Frankfurter Gemeine Zeitung

Bemerkenswertes – in den Mai 2011

Er wollte Deutschland vor einem Linksrutsch schützen und es kam Rot-Grün dabei heraus.

Der AWD-Gründer Maschmeyer, dessen Laden unzählige Kleinanleger ruinierte schmierte Kanzler Schröder. Wen wundert´s, dass das rot-grüne Zukunftsprojekt seinen Markt und seine Firma mit massenweiser Privatisierung der Altersvorsorge puschte. Viele in Frankfurt hat es auch gefreut, zumindest in manchen Etagen der Finanzwirtschaft.

FGZ-Herausgeber Bert bringt das zur Zeit in seinem “Ackermanns Traum”, die ARD zeigte es in diesem Film:

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Der 1. Mai gilt als Wandertag der “Arbeiterklasse”, manche treffen sich auf großen Plätzen und hören salbungsvolle Reden an. In Hamburg und Berlin, den Orten nachhaltiger Strassen-Bewegungen nimmt man ihn als Anlaß für autonome Initiationsriten, immer mehr von politischem Desinteresse verfolgt.
Dieser 1. Mai war etwas anders, die radikale Linke brachte “Stadt-Kämpfe”, und Recht auf Stadt ins politische Spiel.
Ganz anders waren die Vorbereitungen zum 1. Mai in Frankfurt geprägt: entsprechend dem politischen Absturz der Stadt in die 3. Klasse folgt wahrscheinlich mal wieder die Eintracht in die 2. Fußballliga. Statt sich darüber zu freuen, bald als einzige deutsche Stadt mit 2 Mannschaften in dieser Liga präsent zu sein, kam es nach dem Samstag-Spiel (0:3) zu echten Mai-Unruhen am Waldstadion. Von politischen Stadtkämpfen kann trotz einigen Ultras dabei keine Rede sein.

Aber zumindest kommt Frankfurt damit Hamburg  in der Hinsicht nahe, dass der Eintracht als weiterem Club nach St. Pauli wegen laufender Randale ihrer “Ultras” Platzsperre droht. Wir hätten aber noch ein paar andere in Frankfurt, zu denen eher eine Platzsperre passen würde.

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Unklar ist uns, warum der Wahlclub “SPD” eigentlich noch das “sozialdemokratisch” im Namen verwendet. Seine neusten Initiativen als Sarrazin-Heimstatt und der Forderung nach Wiedereinführung der Vorratsdatenspeicherung wird jetzt noch getopt durch die aktive Unterstützung der (endlosen) Weiterführung des “Anti-Terror-Pakets“. All das in nur wenigen Tagen.

Offensichtlich möchte sich der traurig-dümmliche Laden als  Rechts-Aussen-Opposition gegen schwarz-gelb positionieren und hofft damit ihre letzten Mitglieder beglücken.

Wer braucht die denn noch ?


Medienkompass – in den Mai 2011

US-amerikanischer Journalismus?

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Aber das passierte grauen Eminenzen ja schon vorher:

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Periodisch kommt sie wieder, die Geschichte von der deutschen Technikfeindlichkeit und der Angst, seltsam kontrastiert mit ihrem Zwilling: die Siegesfanfare vom deutschen High-Tech-Weltmaktführer. Es gießt sich gewöhnlich in die Form einer Angst, die alarmistische Artikel über unsere bedauernswerte Befindlichkeit schüren: zuviel Vorsicht führt in den Abgrund. Dann bleibt uns am Ende bloß noch die Agrarwirtschaft auf mittelalterlichem Level, so soll´s der ganzen Autogesellschaft grausen. Selbst im alten ENIAC steckt da schon das Bit-Verderben.

eniac helps us

Im Süden, also da wo die Autos herkommen, erschien letzte Woche deshalb wieder mal ein Aufklärungsartikel, in der Süddeutschen war die Überschriften direkt Diagnose und  Programm: aus “Die digitale Angst der Deutschen” folgt “Nur wer das Netz preist, darf mitreden“. Das Internet als neuste Offenbarung technologischer Genialität wird angeblich von den deutschen Miesmachern nur mit “Gefahr”, mit Risiko, Kontrolle und Angst verbunden. Auch von manchen Kennern des Faches.

So kann es nicht weitergehen, mahnt das technophile Blatt: “Kritische Reflexion ist wichtig, darf aber nicht mit selbst verordneter Provinzialität verwechselt werden.” Man kann nicht mit alten Ideen gegen eine völlig “neue Ordnung” agieren, welche die Schreiber des Artikels im Web erkennen wollen: “In den USA haben die Stimmen aus dem Netz längst aufgehört, gegen die alten Ordnungen zu wettern. Sie wissen, dass es eine neue gibt.”

Und sie liefern uns echte globale Vorreiter, philosophierende Technik-Denker aus den USA, wie sie bei uns schlicht fehlen. Das meint Jason Lanier, einen Freund des wirklichen Computer-Individualismus und den ehemaligen Wired-Herausgeber Kevin Kelly, der uns nach kollektiver Digital-Existenz nun als “Philosoph” das “Technium” verkaufen möchte, in Gestalt unserer 2. Natur als eine umfassend hypertechnisierte Ideal-Welt. Er ergänzt sich mit seinem Freund Stewart Brand, der bereits vor ein paar Wochen die Segungen der Kernkraft in der FAZ preisen konnte. Die drei sind Heroen der “kalifornischen Ideologie”, die das Heil der Welt unbeirrt in der Heirat von freiem Markt und grenzenloser Technologie sehen.

Erhebliche Zweifel an solch alten Technik-Utopien sind angebracht. Für eine Bewertung des Webs zum Beispiel benötigt man nicht die immer schnellere Abfolge von “Datenskandalen” (ausser den vielen Berichten in dieser Rubrik noch hier und hier), sondern nur die Einsicht, dass keine substantiell “neue Ordnung” den Ton angibt. Wie es die Süddeutsche von der Re:publica zitiert: “schnelle Vertriebswege für digitale Güter, leichterer Zugriff auf Informationen, Publikationsmöglichkeiten für Jedermann, größere Chancen für Bildung” .

Was da nun dahinter steckt, buchstabiert eine Erkenntnis aus, die sich in den Diskussionen der Netzgemeinde immer mehr verbreitet: “Im Netz gibt sich nur das wieder, was auch die Welt ausserhalb bestimmt“. Das weiß man seit der letzten Technik-Revolution und ihrem Namen: Bill Gates.


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