Frankfurter Gemeine Zeitung

Medienkompass – Politische Netze

Die jüngste Zeit machten einige Netzanwendungen Furore, die letztlich nur dem eher unbedarften, phantasielosen oder technooptimistichen Beteiligten wirklich überraschen können. Alle Vorgänge wurden in  den großen Plappermaschinen dokumentiert, mit ein bißchen Ensetzen und ein bißchen Häme.

Zuerst ein eher klandestiner Akt des Speicherns von Verbindungsinformationen aus Handynetzen. Die Anweisung “flächendeckender Handyüberwachung” betraf die Stadt Dresden am 19. Februar dieses Jahres. Die CDU/FDP-Regierung (man lasse sich das Wort “liberal” auf der Zunge zergehen) sah in der Speicherung von über einer Million Gesprächsdaten an einem Tag mit einer Nazi-Demo und einer entsprechenden Gegen-Demo in der Stadt als eine “verhältnissmäßige” polizeiliche Maßnahme.

Man möchte die Anklage von “Landesfriedensbruch” in 23 Fällen sondieren. Aus diesen Rufnummern wurden anhand von Kriterien wie Häufung von Telefonaten und Aufenthalt […] 460 Rufnummern von 406 Personen und Institutionen herausgefiltert. Offensichtlich noch vieles drumherum: mit den Mitteln von Computeralgorithmen lässt sich eine Menge herausholen. Die Dresdener städtische Überwachungs-Maßnahme eines öffentlichen politischen Events bewegt sich zwischen Prävention und Strafverfolgung. Aus ihr lassen sich z. B. Gruppierungen und ihre Aktivitäten vor Ort rastern und leicht die Anklage der “Bildung einer kriminellen Vereinigung” konstruieren – mit erheblichen strafrechtlichen Folgen.

Nun denken wir ein Stück weiter und erinnern an den Artikel “Stadt und Web – schrägere Allianzen“: in ihm wurden  Projekte der automatisch arbeitenden Stadtüberwachung aus Web-Daten dokumentiert, die Krisengebiete vor Ort wirkungsvoller eingrenzt. Nun stelle man sich die Kopplung dieser Programme mit der Handyüberwachung vor, da kommt doch die Videoüberwachung der Stadt fast archaisch daher.

Das politische Geschäft hier nach Art des Geschilderten wird ergänzt durch Eingriffe ins phantasierte Aussen, dem politischen Geschäft dort: bei den gequälten Arabern bloggen sich angeblich Millionen Freiheitskämpfer durch die Strassen, jagen ihre Posts durch die Gassen der Suqs , so dass sie die plumpen Panzer der Herrschenden lähmen und die irritierten Besatzungen mit ihrer Sprechwucht ergreifen.

Ergreifen wollte eine freiheitsliebende lesbische Syrerin das westliche Publikum, ihm den Internet-Traum von virtueller Freiheit präsentieren, den so viele Fans wortreich preisen. Sie schilderte “brutal und ehrlich” (Koch?), dass sie und ihre Mitstreiter alle Aspekte ihrer Gesellschaft revolutionieren wollen.

Da schauerts uns wonnig, wenn man nach dem “Tatort” nochmal solche fernen Wünsche rezipiert. Doch: sie waren ganz nah, das ganze Gesäusel nichts als die Phantasie eines Bloggers von der britischen Insel namens McMaster. Die “junge lesbische Frau aus dem Orient” war sein Avatar, mit dem er bloß der kollektiven Verheißung unserer medialen Politik folgte.

Politische Initiativen als reale Blogger-Soaps, da kann man doch echt noch mitmachen (“Gefällt mir“)

In der geistigen Mitte zwischen den beiden geschilderten Media-Varianten trat der Bayerische Rundfunk zum Beginn der Frauenfußball WM am Sonntag ins Radio-Netz: er verkündete an erster Stelle der Nachrichten, dass in Berlin das Sportevent mit einem christlichen Gottesdienst eingeleitet wurde.

Ob Bibeln vor dem Olympiastadion verteilt wurden oder wir die Predigt nur als Blog auf der Web-Seite der Nationalfrauschaft nachlesen können? Über Informationen wären wir Lesern dankbar!


Aktionstag 110611. Schwabinggrad

Zum Aktionstag “Wem gehört die Stadt” am 11. Juni stimmte die Gruppe “SCHWABINGGRAD Balett” uns zwischen Deutscher Börse und Deutscher Bank auf den Geld-Puls der Stadt am Main ein.

18:30. Himmlisch. Auf das der Geld-Puls in Zukunft erlahme!


Blind Dates 28.6. – 2.7.

Di, 28.6.

Campus Bockenheim, Hörsaal 1, 18.00-20.00 Uhr: Arbeitsmigration in den Privathaushalt: Arbeitsrechte und Sozialstandards für Haushaltsarbeiterinnen, Podiumsdiskussion im Rahmen der Ringvorlesung „Gute Arbeit weltweit? Analysen – Perspektiven – Strategien zu globalen Arbeitsrechten und Sozialstandards“ am: ReferentInnen: Prof. Dr. Helma Lutz (Goethe-Universität Frankfurt), Dr. Helen Schwenken (Universität Kassel) und Emilija Mitrovic (DGB-Anlaufstelle für Papierlose in Hamburg). Moderation: Felix Hauf (Goethe-Universität Frankfurt) und Dr. Martina Blank (EPN Hessen).  Während das Kapital frei über nationalstaatliche Grenzen hinweg nach optimalen Verwertungsbedingungen suchen kann, schotten sich die reichen Gesellschaften des globalen Nordens durch restriktive Grenzregime gegen MigrantInnen ab. Arbeitsmigration findet auch unter diesen Bedingungen statt, nur bleibt den MigrantInnen dann oft kein anderer Weg als der in die Illegalität. Welche Ansätze migrantischer Selbstorganisierung gibt es? Welche Strategien transnationaler Solidarität verfolgen Gewerkschaften und NGOs? Welche Chancen und Grenzen sind mit solchen Strategien verbunden? Wie weit trägt die ILO-Initiative zu guter Arbeit für Haushaltsarbeiterinnen? Veranstalter: EPN Hessen und Goethe-Universität Frankfurt in Kooperation mit dem ICDD der Universität Kassel und dem DGB Bezirk Hessen-Thüringen Weitere Informationen unter www.epn-hessen.de/veranstaltungen

Raumstation Rödelheim, Auf der Insel 14HH: 19.30 Uhr, Cinéma de Résistance (II) : Historischer Film über die Krawalle von 1968 in Zürich Mitte 1968 in Zürich: Ein Konzert von Jimi Hendrix, aufbegehrende Lehrlinge, Schüler_innen und Student_innen, schliesslich Kämpfe um ein Autonomes Jugendzentrum… die spiessige Stadt ist geschockt. Kurzes Referat zur Einführung.

Do, 30. 6.

9.30 Uhr, Raum 337, Gebäude B, Gerichsstraße 2, Prozeß des Landes Hessen gegen Katinka Poensgen, 2. Instanz. Heute verhandelt das Landgericht Frankfurt die Frage, ob Katinka Poensgen wegen eines Notwehr-Daumenbisses gegen einen Beamten einer BFE-Einheit am 20. Oktober 2007 1300,- Euro Verdienstausfall an das Land Hessen zahlen muß, wozu sie in erster Instanz verurteilt worden war. Der Hintergrund: Am 20. Oktober 2007 fand in Frankfurt am Main, Stadtteil Hausen, eine Demonstration der NPD unter dem Motto “Gegen Islamismus in Deutschland – gegen Moscheebau in Frankfurt-Hausen” statt. Hierzu riefen damals mehrere Organisationen zu gegenaktivitäten auf. Darunter auch Katinka Poensgen, Mitarbeiterin der IG-Metall als Sprecherin der Anti-Nazi-Koordination Frankfurt am Main.Der zuvor in Frankfurt-Hausen angemeldete Antifaschistische Rundgang wurde von der Stadt kurzer Hand nach Bockenheim verlegt. Dort fand er auch statt. Als die Polizei began Personalien aufzunehmen, forderte Katinka Poensgen in ihrer Rolle als Versammlungsleiterin die Polizei dazu auf, dies zu unterlassen. Kurz darauf wurde sie von der Polizei auf sehr brutale Weise festgenommen(Video). In ihrer Notlage biß sie einem Polizeibeamten in den Daumen.Hier das Gedächtnisprotokoll v. Katinka Poensgen und die Soldaritätserklärung der IG-Metall. http://antinazi.wordpress.com/2007/10/23/hier-kannst-du-schreien-wie-du-willst-gedachtnisprotokoll-zu-polizeiubergriff-auf-katinka-poensgen-am-20-oktober/

Club Voltaire 20 Uhr: Kirgisistan – Schönes, armes Land . Vortrag mit Filmausschnitten von Rolf Bickel.. Kirgisistan, die frühere Sowjetrepublik Kirgisien, kommt nicht zur Ruhe. Nach zwei bewaffneten Aufständen in fünf Jahren, den Unruhen und Massakern letztes Jahr in Osh und Jallalabad, scheint das Land heute instabiler denn je. Großes Geld wird hauptsächlich mit dem Schmuggel verdient, vor allem mit Drogen: die Route fürs Heroin aus Afghanistan führt durch Kirgisistan nach Russland. Obwohl das Land keine Bodenschätze hat und fast 80% seiner Fläche aus Hochgebirge besteht, ist es für die Weltmächte strategisch wichtig: die USA fliegen von hier einen Teil ihres militärischen Nachschubs nach Afghanistan, Russland besitzt mehrere Militärbasen. Außerdem sehen sich die demokratischen Kräfte des Landes mit einem zunehmend radikaleren Islamismus konfrontiert. Mit ausgewählten Fotos und Filmausschnitten gibt der Vortrag einen allgemeinen Überblick über das Land und seine momentanen Probleme. Rolf Bickel ist Filmemacher und Journalist. Er war letztes Jahr mehrere Wochen in Kirgisistan und hat dort für ARTE den Dokumentarfilm „Die Retter der Schneeleoparden“ gedreht

Sa 2. 7.

 ab 14 Uhr bis ca. 23 Uhr, Solmspark Rödelheim (Auf der Insel, 60489 Frankfurt): FEST. Zahlreiche Rödelheimer Vereine sind auf dem (nichtkommerziellen) Fest vertreten, Veranstalterin ist die JUGEND- UND KULTURINITIATIVE RÖDELHEIM e.V.. PROGRAMM: Konzert: GING DUBBY (Dub/Reggae), MONKEY SUITE (Rock’n'Roll), CHEFPILOT (Surf), BUNGALOW 7 (60′s Power-Pop), TOM MESS (Singer / Songwriter). Wie immer ist der EINTRITT FREI! ESSEN UND TRINKEN (AUCH VEGAN)! SPIELMOBIL FÜR DIE KIDS sowie VIEL SPIEL- UND LIEGEFLÄCHE vorhanden. Das (selbstverwaltete) Orga-Team ist auch verantwortlich für die RAUMSTATION Rödelheim….siehe http://www.INSEL14.de


EZB gerettet: Kommune bezahlt Privatschule

Die mächtigen Akteure der Finanzmetropole Frankfurt brachten nicht nur Anleger und Betriebe in den letzten Jahren in erhebliche Schwierigkeiten, sondern auch den Staat Bundesrepublik Deutschland (mit Krediten und Sicherheiten) und die Kommunen im Lande. Die Bankinstitute drehten den oft hillosen, meist gläubigen Stadtregierungen und ihren Kämmerern toxische Papiere, “innovative Finanzprodukte”  an oder verscherbelten mit hohen Tantiemen kommunales Eigentum. Das resultierte oft, zu oft in Heulen und Zähneklappern, Millionen, Milliarden mussten die finanztechnologisch unbedarften Kommunalpolitiker drauflegen, so mancher Stadt drohte die Totalpleite.
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Die Europäische Zentralbank (“EZB”) thront über diesem ganzen Bankgeschehen, preist es und gibt eine Menge Geld ins Anlage-Geschehen, damit die Gewinne wieder optimiert werden können. Um das angemessener bewältigen zu können, hat Frankfurt dem Bank-Institut ein städtisches Filetstück übergeben, das Geländen der ehemaligen Großmarkthalle am Main im Ostend. Bald wird es fertig sein.

In der EZB allerdings arbeiten echte Menschen, genannt “Bänker”. Und die haben, man wundert sich vielleicht, Familie und Kinder. Damit die Kleinen als wirklich Große auch mal zu ordentlichen Bonus-Zahlungen kommen, müssen sie auf eine ordentliche Schule gehen – und die kann nur privat sein. Das erkannte auch die Meinungsführerschaft in Bad Vilbel, einem Städtchen im Frankfurter Nordosten, dessen Gebiet wie keine andere Nachbarkommune der Frankfurter Kernstadt nahe kommt. Damit auch der künftigen EZB, und eine in Vilbel beabsichtigte “Europäische Schule” wäre nicht weit ab vom Schuß.

Die  pechschwarzen und wirtschaftsgläubigen Verantwortlichen Bad Vilbels üben sich in strittigen, nach Amigo riechenden Bauprojekten seit Jahren, und ziehen sie gerne gegen Teile ihrer Bevölkerung durch. Zuletzt war es eine mehrstöckige Überbauung der Nidda (!) im Stadtkern und die Planierung der letzten freien Fläche (“Ami-Wiese”) im Stadtteil auf dem Lohrberg, dem Heilsberg.

Jetzt soll eine Kommune den Bänkern wieder mal helfen, und zwar standesgemäß mit Geld. Keine Finanzierung der Schule durch die Eltern der künftigen Schüler oder eine Absicherung durch die EZB selbst kommt in Frage, sondern – man höre und staune – die Bad Vilbeler Stadtwerke sollen den Bau der “Europäischen Schule” finanzieren. Das beschloß das Vilbeler Parlament letzte Woche.

Sie soll das Privat-Institut unter Bedingungen finanzieren, die man aus der Privatisierung von Stadtwerken im letzten Jahrzehnt zur Genüge kennt: die Bedingungen und Kostenrechnungen sind GEHEIM (“Konkurrenzschutz”). Schön für die künftigen Kunden von der EZB: die verlangte Miete soll unter 10 Euro/qm betragen, ein Betrag, von dem jeder Wohnungssuchende in der Frankfurter Region träumt. Das wundersame Geschäft steht unter der Fuchtel von Klaus Minkel (CDU): Er ist Chef der Immobilien-Tochter der Stadtwerke,  Geschäftsführer der Schul-GmbH und Bad Vilbeler Stadtrat – wen wundert´s.

Es wundert auch nicht wirklich, dass der wirtschaftsradikale hessische FDP-Chef  Jörg-Uwe Hahn die kommunale Finanzspritze für eine Privatschule unterstützt. Öffentliche Unternehmensförderung steht letztlich immer hinter den hohen Zielen der Wirtschaftliberalen.

Und wieso sollten die Bewohner der Frankfurter Region, die sich der Bedeutung des Finanzstandorts bewußt sind, sich auch wundern, wenn ihre kommunalen Stadtwerke in Geheimverträgen die Privatausbildung für die Bänker-Jugend finanzieren ? Die nachen noch viel mehr!


Steht die Frankfurter Skyline vor ihrem Abriss?

Die städtischen Tricksereien zur Frankfurter Immobilienwirtschaft – eine Erinnerung

Ob der Nachbar eines Bürohochhauses nahe der Frankfurter City genau wusste, was er tat, ist nicht überliefert. Er klagte jedenfalls als Anwohner gegen eine Baugenehmigung aus dem Jahr 2009, die dem Eigentümer die Genehmigung erteilte, besagtes Bürohochhaus in ein Hotel umzubauen. Beabsichtigt oder nicht, brachte er einen Stein ins Rollen, der noch in so manches Chefzimmer fliegen könnte.

Die Klage ging beim Verwaltungsgericht Frankfurt ein und der dafür zuständige Richter ließ sich routinegemäß die Akten zu diesem Vorgang kommen. Dabei stieß er sehr schnell auf eine ›Befreiung‹ vom Bebauungsplan aus dem Jahr 1974. Obwohl dieser lediglich ein vier-geschossiges Haus vorsah, bekam der Investor die Zusage für den Bau eines 22-Etagen-Bürohochhauses. Dies geschah mithilfe des Instrumentariums der ›Befreiung‹. Auf dieses Exklusivrecht greift das städtische Bauaufsichtsamt immer dann zurück, wenn kleine, passgenaue Abweichungen vom Bebauungsplan zulassen werden sollen, vorausgesetzt, dies diene ›dem Gemeinwohl‹. Nach dem Willen des Gesetzgebers sollte also die Praxis der Befreiung den parlamentarisch beschlossenen Bebauungsplan nicht aufheben, sondern in engen Grenzen ›flexibel‹ gestalten. Soviel zur Theorie.

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Kismet

Obgleich ich noch jung an Jahren bin und dennoch gealtert -und ich weiß, es schickt sich nicht, solcherlei Dinge mit einem Nebensatz zu beginnen – weiß ich, dass mein Körper sich dazu entschieden hat mir meine drei liebsten Geräusche vorzuenthalten. Das Bersten von Glas, wie Stahl auf Stahl schlägt, und Liebesgeflüster. An irgend einem Punkt [...]

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Aktionstag 110611. Impressionen.

Aktionstag 11-06-11. Foto- und Videoimpressionen.

(Foto von Aylin Karacan, Text von Merzmensch)

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Die Verwirrungen des Herrn Wolffsohn – wie man gezielt Unruhe stiftet

Der vermeintliche natürliche Gegensatz – Juden als Feinde der Linken – ein Pharisäer der Mitte – Historiker auch noch

Manchmal befällt mich während einer Lektüre das kalte Grauen. Es fällt mir dann schwer zu glauben, das Geschriebene könne nicht von einem pubertierenden Comedian oder aus der Feder eines esoterischen Verschwörers stammen, der seine Einsichten direkt aus der dunklen Materie zieht.

Nun gibt es aber Themen bei denen stockt mir etwas der Atem, wenn ich auf derartige Beiträge stosse, weil ich denke, dass hier ein Fanatismus tobt, der vor nichts Halt macht, sobald er sich ausleben darf. Dass es dabei auch um so etwas wie intellektuelle Redlichkeit geht, ist momentan durchaus nicht selbstverständlich, wie uns fast täglich vorgelebt wird.

Ein herausragendes Beispiel für das , was am Rande des Erträglichen sich bewegt, hat Herr Wolffsohn (seines Zeichens Professor für neuere Geschichte an der Bundeswehrakademie) in der Financial Times Deutschland abgeliefert, dessen Redlichkeit immer weiter hinter den propagandistischen Zweck zurückfällt.

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ABG: JUHU, mehr Miete zahlen !

Der Mietspiegel Frankfurt am Main 2011 ist raus, und es gibt Grund zur Freude. Allerdings nicht für Mieter unter der Fuchtel der ABG FRANKFURT HOLDING, einem der größten kommunalen Wohnungseigentümer Deutschlands, ca. 50.000 Wohnungen werden bei ihm verbucht. Und die müssen arbeiten für den Laden, damit man auch ordentlich Überschüsse erwirtschaftet, wie sich das für ein “modernes” kommunales Wohnungsunternehmen gehört. Und das ist nicht unbedingt gut für die Leute in den Wohnungen.

mieterhoehung_mietspiegel(Foto: mietspiegelportal.de)

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Film: Kultur oder Kommerz? Der Kampf um die Stadt

Die Dokumentation “Kultur oder Kommerz” von Arte nöchte rund um die Auseinandersetzungen um das Leben in der Stadt in ganz Europa Perspektiven aufzeigen, um die Stadt von morgen sozial gerechter zu gestalten.

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Medienkompass – Rasen aus Spanien

Rasen-Export
“Wachstumsperspektiven” lieferte der Kapitalismus schon immer, aber jetzt soll das Spiel der freien Märkte auch noch gegen unser schlechtes Wetter helfen. “Die Sonne im Rucksack” und raus aus Griechenland lautet der Tip eines studierten Wirtschaftsfachmanns, nämlich vom gegenwärtigen Finanzminister Wolfgang Schäuble. Man könnte die Mittelmeerländer in die Energiewende integrieren, heißt der Grünen-kompatible, wohl ganz ernst gemeinte Vorschlag. „Griechenland hat eine viel höhere Anzahl von Sonnenstunden im Jahr als wir in Deutschland und könnte Strom zu uns exportieren

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Blind Dates 21.6. – 27.6.

Karneval-Date

21. Juni – Dienstag

La isla – Archive einer Tragödie. Regie: Uli Stelzner
Kino Naxos-Halle – Wittelsbacherallee 29. 20 Uhr.

Während des Bürgerkriegs in Guatemala wurden von den wechselnden Militärjuntas zwischen 1960 und 1996 mehrere hunderttausend Menschen verschleppt und ermordet.
Im Jahr 2005 wird nach einer gewaltigen Explosion in Guatemala City durch Zufall das geheime Archiv der Nationalpolizei gefunden. Auf dem Gelände der heutigen Polizeischule lag früher „die Insel“, das Geheimgefängnis der Policia National, der zentrale Ort eines Jahrzehnte währenden Unrechtsregimes. Millionen Dokumente werden plötzlich sichtbar.

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Alptraum Europa

Klassenkampf aus höchstem Niveau. Schuldenbremse und Wettbewerbsfähigkeit die Kampfbegriffe. Mittelschicht-Chauvinismus für den >>kalten<< Bürgerkrieg. Der vordergründig lokale Charakter der Ereignisse.

Was derzeit in Griechenland abläuft, ist ein Vorgeschmack auf unser aller nächste Zukunft. Auf Kosten der griechischen Bevölkerung oder doch zumindest der überwiegenden Mehrheit wird geprobt, was demnächst Spaniern, Portugiesen, im nächsten Schritt Italienern und Belgiern angedeihen wird und dort reibungslos funktionieren soll. Man will die Finanzmärkte ja wohl gesonnen. Und unter Federführung der „Rating-Clowns“ (Financial Times D) wird an den Fortsetzungen schon gearbeitet (wie auch die vermeintliche Drohung in Richtung USA unmissverständlich klar machen sollte).

In beeindruckendem Gleichschritt marschieren Europas Wahlvölker mit dem Kapital. Wohin man schaut, recht „alternativlos“ werden überall die an die Macht gespült, die ankündigen, noch härter gegen die Lebensgrundlagen der (eigenen) Völker vorzugehen.

Kein chauvinistisches Argument ist zu billig, keine Unwahrheit zu abstrus (in vorderster Front: Frau Merkel. Man denke nur an die Urlaubszeiten und das Rentenalter), die Sandkasten-Heinis der FDP schäumen bereits vor Begeisterung (das spitzbübische Lächeln, wenn Rösler von ‚Hausaufgaben’ spricht, kennt er nämlich noch).

Im Gegensatz zu Libyen und Syrien werden hiesige Kollateralschäden wohl äusserst dezent entsorgt werden.

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“Die Drei von der Beratungsstelle”- Ein Freud-Musical (1)

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v.l.nach r. : Sigmund Freud, Alfred Adler, C.G. Jung

Sprecher: Sigmund Freuds Erfahrungen mit der Hypnose und die Frühzeit der Psychoanalyse gingen ein in den berühmten UFA-Film „Die drei von der Beratungstelle“ von 1931. Die Handlung beginnt damit, daß die drei Nachwuchsmediziner Sigmund Freud

Freud: Es hat mich sehr gefreut!

Sprecher: C.G. Jung

Jung: So jung komm mer nimmer zusammen!

Sprecher: und Alfred Adler

Adler: Gott, bin ich heut wieder nervös!

Sprecher: von Bankrott und Approbationsentzug bedroht sind.

(sie fangen an zu singen)

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Finanzmarkt: Frankfurter Gewerbesteuer-Umzug

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No Borders – auch innerhalb Frankfurts!

Gegen Illegalisierung und Abschiebung wird am 20. Juni, 18:00 Uhr, eine Demonstration im Frankfurter Flughafen stattfinden. Mit dem Hintergrund der Initiative im angeblich weltoffenen Klein-Metropole am Main setzt sich der Arikel über ihre sichtbaren und unsichtbaren Grenzen auseinander.
Frankfurt ist weltoffen, Frankfurt ist Multi-Kulti, hier scheint Integration zu funktionieren. Dieser Eindruck soll nach außen vermittelt werden. Japanische Geschäftsleute, russische Ärzt_innen, äthiopische Kioskbesitzer_innen, pakistanische Ladeninhaber_innen, indische Restaurantbesitzer_innen und dazu noch chinesische Tourist_innen – Mannometer, das gibt‘s in keiner bayerischen Kleinstadt, hier in Frankfurt scheint wirklich jede_r willkommen zu sein.

Leider ist dem nicht so.

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Ostend in bester Ordnung

Zur Veranstaltung “Das Ostend im Wandel” im Institut für Neue Medien

Derartige Veranstaltungen beschreibt man am besten mit dem Fazit, das durch sie weiter verbreitet werden soll. Für das hier im Zentrum stehende Ostend lautet dies folgendermassen: “hier ist die Welt in Ordnung und es wird noch schöner werden. Dabei hatten nur die Vertreterin der Frankfurter Soziologen und der Mann vom Jugendladen Bornheim ihre leichten Zweifel, ob das denn so stimme. Die Vertreterin der „Bevölkerung“ – mir erschien sie ein bisschen wie Mutter Theresia mit Perlenkette – kümmerte sich denn auch um die Situation der Fußgänger auf der Hanauer Landstrasse (innenstadtnaher Abschnitt).

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Insbesondere die EZB verändert überhaupt nichts, weder die Läden, noch die Wohnsituation.

Als wir dann auf dem Rückweg waren, hatten wir die bereits eingetretenen Veränderungen sehr deutlich vor Augen. Und die werden sich Richtung Innenstadt rapide vermehren, sobald die Bauarbeiten in ihr Endstadium treten.

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Von Hochhäusern und anderen Schwarzbauten

Ein Urteil und seine möglichen Folgen

Frankfurts imponierende Skyline – soviel scheint sicher und diese Behauptung dürfte wohl einer gerichtlichen Überprüfung standhalten – weist einen gravierenden Mangel auf, der bei konsequenter Auslegung ihr Ende herbeiführen könnte. Zugegeben, das ist nicht sehr wahrscheinlich, doch gleichwohl eigentlich rechtlich bindend.

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Am 17. Mai diesen Jahres kam es zu einem bemerkenswerten

Urteil am Verwaltungsgericht Frankfurt.

Die derzeitige Hochhausruine an der Eschersheimer Landstrasse/Ecke Querstrasse war Gegenstand einer Klage. Wie üblich hatte die Bauaufsicht auf Betreiben der Stadtpolitik bzw. ihrer hohen Repräsentanten in bestem Einvernehmen mit dem damaligen Bauherren dieses Hochhaus 1974 mittels der beliebten Befreiung von den Auflagen des Bebauungsplanes augenzwinkernd durchgewunken. Nun beantragte der neue Eigner eine erneute Änderung, die noch weiter vom immer noch gültigen Plan abweicht – und handelte sich eine Nachbarschaftsklage ein.

Kurz: er hat sie gewonnen, der Nachbar.

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Frankfurt und die Innenminister

    Frankfurter Schundschau

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Altstadt besetzt! GO-In im geplanten Museumsdorf

Der Aktionstag am Samstag, den 11. Juni führte auch zu einer kleinen Besetzung der “Platte” am Römer, dem Rest des Technischen Rathauses. Das Statement der Besetzer zur Aktion dokumentieren wir im folgenden.

Heute entern wir die Betonplatte des ehemaligen Technischen Rathauses, um deutlich zu machen, dass wir mit der städtischen Planung dieses Altstadtareals nicht einverstanden sind. Statt innerstädtisches Wohnen und Leben für alle zu ermöglichen soll hier „hochpreisiger“ Wohnraum entstehen – und sicherstellt werden, dass sozial Schwachen, sowie nicht in den Flair des neuen Innenstadtviertels passenden Menschen das Wohnen hier unmöglich ist.

Statt den durch den Abriss des Technischen Rathauses freigewordenen Raum für alle zu öffnen, soll er wie es heißt „kleinteilig“ bebaut, aber trotzdem wieder zu betoniert werden. Ruhezonen und für alle gleichermaßen nutzbarer öffentlicher Raum wie der Archäologische Garten verschwinden im Schatten einer konsumfreundlichen Überbauung.

Mit dieser Aktion kündigen wir unseren Widerstand an. Wir protestieren gegen die Privatisierung öffentlichen Raumes und gegen eine Stadtplanung, die sich nicht an den Bedürfnissen aller in der Stadt lebenden Menschen orientiert.

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IKEA-Terror in Dresden

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Ikea ist für manchen das symphatische Möbelhaus aus Schweden. Für manch andere: Möbel- Terror mit menschlichem Antlitz. Es war eine Frage der Zeit, wann dies mit Gegenterror beantwortet wird. Wie das menschliche Antlitz aussieht, das ihn ausübt, weiß man zur Zeit noch nicht. Am Pfingstfreitag ist nach einem Bericht der FR in einer Ikea Zentrale in Dresden ein Sprengsatz in der Küchenabteilung explodiert, geringer Sachschaden, zwei Kunden erlitten laut Pressebericht ein “Knalltrauma”. Knalltrauma? Hey, Leute, habt ihr einen Knall? Was macht ihr eigentlich an Sylvester? Ende Mai waren bereits kleine Sprengkörper in Frankreich, Belgien und Holland hochgegangen. Das Interessante ist nun: Es gab keine Drohungen, keine Erpressung, keine Hinweise auf einen Zusammenhang mit den Explosionen in anderen Ländern. Es sieht also so, aus als richte sich der Terroranschlag nicht zum Beispiel gegen die Politik von Ikea, günstige Reihenhäuser anzubieten, die keinen Keller haben, in deren Wände sich kein Nagel einschlagen lässt und die den Käufer dazu verpflichtet, 15 Jahre Strom von dem Anbieter “Botlok” (sei klug) abzunehmen. Aber das wurde nach einem negativen Bericht der Stiftung Warentest im April ohnehin korrigiert, die Planungen in Wiesbaden, Offenbach und Hofheim zurückgeschraubt. Ist der Terrorist vielleicht ein ehemaliger Mitarbeiter?

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In der Bibliothek, neben der Kaffee-Theke

Eine Szene mit Brille, Glatze und viel Zucker (basierend auf wahren Begebenheiten).

Dramatis personae:
Glatze = Ein melancholischer langwüchsiger ewiger Student mit Glatze und einem eher abwesenden Gesichtsausdruck.
Brille = Ein lebensfreudiger, Optimismus ausstrahlender asiatischer Streber-Student.

GLATZE (kommt mit einer Tasse Kaffee und einer silbernen Zuckerbüchse, von der Kaffee-Theke geborgen)

BRILLE: Ach! Du – hier? Lange nicht gesehen! Und, wie?

GLATZE: Ach, alles depri, alles Scheisse… (streut sich Zucker Löffel für Löffel in die Tasse)

BRILLE: Was ist? Die Arbeit?

GLATZE: Was, welche Arbeit? Nein, ich habe Schluss gemacht… (streut sich Zucker Löffel für Löffel in die Tasse)

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Medienkompass – Utopien und Ehrungen

Kürzlich stellte eine hochgeehrte global aktive Institution einer technisch-administrativen Ereignisfolge mit globaler Wirkung die Absolution. Das wäre nun nicht weiter bemerkenswert, wäre diese Institution nicht vor Jahren mit höchster Ehrung, dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet. Und würde sich mit ihr nicht eine besondere, doppelschneidige Utopie verbinden, die mehrere blinde Flecken hat. Die Rede ist von der IAEA, der “Internationalen Atomenergie-Organisation“.

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Sie veröffentlichte vor Tagen ihren Bericht zur 3fach-Kernschmelze in Japan – und fand dort alles wunderbar. Selbst das Handelsblatt, kein ausgemachter Kernkraftgegner kommentiert: “Abstrus wird der Bericht der IAEA aber an der Stelle, wo deren Inspektoren den Umgang der japanischen Regierung und TEPCO mit der Krise als “beispielhaft” loben. Wer mit unabhängigen Wissenschaftlern und Nichtregierungsorganisationen spricht, wer einfach nur seine Augen aufmacht, weiß es besser.

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Weltverbesserung: Wie es NICHT geht

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Wie Ihr wisst ist Euer lieber Freund Florian K. ein Fan der politischen Streitkultur und diskutiert deshalb täglich an vorderster Front darüber, wie man diese Welt besser machen könnte.

Hierbei wurden mir allerlei Modelle zur sofortigen und nachhaltigen Verbesserung der Welt vorgeschlagen, deren Umsetzung ich allerdings für problematisch halte, auch wenn ihre Verfechter Stein und Bein auf diese schwören.

Ein paar der besonders untauglichen Weltverbesserungsmodelle möchte ich hier einmal vorstellen:

Das Wir-schlagen-alles-kaputt-Modell

Auch wenn wir ziemlich satt und gelangweilt sind, so packt uns doch der Weltschmerz. Wo ist denn noch das Wahre, Schöne und Gute in dieser verdorbenen Welt? Dass es Ungerechtigkeit gibt, sieht man ja überall. Die verdammten Bonzen haben so viel und wir haben weniger. Das ärgert uns. Und dann erst die armen afrikanischen Kinder! Zeit wird es, dass diese verdammte Welt endlich unseren Zorn zu schmecken bekommt! Wir machen nicht mehr mit bei diesem Scheißsystem! Staat, Kapital, Arbeit , Scheiße! Schaf doof! Blume doof! Geld doof! Kein Geld haben auch doof! Am besten einfach ein paar Autos anzünden oder so. Davon geht es zwar weder uns, noch den Kindern in Afrika besser, aber die doofen Bonzen fühlen sich endlich auch einmal Scheiße.

Das Guru-Modell

Das Guru-Modell fußt auf der Erkenntnis, dass der Guru XYZ unfehlbar ist. Unsere Suche ist zu Ende, da der Guru bereits die Lösungen für alle

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“Wem gehört die Stadt?”- Ein Aktionstag in Aktion

Die FGZ hat sich als Teil des Netzwerkes “Wem gehört die Stadt” am Pfingstsamtäglichen Aktionstag beteiligt und wir können sagen: Es war sehr schön, es hat uns sehr gefreut! Demnächst sehen sie hier Fotos und Videos von MERZMENSCH und Karacan Aylin, die die Aktionen dokumentiert haben. Hier schon mal die Presseerklärung des Netzwerkes:

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Am 11. Juni 2011 hat das “Wem gehört die Stadt?”-Netzwerk in Frankfurt am Main mit einem stadtweiten Aktionstag gegen Verdrängung und Gentrifizierung protestiert. Mit vielfältigen Aktionen wie ‘Guerilla Gardening‘ auf der Bergerstraße, öffentlichen Frühstücken und Stadtteilspaziergängen in Bockenheim und Rödelheim, der Besetzung des ehemaligen Technischen Rathauses, einer öffentlichen Kantine und großen Performance auf dem Bockenheimer Campus, der Wiederbelebung eines Wasserhäuschens im Gallusviertel sowie einem abschließenden Rave durch die Stadt wurde die Frage “Wem gehört die Stadt?” eindrucksvoll in den öffentlichen Raum getragen.

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Gegen die Kriminalisierung sozialer Proteste

Ein aktueller  Aufruf im Zusammenhang der Proteste gegen die geplante Innenministerkonferenz in Frankfurt 2011

“Gegen die Kriminalisierung sozialer Proteste und mediale Stimmungsmache! Für das Recht auf soziale Bewegung!
Wir, die UnterzeichnerInnen, protestieren gegen die aktuelle Kriminalisierung der Proteste gegen die Innenministerkonferenz 2011 in Frankfurt. Wir werten die jüngsten Aktionen der Frankfurter Polizei gegen Linke als einen Versuch, legitime Proteste zu behindern und die Ausübung demokratischer Grundrechte einzuschränken. Zudem verurteilen wir die tendenziöse Berichterstattung einiger Medien.
In der Nacht vom 25. auf den 26. Mai wurden in Frankfurt am Main zwei Antifaschisten festgenommen. Ihnen wird vorgeworfen, eine Protestparole gegen die Innenministerkonferenz (IMK), die im Juni in der Stadt stattfinden soll, an eine Wand gesprüht zu haben – eigentlich eine juristische Lappalie.

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Mit Gottes und meiner Hilfe

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Charles Portis Spätwestern True Grit

Bei Howard Hawks lernte John Wayne seine Westernrollen mit mehr Selbstironie zu spielen. Dies half dem alten Haudegen auch 1969, als er für die Rolle des Rooster Cogburn im Film Der Marshall von Henry Hathaway mit dem einzigen Oscar seiner Karriere ausgezeichnet wurde, zu einer Zeit, als das „New Hollywood“ das US-amerikanische Kino revolutionierte.

Der Marshall basiert auf dem Spätwestern von Charles Portis, True Grit, erschienen 1968 als Fortsetzungsroman in einer Zeitschrift. Das Buch war Portis’ größter Erfolg.

Die erneute Verfilmung

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Die armen Erfinder der Polis

Eine illustrierte Urlaubsgeschichte.

Die Griechen werden im Deutschland von heute gerne als abseitige Schlafmützen charakterisiert, die fleißigen Mitteleuropäern bloß das Geld aus der Tasche ziehen wollen. Dabei haben sie vor über 2000 Jahren nicht nur Ideen vorgebracht, wie das Gemeinwesen unter Beteiligung vieler als „Polis“ gut zu regulieren sei, sondern auch einen Mythos beschrieben, dessen Mechanismus heute dieses Gemeinwesen zum Absturz bringt: gemeint ist der „Phönix aus der Asche“. Der Phönix war ein langlebiger Vogel, der sich zu seinem Lebensende ein Nest erbaut, in dem er selbst verbrennt und dann – oh Wunder – aus dieser Asche jung und frisch wieder aufersteht.
Dieser Vogel Phönix hat heute eine enorme Vielfalt, Verbreitung und Reichweite gewonnen. Die Geschichte gewinnt jetzt sogar erst richtig Fahrt, es geht nämlich um einen Haufen Geld. Phönix und das Geld verbrennt rund um die Welt immer mal wieder und taucht wieder auf, in klein und in groß. In Asien Ende der 90er legte er ein paar Länder mit in Asche, sein Esprit beflügelte trotzdem Clinton in den USA und Rot-Grün in Deutschland. Sie erlaubten ihm pausenloses Fliegen in allen Gegenden. Die meisten jubelten und bliesen ihm im Dotcom-Rausch eine Menge Geld in den Arsch. Er verbrannte dann 2001 mit dem vielen schönen Geld.

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Trauer um Christy Schwundeck

Ein Demonstrationsaufruf der Initiative Christy Schwundeck

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Warum wurde Christy Schwundeck getötet? Wir fordern Aufklärung!

Wir sind wütend und traurig: Christy Schwundeck wurde von der Polizei erschossen!
Wir fordern Aufklärung und Gerechtigkeit für Christy Schwundeck!

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Stadt-AKTIONSTAG am Samstag in Frankfurt

Hier eine Übersicht zu die verschiedenen Aktionen zum beim Aktionstag.

12.00 Uhr
Zweites Frühstück am Kurfürstenplatz

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Stadt und Web – schrägere Allianzen

Das Web revolutioniert uns und unsere Umwelt: vom globalen Data-Highway, über den Stadtknoten durch die Straßen bis an den eigenen Schreibtisch.
Das Draußen der Stadt sieht man jetzt auch vom Notebook aus: besonders lieb gewonnen haben wir die Karten, Googles große Übersichten. “Map” und “Earth” heißen sie, Adressen und die schnellsten Routen bieten sie, plus schöne Photos, Geschäfte und Restaurants, wichtige Sehenswürdigkeiten und passende Reise-Tours, mit einem Blick wie im Landeanflug. Wichtiger Clou am feinen Service: in all dem Kartenwerk verstecken sich Hinweismarken zu netten Netz-Portalen, mit Angeboten für den Webuser – all over Frankfurt.

smartcity
Aber wie sieht das, was wir in den Karten sehen, “wirklich” aus? „ Street View“ heißt Googles Antwort darauf: damit sehen wir nicht nur Fotos von weit oben, sondern können auf Sichtweite durch Straßen fahren, virtuelle Spaziergänge machen. Ein Ökotraum, kein Spritverbrauch, rein virtueller Urlaub.
“Street View” ergänzt die städtische Infobasis, man sieht bereits vorher den Eingang zum Rathaus oder zur Arbeitsagentur, muss nicht verstört in den Straßen umherirren und sich fragen: wo steht bloß die Hausnummer? Oder virtuelles Sightseeing und Shopping als Marketingmaßnahme: ich sehe die Lage des Hotels vor der Buchung, der angebotenen Eigentumswohnung vor der Besichtigung, die Einfahrt zur Shoppingmall vorm Besuch. Städtewerbung per Web verheißt “mehr Sicherheit, mehr Kundennähe”.

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Big Vermieter is watching you

Videoüberwachung

Hin und wieder kann man in unserer kleinen Großstadt Frankfurt Orte finden, deren Existenz man bis dahin nicht einmal für möglich gehalten hätte. So ging es meiner Freundin und mir, als wir an diesem Mittwoch an einer Wohnungsbesichtigung in einem markanten Haus teilnahmen, welches an einer Straße liegt, die nach einer verdienten Frankfurter Bankiersfamilie benannt wurde.

Das Haus war optisch alles andere als ein Juwel und stach durch seine ausgeprägte Hässlichkeit aus der Masse der umliegenden netten Altbauten hervor, 15-stöckig, zwei miteinander verbundene Hochhäuser in ehemals Giftgrün, welches sich mit der Zeit durch Schmutzanhaftung in BW-Flecktarn verwandelt hatte.

Auf den Balkonen fanden sich Deutschlandfahnen (obwohl doch gerade keine WM ist), teilweise sogar gepflegte Blumen und mir fiel das merkwürdige Fehlen der, sonst an Hochhäusern wie diesem allgegenwärtigen, Sat-Schüsseln auf.
Angesichts der Fassade hätte man trotzdem damit gerechnet, dass es sich bei den Bewohnern eher um Angehörige sozial benachteiligter Gruppen handelte.
Umso mehr überraschte uns das, was wir in dem Haus vorfanden.

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Wider den “Zeitgeist”

Irgendwann habe ich einmal auf Youtube die Filme „Zeitgeist“ und „Zeitgeist: Addendum“ gesehen. Ich fand sie damals nicht besonders gut gemacht und steckte sie in eine geistige Schublade mit Chemtrail-Hypothesen oder der Idee, das britische Königshaus sei unterwandert von einer reptiloiden Alienspezies.

In den letzten Wochen wurde ich allerdings so oft in Gesprächen mit „Zeitgeist“ und dem sogenannten „Zeitgeist-Movement konfrontiert, dass ich beschlossen habe, mich eingehender mit der Thematik zu beschäftigen, zumal das Thema in den klassischen Leitmedien kaum präsent ist, ganz offensichtlich aber zumindest im Netz eine große Fangemeinde finden konnte.
Die neueste Produktion „Zeitgeist: Moving Forward“ brachte es zum heutigen Datum bereits auf 7.434.352 Klicks.
The Zeitgeist Movement“ gefällt auf Facebook immerhin 316.918 Personen.

Zeitgeist_Movement_globe

Ein paar betrunkene Jugendliche mit denen ich neulich auf einem Spielplatz unterhielt, waren sogar der Überzeugung „Zeitgeist“ zeige die Lösung für alle politischen und wirtschaftlichen Probleme auf und die Begriffe „links“ und „rechts“, sowie die Politik selbst, wären dank der Erkenntnisse von „Zeitgeist“ bald völlig obsolet.
Naja… sie waren jung und betrunken, trotzdem interessierte es mich und ich begann zu recherchieren.

Was also ist „Zeitgeist“?

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Stadt oder Weltkreis – eine politische Entscheidung?

Der bekannte französische Philosoph Gilles Deleuze hatte ungewöhnliche Ideen, die postmoderne Beweglichkeit mit linken politischen Initiativen eher abseits von Parteipolitik verbandelten.

In einem kurzen Interview nahm der 1995 Verstorbene zu einer fast zeitlosen politischen Frage Stellung, was es heißt “links” zu sein. Seine Antwort ist besonders deswegen von Bedeutung, weil er sich darin gegen die Kurzsichtigkeit des Blicks auf die unmittelbare Umgebung, etwa das Wohnquartier und die Stadt ausspricht und postuliert, dass ein linker Horizont immer den Weltkreis umspannen sollte.

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Blind Dates 6.6. – 12.6.

Di. 7. 6.

PODIUMSDISKUSSION „Alle für den Atomausstieg“?

Mit:

Dr. Michael Wilk (AKU Wiesbaden)
Jutta Dittfurth (Ökolinx – Ökologische Linke)
Janine Wissler (MdL DIE LINKE)

Die Atomkatastrophe von Fukushima hat der Antiatombewegung in Deutschland einen großen Schub verliehen. Alle sind angeblich jetzt für einen Ausstieg aus der Atomenergie. Es scheint nur noch eine Frage der Zeit. Wann darf es denn sein – sofort, 2014, 2017 oder 2022? Die Bundesregierung hat ihre Ausstiegspläne bekannt gegeben, Zeit um am Tag darauf vorläufige Bilanz zu ziehen:

Hat die Anti-AKW-Bewegung ihre Ziele schon erreicht?

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Helden: Offroad im Großstadtdschungel

Zur Zeit scheint grüne Tarnfarbe fast Lieferprobleme zu haben. Die neue Bürgerlichkeit, der „bewußte Mittelstand“ drängelt sich an den Ständen des Ökokonsums, wählt die Grünen, fährt Fahrrad, zögert manchmal beim Wachstum. Zittern im klassischen bürgerlichen Lager, wenn da nicht ein kleines gallisches Dorf sich gegen die neu-moderne Übermacht tapfer schlagen würde – und immer mehr Zulauf erhält: die Gemeinde der Offroader. Das sind die unförmigen KFZ-Maschinen, mit denen ihre braven Käufer eines als letztes machen: die asphaltierte Strasse verlassen.

Dieser wachstumsbewußte SUV-Troß scheint das letzte deutsche Fähnlein zu sein, das dem chinesischen Aufbruch ins „schneller, besser, mehr“ noch Paroli bieten kann: die Mittelstands-Panzer verkaufen sich hierzulande wie blöde.

Zumindest zwei große Käufergruppen lassen sich aus der Perspektive des Großstadbewohners unterscheiden. Das Spätdreissiger-Pärchen, beide die Kragen der Polohemden forsch im Guttenberg-Stil hochgeschlagen: das dokumentiert den Mut zum Selbstfahren im schwierigen Gelände. Entweder sie mit unvermeidlichem Pferdeschwanz beim Schülerabholen, er als Consultant-Typ am Lenkrad beim energischen Queren großer Stadtkreuzungen. Die zweite Gruppe sammelt sich um den mitsechziger Ruheständler, der sich als Alt-Erfolgreicher endlich gönnt, wirklich sicher durch die immer neuen Gefahren im öffentlichen Raum zu kutschieren, „man hat es ja verdient“.

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Ein Brief über Eifersucht

Werter Nebenbuhler, der Du die Luft nicht wert bist, die Du atmest, dessen Anwesenheit auf dieser Welt nicht mehr ist, als eine Laune der Natur, ein Scherz des Kosmos, Dir, oh Geschmeiß sei die Zeit in den Armen meiner Liebsten nicht mißgönnt. Das Meer ist schön um diese Zeit in Griechenland… ersauf darin! Du bist [...]

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FGZ-Aus!Lese! im Kellertheater

Letzten Sonntag, den 29.5. versammelten sich einige jugendliche IdealistInnen und ältere Besser-Spät-als Nie-Berufene, um das Projekt “Frankfurter Gemeine Zeitung” der geneigten Öffentlichkeit zu präsentieren, zumindest den Teilen derselben, die es auf sich nahmen, an einem glühend heißen Frühsommersonntagtag um 18 Uhr die Stufen des Kellertheater hinabzusteigen, dabei riskierend sowohl die Strahlen der Abendsonne wie auch den Anfang des “Tatorts” zu verpassen. Wer das nicht wollte, konnte das Ganze auch erstmalig als Livestream im Internet verfolgen.
Unter dem Titel “FGZ-Auslese” liefen die Frankfurter Gemeinen thematisch kreuz und quer durch ihre Feucht-Gebiete “Stadt und Web, Kultur und Politik”, schlugen hohe Theoriewellen, gruben tiefe Stirnfalten, sprachen über Ardi Goldmann, Erdogan, das Telefon und Killerspiele, dichteten, was das Zeug hielt, zeigten befremdliche Videos oder sangen einen Ausschnitt aus dem BGB über “Wilde Tiere” zur Gitarre. War es eben dieser Titel, der den extra aus der Nähe von Reutlingen angereisten Hund “FGZ” auf die Bühne zog? Das läßt sich nicht letztendlich sagen, auf jeden Fall schlummerte er ergeben zu Füssen der vortragenden Daniela V. Das Publikum hingegen mied den Schlummer, was ihm auch durch das mehrmalige Abspielen von Puccinis “Nessund dorma” nahegelegt wurde, schwankte zunächst aufs schönste zwischen Be-und Entgeisterung, und nach Ende des Abends und ein paar Verdauungsdrinks glücklich nach Hause.
Im folgenden einige Foto-Impressionen

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Gedenken an Christy Schwundeck

Wir, die Initiative Christy Schwundek werden am Dienstag, 31. Mai 2011 um 15. Uhr einen Kranz im Gedanken an Frau Christy Schwundek vor dem Jobcenter Gallus, Mainzer Landstraße 315, 60326 Frankfurt am Main niederlegen.

Christy Schwundeck
Sie wurde am 19. Mai in einem Frankfurter Job Center (Gallus) von einer Polizistin erschossen. Die Umstände rufen Erinnerungen wach an das Schicksal Mariame N’Deye Sarr, die im Jahr 2000 ebenfalls unter nie endgültig geklärten Umständen von einem Polizeibeamten erschossen wurde. Christy Schwundeck war 39 Jahre alt und stammte aus Nigeria.

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