Frankfurter Gemeine Zeitung

Die Prinz kriegt den Schweinehirten: Das Sommermärchen ist wahr geworden.

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Das Sommermärchen ist wahrhaft wahr geworden und die Japanischen Frauen sind Weltmeister geworden. Dies gilt, obwohl ihr Medienmenschen, Werbepartner und deutsche Fußballexperten noch immer Vuzuellahaft rumtrötet, dass man Euch in dieser “schönen WM”, die “stimmungsmäßig gut” war und “den Frauenfußball voran gebracht hat”, das “Sommermärchen II” verweigert hätte, nämlich den Titel für die “Deutschen Frauen”. Dies aber zeigt 1. schlechtes Gedächtnis (verzeihlich) 2. mangelnde Kenntnis von Märchen (unverzeihlich). Denn 1. wurde die MännerWM in Deutschland deshalb zum Sommermärchen, weil die Klinsmannschen Mannen viel besser gespielt haben, als man es von den landeseigenen Rumpel(stilzchen)fußballern zuvor erwartet hatte. Die Deutschen Frauen hingegen gingen ruhmbekränzt in diese WM…ihr Sieg hätte nichts überraschendes gehabt, es wäre das zu erwartende gewesen, noch dazu als Fortsetzung eines Männermärchens, und Fortsetzungen sind meist mieser als Teil 1. Damit kommen wir zur Märchenlogik: Kriegen in den Märchen etwa die haushohen Favoriten am Ende den Pokal? Nein, die Prinz kriegt den Schweinehirten und das Aschenputtel kriegt den Prinzen, mögen sich ihre beliebten und attraktiven Schwestern Solo und Hope noch so sehr in die engen Fußballschuhe hineinzwängen. Und das ist in Märchen immer so: der dumme August überlebt, Schneewittchen botet mit Hilfe von 7 Zwergen die Königin aus. Hey, das soll ausnahmsweise keine Anspielung auf die Körpergröße der Japanerinnnen sein! Und deshalb hat die Geschichte dieser Frauen-WM, ihr Medienmenschen, Werbepartner und deutsche Fußballexperten Euren sehnlichsten, tausendfach wiederholten Wunsch erfüllt, so wie der Fisch im “Märchen vom Fischer und siner Fru” die Wünsche der Frau erfüllt. The fish doesn´t think, because the fish knows everything. Der Fisch im Märchen vom Fischer und siner Fru erfüllt den Wunsch HINTER dem Wunsch: den, mit seinen Wünschen zu scheitern. Wäre es, Medienmenschen, Werbepartner und deutsche Fußballexperten nicht ein wenig öde gewesen, den deutschen Frauen beim Immer-wieder-Gewinnen zu zu sehen, wie das von der Fifa verordnet wurde? Oder von denen, die die Werbeanzeigen finanzierten, auf denen “3. Platz ist was für Männer” stand? Waren die deutschen Frauentränen, die so reich auf den reichlich strapazierten Rasen floßen, und die sie aus ein wenig unnahbaren Rolemodels in “normale Frauen” zurückverwandelten nicht viel spannender für Euch?
Märchen verkehren die hassenwerte Ordnung der Wirklichkeit-und lassen doch irgendwie alles beim Alten. Das ist ja das Schöne an Märchen. Das Sommermärchen ist wahrhaft wahrgeworden.


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