Frankfurter Gemeine Zeitung

Kapitalismus-Rating: “CCC”

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Quelle: Titanic

Schrottanleihen, Junkbonds, Pleitekandidaten, Bad Banks, Penny Stocks heißen die niedlichen Tierchen, die sich gegenwärtig wieder epidemisch verbreiten und nicht nur hier in Frankfurt finanzielle Schüttelfröste hervorrufen. Dauerhaft leider meistens bei denen, die weder wissen was das ist, noch jemals solche Geldmaschinchen ihr eigen nennen konnten.

Aus dem Pool der  meist vermögenden Leute und Institutionen, die klandestin ihr ganzes Leben mit der Hege der vielen Vermehrungsapparate rund um das Geld fristen spielen in den letzten Jahren und Tagen nicht die Hedge Fond Manager oder ähnliche Finanz-Kommandanten eine neue Rolle. Es sind Rechenknechte im Hintergrund, die quasi über die Lebenserwartung, den Gesundheitszustand von Eigentumstitel urteilen, die 3 amerikanischen Ratingagenturen.

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Für ihre Diagnosen verwenden sie nur wenige Buchstaben und Zeichen, damit es jeder versteht und gleich in die eigene Finanzrechnung einfließen lassen kann. Die Ratingagenturen vollbringen damit Wunderdinge, sie sprechen nämlich Geld. Den einen zu und den anderen ab: je nach Note wird es für die einen teurer und die anderen billiger. So einfach ist das.

CCC” ist ganz unten in ihrer Skala, sogar noch hinter B-: bloß noch Schrottwert bietet der so bewertete Titel. So gilt es für Griechenland und die USA sind auf dem besten Wege in diese Kelleretage.

Neben den vielen kleinen Modellen hinter der Benotung spielt die Zuverlässigkeit, das wahrscheinliche Risiko, die Leistungserwartung in einigen Jahren, die Ideen und Impulse der Instituionen hinter dem Wert-Papier die entscheidende Rolle. Sie betreffen die blanke Zukunftsfähigkeit der bewerteten Institutionen, das was Interessenten eigentlich noch von ihnen erwarten können.

Eine kleine Rating-Agentur in Frankfurt (tatsächlich nahe der Neuen Mainzer) hat die Tage endlich die wirklichen Zeichen der Zeit erkannt: es geht jetzt nämlich gar nicht mehr um das Rating einzelner Firmen oder staatlicher Administrationen, sondern schlichtweg um die Bewertung des globalen Kapitalismus überhaupt: und zwar von der neuen Mainzer bis nach Shanghai!

Und wenn die Analysten in der Innenstadt die Lage dieser unserer Art von Wirtschaften durchgehen, dann sehen sie weltweit nur systematische Unsicherheit, zunehmende Armut, Zukunftslosigkeit und schiere Einfallsarmut. Diese Lage betrifft das Leben der meisten Leute in einer Welt, in der fast alle Plätze schon von wenigen besetzt gehalten werden. Wer kann sich unter diesen Umständen wirklich noch bewegen?

Eine denkbar schlechte Bewertung folgt daraus: CCC.  Da ist einfach nix mehr zu machen!

Das mag am Montag kehliges Lachen der Taschenträger zwischen Alter Oper und Platz der Republik hervorrufen, im Laufe der Woche könnte es schon im trockenen Mund vergehen: wer will denn dann noch mit solchen hoffnungslosen Eigentumstiteln belastet werden. Also nix wie weg damit, schnell das Geld und das Eigentum an den Firmen und Immobilien los werden und dann ab in die Schweiz.

Die verbliebenen Banken beeilen sich entsprechend, die Einlagen möglichst schnell auf alle Kontoinhaber zu verteilen, die Schufa, die Gerichtsvollzieher und die Insolvenzverwalter machen selbst Insolvenz und die Karten werden endlich ganz neu gemischt.

Ungefähr von da aus könne man dann im September weiter machen und bräuchte sich vielleicht noch nicht mal mehr um die Sprechblasen bei Anne Will kümmern.

So einfach ist das. Vielleicht.


Ein Kommentar zu “Kapitalismus-Rating: “CCC””

  1. eotabs

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