkeit , die sich in allzeit verlangter “Flexibilität”, einer pausenlosen Hingabe vieler unserer Kapazitäten an die institutionelle Ungebung gründen. Das sind die Anmaßungen von Auftraggebern und Consultants, von Controllern oder Management an jeden einzelnen, die den Atem nehmen und ein permamentes Gefühl von Rastlosigkeit und Unerledigtheit, von Dauerdruck und Unsicherheit verbreiten. Wie soll dieses Klima zu Unaufgeregtheit führen? Muß man nicht hinter jeder Ecke einen Verfolger vermuten, der alle Lebensäusserungen bewertet, besser noch umbiegen möchte? Diese Anspannungen scheinen im Monatstakt zuzunehmen, gewiß nicht die beste Voraussetzung für angstfreies Leben. Aber diese Ängste sind gewünscht, ja kultiviert, wie sonst käme man sonst zu willigen Service-Kräften, die ohne viel Murren all die Ansprüche hinnehmen?

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Aktionstag „Wem gehört die Stadt“ – 11. Juni 2011

Endlich kommt Bewegung in die Stadt. Nachdem es in Frankfurt so ruhig war – auch zum 1. Mai – dass man schon meinen konnte, eine Neutronenbombe wäre eingeschlagen, hat sich nun ein Reihe von Initiativen entschlossen, ein Netzwerk aufzubauen. Dieses soll mit dem geplanten Aktionstag aus der Taufe gehoben und einer breiten Öffentlichkeit sichtbar gemacht [...]

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Atomprofite-nein Danke! Demo am 9.5.

Am Montag, den 9. Mai zieht die montägliche Frankfurter Atomwache zwischen 18 – 19.30 von der Hauptwache, Katharinenkirche hin zur brasilanischen Botschaft, begleitet von einer Samba-Gruppe. Attac Frankfurt wendet sich damit gegen den Bau von Angra 3 und damit verbundenen deutschen Atomexport mit staatlichen Bürgschaften Die brasilianische Botschaft ist informiert und wohl auch gesprächsbereit. Diese [...]

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Ackermanns Traum (3)

7 In “Dannys Dutyfreeshop”:Veit, Berger, Roth

Veit: Ich bringe gute Nachrichten, Genossen! Die Isolationsfolter für Ackermann ist aufgehoben! Die äh, “Bullen” haben Frau Schneider zu Ackermann gelassen.

Berger: Frau Schneider, seine Persönliche Assistentin? Das ist ja grossartig!

Roth: Endlich!

Veit: Ich habe zuverlässige Informationen, dass sie zusammen in der Zelle einen Terminplan gemacht haben, ganz wie früher (Jubel, Victoryzeichen, Freiheit für Ackermann-Rufe)

Berger: Gut, ausgezeichnet, damit ist unsere erste Forderung erfüllt. Das können wir also schon mal von unserer „Terror To do today“-Liste streichen.

Roth: Aber wir haben doch noch gar keine Forderungen gestellt!

Berger: Wir arbeiten ergebnisorientiert, Frau Roth. Entscheidend ist nicht, ob wir eine Forderung stellen, sondern ob sie erfüllt wird. .

Roth: Aber ich finde trotzdem, wir müssten was machen. Wir treffen uns seit Monaten und niemand weiß, dass es uns gibt.

Veit: Also ich würde nicht sagen, dass niemand weiß, dass es uns gibt, sondern eher dass keiner weiß, dass es uns gibt.

Roth: Ja, aber …was sind denn nun unsere Forderungen?

Berger und Veit: Freiheit für Josef Ackermann! Zusammenlegung der Gefangenen Ackermann, Maschmeier, Rürup! Nieder mit den Lohnnebenkosten!

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Es gibt kein falsches Leben im Falschen

Gestern am Rande der “Langen Nacht der Museen” in Sachsenhausen. Gruppen ziehen an der Weinstube vorbei, meistens sind es acht Leute. Aufgebretzelt oder in Jogginghosen, offenkundig bereit, sich der Kunst zu stellen wie einem Duell an diesem warmen Frühsommerabend. Wir haben wenig Gäste. Vorerst. Sie werden schon kommen, was bleibt ihnen übrig?

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Medienkompass – Obsama und die Helden

Warum wir immer noch am Frankfurter Flughafen, dem Hauptbahnhof, der City, am iPhone und dem Laptop vor den 100 bedrohlichen jungen Männern geschützt werden müssen, die unsere Existenz gefährden.

Obama besucht die Helden von Abbottabad” lautet die Schlagzeile in der Neuen Zürcher Zeitung: “Der amerikanische Präsident Barack Obama hat sich persönlich bei der Spezialeinheit Navy Seals bedankt, die Usama bin Ladin in Pakistan getötet hat. Er besuchte einen Stützpunkt in Kentucky und verlieh der Truppe das höchste militärische Ehrenabzeichen für eine Einheit der Streitkräfte.

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Die Stadt erfahren und bloggen

In den letzten Jahren hat sich die Stadtentwicklung, die gegenwärtigen Transformationen der Städte und die Konfrontationen darum immer weiter verbreitet, auch im Web.
Ein Teil der Konzeption der FGZ dreht sich auch um diese Sachverhalte, um Finanzialisierung und Gated Communities, um Businessdistrikte und Entmachtung der Kommunalpolitik, Gentrifizierung und veränderte Arbeitswelten, Immobilienspekulation und Shopping malls. Natürlich steht das hier im Web und in Frankfurt nicht allein und will es auch nicht.

Eine Konferenz nächste Woche sieht die Möglichkeiten der “Netzwerkgesellschaft” im Schnittpunkt von Web und Stadt sehr optimistisch: “Das Internet verändert die Auseinandersetzung mit städtischen Themen, die Informationsverteilung, wie Akteure miteinander kommunizieren und an der Gestaltung unserer (gebauten) Umwelt teilhaben. Statt passiv zu konsumieren, kann sich nun jeder aktiv beteiligen, publizieren und vernetzen. Dies eröffnet neue Chancen für zivilgesellschaftliches Engagement und Partizipation, wie etwa bei Petitionen im Rahmen von Planungs- und Achitekturprojekten. Somit entstehen neue (Platt-)Formen der des gemeinschaftlichen Engagements. Dabei ist daran nicht die immer verbesserte Technik das wirklich besondere – viel entscheidender ist der gesellschaftliche Wandel, der mit der gesamtgesellschaftlichen Durchdringung dieser Technologien einhergeht und dessen große soziale und kommunikative Konsequenzen noch nicht ausreichend diskutiert und verstanden werden“.

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LIGNA – Radio Ballett Bahnhof

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COLLAGEN SPEICHERN SONNENLICHT, DESHALB DU IMMER LACHEN VIEL! (2)

Blicke

Die Einnahme berauschender Substanzen bei Nacht…

…ist Verschwendung von Tageslicht

Ausgelacht

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Eklatante

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Bemerkenswertes – in den Mai 2011

Der AWD-Gründer Maschmeyer, dessen Laden unzählige Kleinanleger ruinierte schmierte Kanzler Schröder. Wen wundert´s, dass das rot-grüne Zukunftsprojekt seinen Markt und seine Firma mit massenweiser Privatisierung der Altersvorsorge puschte. Viele in Frankfurt hat es auch gefreut, zumindest in manchen Etagen der Finanzwirtschaft.

FGZ-Herausgeber Bert bringt das zur Zeit in seinem “Ackermanns Traum”, die ARD zeigte es in diesem Film:

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Medienkompass – in den Mai 2011

US-amerikanischer Journalismus:

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Ackermanns Traum (2)

4. Josef Ackermann in seiner Zelle auf der Pritsche. Carsten Maschmeyer schläft in der Nebenzelle.

Ackermann: Carsten?

Maschmeyer schnarcht

Ackermann: Maschmeyer, schlafen Sie schon?

Maschmeyer (schnarcht)

Ackermann: Also ich kann nicht schlafen, das macht der Tee. Vielleicht sollte ich was lesen

Maschmeyer (schnarcht)

Ackermann: Maschmeyer… Deutschland muss aufwachen!

Maschmeyer (durch die Wand): Was ist los?

Ackermermann: War nur ein Scherz, schlafen sie weiter.

Maschmeyer schläft weiter.

Ackermann: Ich würde jetzt auch lieber schlafen. Aber,Maschmeyer, ich weiß im Gegensatz zu ihnen, dass ich in Wirklichkeit bereits schlafe und dies gar nicht die Wirklichkeit ist. Ich bin der weiße König aus Alice in Wonderland, Maschmeyer. Ich weiß, ich bin gar nicht hier in dieser Zelle, ich träume das nur, und wenn ich aufhöre, sie zu träumen, Maschmeyer, wissen sie , was das dann passiert, mit ihnen? Sie verschwinden einfach! Sie verschwinden!

(Maschmeyer schnarcht weiter)

Aber ich sehe mir das erst mal eine Weile an, sozusagen als Gedankenexperiment….Seltsam …Wenn ich nur in meinem Traum endlich einschlafen könnte, morgen wird’s ein harter Tag… „Denk ich an Deutschland in der Nacht bin ich um den Schlaf gebracht! (er gähnt) “ Von wem war der Slogan noch mal?..

Maschmeyer (durch die Wand) Deutsche Schlafwagengesellschaft…kein Erfolg

Ackermann: Kein…Erfolg…

Er schläft ein. Maschmeyer schnarcht, Ackermann schnarcht

5. Berger mit den Genossen in Dannys Duty free shop

Berger: Bevor wir in die Planung eintreten, wie wir den Genossen Ackermann befreien, geht’s darum, wie wir der Öffentlichkeit Content vermitteln. Genossin Roth?

Roth: Ja, ich habe zunächst über das Branding nachgedacht. Welche Identity brauchen wir für die Befreiungsaktion? Ich schlage vor: „Kommando 31. Okober.“

Berger. Mmmhh, gefällt mir nicht so ganz. Was ist denn das für ein Datum?

Roth. Weltspartag. Wir könnten uns damit in die populäre Geizwelle einklinken.

Berger: Aber ist der Weltspartag nicht eher konservativ besetzt?

Veit: Nach dem Zusammenbruch des neuen Marktes sehnt sich das Volk nach etwas Beständigem. Es will wieder sparen. Außerdem ist der Weltspartag der Tag der internationalen Sparsolidarität. An diesem Tag spart die Welt.

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Die Welt des schönen Scheins – beständig

Die OECD hat nun bescheinigt, dass in Deutschland viel Geld für Kinder ausgegeben wird, gleichwohl nimmt die Ungleichheit zu und die Zahl der Kinder ab. Eigentlich besagt die Studie ja, dass Frauen in Deutschland bescheuert sein müssen, sich dieser Tortur zu unterziehen. Und das sind sie offensichtlich nicht. Gratulation, meine Damen! Geht man zu der [...]

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Blind Dates 3.5.-8.5.

schlaf mai

Di, 3. 5
20 Uhr, NAXOS-Kino im Depot 1899, Filmreihe „Die Schönheit der Frauen“ (2):
Film: Im Jahr der Schlange von Heide Breitel (Deutschland 1981/97 Min.): 1941, das Jahr, in dem Hitlerdeutschland der Sowjetunion den Krieg erklärte, ist das Geburtsjahr der fünf miteinander befreundeten Frauen, die Heide Breitel (sich selbst eingeschlossen) in diesem Film porträtiert. 40 Jahre später, 1981, feiern sie gemeinsam Geburtstag – ein riesiges, buntes Fest mit Erinnerungen, Erzählungen aus der Gegenwart und voller Hoffnung auf die Zukunft. Sie erinnern sich an die Kinderjahre im Krieg, das Überleben im Luftschutzkeller, die Nachkriegsjahre, an die Jazzclubs mit schwarzen Soldaten, ihre Ausbildung, schließlich Ehe und Kinder. Und sie beschreiben, wie ihr Leben durch die neu entstehende Frauenbewegung dann doch eine ganz andere und unerwartete Wendung genommen hat. Der Titel des Films verdankt sich dem chinesischen Kalender. Demzufolge war 1941 ein „Jahr der Schlange“. Die periodisch wiederkehrenden Jahre der Schlange sind nach chinesischem Glauben Übergangsperioden der Weltgeschichte. Wer in diesen Jahren geboren wird, ist besonders sensibel für historische Strömungen und Umbrüche. Die Regisseurin Heide Breitel wird beim anschließenden Filmgespräche anwesend sein.

Mi, 4. 5.

Stadtbibliothek Offenbach Herrnstraße 84, 63095 Offenbach 19 Uhr: Braunes Erbe in Hessen: Nazis in Parteien, Ämtern und Behörden Neue wissenschaftliche Publikationen belegen ein bislang unbekanntes Ausmaß personeller und organisatorischer Verbindungen des NS-Staates mit Parteien, Behörden und Ministerien der frühen Bundesrepublik Deutschland. Auch 66 Jahre nach dem Faschismus in Deutschland scheint die Aufarbeitung dieser

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Politische Alternativen: eine neue Infrastruktur

Empörung und Ablehnung reichen nicht, um politische Gestaltungskraft zu gewinnen – so lautet ein verbreitetes Credo. Nicht allein die herrschende politische Verwaltung und die großen Medien immunisieren mit der Forderung nach “konkreten Alternativen” die bei uns eingespielten Abläufe, sondern gesellschaftskritische Autoren wie Robert Misik fordern über Empörung hinaus die Benennung von Gegenentwürfen, und sei es zunächst nur in der Auseinandersetzung um Sprachhoheiten im politischen Raum.
Dass noch mehr geht als Verweigerung, zeigt unsere kleine Dokumentation einer Gruppe Frankfurter Sozialforscher, die Maßnahmen vorschlagen, wie aus dem restriktiven Sozialstaat eine gesellschaftliche Infrastruktur geformt werden kann, die zur wirklich breiten Förderung von Kapazitäten vieler führt. Der hier nur kurz skizzierte Vorschlag liefert erheblich mehr, als es die kurzatmigen, von Event zu Event, von DAX-Knick zu Biolanzpräsentation hüpfenden politischen Ideen und Aktivitäten im gegenwärtigen Deutschland leisten.

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Elemente einer neuen gesellschaftlichen Infrastruktur

Vor einer Woche begründete ein Artikel, warum die Einführung einer neuen Infrastruktur für unser gesellschaftliches Zusammenleben durchaus Sinn macht, und nicht schlicht ignoriert werden sollte. Die zweite Folge setzt die Vorstellung mit ein paar konkreten Beispielen fort.

Soziale Infrastruktur bezeichnet alle Einrichtungen, die das Angebot von kostenlos oder kostengünstig allen zur Verfügung stehender Gütern und Dienstleistungen in zentralen Lebensbereichen gewährleisten. Über ein gewisses Minimum davon muss jede Gesellschaft verfügen. Heute gilt es gilt es aus den angegebenen Gründen jedoch, sie umfassend auszubauen. Das betrifft vor allem die Bereiche von Bildung und Ausbildung, Wohnen, Kultur, Verkehr und Gesundheit.

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Seilschaften, Banden, Kartelle

Ein neuer Präsident (Dr. hc.) wurde in Wiesbaden zum Hochschulleiter ernannt, es kehrt wieder Ruhe ein, die Untreue-Affäre ist beendet. Kein Makel bleibt an den vielen versprochenen Millionen in Wiesbaden hängen, die Manager- und Berater-Elite lässt sich wieder in Ruhe im Rheingau ausbilden. Keine Journalisten und Polizisten forschen mehr vor Ort nach. Endlich führt wieder die KAUFMANNS-EHRE. Danach funktioniert doch angeblich die Wirtschafts-Welt, zumindest an der schönen Aussenfassade internationalen Managements. Doch der Reihe nach: wovon ist hier die Rede?

Xetra-View

Bei Frankfurt und dem Rhein-Main-Gebiet denkt das wirtschaftlich interessierte Publikum in Deutschland und anderswo an Eigenkapitalrenditen, Xetra und schnelle globale Links. Zusammen mit ein paar wichtigeren Finanzinstitutionen macht man daraus gerne eine “Finanzmetropole”. Damit dieses Bild einigermaßen ausgefüllt wird, benötigt man hochkarätige Ausbildungseinrichtungen um das Finanzmanagement.

Stücker drei davon gibt es in Frankfurt und drum herum.

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