Frankfurter Gemeine Zeitung

Blind Dates 1.9.- 11.9.

schlafmaske September 2011

1. 9.
Gewerkschaftshaus , Wilhelm-Leuschner-Straße 69-77, 18 Uhr
Prof. Dr. Werner Ruf, Politologe und Friedensforscher Uni Kassel
Die arabischen Revolten – gehen sie uns etwas an?
Niemand hatte damit gerechnet, dass die verlässlichsten Freunde des Westens in Nordafrika binnen weniger Wochen von ihren Völkern gestürzt würden. Die Ursachen für die Revolten, soziales Elend, Perspektivlosigkeit, brutale Unterdrückung waren jedoch seit Jahren bekannt. Und sie waren und sind auch Folgen westlicher Politik – allen voran die EU: Die Assoziierungsabkommen mit diesen Ländern waren Instrumente zur neoliberalen Eingliederung ihrer Ökonomien in die Kapitalverwertungsstrategien des Nordens, die Rhetorik über Menschenrechte und gute Regierungsführung dienten der Kaschierung ihrer Interessen. Gerade in Tunesien und in Ägypten waren die Gewerkschaften Träger der Umstürze. Nun stellt sich die Frage, wie die politisch erkämpfte Souveränität umgesetzt werden kann in selbst bestimmte Modelle des wirtschaftlichen und sozialen Aufbaus. Dieser wird nur gelingen, wenn auch die fortschrittlichen Kräfte in Europa den Wandel in Nordafrika unterstützen, um durch einen Zuwachs an sozialer Gerechtigkeit den Frieden vor Europas Toren zu sichern.

2. September:
19.30 Uhr Faites vos Jeux, Klapperfeld. »Europa als Staat – linke Kritiken, linke Politiken« – Diskussionsveranstaltung zur Book-Release-Party
: Anfang September erscheint das Europa-Buch von JungdemokratInnen/Junge Linke, das die EU aus verschiedenen Perspektiven einer radikaldemokratischen Kritik unterzieht. Nach einer theoretischen »Wurzelbehandlung« zu Beginn, geht es u.a. mit Grenzen, Bildung, Arbeit, Migration, Datenschutz und Lobbyismus weiter. Der Hintergrund des Buches ist, dass wir (wie auch andere) in der EU eine starke Ebene von Staatlichkeit entstehen sehen, die im Verhältnis zu ihrer Herrschaftsausdehnung noch viel zu wenig Beachtung in den Debatten linker und emanzipatorischer Kräfte findet. Deshalb soll der Abend neben der Book-Release-Party auch einen Teil zur inhaltlichen Debatte beitragen. Fernab von trockener Podiumsdiskussion werden wir uns gemeinsam die EU als entstehende Staatlichkeit anschauen und diskutieren und uns die Frage stellen: Welche Handlungsmöglichkeiten für emanzipatorische Kräfte bestehen (könnten)? Konkret wollen wir den Politikbereich des Anti-Diskriminierungsrechts der EU angereißen. Aber auch (selbst)kritische Töne zu linken Strategien aus postkolonialer Sichtweise werden anklingen.An den inhaltlichen Teil des Abends schließen gediegene Musik & Tanz, Theke & Pink Gin Tonic an.

3. 9.
Leipziger-Straßenfest von 10 Uhr bis 19 Uhr,
Informationsstand der Bockenheimer Bürgerinitiativen gegenüber dem
ehemaligem Kaufhof.

ab 10 Uhr: Faites vos jeux, Klapperfeld: decolonising our minds – Radikaldemokratisches Wochenende Samstag und Sonntag (03./04.09.) finden im Rahmen eines anschließenden »Radikaldemokratischen Wochenendes« von JungdemokratInnen / Junge Linke statt. Diesmal wollen wir den Schwerpunkt auf die Themen Postkolonialismus & Kritisches Weißsein legen. Dazu hat sich in diesem Jahr ein Bundesarbeitszusammenhang innerhalb von JD/JL gebildet. Mit gutem Grund, denn Rassismus ist nicht nur am rechten gesellschaftlichen Rand zu finden. Rassismus ist mit als selbstverständlich anerkannten Praktiken und Worten tief im gesellschaftlichen Bewußtsein verankert. Koloniale Vergangenheiten und die Geschichte geopolitischer Kräfteverhältnisse spielen bei der Reproduktion von Hierarchien zwischen dem »Wir« und dem »Anderen« bzw. »Fremden« auch im alltäglichen Leben eine entscheidende Rolle. Zivilgesellschaftliche Akteure mahnen zu Toleranz und Akzeptanz, jedoch bleiben dabei nicht nur die eben genannten historischen Kontexte meist unthematisiert, auch der Toleranzbegriff selbst wird selten Kritik unterzogen, obwohl die Kategorien, die die Trennlinien zwischen Tolerierten und Tolerierenden markieren, nicht natürlich gegeben, sondern gesellschaftlich konstruiert sind. ab 10 Uhr Postkolonialismus zum Einstieg Diskussion zum Redebeitrag der queer-Palästinenser_innen auf dem tCSD ab 14 Uhr Postkolonialer Feminismus Anit-muslimischer Rassismus und Rechtspopulismus ab 19.30 Offenes Treffen: Schule und Uni ohne Militär Den Flyer könnt ihr hier herunterladen. Weitere Infos auf: www.jdjl.org ; www.sternezumtanzenbringen.jdjl.orgDie Teilnahme am ganzen radikaldemokratischen Wochenende kostet 16 Euro inkl.Unterbringung, Verpflegung und bundesweiter Fahrtkostenerstattung. Teilnahme an der book-release-Veranstaltung am Freitag ist kostenfrei:

4.9.
ab 10 Uhr bis ca. 14 Uhr
Radikaldemokratisches Wochenende Faites vos Jeux, Klapperfeld (s. 3.9.)
Treffen der bundesweiten Arbeitszusammenhänge von JD/JL Geschlechterverhältnisse, Dada – Kunst und Gesellschaft, Wirtschaft und Soziales / Diskussion zum Postdevelopment-Ansatz aus herrschaftskritischer Perspektive

5. 9.
Club Voltaire 20 Uhr:Da stimmt doch was nicht… – Argumente zu den Verschwörungstheorien um den 11. September . Vortrag von Dr. Holm Gero Hümmler
Neben politischen Argumenten stützen sich die Verschwörungstheorien zum 11. September vor allem auf technische Einwände gegen die offiziellen Untersuchungsergebnisse. So hätten am World Trade Center die Zwillingstürme nicht senkrecht und das Gebäude 7 überhaupt nicht einstürzen dürfen. Am Pentagon hätte man ein abgestürztes Flugzeug finden müssen, und überdies müsse es möglich gewesen sein, die entführten Flugzeuge abzuschießen… Veranstalter: Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften – GWUP und Club Voltaire Eintritt frei – Spenden erwünscht! Weitere Informationen über diesen Termin…

8. 9.
19.30 Uhr: Club Voltaire “Gesundheit als öffentliches Gut – Selbsthilfe und Dorfentwicklung in Guinea”
Diskussion mit Aicha de Bah-Diallo und Dr. Abdourahmane Diallo (Euroguinée e.V.): Der Zugang zur Gesundheitsversorgung gehört zu den Grundrechten eines jeden Menschen und ist ein Schwerpunkt der Milleniumentwicklungsziele, die bis 2015 erreicht werden sollen. Nach Angaben der Hilfsorganisation Oxfam haben weltweit 880 Millionen Menschen keinen Zugang zu medizinischer Basisversorgung. 17 Millionen Menschen sterben jährlich an heilbaren Krankheiten wie Durchfall, Malaria und Tuberkulose, davon fünf Millionen wegen des mangelnden Zugangs zu sauberem Trinkwasser. Armut ist ein Risikofaktor für Gesundheit. Umgekehrt ist Krankheit, insbesondere in den Ländern des Südens, in denen es keine funktionierenden Krankenversicherungssysteme gibt, ein wesentlicher Faktor für weitere Verarmung von Einzelnen, von Familien und von ganzen Gemeinschaften. Das Bemühen um Gesundheit und Gesunderhaltung ist ein öffentlich zu schützendes und zu förderndes Gut.
Euroguinée e.V. engagiert sich durch Gesundheitsprojekte in Guinea. Es wird der Beitrag dieser Projekte zum Gesundheitswesen des Landes und zur Entwicklung ländlicher Gebiete vorgestellt.
Veranstalter: Entwicklungspolitisches Netzwerk Hessen (EPN) in Zusammenarbeit mit dem Club Voltaire

19.30 Uhr, Römer 9. Wohnen, Kultur und? Wer entscheidet über den Campus Bockenheim?
Eine Veranstaltung der Evangelischen Stadtakademie in Kooperation mit dem BDA Hessen.
“Aus aktuellem Anlass soll die Veranstaltung den Planungsprozess reflektieren, die Möglichkeiten der Beteiligung prüfen, die Rolle des Städtebaus und der Architektur hinterfragen und die Bedeutung des Campus Bockenheim im städtischen Gesamtzusammenhang einschätzen.”
Impulsreferate von Christian Holl (BDA Hessen), Prof. Wolfgang Dunkelau (BDA Frankfurt). Podiumsteilnehmer: Ulrich Baier, Bündnis 90/ Die Grünen, Anette Mönich (Initiative Zukunft Bockenheim), Stefan Mumme (Forum Kulturcampus Bockenheim)

11. 9.
Europäischer Tag des „Offenen Denkmals“ im Studierendenhaus. Kultur für Alle

12.00 Uhr. Der Tag beginnt für uns mit einem Urbanen Frühstück zwischen den Kulturdenkmälern und wir freuen uns aufs Mitmachen und Kommen. Treffpunkt ist das KOZ. Mitmachen und Vorbereiten erwünscht. Einfach beim Stadtteilbüro nachfragen, was gebraucht wird etc. Ausgehend vom Frühstück können dann auch kleinere Führungen durchgeführt werden. Auch hier können sich Akteure und Interessierte melden.
Um 14 Uhr diskutieren im Cafe-KoZ: Alexander Brill (Theater-Regisseur), Tim Schuster („Offenes Haus der Kulturen“), Götz Wörner („Kultur für Alle e.V.“) mit dem Publikum die aktuelle Bedeutung des Leitgedankens „Kultur für Alle!“ und die zukünftige Nutzungsmöglichkeiten des Studierendenhauses.
Um 15.30 Uhr öffnet die Uni-Kita die Türen für Besucher .
Um 16.30 Uhr zeigen im Festsaal die „Best Agers“ das Theaterstück „Im Überfluss?“, das der Autor und Regisseur Wolfgang Spielvogel mit 25 Akteuren entwickelte, die selbst unter anderem über Erfahrungen mit HartzIV verfügen. Diese bringen ihre Lebenserfahrungen, Sorgen, Hoffnungen und kreativen Fähigkeiten  auf die Bühne. Flyer als ebook im Anhang. Der Flyer ist ab Ende der Woche im Stadtteilbüro erhältlich und wir freuen uns über die Weiterverbreitung.


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