Frankfurter Gemeine Zeitung

Werkstatt Frankfurt: umkämpftes kommunales Arbeiten

Wenn´s im Sommer mal etwas sonniger wird und es mit dem Fahrrad die Nidda entlang geht, dann kommt man auf der Höhe von Bonames an ein neue Brücke, die auf den altem Hubschrauber-Landeplatz einlädt. Eine große Fläche zum Spielen und ein paar Gebäude, in denen das “Towercafe im alten Flughafen Bonames” residiert. Sitzen im Grünen beim Handkäs und einen guten Schoppen dazu.

Nun kann es passieren, dass sich bei gehobenen Frankfurter Preisen einer der Kellner kurz dazusetzt und echten Unmut über die paar Cent bekundet, die er in diesem Betrieb der Werkstatt Frankfurt bekommt: als jemand, der seit 20 Jahren in Frankfurts Kneipen arbeitet, muß er hier für ein Euro fuffzig die Stunde Weingläser nach draussen tragen, für die Stücker 5 Euro verlangt werden. Ein Hohn, und das ganze wird als “Weiterqualifikation” (“Arbeiten für Frankfurt“) sozial verkauft und läuft faktisch als “Arbeitsgelegenheiten mit Mehraufwandsentschädigung“, umgangssprachlich Ein-Euro-Job.
Tatort werkstatt frankfurt So wundert es nicht, dass man gelegentlich im Tower Cafe Platz sucht, aber niemand dort in die Bedienung gezwungen werden konnte (“Fördern und Fordern” nannte das die Regierung Schröder/Fischer) und die Sitze zusammengeklappt in der Ecke stehen. Es verwundert den Gast aber, dass niemand zu ordentlicher Bezahlung dafür engaiert wird – und das bei einem wirtschaftlichen Kontext im Gastgewerbe, der sowieso schon am untersten Ende aller Wirtschaftsbranchen hinsichtlich Gehälter und Sozialleistungen steht. Das gilt nicht zuletzt in Frankfurt und der kommunale “Sozialbetrieb” versucht, das dort oft herrschende prekäre Umfeld noch zu unterbieten.

Nächste Woche nun gibt es einen Verhandlungstermin am Arbeitsgericht Frankfurt am Main (16. August, 13 Uhr, Saal C 2.02, Gutleutstraße 130), dessen Umstände sich in die vielen haarsträubenden Fälle um das Verhalten dieses kommunalen Sozial-Betriebs auf dem Hintergrund der schwarz-grünen Frankfurter  Stadtregierung einreiht. (eine Übersicht der vielen arbeitspolitischen Skandale, in die sich auch die Grünen als Negativposten einreihten, lässt sich hier zum “Tatort Werkstatt Frankfurt” nachlesen)

Diesmal betrifft es wieder eine engagierte Gewerkschafterin, die sich als Angestellte in der Personalabteilung der Werkstatt  nicht mit dem Umgang des kommunalen Betriebs und seinen diversen Dependenzen mit der entwürdigenden Behandlung von “Ein-Euro-Jobbern” abfinden wollte, und das nicht nur einmal. Mit Folgen: Veronika Kökény klagt gegen ihre Kündigung.

Der egagierten Frau wurde im Zusammenhang einer Beschwerde über sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz fristlos gekündigt, und zwar vom Geschäftführer des Ladens, dem sie sich noch anvertraut hatte. Sie ist schlicht ins Fadenkreuz von “Bossing” geraten, also Mobbing von oben durch einen Vorgesetzten. Sie wurde 2009 “vom Arbeitsplatz entfernt” und ist seit über 2 Jahren freigestellt. Nach einer Anhörung stimmte selbst der Betriebsrat mehrheitlich einer Kündigung zu. Einzig das Integrationsamt für Schwerbehinderte stellte sich dagegen.
Beim interessierten Beobachter Frankfurter Politik verschärft sich der Eindruck, dass “gemeinnützig” oder “sozial” bei städtischen Unternehmen nur noch formal oder aus Steuergründen im Namen firmieren, sich sonst aber das harsch wirtschaftliberale Gehabe der maßgeblichen Römer-Parteien in alle städtischen Bereiche und Betriebe fortsetzt.
Ein politisches Trauerspiel, wenn man an Wahl-Sprüche denkt wie “Die Stadt gehört dir” !


4 Kommentare zu “Werkstatt Frankfurt: umkämpftes kommunales Arbeiten”

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