Frankfurter Gemeine Zeitung

Blind Dates 1.9.- 11.9.

schlafmaske September 2011

1. 9.
Gewerkschaftshaus , Wilhelm-Leuschner-Straße 69-77, 18 Uhr
Prof. Dr. Werner Ruf, Politologe und Friedensforscher Uni Kassel
Die arabischen Revolten – gehen sie uns etwas an?
Niemand hatte damit gerechnet, dass die verlässlichsten Freunde des Westens in Nordafrika binnen weniger Wochen von ihren Völkern gestürzt würden. Die Ursachen für die Revolten, soziales Elend, Perspektivlosigkeit, brutale Unterdrückung waren jedoch seit Jahren bekannt. Und sie waren und sind auch Folgen westlicher Politik – allen voran die EU: Die Assoziierungsabkommen mit diesen Ländern waren Instrumente zur neoliberalen Eingliederung ihrer Ökonomien in die Kapitalverwertungsstrategien des Nordens, die Rhetorik über Menschenrechte und gute Regierungsführung dienten der Kaschierung ihrer Interessen. Gerade in Tunesien und in Ägypten waren die Gewerkschaften Träger der Umstürze. Nun stellt sich die Frage, wie die politisch erkämpfte Souveränität umgesetzt werden kann in selbst bestimmte Modelle des wirtschaftlichen und sozialen Aufbaus. Dieser wird nur gelingen, wenn auch die fortschrittlichen Kräfte in Europa den Wandel in Nordafrika unterstützen, um durch einen Zuwachs an sozialer Gerechtigkeit den Frieden vor Europas Toren zu sichern.

2. September:
19.30 Uhr Faites vos Jeux, Klapperfeld. »Europa als Staat – linke Kritiken, linke Politiken« – Diskussionsveranstaltung zur Book-Release-Party
: Anfang September erscheint das Europa-Buch von JungdemokratInnen/Junge Linke, das die EU aus verschiedenen Perspektiven einer radikaldemokratischen Kritik unterzieht. Nach einer theoretischen »Wurzelbehandlung« zu Beginn, geht es u.a. mit Grenzen, Bildung, Arbeit, Migration, Datenschutz und Lobbyismus weiter. Der Hintergrund des Buches ist, dass wir (wie auch andere) in der EU eine starke Ebene von Staatlichkeit entstehen sehen, die im Verhältnis zu ihrer Herrschaftsausdehnung noch viel zu wenig Beachtung in den Debatten linker und emanzipatorischer Kräfte findet. Deshalb soll der Abend neben der Book-Release-Party auch einen Teil zur inhaltlichen Debatte beitragen. Fernab von trockener Podiumsdiskussion werden wir uns gemeinsam die EU als entstehende Staatlichkeit anschauen und diskutieren und uns die Frage stellen: Welche Handlungsmöglichkeiten für emanzipatorische Kräfte bestehen (könnten)? Konkret wollen wir den Politikbereich des Anti-Diskriminierungsrechts der EU angereißen. Aber auch (selbst)kritische Töne zu linken Strategien aus postkolonialer Sichtweise werden anklingen.An den inhaltlichen Teil des Abends schließen gediegene Musik & Tanz, Theke & Pink Gin Tonic an.

3. 9.
Leipziger-Straßenfest von 10 Uhr bis 19 Uhr,
Informationsstand der Bockenheimer Bürgerinitiativen gegenüber dem
ehemaligem Kaufhof.

ab 10 Uhr: Faites vos jeux, Klapperfeld: decolonising our minds – Radikaldemokratisches Wochenende Samstag und Sonntag (03./04.09.) finden im Rahmen eines anschließenden »Radikaldemokratischen Wochenendes« von JungdemokratInnen / Junge Linke statt. Diesmal wollen wir den Schwerpunkt auf die Themen Postkolonialismus & Kritisches Weißsein legen. Dazu hat sich in diesem Jahr ein Bundesarbeitszusammenhang innerhalb von JD/JL gebildet. Mit gutem Grund, denn Rassismus ist nicht nur am rechten gesellschaftlichen Rand zu finden. Rassismus ist mit als selbstverständlich anerkannten Praktiken und Worten tief im gesellschaftlichen Bewußtsein verankert. Koloniale Vergangenheiten und die Geschichte geopolitischer Kräfteverhältnisse spielen bei der Reproduktion von Hierarchien zwischen dem »Wir« und dem »Anderen« bzw. »Fremden« auch im alltäglichen Leben eine entscheidende Rolle. Zivilgesellschaftliche Akteure mahnen zu Toleranz und Akzeptanz, jedoch bleiben dabei nicht nur die eben genannten historischen Kontexte meist unthematisiert, auch der Toleranzbegriff selbst wird selten Kritik unterzogen, obwohl die Kategorien, die die Trennlinien zwischen Tolerierten und Tolerierenden markieren, nicht natürlich gegeben, sondern gesellschaftlich konstruiert sind. ab 10 Uhr Postkolonialismus zum Einstieg Diskussion zum Redebeitrag der queer-Palästinenser_innen auf dem tCSD ab 14 Uhr Postkolonialer Feminismus Anit-muslimischer Rassismus und Rechtspopulismus ab 19.30 Offenes Treffen: Schule und Uni ohne Militär Den Flyer könnt ihr hier herunterladen. Weitere Infos auf: www.jdjl.org ; www.sternezumtanzenbringen.jdjl.orgDie Teilnahme am ganzen radikaldemokratischen Wochenende kostet 16 Euro inkl.Unterbringung, Verpflegung und bundesweiter Fahrtkostenerstattung. Teilnahme an der book-release-Veranstaltung am Freitag ist kostenfrei:

4.9.
ab 10 Uhr bis ca. 14 Uhr
Radikaldemokratisches Wochenende Faites vos Jeux, Klapperfeld (s. 3.9.)
Treffen der bundesweiten Arbeitszusammenhänge von JD/JL Geschlechterverhältnisse, Dada – Kunst und Gesellschaft, Wirtschaft und Soziales / Diskussion zum Postdevelopment-Ansatz aus herrschaftskritischer Perspektive

5. 9.
Club Voltaire 20 Uhr:Da stimmt doch was nicht… – Argumente zu den Verschwörungstheorien um den 11. September . Vortrag von Dr. Holm Gero Hümmler
Neben politischen Argumenten stützen sich die Verschwörungstheorien zum 11. September vor allem auf technische Einwände gegen die offiziellen Untersuchungsergebnisse. So hätten am World Trade Center die Zwillingstürme nicht senkrecht und das Gebäude 7 überhaupt nicht einstürzen dürfen. Am Pentagon hätte man ein abgestürztes Flugzeug finden müssen, und überdies müsse es möglich gewesen sein, die entführten Flugzeuge abzuschießen… Veranstalter: Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften – GWUP und Club Voltaire Eintritt frei – Spenden erwünscht! Weitere Informationen über diesen Termin…

8. 9.
19.30 Uhr: Club Voltaire “Gesundheit als öffentliches Gut – Selbsthilfe und Dorfentwicklung in Guinea”
Diskussion mit Aicha de Bah-Diallo und Dr. Abdourahmane Diallo (Euroguinée e.V.): Der Zugang zur Gesundheitsversorgung gehört zu den Grundrechten eines jeden Menschen und ist ein Schwerpunkt der Milleniumentwicklungsziele, die bis 2015 erreicht werden sollen. Nach Angaben der Hilfsorganisation Oxfam haben weltweit 880 Millionen Menschen keinen Zugang zu medizinischer Basisversorgung. 17 Millionen Menschen sterben jährlich an heilbaren Krankheiten wie Durchfall, Malaria und Tuberkulose, davon fünf Millionen wegen des mangelnden Zugangs zu sauberem Trinkwasser. Armut ist ein Risikofaktor für Gesundheit. Umgekehrt ist Krankheit, insbesondere in den Ländern des Südens, in denen es keine funktionierenden Krankenversicherungssysteme gibt, ein wesentlicher Faktor für weitere Verarmung von Einzelnen, von Familien und von ganzen Gemeinschaften. Das Bemühen um Gesundheit und Gesunderhaltung ist ein öffentlich zu schützendes und zu förderndes Gut.
Euroguinée e.V. engagiert sich durch Gesundheitsprojekte in Guinea. Es wird der Beitrag dieser Projekte zum Gesundheitswesen des Landes und zur Entwicklung ländlicher Gebiete vorgestellt.
Veranstalter: Entwicklungspolitisches Netzwerk Hessen (EPN) in Zusammenarbeit mit dem Club Voltaire

19.30 Uhr, Römer 9. Wohnen, Kultur und? Wer entscheidet über den Campus Bockenheim?
Eine Veranstaltung der Evangelischen Stadtakademie in Kooperation mit dem BDA Hessen.
“Aus aktuellem Anlass soll die Veranstaltung den Planungsprozess reflektieren, die Möglichkeiten der Beteiligung prüfen, die Rolle des Städtebaus und der Architektur hinterfragen und die Bedeutung des Campus Bockenheim im städtischen Gesamtzusammenhang einschätzen.”
Impulsreferate von Christian Holl (BDA Hessen), Prof. Wolfgang Dunkelau (BDA Frankfurt). Podiumsteilnehmer: Ulrich Baier, Bündnis 90/ Die Grünen, Anette Mönich (Initiative Zukunft Bockenheim), Stefan Mumme (Forum Kulturcampus Bockenheim)

11. 9.
Europäischer Tag des „Offenen Denkmals“ im Studierendenhaus. Kultur für Alle

12.00 Uhr. Der Tag beginnt für uns mit einem Urbanen Frühstück zwischen den Kulturdenkmälern und wir freuen uns aufs Mitmachen und Kommen. Treffpunkt ist das KOZ. Mitmachen und Vorbereiten erwünscht. Einfach beim Stadtteilbüro nachfragen, was gebraucht wird etc. Ausgehend vom Frühstück können dann auch kleinere Führungen durchgeführt werden. Auch hier können sich Akteure und Interessierte melden.
Um 14 Uhr diskutieren im Cafe-KoZ: Alexander Brill (Theater-Regisseur), Tim Schuster („Offenes Haus der Kulturen“), Götz Wörner („Kultur für Alle e.V.“) mit dem Publikum die aktuelle Bedeutung des Leitgedankens „Kultur für Alle!“ und die zukünftige Nutzungsmöglichkeiten des Studierendenhauses.
Um 15.30 Uhr öffnet die Uni-Kita die Türen für Besucher .
Um 16.30 Uhr zeigen im Festsaal die „Best Agers“ das Theaterstück „Im Überfluss?“, das der Autor und Regisseur Wolfgang Spielvogel mit 25 Akteuren entwickelte, die selbst unter anderem über Erfahrungen mit HartzIV verfügen. Diese bringen ihre Lebenserfahrungen, Sorgen, Hoffnungen und kreativen Fähigkeiten  auf die Bühne. Flyer als ebook im Anhang. Der Flyer ist ab Ende der Woche im Stadtteilbüro erhältlich und wir freuen uns über die Weiterverbreitung.


Netz für alle 2011

Tja ok, es ist mal wieder in Berlin, aber vielleicht trotzdem ganz interessant für Web-Politische:

Am Samstag, dem 3. September richtet die Rosa-Luxemburg-Stiftung in Zusammenarbeit mit der Linken die Netz-Konferenz “Netz für alle” im Berliner Bethaus aus.

Die Referentenliste ist ziemlich interessant, darunter finden sich zum Beispiel  der Netz-Theoretiker Rainer Fischbach, Constanze Kurz von Chaos Computer Club, der Telecomix-Aktivist Stephan Urbach und viele andere.

Folgende Eckpunkte stecken den Diskussionsraum ab:

- Neue Modelle für gute Erwerbsarbeit können sich nicht auf fest Angestellte beschränken

- Digitale Offenheit kann die Demokratie stärken

- Je bedeutender das Netz, desto wichtiger die Eigentumsverhältnisse

- Spaltung in Gruppen mit und ohne schnelles Internet verhindern

Links gibt es hier und hier



Finanzfurt: Raubtiermaschinchen

Nicht jeder glaubt, dass der zukünftige Chef der Deutschen Bank ganz im Alleingang zig Milliarden für diese als Investmentbanker verdient hat. Anshu Jain wird von staunender Öffentlichkeit trotzdem als gewiefter Akteur in besonders einträglichen Geschäften begriffen, fast so wie es schon bei Buddenbrooks abging, heute halt noch mit Screen dazu.
Ok, ganz so verhält es sich in Wirklichkeit nicht. Die Leute mit dem Geldhandel sitzen nicht dauernd in Dreiteilern auf Ledersesseln und leisten würdevoll Unterschriften. Weder der Daytrader in der Einzimmerwohnung noch der Broker mit dem Finger am Abzug des Highspeed-Algorithmus. Und letzterer macht als Computer-Programm in verdammt schnellen Maschinen heute eine ganze Menge der Geschäfte an der Börse. Ganz allein, auch in Frankfurt. Das nennt der FAZ-Leser dann „Algo-Trading“, und mit dem kommt eine Menge Zaster zusammen, eben auch der Profit des agilen Inders Anshu Jain, des künftigen CEO der Deutsche Bank AG.

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Geschätzt zwei Drittel aller Aktiengeschäfte der USA laufen heute bereits automatisch über Maschinen, in Deutschland vielleicht die Hälfte. Das macht die normale Geschäftsabwicklung einfacher und billiger, auch für die schmalbrüstigen Privatanleger mit ein paar tausend Euro. Käufer und Verkäufer kommen nur noch über Programm-Schnittstellen zusammen. Kein großer Arbeitsaufwand beim Händler, was sollte dagegen sprechen? Wenn das nur alles wäre!
Nun geht es beim Aktiengeschäft in hohem Maße um Kursschwankungen und um die Differenzen zwischen Kauf- und Verkaufserwartungen: wenn ich dir ein Papier für mehr verkaufen kann, als ich selbst dafür bezahlt habe, dann bleibt die Differenz auf meinem Konto. Mehr auf dem Konto ist das Ziel aller Transaktionen mit Wertpapieren, was sich auch immer an schönen Gebilden („EuroStoxx Security Plus Zertifikat“) davor aufbaut.
Wie man das besonders lukrativ macht, darum kümmern sich Rechenknechte. Entweder welche aus Fleisch und Blut (“Quants“), oder die aus Silizium. Erstere sind Mathematiker oder Informatiker und sie bauen unter anderem die Algorithmen, einfacher: Rechenvorschriften für letztere. Sie bekommen dafür nur einen Bruchteil der Besoldung von Herrn Jain, aber mit 800 Euro am Tag lässt sich noch leben, wenn auch nicht so wie mit 50.000 (auch am Tag). OK, wenn die Rechenknechte aus Indien kommen, ist es für sie nur ein Drittel, aber Wohnung in Eschersheim inklusive.
Die Computer errechnen aus den Rechenvorschriften oder Programmen möglichst schnell und trickreich, wie man passende Kursdifferenzen so nutzt, dass besagtes Plus auf dem Konto bleibt. Etwa auf dem Konto des Brokers, des Technologie-Traders, des Fonds oder der Bank.
Dazu muß das Maschinchen nur ganz schnell sein, Zeit ist Geld, besonders hier, rund um die Börse. Seit Jahrhunderten ist mein Wissensvorsprung gegenüber anderen Verkäufern und Käufern entscheidend: wenn ich als erster weiß, dass das Schiff aus Ost-Indien untergegangen ist… Heute muß mein Chip-Rechenknecht nur möglichst fix rauskriegen, wo jemand sitzt der (vielleicht) etwas kaufen oder verkaufen will, was ich woanders günstiger verkaufen oder kaufen kann. Und günstiger geht es dann, wenn mein Apparat schneller als der von Käufer oder Verkäufer mitkriegt, was Sache ist, also wo der Preis des gewünschten Wertpapiers aktuell steht.
Das schnellste Maschinchen bringt deshalb am meisten auf dem Konto, was  besonders dann gilt, wenn der Highspeed-Computer in der Nähe der Börse steht: da ist der Weg nicht so lange. Wieso das? Weil es um Millisekunden geht und verdammt viele solcher Deals gemacht werden sollen. Zum Beispiel 1000 die Sekunde. Dann sind 5 Cent pro Aktie interessant, besonders wenn jeder Deal schon 1000 Aktien umfasst. (Stimmt: wären dann 50.000 plus auf dem Konto – die Sekunde, die Stunde hat 3.600 Sekunden, besser: nicht weiter rechnen!) Da zählt wirklich jeder Meter für die Elektro-Wellen mit dem Geld auf dem Weg zwischen Trader-Computer und Börsenplatz.
Vielleicht sind die Handelspartner etwas langsamer, etwas weiter weg, dann klappt das Geschäft mit der Preisdifferenz besonders gut. Die Handelspartner sind eben zunächst auch „nur“ Computer, Algorithmen, die Kauf und Verkauf abwickeln, diesem also zustimmen. Sie berechnen die Bedingungen, unter denen sie sich auf einen Deal einlassen, sie ENTSCHEIDEN buchstäblich darüber.
Nun arbeiten die Algorithmen mit allen möglichen Vorgaben ihrer Firma, und die können jeweils zwischen Käufer und Verkäufer erheblich differieren. So gibt es solche Finanzakteure, die besonders schnell viele solcher automatischen Geschäfte abwickeln sollen, und die gerade darin ihr Geschäftsziel, ihre primäre Profitquelle sehen. Sie arbeiten deshalb zuweilen mit besonders pfiffigen Algorithmen, die anderen Maschinen bestimmte, für sie vorteilhafte Marktsituationen „vorgaukeln“, um dann aus den Preisdifferenzen vieler Käufe und Verkäufe Geld zu schlagen. Damit sind wir bei den blitzschnellen „Raubtiermaschinchen“ angekommen. Sie kaufen und verkaufen etwa in hohen Summen, bloß um andere Maschinen (also Händler) anzustoßen, jetzt zu für sie vorteilhaften Preisen zu handeln, und zwar möglichst oft und möglichst bei vielen Händlern. Um mehr geht es bei diesem Handel tatsächlich nicht, aber auch das ist nichts wirklich Besonderes heutzutage.
Nun leben wir in einer Wettbewerbsgesellschaft und viele Firmen agieren mit den Automaten, wegen des gewissen Vorteils auf dem Konto eben. Entsprechend treffen Raubtiere der einen oder anderen Art in den Glasfaser- und Schnittstellenwelten um die Börsenplätze zusammen (und natürlich sind nicht alle Raubtiere Automaten). Manchmal kaufen und verkaufen sie wie wild, mit- und gegeneinander, ohne sich um die Umwelt zu kümmern. Das beisst sich dann, es kann zu einem kleinen “Algo-Crash” kommen und etwas Geld ist weg, aber fast immer nur Peanuts.
Noch mehr bleibt im Schnitt aber auf dem Konto des Brokers, des Technologie-Traders, des Fonds oder der Bank. Dafür muß dann jemand anderes buchstäblich Leistung erbringen, besonders jene, die selbst wenig Geld haben. Die brauchen es schließlich, aber das geht ja vielen so.

Und alles wegen der Raubtiermaschinchen, oder?


Räumungsklagen als Geschäftspolitik der ABG?

Auf die konservativ-liberale Römerführung kommen Fragen zum Duktus  der kommunalen Wohnungspolitik zu. Nicht nur, dass das schwarz-grüne Gespann im Einvernehmen mit dem rückwärtsgewandten Zeitgeist den sozialen Wohnungsbau gegen Null fährt, gewinnen Beobachter den Eindruck, dass die AGB als städtische Wohnungsgesellschaft eher am Bau luxuriöser Eigentumswohnungen interessiert ist, denn am Erhalt günstiger Wohnbedingungen für ärmere Städter. Und derer gibt es immer mehr.

Im Zusammenhang mit aktuellen Zwangsräumungen dieses hoch-profitablen Betriebs stellt die Partei Die Linke eine diesbezügliche Anfrage im Römer:

Gehören Klageverfahren zur Geschäftspolitik der ABG Holding?
In den vergangenen Jahren sind zahlreiche Gerichtsverfahren der ABG Holding gegenüber MieterInnen anhängig. Z. B. vernahm man aus dem Frankfurter Amtsgericht, dass allein 2.000 Klagen der ABG Holding anhängig seien. Offensichtlich wird über den Klageweg versucht, MieterInnen einzuschüchtern.
Der Magistrat wird daher gebeten, folgende Fragen zu beantworten:
1. Wie viele Gerichtsverfahren sind bezüglich des Abbaus von Satellitenschüsseln anhängig?
2. Wie viele MieterInnen werden derzeit mit Räumungsklagen überzogen?
3. Wie viele Klageverfahren resultieren aus Streitigkeiten über die Nebenkostenabrechnung?
4. Wie viele dieser Beschwerden über Nebenkostenabrechnungen versucht die ABG Holding abzuwehren durch eine Anzeige wegen Prozeßbetrug?
5. Gehört es zur allgemeinen Geschäftspolitik der ABG Holding MieterInnen mit Klageverfahren einzuschüchtern?


Herzlichen Glückwunsch, Frau Roth – es ist vollbracht!!

Für 90 Mio. Euro ist das Areal in Bockenheim über den Tresen gewechselt, mit roten Köpfchen und hoch erfreut, dass es wieder einmal ohne jegliche Mitsprache und parlamentarische Kontrolle durchgezogen werden konnte, stellten sich die Lichtgestalten der Presse. Endlich können Sie loslegen, Frau Roth, und wir uns freuen. Es wäre auch zu traurig, wenn Sie [...]

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Internationale GeographInnen verabschieden Resolution

Campus Bockenheim soll ein Ort für alle bleiben Anlässlich der 6. International Conference of Critical Geography (ICCG), die vom 16. bis 20. August 2011 an der Goethe-Universität Frankfurt stattgefunden hat, haben 450 WissenschaftlerInnen aus über 30 Ländern eine Resolution verabschiedet, die sich für den Erhalt und die Entwicklung des Campus Bockenheim als einen öffentlichen und [...]

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UNTOTE

Mad for stalking

PUNK IST EIN ZOMBIE!

und sein Schlaf wird gestört

es ist hungrig wie wild

wenn es gefressen hat

Und wenn es Trommeln hört

Lücke

PUNK IST EIN ZOMBIE!

ganz von Kugeln zerrissen

und es ist hinter dir her

es hat offene Brüche

aber kein schlechtes Gewissen

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Ruinöse Leasingverträge in Frankfurt stehen vor dem Abschluß

Am Dienstag soll im Haupt- und Finanzausschuss ein Leasing – Neubau im Gallus im Haupt- und Finanzausschuss, am Donnerstag dann im Stadtparlament durchgewunken
werden. Dieser Leasing – Vertrag hat es in sich: Ist er doch nach Feststellung des Revisionsamts der Stadt Frankfurt nicht nur um mehr als 7 Mio € teurer als beim Eigenbau,
er enthält auch eine Fortfaitierungsklausel, damit der Investor einen günstigeren Zinssatz bekommt. Für die Stadt und für uns als Bürger bedeutet die Fortfaitierung:
Sollte der Investor insolvent werden, muss die Stadt trotzdem bis zum Ende der Vertragsfrist 30 Jahre lang ihre Raten weiter bezahlen – ohne jede Gegenleistung!
Deshalb haben wir, das Bündnis gegen Privatisierung, einen offenen Brief an die Stadtverordneten – im Anhang – geschrieben. Er ist hier dokumentiert:

“Offener Brief an die Stadtverordneten der Bunten Liste, CDU, FAG, FDP, Grünen, Linken und SPD

Am 1. Juli 2010 hat die Stadtverordnetenversammlung für PPP – Brückenprojekte von 500 Mio gestimmt; aktuell ist ein Leasing-Bau für das Grünflächenamt und das Amt für Straßenbau in

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Nimm

Du nimmst dem Himmel die Sterne nicht. Den Vögeln den Himmel Oder den Menschen die Vögel. Unsere Welt wird verglühen, Es ist alles geliehen. Wir laufen hier nur drüber: Attention! Humans crossing! Sei kein Borstenvieh… Billy Baboon is a busy bounty hunter Beloved by barbarian barbexcusers Du rückst tags Regalbretter bei Möbel Ungern Und nachts [...]

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Activism meets Academy

Die Exzess-Halle in Bockenheim war gerammelt voll, mit fast 150 Leuten hatte kaum jemand gerechnet. “Faites vos jeux!” und die “Krisengruppe” aus dem Frankfurter Netzwerk “Wem gehört die Stadt?” wollte deren Beteiligte mit Kritischen Geografen und Stadtforschern, die sich in Frankfurt gerade zu ihrem Welt-Kongress (!) zusammenfanden, in einer Veranstaltung zum “Recht auf Stadt” zusammenbringen.

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Das gelang auch ein gutes Stück weit. Drei ReferentInnen aus akademischen Institutionen berichteten über Umfeld und Bedingungen von europäischen Stadtbewegungen der letzten Jahre. Sybille Bauriedl lehrt am Institut für Geographie der Universität Hamburg und ist mit dem Arbeitsschwerpunkt StadtRaum (ASSR) beim Bundeskongress Internationalismus (BUKO) aktiv. Andrej Holm forscht an der Humboldt-Universität Berlin zu den Themen Stadterneuerung, Gentrifizierung und Wohnungspolitik im internationalen Vergleich. Anne Vogelpohl ist Mitarbeiterin am Institut für Humangeographie der Goethe-Universität Frankfurt am Main und arbeitet dort im Forschungsprojekt »Die Neuordnung des Städtischen im neoliberalen Zeitalter« Die Veranstaltung sollte das Frankfurter Netzwerk mit Erkenntnissen über ihre direkten Zusammenhänge versorgen und diese diskutieren.

Das betraf zunächst die theoretischen Quellen der

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Freitag Abend: Mainufer

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Medienkompass: Freitag macht den Spiegel, Augstein den Schirrmacher

Eine Welle antisozialistischer oder “anti-linker” Bekundungen aus den deutschen Medienhimmeln umspült die Berliner politischen Einrichtungen derzeit. Sie reicht bis zu offenen Kotaus vor ihnen, trotz ihrer eher miserablen Verfassung. Über des Rot-Grünen Präsidentenkandidaten Gauck Warnung vor der Berliner Mauer beim Salzburger Opernpublikum und die Anregung des Liedermachers Wolf Biermann, die Linke einen Kopf kürzer zu machen kommt jetzt in diesem Sinne noch ein grüner Medienerbe hinzu. Er schickt dabei sein Blatt mit in den Berliner Wahlkampf, gegen den akut drohenden Sozialismus: offensichtlich reicht die Taz dazu allein nicht.

Der damit adressierte Freitag-Besitzer Jakob Augstein übernahm vor ein paar Jahren die einzige linke deutsche Wochenzeitung und unternimmt seitdem immer wieder Schritte zur “Verspiegelung” des Blattes. Eigentlich brauchen wir das nicht wirklich, davon gibt es tatsächlich schon genug.

Sein Leitkommentar in der aktuellen Ausgabe sieht 2 Verlierer gegenwärtiger Moderne, den Neoliberalismus und die Linken.

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Die Frankfurter Grünen und der Milieuschutz

Es hat sich bereits in der ganzen Republik herumgesprochen, dass die Grünen in der Schwarz-Grünen Frankfurter Römer-Regierung eine eigenartige liberal-konservative Rolle einnehmen. Dieser Übergang vom Realo zu Liberalo ist vermutlich der Masse der Grünen-Wähler nicht wirklich bewußt.

Allerdings verwundert es inzwischen viele vor Ort, dass zum Beispiel im grünen Herz-Stadtteil Nordend die immerhin seit bald 30 Jahren verlaufende Gentrifizierung von der ach so bodenständigen Partei nicht politisch registriert wird. Da mag auch die wirtschaftliche und politische Positionierung einiger grüner Parteimitglieder im Immobilienumfeld und anderswo eine Rolle spielen. Das grüne Wahl-Motto “Die Stadt gehört Dir” erhält so einen ganz anderen Geschmack, und zwar abseits der Entertainments um den Grüngürtel.

Kommunale ABG: Luxuseigentum im Nordend - der Speckgürtel kommt zurückKommunale ABG: Luxuseigentum im Nordend – der Speckgürtel kommt zurück

Der in Köln ansässige Deutschlandfunk, eine der wenigen etwas anspruchsvolleren Teleeinrichtungen hat es die Tage jedoch gemerkt, und schildert in einem kleinen Feature die Gentrifizierungs-Lage in Frankfurt. Der Beitrag soll in einem längeren Zitat zur Sprache kommen, er spricht für sich selbst.

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Eine Leuchte für finstere Zeiten

Michelle Bachmann aus dem HERZEN der USA hat mit ihrer triumphalen Initiative, die in den Wirren sozialistischer Umgestaltungsversuche die Welt in Atem hielten, auf der Nabelschau der republikanischen KandidatInnen wohl endgültig die Weichen für ihre Kandidatur gestellt. Nach dem üblichen Bekenntnis zu keinen Steuern verkündete sie unter frenetischem Jubel, ihr sei ein essntieller Teil amerikanischer [...]

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Frankfurter Räumungspolitik: Bilder

Während Schwarze wie Grüne im Römer den Folgen ihrer wohnungspolitischen Prinzipien wenig bis keine Beachtung schenken, tun dies Bewohner der von Zwangsräumung Betroffenen im Viertel der kommunalen Wohngesellschaft ABG und einige solidarische Mitbürger am Römer schon. Die FGZ hatte von dem Fall im Mainfeld berichtet. Bemerkenswerte Randnote bei dieser Art politischer Vorgänge ist, dass die [...]

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Wunsch, Indianer zu werden, inmitten weiterer Wünsche

  Ich traf nie einen reichen Mann, eine reiche Frau mit der geringsten EIGENEN Vorstellung von Schönheit. Also gilt Wildes Auftrag, Schönheit zu verbreiten dem gemeinen Mann, der gemeinen Frau, trotz “Skifahren für Manager” und “Afterworkführungen”. Er, der in den Saloons des Wilden Westens Vorträge hielt, ohne erschossen oder korrumpiert zu werden, ah, wäre er [...]

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Milliardäre, kämpft für Eure Besteuerung! (For Waren Buffet)

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Während sich die Teapartyleute in USA weiter begeistert aufs kalte Buffet stürzen, um zu feiern, dass sie Steuererhöhungen für die Superreichen verhindert haben, ist der drittreichste Mann der Welt, Waren Buffet, (o .k., o.k., schlechter Scherz, denn der wird gesprochen mit “a”) der Ansicht, er und die Seinen seien “zu lange vom Kongress verhätschelt worden“. “Unsere politische Führung hat zum ,gemeinsamen Opfer’ aufgerufen, mich dabei aber verschont. Während die Armen und die Mittelschicht für uns in Afghanistan kämpfen und zahlreiche Amerikaner sich bemühen müssen, mit ihren Mitteln auszukommen, profitieren wir Megareiche weiterhin von außergewöhnlichen Steuervorteilen”, schrieb er in der New York Times. Wer außer einem ideologisch und praktisch besoffenen Republikanern wollte ihm da widersprechen? Wir jedenfalls nicht, denn wir wissen über die von Buffet gezahlten Steuern auf jeden Fall nicht so viel wie er selbst. Buffet rechnet vor, dass er im letzten Jahr nur 17,4 Prozent Steuern auf sein Vermögen bezahlt hat, ein Steuersatz von dem, wie er selbst sagt, seine Angestellten nur träumen können. Die Steuersätze der 20 Angestellten seines Büros zum Beispiel lägen zwischen 33 und 41 Prozent und er besitzt im Unterschied zu ihnen ca. 50 Milliarden US Dollar. Buffet hat auch ein Argument parat für die ewige Leier von “höhere Steuern für die Reichen gefährden Arbeitsplätze”. In den 80ern seien die Reichen in den USA viel höher besteuert worden als heute, die Arbeitslosigkeit sei trotzdem viel geringer gewesen. Buffet schlägt deshalb vor, die Steuer für Einkommen über eine Million anzuheben, die über 10 Millionen sogar drastisch.
Die wirtschaftsfreundliche Presse und die Liberalen hierzulande, die sich dem Slogan “Sparen, Sparen, Sparen und immer an die Millionäre denken!” verschrieben haben, melden das weitestgehend unkommentiert und eher leicht

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Eine Kündigung – zum Glück

Götz Aly, ein zu gewisser Prominenz gekommener Historiker der deutschen Geschichte arbeitete mitunter als Kolumnist der Frankfurter Rundschau. Da dieses Blatt sein neustes Buch zum Neid als einem zentralen teutonischen Motor nicht so gut besprach, kündigte er jetzt die Zusammenarbeit. Seine letzten Sätze in diesem Blatt seien zitiert. “Im Wahlprogramm der Grünen für Friedrichshain-Kreuzberg lese [...]

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Playing the City

PLAYING THE CITY – zum Dritten. Wie in den beiden Jahren zuvor geht die Kunst auf die Straße! Fünfzehn internationale Künstlerinnen und Künstler erobern die Frankfurter Innenstadt mit verschiedensten Aktionen, Performances und Installationen. Auch 2011 heißt es wieder: mitmachen statt nur zuschauen. Das kann bei einem Workshop oder auf einem Markt sein, auf einer Demo [...]

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Blind Dates 17.8.- 21.8.

lange nachtDi, 17.8.
17 Uhr. Frankfurter Architektursommer: Begehung des Campus Bockenheim vom Depot/Universitätsbibliothek bis Georg Voigt-Straße.
Treffpunkt : Büro Joran & Müller, Gräfstr. 79
Erläuterungen der historischen Schichten der Bebauung und der damit verbundenen Geistesgeschichte vor allem der F. Kramer-Zeit und der 1960er und 1970er Jahre. Besichtigt

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Was eine Räumung alles verrät: Bemerkungen zu einem legalen und doch letztlich antisozialen Vorgehen.

diese Stadt macht uns Bienen Kummer 2011

Präzedenzfälle sind stets ein gutes Mittel, um auf die realen Verhältnisse aufmerksam zu machen, den Beteiligten klar vor Augen zu führen, wo sie stehen in der gesellschaftlichen Rangfolge und wo sie hingehören. Vor dem Hintergrund steter Verknappung von bezahlbarem Wohnraum fällt deshalb eine konsequent vollzogene Zwangsräumung umso mehr ins Gewicht. Das so legalisierte – nicht legitimierte – Vorgehen dürfte seine Wirkung nicht verfehlen.
Besonders da die betroffene Familie gut gewählt war, ein so geschätzter Migrationshintergrund (mein Gott, was für eine Sprache, schauderhaft) und Transferleistungsempfänger (gehört in die gleiche Kategorie der Unwörter). Damit lässt sich punkten.
Der Präzedenzfall: Am 30. Juni wurde die fünfköpfige Familie Tosun von Geriichtsvollzieher und Polizei aus ihrer Wohnung im Mainfeld geworfen. 30 Jahre lebte sie dort. Der Boden, den Fikret Tosun verlegt hat, wird herausgerissen, Gardinen und Möbel beschädigt. Anlaß der Räumung: Mietrückstand. Seit Fikret Tosun seinen Job als Lagerarbeiter verloren hat, ist er Hartz-IV-Empfänger. Nach der, wie die FR schrieb “rabiaten Räumung” demonstrierten Nachbarn unter dem Slogan: “Gebt uns unsere Nachbarn zurück!” und sammeln über 200 Unterschriften. Die Linke und die Migrantenorganisation DIDF unterstützen sie.

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Zum Absturz politischer Hacker-Illusionen

Einige Autoren der FGZ haben nie einen Hehl aus ihrer Reserviertheit gegenüber Techno-Utopien, speziell in Gestalt des WWW gemacht – und zwar noch auf dem Hintergrund, dass sie selbst professionell mit IT beschäftigt sind. Leider hat dieser Vorbehalt am Wochenende neue Nahrung bekommen, und zwar durch eine gesellschaftliche Unterminierung ihres Tuns von den Utopisten selbst. [...]

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Frankfurter Slutwalk Fotostrecke

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Schlampenspaziergang

Oberfoto
Am vergangenen Samstag war am Kaisersack des Frankfurter Bahnhofsviertels der Teufel los. Unter dem Motto „No means no“ versammelten sich städteübergreifend mehrere Tausende selbsterklärte „Schlampen”, um gegen vorherrschende Rollenbilder und sexualisierter Gewalt einen Zeichen zu setzen. Mit Plakaten und Transparenten legten Frauen und Männer in schriller, freizügiger aber auch in „normaler“ Kleidung einen beeindruckenden Slutwalk hin. Eine Kleidungsvorschrift a´ la “um Miniröcke wird gebeten” gab es nicht – jede(r) kam so, wie sie oder er sich wohl fühlt. Gemeinsam marschierten sie durch das Rotlichtmilieu, an Erotikcentern, Casinos vorbei, wo neugierige Prostituierte aus den Fenstern schauten, bis hin zum Willy-Brandt-Platz. So bunt wie das Publikum, so vielfältig waren auch die Sprüche, die sich Frauen und Männern auf ihre Körper, auf Plakate oder Transparente geschrieben haben: „ My body my choice“, „You don´t own me“, “To slut or not to slut. It´s not the question. Don´t be a sexist”. “Die Würde der Schlampen ist unantastbar” oder “May be i´m asking for it, but not from you!”

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Bürgerlicher Alarmismus: Schirrmacher macht den Geißler

Dem “Kulturkritiker” und “bürgerlichen Vordenker” Frank Schirrmacher muß ob plötzlich erkanntem Ausdünnen “bürgerlicher Werte” der Schreck in die Glieder gefahren sein: unter der Überschrift „Ich beginne zu glauben, dass die Linke recht hat“ möchte er in einem FAZ-Artikel eine Art Ent-Finanzialisierung der CDU antriggern. Ihn bewegt jetzt ein feuilleton-politisches Unbehagen der Art, wie es bereits [...]

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Medienkompass: Jagdszenen

“Wir werden euch verfolgen,
wir werden euch finden,
wir werden euch anklagen,
wir werden euch bestrafen”.

Diese mutigen Sätze sprach ein echtes Mitglied der Oberklasse aus, der britische Premier Cameron nach den “Riots” in englischen Großstädten. Er äusserte seine Drohungen im Geiste einer jahrhundertealten Erfahrung seiner Klasse mit Aufstandsbekämpfung in der ganzen Welt, von Indien über Südafrika bis in die eigenen Vorstädte. Nichts wirklich Neues also.

Upper-Class-English-Twits

Eine intensive Kriminalisierung von mittellosen Teilen der eigenen Bevölkerung begann aber in der Ära Thatcher vor ca. 30 Jahren, beschleunigte sich mit dem Kampf gegen die alte englische Arbeiterbewegung und schlägt sich heute in ständigen Überwachungen bis zu informellen Ausgangssperren in kritischen Stadtteilen nieder. Wer möchte in der Finanz- und Shopping-Stadt London bei seinen Geldtransfers auch durch minderbemittelte Habenichtse gestört werden? Solches wäre schädlich beim ach so wichtigen Städte-Wettbewerb.

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Werkstatt Frankfurt: umkämpftes kommunales Arbeiten

Wenn´s im Sommer mal etwas sonniger wird und es mit dem Fahrrad die Nidda entlang geht, dann kommt man auf der Höhe von Bonames an ein neue Brücke, die auf den altem Hubschrauber-Landeplatz einlädt. Eine große Fläche zum Spielen und ein paar Gebäude, in denen das “Towercafe im alten Flughafen Bonames” residiert. Sitzen im Grünen beim Handkäs und einen guten Schoppen dazu.

Nun kann es passieren, dass sich bei gehobenen Frankfurter Preisen einer der Kellner kurz dazusetzt und echten Unmut über die paar Cent bekundet, die er in diesem Betrieb der Werkstatt Frankfurt bekommt: als jemand, der seit 20 Jahren in Frankfurts Kneipen arbeitet, muß er hier für ein Euro fuffzig die Stunde Weingläser nach draussen tragen, für die Stücker 5 Euro verlangt werden. Ein Hohn, und das ganze wird als “Weiterqualifikation” (“Arbeiten für Frankfurt“) sozial verkauft und läuft faktisch als “Arbeitsgelegenheiten mit Mehraufwandsentschädigung“, umgangssprachlich Ein-Euro-Job.
Tatort werkstatt frankfurt

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Veranstaltung des Stadt-Netzwerks in Bockenheim

Wem gehört die Stadt? Diskussionsveranstaltung zu Gentrifizierung und dem »Recht auf Stadt« Mittwoch 17. August, 20.00 Uhr (pünktlich) ExZess, Leipziger Straße 91, Frankfurt Anknüpfend an den Aktionstag, des »Wem gehört die Stadt?«-Netzwerks laden wir im Rahmen der 6. Internationalen Konferenz »Kritische Geographie«, die vom 16. bis 20. August 2011 in Frankfurt stattfindet, zu einer Diskussionsveranstaltung [...]

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Vertragsunterzeichnung zum Campus Bockenheim

Kommt es wie geplant am 15. August zur Unterzeichnung des Vertrags zwischen Stadt Frankfurt, ABG Holding Frankfurt und Land Hessen ? Auf jeden Fall: Presseerklärung zur bevorstehenden Vertragsunterzeichnung zwischen der Stadt Frankfurt, ABG Holding Frankfurt und dem Land Hessen zum Campus Bockenheim Der Kauf des Campus Bockenheim-Geländes durch die Stadt bietet große Chancen,  Bürgerbeteiligung auf [...]

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Statements: Dabeibleiben!

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Aufrüstung an der europäischen Sozialfront – hessische Vorstöße

Es sollte nur ein Artikel werden, doch sind die Aktivitäten seitens der herrschenden Eliten, angetrieben von deren ungebremsten Eifer, zu vielfältig, immer weiter auf der Suche, wo noch etwas zu holen ist. Unten natürlich, oben gibt’s nix zu holen! Eine neue Gesetzesänderung soll es nun richten.

Schlafstelle

Es wird überall gezündelt – sich dann gewundert und empört, wenn es zu einer Explosion kommt. Salbaderndes Gerede von rationalen Entscheidungen finden dort keinen Adressaten mehr, wo das offizielle: jeder für sich! Auf die trifft, die mit dem Rücken an der Wand stehen, auf dass sie besser niedergeknüppelt werden können.

Es besteht ein Zusammenhang zwischen der Initiative der Regierungsfraktionen in Wiesbaden und den Eruptionen in Großbritannien. Wer dies nicht wahrhaben will, sollte sich am besten sofort in die entsprechende Gated Community begeben. Das in letzter Zeit oft gehörte „Jetzt reicht’s“ hat viele Sprachen und viele Gesichter. Das sollte im Hinterkopf sein beim Lesen.

Der selige Herr Koch ist einmal nach USA gefahren und dort hat er entscheidende Inspiration erfahren. Angetan von dem Musterland sozialer Bemühungen, begann er sofort diese wertvollen Richtlinien umzusetzen, da auch hierzulande die notwendigen Reform-Maßnahmen anstanden, die Schröder nach seinem Spezi aus der Wirtschaft nannte. Das Wunderwerk Hartz IV verlangte ein Gesetz zur Umsetzung, damit die vielen neuen Job-Center auch effizient arbeiten könnten.

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USA: schon im Keller?

Ob das gelobte Land von McDonalds bei uns noch Vorbild sein kann? Ich fürchte ja! Von der Spaltung arm/reich über den Absturz staatlicher Administrationen (ausser den Gewalteinheiten, natürlich) bis zu den Rechtsradikalen: in Europa zeichnen sich ähnliche Formen am Horizont ab. Der alte amerikanische Kritiker Noam Chomsky sieht die USA im freien Fall: “Die komische [...]

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Gedanken zu den Krawallen in UK

Ein paar Blicke auf die Facebook-Präsenzen meiner Freunde und Freundesfreunde zeigte mal wieder, wie einfach es ist, sich von der Ferne aus zu solidarisieren und so konnte ich immer wieder offene oder klammheimliche Freude über die Ausschreitungen in London, die inzwischen auf weitere Teile Großbritanniens übergegriffen haben, lesen. „Endlich bewegt sich was“ oder „endlich geht [...]

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Reißt uns der Euro in den Abgrund?

VERANSTALTUNG im Club Voltaire am Montag, 15. August 2011, 20.00 Uhr Die europäische Schuldenkrise und die Zukunft Europas Alle Krisengipfel und Rettungsschirme scheinen nichts zu nützen: Die Spekulation gegen den Euro und gegen einzelne Länder geht weiter. Die landläufige Begründung für die Situation lautet: Einzelne Länder (allen voran Griechenland) haben über ihre Verhältnisse gelebt, und [...]

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Weltkongress Kritischer Geografen in Frankfurt

Nach Mexiko City und Mumbai ist die “Alpha City” am Main endlich dran: der 6. Weltkongress der Kritischen Geografen findet nächste Woche, vom 16. – 20. August an der Frankfurter Goethe Uni statt. Der Titel passt gerade jetzt wie die Faust auf´s Auge: “Krisen – Ursachen, Dimensionen, Reaktionen“. Rund um 11 verschiedene Themen werden Fragen [...]

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Leitfaden für Entmieter – kurzes Kompendium der Praxis

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Aus gegebenem Anlass wollen wir unterstützend in die Debatte um die Zukunftsfähigkeit dieser Stadt Stellung nehmen. Um nun den Erfolg etwaiger gerade stattfindender Auseinandersetzungen nicht zu gefährden, wird der anschliessende Leitfaden recht allgemein gehalten, Anpassungen an die konkrete Realität bleiben den Beteiligten überlassen.

Aus gutem Grund sind Ähnlichkeiten mit tatsächlichen Ereignissen unvermeidlich. Dies ist nicht böse Absicht, sondern liegt in der Natur der Sache, da es sich ja um einen Praxis-Ratgeber handelt. Reaktionen à la „genau wie…“ sind verständlich, aber finden nur im Kopf des Lesers statt.

Nach längeren Diskussion wurde die Veröffentlichung beschlossen, obgleich stets die Gefahr besteht, dass die falschen Leute sich diese Informationen zunutze machen könnten.

Exkurs: Planspiele

Sehen wir uns – rein hypothetisch zunächst – einmal an, wie ein wirkungsvolles Vorgehen aussehen könnte. Es sei hier nochmals betont: natürlich wird hier ganz allgemein diskutiert und lediglich Möglichkeiten erwähnt, ohne bereits einen direkten Bezug zu den Vorkommnissen in der Stadt Frankfurt damit nahe legen zu wollen. Wie gesagt: Planspiele eben, deren Koinzidenz mit realen Gegebenheiten rein zufällig, jedoch ebenso unvermeidlich sind.

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Horowitz mit Schubert in Moskau


Ein Schubertimproptu mit dem alten und jungen Gott des Klaviers, Horowitz. H. hatte Russland 1925 verlassen, wg. der bösen Bolschewiki: Er musste in Kinosälen und wie Wikipedia weiß “vor proletarischen Bauern in Gasthöfen” spielen u. hatte doch als Kind dem großen Scriabin vorgespielt. Ich habe auch mal gehört, dass die Bolschewiki sein Klavier im Elternhaus zum Fenster rauswarfen, wie sich das damals für echte Bolschewiki gehörte. H. emigrierte 23jährig nach Berlin, dann nach Paris, und als die Nazis kamen, in die USA. Er wurde dort Freund des großen anderen russischen melancholischen Musikemigranten, Rachmanninoff.

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Medien- und sonstige Löcher: Kompaßstörungen

Sommer-Löcher gibt es dieses Jahr zuhauf, vom Himmel bis auf Erden. In den USA wurde die Lochverteilung die letzten Wochen besonders klar. Washington und manch andere Höhen gerierten sich als Olymp einer kleinen Kaste von Spielern, die besondere Übung in der Drehtürbedienung erlangten. Rein in die Administration und raus, rein in die Companies und raus, oder anders herum. Passt eh und bringt!
Eine kleine Clique von Multimillionären spielt dort mit der Bevölkerung Katz und Maus, kassiert weiter ein und streicht Sozialleistungen wie es nur geht. Möglichst in Personalunion als Berater oder Vorstandsposten.

Unser Proto-Typ war Rot-Grün vor Jahren (Consultants: Schröder, Fischer, Clement, Müller, Schily etc, fast das ganze Kabinett), aber eher noch auf Sparflamme. Zumindest sind sich Europa und USA in diesen “postdemokratischen” Verhältnissen immer noch nahe.

Ganz anders sieht es in Kerala / Indien diesen Sommer mit den Löchern aus! Die werden gestopft. In Indien findet man nämlich noch Schätze, und zwar solche, die direkt vor der Nase liegen: im KELLER.

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Ich bin´s wieder! Euer Facebook

Liebe Freunde: Hier bin ich wieder, Euer freundliches Social-Network, besser bekannt als Facebook. Zunächst einmal möchte ich mich für Euer aller Vertrauen bedanken und vor allem dafür, dass Ihr mir so fleißig Eure Telefonnummern gegeben habt. Das gefällt mir! Ist es nicht praktisch, dass ihr dank Übermittlung Eurer Telefondaten nun immer die Möglichkeit habt, überall [...]

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Aufrüstung an der europäischen Sozialfront

Gewisse Werte sind in der abendländischen Kultur tief verankert und werden unter den verschiedensten Bedingungen immer wieder nach oben gespült. Dies gilt vor allem im „sozialen Bereich“. Arbeitshaus, Arbeitsdienst, Galgen und elektronische Überwachung sind einem solchen Wert zugeordnet, alles phantasievolle Instrumente wie sie ansonsten nur noch bei der Verfeinerung von Foltermethoden beobachtet werden kann. Im Folgenden avantgardistische Entwicklungen auf dem Feld „Arbeitsmarkt“.

Die Aufmerksamkeit, die quer durch die Zeiten und Systeme den „Nicht-Arbeitenden“ gewidmet ist, wird seit jeher getragen von zwei unverrückbaren Säulen: einmal von der Sorge der Herrschenden um die Sicherung ihres Teiles am Gesamtvermögen der beherrschten Areale, zum anderen von der Sorge der kleinen Leute, den Rest auch noch teilen zu müssen.

Die Sorge war einmal tragendes Konzept der klassischen antiken Philosophie und mithin der ihr entstammenden Politik. Mittlerweile hat sich der Begriff der Sorge etwas gewandelt, erweitert sozusagen und begegnet uns als Sorge um den eigenen Status in Form des „Jeder ist sich selbst der Nächste“.

Müll-Sammler

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Kapitalismus-Rating: “CCC”

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Quelle: Titanic

Schrottanleihen, Junkbonds, Pleitekandidaten, Bad Banks, Penny Stocks heißen die niedlichen Tierchen, die sich gegenwärtig wieder epidemisch verbreiten und nicht nur hier in Frankfurt finanzielle Schüttelfröste hervorrufen. Dauerhaft leider meistens bei denen, die weder wissen was das ist, noch jemals solche Geldmaschinchen ihr eigen nennen konnten.

Aus dem Pool der meist vermögenden Leute und Institutionen, die klandestin ihr ganzes Leben mit der Hege der vielen Vermehrungsapparate rund um das Geld fristen spielen in den letzten Jahren und Tagen nicht die Hedge Fond Manager oder ähnliche Finanz-Kommandanten eine neue Rolle. Es sind Rechenknechte im Hintergrund, die quasi über die Lebenserwartung, den Gesundheitszustand von Eigentumstitel urteilen, die 3 amerikanischen Ratingagenturen.

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Für ihre Diagnosen verwenden sie nur wenige Buchstaben und Zeichen, damit es jeder versteht und gleich in die eigene Finanzrechnung einfließen lassen kann. Die Ratingagenturen vollbringen damit Wunderdinge, sie sprechen nämlich Geld. Den einen zu und den anderen ab: je nach Note wird es für die einen teurer und die anderen billiger. So einfach ist das.

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Theater im Stadtraum: Antagon am Goetheplatz

Bevor die schreckliche Fest-Event-Saison für den Speckgürtel beginnt (Museumsufer, Main, Berger etc) haben die Theatergruppen um Antagon das Festival der Weseler Werft unter den Bankentürmen eröffnet: an diesem Börsencrash-Freitag kam das gerade richtig! Wie immer bei diesem Festival der freien Gruppen (das 10. Jahr) ging es nicht ohne Regen ab. Man kam trotzdem am Main-Schiff [...]

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Frankfurter Finanzwissen: Nahrungsmittelspekulation

uch ohne die aktuelle Hungersnot in Ostafrika sterben weltweit jeden Tag zwischen 25.000 und 30.000 Menschen den Hungertod. Es sind die Opfer eines nachgerade perversen Systems, dessen täglicher Blutzoll gleichsam. Bis 2008 war die Anzahl der Hunger leidenden Menschen kontinuierlich rückläufig gewesen und das Millenniumsziel der UNO, die Anzahl der Hungernden zwischen 1990 und 2015 [...]

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Eine Presseerklärung der Frankfurter Bauaufsicht

Der Bauaufsicht Frankfurt liegen zahlreiche Beschwerden über Frankfurter Baustellen vor. Insbesondere hat sich wohl der Eindruck eingestellt, sie würden sich in letzter Zeit unkontrolliert vermehren. Dazu ist zu sagen: Bauliche Aktivitäten sind ein Zeichen positiver Veränderung und wirtschaftlichen Wachstums und dienen darüber hinaus oftmals der Behebung von städtebaulichen Missständen. Zahlreiche Baustellen im Sommer sind durchaus etwas normales und häufig auch beliebt.

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Neues vom “Berger Tourism District”

ENDLICH! Auch für die Reiseführer in US ist es fertig: das Zwischenstück der Bergerstrasse von Höhen bis Uhrtürmchen. Endlich auf echten Kopfsteinpflasterimitaten (nicht aus Prag geholt) kann der Eventhascher jetzt vom unterem MTK-Bereich die Zone von Saturn, Eifler, E-Plus, Backwerk, Schaan, Backfactory, Woolworth, Kamps, O2 in die ach so pitoreske obere Berger (drink, food) queren, [...]

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Das Attentat und die Medien

Der Attentäter

Der Attentäter von Norwegen : Fiktion (l.) und Realität (r.)

Fast wäre das Attentat in Norwegen an mir “vorbeigegangen”. Ich war für eine Woche in Urlaub ohne Zeitungen und ohne Netz. Erst zwei Tage nach dem Attentat las ich auf Spiegelonline über das Attentat und den Attentäter, einen Norweger der aus Abscheu vor dem “Kulturmarxismus” und der liberalen Politik seiner Regierung gegenüber Migranten, insbesondere Moslems im Regierungsviertel gebombt und ein Blutbad in einem Jugendlager der norwegischen Sozialdemokraten angerichtet hatte. Am Tag danach fuhr ich von Leipzig nach Frankfurt, hörte einen Popmusiksender und wunderte mich, dass in keiner der halbstündigen Kurznachrichten von den Motiven des Attentäters die Rede war. In den längeren Berichten der Infosendungen wurde durchaus darüber berichtet, aber nicht in den Kurznachrichten , die auch die Masse der politisch Uninteressierten hört.Weder wurde die Begründung für die Tat erwähnt, noch dass das Sommercamp von der sozialdemokratischen Partei veranstaltet wurde.Es war lediglich von einem “Sommercamp für Jugendliche” die Rede. Jeder Sender betreibt “selektive Wahrnehmung”, das ergibt sich schon aus Gründen der Zeitökonomie. In vier Minuten gibt es nur “das wichtigste”, bzw. das, was die Nachrichtenredaktion dafür hält. Offenbar gehörten die Motive des Täters nicht dazu. Ich behaupte: hätte ein “Islamist” diese Tat begangen, hätte man genau dieses Wort als Marker in den Kurznachrichten verwendet oder von einem “islamischen Hintergrund” gesprochen, um dem Zuhörer die Einordnung zu geben. Hier hingegen wurde nicht von einem “Antiislamisten”, einem “antiislamischen

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“Ein Sieg für das amerikanische Volk!”

“Yes we can”-Obama ist in die Knie. 2,1 BILLIONEN Euro sollen “die USA”, d.h.die Armen, der öffentliche Haushalt, die Gehaltsempfänger in den nächsten 10 Jahren sparen, während die Milliardäre keinen Cent mehr zahlen. Auch das Pentagon kriegt 350 Milliarden Dollar weniger, hat aber inzwischen ausgerechnet, dass der Verteidungshaushalt insgesamt dennoch wachsen wird. Das Ganze ist ein “Kompromiss”, weil die Demokraten hoffen, in der zweiten Spaarunde die Kürzungen von Sozalleistungen irgendwie abwenden zu können. Woher sie die Optimismus nehmen, ist nicht ganz klar, da sie schon jetzt nicht geschafft haben, die Superreichen in irgendeiner Form in die Haushaltsanierung miteinzubeziehen und der öffentliche Sparkurs mitten in der Krise die schwächelnde Wirtschaft weiter abwürgen wird, wie Wirtschaftsnobelpreisträger Paul Krugmann prophezeit. Unsere von keinem gewählte Weltregierung bestehend aus Moodys und Standard & Poor etc. hat bereits gefordert, dass die Amis noch mehr

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Salzburg-Frankfurt: Realpolitik

Der mutige Joachim Gauck sprach es aus auf den Salznurher Festspielen: “Völker hört die Signale” bringt uns alle um – gerade jetzt! Deswegen nichts Sozialistisches, sondern REALPOLITIK. Die anwesenden Honorationen waren vom geistigen Höhenflug des erzkonservativen Manns aus dem deutschen Osten begeistert, den uns ROT-GRÜN letztes Jahr als Präsidentenkandidat echt realpolitisch präsentierte. Das ging zum [...]

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Vorm Anfang das Ende?

Genossenschaftsmodell für Hess Natur abgelehnt
Die kuriose Idee, ein stabiles Öko-Versandunternehmen ausgerechnet an einen Finanzinvestor zu verkaufen, der selbst in dieser ohnehin nicht gut beleumundeten Branche nicht den besten Ruf genießt, und die Idee der Belegschaft, es dann doch lieber selbst zu machen, haben es bis in FAZ, Süddeutsche und FTD geschafft. Die Steine, die den Kommentatoren und anderen aufmerksamen Beobachtern klammheimlich von ihren Herzen fielen, waren hörbar, als den Genossen Beschäftigten nun der Ausschluss vom Bieterverfahren erklärt wurde.

Warum erregt der Plan, es selbstverwaltet besser zu machen, regelmäßig solche Widerstände? Eine Analyse und Einschätzung von Anton Kobel. Die Insolvenz der Arcandor AG im Sommer 2009 führte nicht nur zum Ausschlachten und Verscherbeln der Unternehmen des Karstadt/Quelle-Konzerns und der nicht in Konkurs gegangenen profitablen Töchter wie Thomas Cook – mit all ihren Folgen für Tausende Beschäftigte mit ihren Familien. Verkauft werden sollte darüber hinaus auch das Ökotextilversandhaus Hess Natur in Butzbach/Hessen.

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Nach der Erschießung statt Läuterung nun die Schließung

Bereinigung des Tatorts: Auflösung eines Jobcenters
Als in Norwegen ein idealer Schwiegersohn die Töchter anderer nicht geheiratet, sondern gemetzelt hat, seit dieser blonde hübsche junge Mann von nebenan bewiesen hat, dass man zu gewaltbereitem Fundamentalismus auch auf christlich-abendländisch konvertieren kann, steht das bürgerliche Europa ein wenig Kopf.

Vorher haben sich manche als “Gutmenschen” Geschmähte den Mund mit Warnungen fusselig geredet und die Finger auf Tastaturen wund geklopft: “Christlich-jüdisch” geprägte “hate-speech” galt dennoch als harmlos, und auch jetzt, nach Oslo, gar nicht unbedingt als verfassungsfeindlich. (1) “Menschenfeindlichkeit” ist eben etwas anderes, weit harmloseres, so scheint es, für “gutbürgerliche” “Leistungsträger”, als Verfassungsgegnerschaft, und die bemisst sich anscheinend hauptseitig an der Stellung zu den Bündnispartnern USA und Israel. Es mag also sein, dass Schmutzfinken von der selbsternannten Jihad-Watch und den europäischen Parteien der “Freiheit” (d.h. wohl freie Fahrt für freie Wutbürger) plötzlich sogar in der “Welt” eine etwas schlechte Presse haben. Nur sollten die Zeitgenossen, die die deutsche Provinz von Propagandistan kritisch beäugen, sich nicht zu früh freuen. Denn erstens ersetzt das dumpfe Zeigen auf ein Massaker keine ordentliche Analyse und Kritik. (2) Zweitens kommt das ganze Böse weit mehr aus der Mitte, als öffentlich zugegeben werden soll. Vielleicht enden die Hetzer von pi-news einfach nur als billige Sündenböcke auf dem gesellschaftlichen Pranger. Welche Ironie der Geschichte in ihrem Falle, wollten sie doch an dieser Stelle Menschen muslimischen Kulturhintergrundes ideologisch zum Abschuss freigegeben sehen.
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