Frankfurter Gemeine Zeitung

Medien-Kompass – anregende Kreisläufe


Ka-Ching – Shania Twain – MyVideo

Ja, wir wissen dass die großen Medien (“der Mainstream”) und die Politik ganz enge Allianzen eingehen. Die Berliner “Elitejournalisten” in Mitte betreuen ähnlich wie die viel größere Schar der Lobbyisten die Abgeordneten und die Parteiarbeiter bis in die Kuschelkneipen hinein. Man arbeitet eng zusammen, verwendet die gleichen Sprüche und will Effekte erzeugen. Effekte bringen Geld, viel Effekte bringen hier viel Geld. Deswegen wusste der greise Polit-Gott Helmut Schmidt schon früh, dass man in Deutschland nicht gegen “Bild” regieren kann.
Der grandiose Robert Murdoch betrieb das Effekthaschen in England besonders intensiv, hörte Tausende ab, bespitzelte so gnadenlos, wie es sonst nur staatliche Institutionen machen. Sein Abhörchef wurde – wie medial ärgerlich für die englische Regierung – zum Pressechef beim Premierminister: da weiß man was man hat und kann.

Ohne dass man schon in Berlusconistan wäre: so bilden sich mafiaartige Geflechte von politischen, geschäftlichen und medialen Kontroll- und Verfolgungs-Organisationen. Warum sollte eine Zeitung nicht betreiben, was Telekom und gut befreundete Administrationen ohne Bedenken tun? Was sollte Medien und Politik vom Geldmachen abhalten?
Aber nicht allen Zeitungen geht es wie Murdochs  reaktionärem Apparat, sondern manche kommen in das Spiel ganz anderer Geldmaschinen. Die Berliner Zeitung schilderte unter dem netten Titel “Gier und Zynismus” den Finanzmarkt-getriebenen Untergang der LA Times. Der Chicagoer Immobilienmogul Sam Zell schaffte es in weniger als einem Jahr, den Verlag von drei der wichtigsten und besten Großstadtzeitungen der USA zugrunde zu richten. “Im Dezember 2008 meldete die Tribune Company Bankrott an. Zell hatte das Unternehmen bei seiner Übernahme mit 13 Milliarden Dollar belastet, ein Schuldenberg, den er in der Medien- und der Wirtschaftskrise nicht mehr bedienen konnte. Es war die größte Pleite in der US-Mediengeschichte.”

Zell begann, die Titelseite ungekennzeichnet für Anzeigen zu verkaufen. Zugleich drängte er die Redakteure, Geschichten zu schreiben, die seinen Geschäftsinteressen dienten. Das Ergebnis war vorhersehbar – Auflage und Anzeigenvolumen schrumpften noch mehr, nach ein paar Monaten war Zell zahlungsunfähig, nicht zuletzt auch, weil er seinen offensichtlich inkompetenten Managern weiterhin fette Boni zahlte.

Ein Buch des Chefredakteurs der LA Times O’Shea schilderte den Zynismus, mit dem die Wall Street mit Zell paktierte: “Laut E-Mails und Gerichtsdokumenten, die O’Shea zugänglich gemacht wurden, war Investoren von JP Morgan und der Bank of America von Anfang an klar, dass Zell eine Bauchlandung hinlegen würde. Ihre Kalkulation: Die Tribune Company hatte zwar nicht genügend Sicherheiten, um zu überleben. Die Konkursmasse habe aber genügend Substanz, damit die Banken mit Profit aus der Geschichte herauskommen, inklusive ihren schwindelerregenden 283 Millionen Dollar Gebühren.

Eine Angestellte von JP Morgan sprach damals in einem Memo offen von einer “Hit and Run”- oder Fahrerflucht-Strategie. Ein anderer Morgan-Mann hörte laut die Kasse klingeln und beglückwünschte einen Kollegen in einer Mail mit den Worten “Can we say Ka-Ching?

So kommt ein Effekt mit dem anderen zusammen. Auf zur nächsten Folge, wir klatschen weiter!

Ka-Ching
Wir leben in einer kleinen gierigen Welt
die jeden kleinen Jungen und Mädchen beibringt
so viel wie möglich zu verdienen
um sich dann umzudrehen
und es sinnlos auszugeben

Wir schafften uns ein Kreditkarten-chaos
wir geben Geld aus das wir nicht haben
Unsere Religion ist es alles auszugeben
Also sind wir jeden Sonntag im Einkaufszentrum

Alles was wir wollen ist mehr
viel mehr als wir vorher hatten
Also bring mich zum nächsten Geschaft

Hörst du es klingeln
ich möchte dazu singen
es hört sich so schön an : Ka-Tsching
Viel Diamantenringe
die bringen Freude
Du wirst wie ein König leben
Mit viel Geld und vielen Sachen

Wenn du pleite bist, geh und hol dir eine Anleihe
Nimm noch eine Hypothek auf den Zuhause auf
dann kannst du weitermachen
weiter Geld ausgeben wenn dir langweilig wird

Alles was wir wollen ist mehr
viel mehr als wir vorher hatten
Also bring mich zum nächsten Geschaft

Lasst uns tanzen
Greif tiefer in die Tasche
Oh, Yeah, ha
Komm schon, ich weiß du hast es
Greif tiefer in die Geldbörse
Oh

Alles was wir wollen ist mehr
viel mehr als wir vorher hatten
Also bring mich zum nächsten Geschäft

Hörst du es klingeln
es bringt dich zum singen
und du wirst wie ein König leben
mit viel Geld und vielen Sachen

Ka-Tsching!


2 Kommentare zu “Medien-Kompass – anregende Kreisläufe”

  1. Esthernab

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