Frankfurter Gemeine Zeitung

Stadt oder Weltkreis – eine politische Entscheidung?

Der bekannte französische Philosoph Gilles Deleuze hatte ungewöhnliche Ideen, die postmoderne Beweglichkeit mit linken politischen Initiativen eher abseits von Parteipolitik verbandelten.

In einem kurzen Interview nahm der 1995 Verstorbene zu einer fast zeitlosen politischen Frage Stellung, was es heißt “links” zu sein. Seine Antwort ist besonders deswegen von Bedeutung, weil er sich darin gegen die Kurzsichtigkeit des Blicks auf die unmittelbare Umgebung, etwa das Wohnquartier und die Stadt ausspricht und postuliert, dass ein linker Horizont immer den Weltkreis umspannen sollte.

Eine orts-beschränkte Sicht wäre dann defizitär. Man könnte anderthalb Jahrzehnte später vermuten, dass sich diese Aufweitung gegen kurzfristige Wahrnehmung und Effekt-Verfolgung richtet. Die allgemeine Atemlosigkeit und Vergesslichkeit – privat wie öffentlich – ist doch ein typisches Zeichen unserer Zeit, manche würden sagen: des neoliberalen Regimes. Und es ist kein gutes Zeichen, die oft fatalen Folgen sind kaum überschaubar. Die notwendige Weitung des Horizonts wäre dann nicht bloß räumlich (gegenüber “Stadt”) sondern auch zeitlich und geologisch zu verstehen?

Hier Deleuze selbst:


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