Frankfurter Gemeine Zeitung

Zu real, um wahr zu sein.

Bestimmt haben Sie bereits über die YesMen gehört. Wenn nicht, hier eine kurze Charakterisierung:

Sie beschäftigen sich mit “Identity Correction“. Diese Identitätskorrektoren sind wahren Realitätshacker. Sie schlüpfen in unzählige Rollen der Vertreter verschiedensten Grosskonzerne, sie verbreiten gefälschte Zeitungen mit guten Nachrichten (Bush angeklagt, Irak-Krieg beendet etc.), sie fälschen die Webseiten der World Trade Organization. Ihre Aktionen sind eine explosive Mischung aus Anarchismus und einer geradezu naiven Hoffnung, die Welt etwas besser zu gestalten. Wenn die Grosskonzerne es nicht tun – wer dann? The Yes Men.

Eine ihrer prominentesten Aktionen fand am 3. Dezember 2004 statt – zum 20jährigen Jubiläum der Bhopal-Tragödie. In der Indischen Stadt Bhopal geschah eine Katastrophe in der Chemiefabrik des US-Konzerns Union Carbide Corporation. Tausende von Menschen waren Opfer dieses Disasters, doch Union Carbide Corporation unternahm nur wenig, und der endlich irgendwann ausgezahlte Schadensersatz war nichtig im Vergleich zum Umsatz von UCC, aber auch im Vergleich zu dem Leiden der Bhopal-Bevölkerung. Ein weltweites Chemie-Grosskonzern Dow Chemical, dem seit 2001 UCC angehört, weigerte sich bis zu heutigem Tage etwas gegen die bleibende Quecksilber-Verseuchung in Bhopal zu unternehmen…

…Und das bis zum 3. Dezember 2004, als ein Sprecher von Dow Chemical, Jude Finisterra, live bei BBC World höchst und heilig versprach:

  • * angemessenne finanzielle Entschädigung jedem Opfer direkt zu leisten
  • * den Verantwortlichen, immer noch auf dem freien Fuss befindenden Ex-Vorstandvorsitzenden von “UCC”, Warren Anderson, aus Amerika nach Indien liefern zu lassen, damit er die bleibenden Ausmasse der Tragödie sehen kann
  • * eine gemeinnützige Stiftung zu Gründen und und und…

Hier ist die Mitschnitt:

Bhopal

Doch… leider war hinter Jude Finisterra niemand anderes als ein Vertreter von The Yes Men. Alles war nur ein Fake, ein Hoax, was jedoch Dow Chemical Börsen-Verluste von ca. 2 Milliarden Dollar einspielte. Die unzähligen Anrufe und Anfragen der Zuschauer bei Dow Chemical sollten abgeschmettert und abgelehnt werden. Wenn der Image von Dow Chemical sowieso bereits nicht im Keller wäre, könnte man von Image-Verlust reden.

Nun ist BBC schon wieder in aller Munde. Denn – im Kontext der Finanzkrise – wurde ein Experte angefragt, Alessio Rastani, ein Börsenhändler, der in einem Live-Interview offenbarte, dass er jede Nacht über die nächste Rezession geträumt hat. Und das nicht als Alptraum – oh nein! Seiner Meinung nach, kann man ausgerechnet mit Finanzkrise Geld machen. Während der Grossen Depression entstanden so viele Multimillionäre – wieso denn nicht jetzt wieder? Und er rief in einer beinahe apologetischen Rede alle auf, aus der Finanzkrise Geld zu machen. Wer nicht dabei ist – der sei selbst schuld, denn es sei die grösste und schönste Gelegenheit, so viel Geld machen zu können! Geld! Geld! Geld!

Hier die Mitschnitt:

rastani

Die Moderatoren waren völlig sprachlos nach dieser Sprach-Lawine jenseits von Gut und Böse. Und im Netz kamen die ersten Zweifel auf: was, wenn das schon wieder The Yes Men wären? Denn so offensichtlich raubtier-artig und haifisch-mässig, wie der Herr Alessio Rastani agiert – das ist ja einem Klischee nahe. Das kann doch nie im Leben wahr sein!

Doch… The Yes Man haben geleugnet, dass Herr Rastani ihnen angehört. Wer ist er? Ein Wildgewordener Börsenspiesser? Ein Selbstläufer? Ein neuer Yes Man Nachahmer? Ein Yes Men Projekt im Werden (daher die Dementierungen)? Oder ein ordinärer Börsenhandler? So einer, dessen seinesgleichen unsere Welt immer tiefer in die Abgründe ziehen?…

rcs

(Quelle: http://www.leadingtrader.com/)

P.S. Und hier: der Film “Yes Men Fix the World”, in voller Länge, auf Deutsch. Augenweide!
ymftw


Berichte von der Sozialfront – Resteverwertung

Wenn jetzt das Netzwerk gegen Lohndumping in der sozialen Arbeit demonstriert (s. Blind Dates), dann ist dies ein Hinweis darauf, was auf diesem Gebiet der Klassenkampf von oben so alles anrichtet, darüber soll aber auch nicht vergessen werden, was im Schattenreich der neoliberalen Stadt so alles herumgeistert.

In den letzten Jahren hat sich in aller Stille eine neue Industrie entwickelt, die zum Teil aus den einst gemeinnützigen Vereinigungen hervorging, deren Bestreben es war, für bestimmte Segmente der Bevölkerung einen Ausweg aus ihrer Misere zu eröffnen. Und wie dies mit solchen Gemeinschaften ist, man lebte mehr oder weniger von der Hand in den Mund und die Perspektive blieb prekär.

Die Abhängigkeit von wohlgesonnenen Politikern und Verwaltungsmenschen stand immer drohend hinter jeder Monatsabrechnung. Doch dann kam Hartz IV. und mit diesem Machwerk eine Möglichkeit, Träume wahr werden zu lassen. Zu verlockend, um darüber hinweg zu sehen, die Chance nicht zu ergreifen, die sich plötzlich bot: die Vermittlung von Ein-Euro-Jobbern. Resteverwertung im Sozialbereich

Eine – fast – unendliche Geschichte

Langzeitarbeitslose sind so tönt es von überall eine Last, für sich selbst und für die Gesellschaft. Dem galt es Abhilfe zu schaffen. Die Voraussetzungen waren mit der Verabschiedung von Hartz IV gegeben.

Aus eigener leidvoller Erfahrung kannte man die Nöte der Verbände und Initiativen, die sich dem Gemeinwohl verschreiben, wusste über deren finanziellen Engpässe und von den Vielen, die, da zur Erwerbslosigkeit verdammt, sich überzählig, also unnütz vorkommen müssen, ob soviel unfreiwilliger Freizeit.

Mit den neuen Gesetzen des Forderns und Förderns, der zwanghaften Bereitschaft zur Integration wurde ein Instrument aus dem Hut gezogen, das richtig gespielt, ungeahnte Perspektiven eröffnete. Vor allem für die, die beide Seiten kannten: die Erwerbslosen und die Institutionen der sozialen Arbeit, die nun mal nur in Grenzen unter die Erwerbstätigkeit fällt.

Was also lag näher als den eigenen Geschäftszweck erweitern und neben Integrationsangeboten sich darum zu kümmern, dass die entsprechenden Stellen zur Verfügung standen. Dabei traf es sich gut, dass die Job-Center nur allzu bereit waren, diese Aufgaben auszulagern – gegen entsprechende Aufwandsentschädigung natürlich.

Die Umgestaltung sollte Zukunft haben, denn die Krise, die all die Personen freisetzte, lieferte den benötigten Nachschub in mehr als ausreichender Menge. Zudem sorgte das rigide Fördern dafür, dass dieser Nachschub nicht allzu renitent werden konnte.

Die Vermittlung von Ein-Euro-Jobber an gemeinnützige Einrichtungen war aus der Taufe gehoben.

Allseits zufriedene Gesichter. Man könnte es eine ideale Win-Win-Situation nennen.

Die Erwerbslosen entrinnen ihrer Isolation, die Gemeinnützigen hatten Arbeitskräfte, die finanziell nicht zu sehr belasteten, die Vermittler die Provision. Natürlich war die Betreuung dieser bedauernswerten Geschöpfe zu sichern, mehr oder weniger kontrolliert.

Die Schaffung solcher „Arbeitsgelegenheiten“ verlangt Durchblick, weil einige Hürden zu umschiffen sind. Das Markenzeichen der Vermittler ist, dass sie hier beratend und konstruktiv den Gemeinnützigen zur Verfügung stehen. Man zeigt auf, wie man das machen muss, um viele Arbeitsgelegenheiten zu formen, in die sich dann vermitteln lässt.

Für das gezeigte Engagement erhält der Vermittler in Frankfurt 300 Euro pro Nase und Monat, erfolgreiche wie zum Beispiel GFFB (Gemeinnützige Frankfurter Frauenbeschäftigungsgesellschaft) haben wohl so 250 Pferdchen laufen. Da kommt schon einiges zusammen.

Der Schock

Und jetzt ist es passiert, das Undenkbare dräut am Firmament, es könnte bald Schluss sein mit dem Schlaraffenland. Zum einen überlegt die Bundesregierung, diese spezielle Variante der Förderung ganz einzustellen. Zum anderen häufen sich die Beschwerden. Und dann noch dieses Urteil, das den Job-Centern sehr teuer kommen kann, da sie allein haftbar gemacht werden.

Da hat sich eine nicht einschüchtern lassen und geklagt, da sie die Differenz zwischen Ein-Euro-Job und Tariflohn sich nicht so ohne weiteres entgehen lassen wollte.

Ja, es sieht nicht gut aus. Jetzt werden auch wieder die Einschätzungen des Bundesrechnungshofs herausgekramt, die eine Praxis monieren, in der die Zwangsverpflichteten weniger bekommen als die Vermittler. Und vor allem die Job-Center den Vermittlern zum Teil horrende Vergütungen zukommen lassen.

Ade, geliebte Praxis

Doch vor dem drohenden Abschied werden alle Register gezogen, schnell wird einer der Betroffenen vor die Hofberichterstatter gezerrt, der dann seine Erfolgsgeschichte erzählt. Hier nachgestellt: „Also, ich hab dann den Job in der Werkstatt Frankfurt gekriegt, den hab ich dann so ein Jahr gemacht. Ist dann ausgelaufen, die Förderung mit 1,50 die Stunde, aber glücklicherweise hat der Vermittler mir dann einen Kurs angeboten, mit IHK-Abschluss. Ich lern jetzt Web-Designer.“ Allein für diesen Quark ist ihm eine Ehrenrunde im Job-Center sicher. Er wird aber gern gezeigt, ein Beispiel für die tiefe soziale Verantwortung eigenen Tuns.

12 mal 300 ist 3600 mal 250, und danach noch die Kursgebühren, gibt einiges her.

Unternehmen mit sozialem Gewissen

Selbstverständlich ist dies nicht die Triebfeder dieser Einrichtungen. Es ist die tiefe Sorge um das Allgemeinwohl. Sehen wir es doch einmal ganz nüchtern: die Gemeinnützigen brauchen dringend Arbeitskräfte bei geringeren Zuschüssen, die Job-Center brauchen Erfolgsmeldungen, die statistisch erfassbar sind (geringere Zahl von Arbeitslosen, erfolgreiche Förderung), um im Ranking der Agenturen zu steigen, die Erwerbslosen Anerkennung und Aussenkontakte gegen ihre Depression. Dies ganze Bündel lädt der Vermittler auf seine Schultern und kümmert sich auch noch. Freund, Berater, Experte und soziale Polizei alles unter einem Dach.

Die Philosophie solcher Unternehmungen der Reste-Verwertung sozialer Ausgrenzung liest sich wie ein Roman von Courts-Mahler und es steigen die Tränen in die gerührten Äuglein, ob sie viel Gutem, das den Armen widerfährt. Jetzt sitzen sie allesamt da und jammern, droht ihnen vielleicht der Gang zum Job-Center?

Für ihre Betriebe – zumindest bei der GFFB in Frankfurt – haben sie schon lobende Erwähnungen für die tollen Sozialleistungen erhalten, an Wettbewerben teilgenommen. Wenn das mal kein Beweis für die sozialen Ambitionen ist. was schert da, dass all dies dem Ein-Euro-Jobber vorenthalten wird. Das soziale Gewissen kann beruhigt sein.

Immerhin beweist der/die Ein-Euro-JobberIn soziales Gewissen, wenn sie sich an der Wichtigkeit der Aufgabe festhalten, das steht auch hier nicht zur Debatte. Dafür gebührt ihnen unsere Achtung, warum aber dafür, dass sich andere wie Maden im Speck an der unappetitlichen Situation auch noch bereichern dürfen und sich als das neue (neoliberale) Gewissen der Gesellschaft aufplustern, das will einem einfach nicht eingehen.

Und damit soll plötzlich Schluss sein. Das Wehklagen hat den Stadtkämmerer schon erreicht und er hat signalisiert, er wüsste schon Ersatz. Na also, ist doch noch nicht aller Tage Abend.


Blind Dates 26.9.-1.10.

sweet dreams

Mo, 26. 9.

Literaturhaus, Schöne Aussicht 2, 19.30 Uhr: Präsentation des Buches “Rettungswiderstand – Über die Judenretter in Europa in der NS-Zeit” mit Prof. Arno Lustiger und Prof. Dr. Felix Semmelroth. Arno Lustiger schildert in seinem neuen Buch die Bemühungen, Juden im gesamten besetzten Europa das Leben zu retten. Er beschreibt nicht nur die Aktionen derer, die als »Gerechte unter den Völkern« geehrt wurden, sondern auch die in Vergessenheit geratenen Rettungsversuche von Diplomaten, Juden, Geistlichen u. a. Auf diese Weise kommen auch die kleinen, alltäglichen Rettungsbemühungen von Einzelpersonen ebenso wie von Netzwerken ans Licht, die den Mord an den europäischen Juden nicht aufhalten konnten, die jedoch gleichwohl Widerstand gegen die Nazis bedeuteten. Eintritt: 5 Euro / 3 Euro

Di, 27.9.

Kino im Naxos, 20 Uhr : Die Halle. Dokumentarfilm & Gespräch am Dienstag, 27. September 2011, 20 Uhr, Filmreihen “Frankfurt im Film” / Start der Filmreihe “Architektur im Dokumentarfilm” (Kartenreservierung empfohlen!): von Eckhard Mieder und Joachim Wölcken Deutschland 2006 / 90 Min.: Sieben Jahre ist es jetzt her, dass das Frankfurter Ostend Abschied nehmen mußte von seiner größten Institution, der Großmarkthalle am Main. Als diese Halle, vom Volksmund zur „Gemieskerch“ („Gemüsekirche“) umgetauft, im Jahre 1928 nach den Plänen des Frankfurter Architekten und Stadtbaudirektors Martin Elsässer erbaut worden war, war sie in ihren Ausmaßen der seinerzeit mächtigste Gebäudekomplex der Stadt. In der ebenso spannenden wie anrührenden Dokumentation haben die Frankfurter Filmemacher Eckhard Mieder und Joachim Wölcken den Abschied von der geschichtsträchtigen Halle festgehalten. Dabei kommen insbesondere auch jene zu Wort, die diese Halle bevölkert haben: Obsthändler, Arbeiter, auch der Toilettenmann und der Wirt des „Osten“, der Gaststätte in der Großmarkthalle, in der es keine Sperrstunde gab. Im Film wird deutlich, dass diese Halle ein kleiner Kosmos gewesen ist, eine Stadt in der Stadt. Zu den gewiß nicht zufällig oft ins Melancholische gleitenden Klängen der Filmmusik von Marc Nordbruch leuchten die beiden Regisseure diesen Kosmos und seine Umgebung im Ostend facettenreich aus. Als Randnotiz sei hier noch die im Film geäußerte Vision des Frankfurter Baudezernenten erwähnt, dass die Ansiedlung der EZB für das rückständige Ostend ein Wohnen wie im Westend mit sich bringen werde. Was die Mietpreise betrifft, ist diese Vision inzwischen Wirklichkeit: In ihrer Ausgabe vom 4. Juli 2011 berichtet die Frankfurter Rundschau, dass „die Mieten im Ostend explodieren“.Zum Filmgespräch begrüßen wir den früheren Frankfurter Planungsdezernenten

Mi, 28.9.
19 Uhr, Senckenberg-Museum (Festsaal).Der Ortsbeirat 2 lädt zur “Vorstellung des Bauvorhabens der ABG Holding neben dem Bockenheimer Depot” ein.
Die “Bürgeranhörung” bietet Gelegenheit, die Geschäftspolitik der ABG Holding,  den Bebauungsplan für das Depot-Gelände (auch im Hinblick auf Mikro-Klima und “Einbettung” in Gesamtplanung, angekündigte Mieten für dieses Areal, Erfahrungen mit “Passiv-Bauten” der ABG Holding (s.http://passivhausffm.blogspot.com/2011/04/passivhaus-light-la-abg-und-die-moral.html), Raum für soziale, öffentliche  Einrichtungen auf dem Depot-Gelände, Kündigungen von bisherigen Mietern (KFZ-Referat)  thematisieren.

Do, 29. 9.
“Tariflöhne für soziale Arbeit!” – Aktionstag gegen Lohndumping.
Das Frankfurter „Netzwerk der sozialen Arbeit“ ruft zusammen mit der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di), der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) und dem „Arbeitskreis Soziale Vereine“ am Donnerstag, den 29.09.2011 zu einem Aktionstag gegen Lohndumping im Bereich der sozialen Arbeit in Frankfurt auf. An diesem Tag werden die Beschäftigten des Club Behinderter und Ihrer Freunde (CeBeeF)
von dem Betriebsgelände am Industriehof ab 13:30 Uhr mit einem Auto- und
Fahrradkorso quer durch die Innenstadt von Frankfurt bis zum Frankfurter Römer fahren.
Dort werden sie gegen 14:30 Uhr von den Beschäftigten der anderen sozialen Vereine
erwartet. Anlass ist die Wut der Beschäftigten in der sozialen Arbeit über ihre Arbeits- und
Lohnsituation. Die Stadt übt bei der Vergabe der Aufgaben in der Kinder- und
Jugendhilfe, im Gesundheitswesen, in der Sozial- und Bildungsarbeit, in der Drogen- und
Behindertenhilfe massiven Kostensenkungsdruck aus. In Folge werden viele Beschäftigte
weit untertariflich bezahlt und bekommen oft nur noch befristete Arbeitsverträge.

Club Voltaire, 19 Uhr DESERTEC: Zentralisierung der Profite – Auslagerung der Risiken Das Konsortium Desertec Industrial Initiative GmbH (DII), von deutschem Großkapital dominiert, wird in nordafrikanischen Ländern und auf der arabischen Halbinsel ein Netzwerk von Wind- und Solarkraftwerken aufbauen, das 25% des Bedarfs an Strom in Europa abdecken soll. Welche Kosten und Risiken bringt dieses Mammutprojekt für die Gesellschaften Afrikas und für die Umwelt mit sich? Welche politischen und militärischen Konsequenzen – z.B. Unterbrechung der Energiezufuhr als Anlaß für eine Intervention der NATO – sind bereits absehbar? Wie werden sich die aktuellen Umbrüche in den nordafrikanischen Staaten und auf der arabischen Halbinsel auf das Projekt auswirken? Christoph Marischka, Mitarbeiter der Informationsstelle Militarisierung (IMI) in Tübingen referiert.

Klapperfeld 20 Uhr: Dokumentarfilm zur Spanischen Revolution. Der Film behandelt die Spanische Revolution und wirft einen Blick auf die anarchistische Bewegung in Spanien. Der Film zeigt bislang wenig bekannte Seiten der radikalen gesellschaftlichen Veränderungen, die sich während des Bürgerkriegs von 1936 bis 1939 in jenen Gebieten zutrugen, die in der Hand der Republikaner_innen waren. 30 Aktivist_innen der Spanischen Revolution berichten als Zeitzeug_innen aus den Reihen der Anarchist_innen über ihre Erfahrungen. (95 min, deutsche Synchronfassung)

Freitag, 30. 9.

19 Uhr, Stadtteilbibliothek Offenbach: Podiumsgespräch “Frauen auf der Flucht” mit Marei Pelzer (Pro Asyl), Dr. Ines Welge (Flüchtlingsrat Wiesbaden), Mod.: Barbara Hoffmann-Neeb (Pax Christi Gruppe Offenbach). Ort: Stadtbibliothek, Herrnstr. 44, VA: Connection e.V., AmnestyInternational Kogruppe Südliches Afrika, Pax Christi Gruppe Offenbach. Kontakt: Connection e.V. Rudi Friedrich, Gerberstr.5, 63065 Offenbach, Tel.: 069/82375534, Fax: 069/82375535
E-Mail:   office(at)connection-ev(Punkt)de
Internet: http://www.connection-ev.de

Sa, 1. 10.
20 Uhr, Club Voltaire: “Die Mutter Courage, wie man sie nicht kennt”.
Das Atelier STEIN&STIMME aus Bad Camberg zeigt eine neuartige Interpretation des bekannten Klassikers von Bertolt Brecht: Sie stellt die Lieder in den Vordergrund und lässt sie von einer professionellen Sängerin (Annette Kohler-Welge) singen, statt wie gewohnt von Schauspielern. Um die Lieder herum erzählen die Sprecher Friedhelm Welge und Ulrich Meckler die Geschichte des Stücks. Großformatige Drucke werden als mobiles Bühnenbild im Stil einer Marktplatz-Groteske ausgestellt. Bühne und Regie: Ulrich Meckler. Eintritt: 9€


Finanzfurt: was man hat, das hat man!

Josef „Joe“ Meinrad Ackermann ist ein angesehener Mann („Banker of the Year“), besonders bei wohlhabenden deutschen Rentnern und vielen Banker-Kollegen. Das hängt nicht nur damit zusammen, dass er als Chef der Deutschen Bank Prominenz in unseren Medien hat, sondern auch deswegen, weil er Vorsitzender eines besonders exklusiven Clubs ist, der sich immer rund um das Feuer der Finanzmärkte versammelt: Ackermann ist nämlich Vorsitzender des Institute of International Finance (IIF), der einzig wirklich globalen Vereinigung von Finanzinstituten. Die Strategie des IIF dreht sich besonders darum, Entscheidungsträger auf der obersten Ebene zu beeinflussen, etwa den amerikanischen Präsidenten oder die Bundeskanzlerin.

DAX - Deuba

Und das klappt auch nicht so schlecht, wie das Publikum bei den Handlungsanweisungen für die Politik bei der aktuellen “Euro-Rettung” (der Institute) verfolgen kann. Genau deswegen sind noch mehr aus dem Profi-Geschäft um die Finanzmärkte von ihm angetan. Auch hier am Main, auch wenn Ackermann vermutlich höchstens am Gesicht der Sekretärin erkennen kann, dass er sich gerade in Frankfurt befindet.

Nicht so begeistert vom Tun des großen Zampano sind dagegen die armen Zeitgenossen, die dem großen Gehabe immer wieder recht geben und schlicht das machen, was besonders wichtig für die Belebung der heutigen Welt sein soll: Aktien kaufen – solche der Deutschen Bank AG. Doch beim Blick auf die heute gelebte Offenbarung, auf die Kurse des DAX lässt die Deutsche Bank AG erblassen: Ackermann übernahm im Jahre 2002 bei einem Kurs von 69 Euro, heute dümpelt er bei 25 Euro. Mit anderen Worten, der Großsprecher und Medienstar Josef Ackermann hat im Laufe der Jahre seiner Amtszeit dazu beigetragen dass der Marktwert  der Deutschen Bank 64% verloren hat, und seit Jahren kam der Wert nicht einmal mehr in die Nähe des Kurses bei seiner Vorstandsübernahme.

Na gut, nehmen wir die Klarheit und Standfestigkeit des großen Vorsitzenden, angeblich fast einzigartig in der deutschen Wirtschaft. Im September 2008, kurz nach dem Lehmann-Untergang und dem weltumspannenden “Blick in den Abgrund” begrüßte Ackermann die Staatshilfen für Banken – so allgemein, und man wußte ja noch nicht was in der Weltökonomie alles noch passiert.

Ganz anders stellt er das schon einige Monate später dar, und zwar wenn er mit einer ganz großen Geste Staatshilfe für das eigene Institut ablehnt - und das nach 3,8 Milliarden Euro Verlust. „Wir sind mittlerweile die einzige Investmentbank weltweit, die weder auf Staatsfonds zurückgreifen noch den Steuerzahler belasten muss.“ Schon gegen Ende 2008 hatte er betont: “Ich verstehe die Diskussion überhaupt nicht. Ich bin dankbar, dass wir das Geld für die einsetzen können, die es nötig haben. Und die anderen, die mit allen Mitteln versuchen, es eigenständig zu machen, die sollten doch nicht kritisiert werden.”

Im Angesicht der Euro-Krise äussert sich Ackermann wieder gegen Staatshilfe: das sei nicht angebracht und führe zu Problemen. Die vermeintliche Größe seines Instituts und des Vorsitzenden bleibt so gewahrt. Aber: gegen den Schutz durch Schirme hat er auch nichts.

Nun kam diese Stellungnahme fast parallel zu einer Veröffentlichung über die Notfallkredite an Banken im Verlauf der Finanzkrise zwischen August 2007 und April 2010 – in den USA und nicht in Europa. An der Spitze US-Institute, Morgan Stanley mit 107 Milliarden Euro und die inzwischen zerschlagene Citigroup (100 Milliarden), aber bei den europäischen Instituten findet sich die Deutsche Bank mit Sage und Schreibe 66 Milliarden Euro staatlicher Unterstützung ran dritter Stelle. Nix damit, dass dieses Institut gar nichts an staatlicher Hilfe nötig hat. Der Gott Markt war halt auch den servilsten Dienern nicht treu.

Na gut, am Schalter in Frankfurt sind die nicht angekommen, alles wurde auch nicht in Anspruch genommen, aber was man hat, hat man halt. Jedoch hat die Deutsche Bank weniger Einwohner als Griechenland.


Kein Autobahnkreuz mitten im Frankfurter Wohngebiet

Friedemann_Floether_Autobahnkreuz_1Foto: Friedemann Floether

Ein Spendenaufruf des Frankfurter “Aktionsbündnisses Unmenschliche Autobahn“:

Vollausbau Ostumgehung A 66/661 – Bau A 66 Riederwaldtunnel und Autobahndreieck Erlenbruch – Rechtsweg schon jetzt erfolgreich – Bitte um Spenden für Klagefond

In Ihren Anstrengungen die Bevölkerung vor den drastischen Folgen des Autobahnausbaus im Frankfurter Osten zu schützen, können die Bürgerinitiativen schon jetzt von einem Erfolg ihrer Arbeit sprechen. Obwohl noch gar nicht alle juristischen Mittel ausgeschöpft wurden, sind die Arbeiten für den Bau des Autobahnkreuzes Frankfurt-Ost A 66/A 661 (Vollausbau Ostumgehung, Riederwaldtunnel) – wie es das Aktionsbündnis stets gefordert hat – aufgrund der anhängigen Klagen praktisch gestoppt. Gleich­zeitig bestätigen Gutachten der Stadt Frankfurt und des Landes Hessen, dass mit drastischen Überschrei­tungen in Bornheim, Seckbach und Riederwald gerechnet werden muss. Deshalb sind Land und Bund gezwungen, zusätzliche Lärmschutzwände insbesondere für Bornheim und Riederwald zu planen. Die Bürgerinitiativen können mit Fug und Recht feststellen, dass mit relativ begrenzten Mitteln schon erstaunlich viel erreicht wurde.
Die Bürgerinitiativen halten aber an ihrer Forderung fest, dass das gesamte Autobahnkreuz wie auch die zu­lau­fenden Autobahnen komplett eingehaust werden müssen, um die Lebensqualität im Frankfurter Osten bewahren zu können. Eine von den Bürgerinitiativen veranlasste Überprüfung der genannten Gutachten bestätigt die Auffassung, dass diese nur die halbe Wahrheit sprechen und sogar mit noch höheren Überschreitungen der geltenden Lärmgrenzwerte gerechnet werden

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Berichte von der Sozialfront – Griechenland

Bekanntes Szenario. In Tunesien war dies ein Anfang, in Thessaloniki ist es die gleiche Verzweiflung. Kein Geld, kein Kredit, keine Zukunft. Über die Verhältnisse gelebt, Frau Merkel? Tja, wenn das Vertrauen der Märkte fehlt……. Bild: Le Figaro ……da kann sich sich die Selbstmordrate innerhalb kurzer Zeit verdoppeln.

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GRÜNE zum Kulturcampus

Am Mittwoch, 22. 9., tagte die “AG Kultur” von Bündnis 90/Die Grünen im Studierendenhaus/Campus Bockenheim in “nicht-öffentlichem” Rahmen. KünstlerInnen aus der freien Szene (u.a. ID Frankfurt, pdf des Konzepts hier) stellten ihr Konzept für die Nutzung des Studierendenhauses nach dem Wegzug des AStA vor. Zielsetzungen und Tradition des Hauses, die Auseinandersetzung mit dem Faschismus, den [...]

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Campus Bockenheim – der Leuchtturm zieht die Motten an

So, Kaufvertrag besiegelt, Bebauungsplan heimlich bereits abgenickt. Strahlend wird er da stehen der „Kulturcampus“, und in seinem Licht beginnen die Motten zu kreisen. Kultur für alle – die dazu gehören. Selbstverwaltung, natürlich unter der Kontrolle der etablierten Einrichtungen, Kreti und Pleti brauchen Führung und Letztere ein Haus, um sie auch auszuüben. Neben den Institutionen von Weltrang kann eben nicht einfach jeder und dann noch unprofessionell, das geht schon gar nicht. Da sitzt dann auch ein grüner Herr Baier und nickt staatstragend, schon schwer, so ganz ohne Rückgrat nicht umzufallen.

Es melden sich die ¾ Arrivierten, denen nicht nur eine adäquate Spielstätte an prominenter Stelle zusteht, sondern die sich als die natürliche Führungsgruppe empfehlen. Das wird Roth und Junker gut gefallen. Die Vorstellungen dieser Leute sind elitär und zielen auf Eliten, also genau das, was zu diesem Kulturcampus passt. Sie reihen sich in die Phalanx der globalen Player.
Die GRÜNEN preschen vor, hier die AG Kultur, die sich die Vorstellungen ihrer Klientel präsentieren liessen. Bunte Vielfalt, die ich meine!

(s. auch Kurzmeldung GRÜNE zum Kulturcampus)

Das Erscheinen dieser Gruppen kann als sicheres Indiz dafür gewertet werden, dass im Rahmen des Leuchtturmplanes noch etwas zu verteilen ist. Als angeblich freie Gruppen von Weltrang meldet man da schon mal seine Forderungen an. Die Referenzen stimmen, der politische Hintergrund auch. Sie drängen sich förmlich auf, da sie als „Freie“ für die geforderte Offenheit stehen (ähnlich wie ‚die Stadt gehört Dir’). Sie empfehlen sich als weiche Standortfaktoren und fordern Teilhabe. Und sie passen ja auch wirklich in das ABG-Konzept. Vor allem kann man mit ihnen die Schmuddelkinder aus dem Rennen werfen und dabei auf die Vielfalt hinweisen, für die solche Gruppierungen angeblich stehen.

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Wider das „geistige Eigentum“- Für die Abschaffung des Urheberrechtes an künstlerischen Werken

Eigentum ist die Zuordnung einer Sache zu einer Person, die dieser Person einen sehr umfassenden Anspruch an dieser Sache einräumt.
Dieses Eigentumsrecht besitzt in unserer Gesellschaft eine wichtige Funktion, den sozialen Frieden in der Frage herzustellen, wer über eine Sache das Verfügungsrecht hat. Dies ist durchaus notwendig, da viele Dinge in ihrer Nutzung exklusiv sind und gleichzeitig nur von einer oder einer begrenzten Anzahl von Personen genutzt werden können.
Wenn ich einen Apfel gegessen habe, so kann ihn kein anderer mehr Essen. Wenn ein Auto von Frankfurt nach München fährt, kann das selbe Auto nicht gleichzeitig nach Berlin fahren.
Es ist daher für eine Gesellschaft notwendig auszuhandeln, wer über das jeweilige Gut bestimmen darf und hierzu verbindliche Absprachen zu treffen.

Völlig anders verhält sich die Sache beim sogenannten “geistigen Eigentum”. Wenn ich ein Lied singe, so verliert dieses Lied nicht dadurch an Qualität für mich, dass es gleichzeitig ein Anderer singt.
Wenn ich eine gute Idee habe, so wird diese Idee nicht dadurch kleiner, dass ein Anderer diese Idee ebenfalls hat.
Man wird also eingestehen müssen, dass das Urheberrecht sich im Wesen sehr grundlegend von dem Eigentumsrecht an einer Sache unterscheidet. Eine Idee oder ein Lied kann niemand im eigentlichen Sinne besitzen, vielmehr geht es um das gesetzlich verbriefte Recht, als einziger Kapital aus einer Idee schlagen zu können.
Und es geht auch darum, alle Nutzungsmöglichkeiten zu unterbinden, an denen der Rechteinhaber keine Gewinne erwirtschaftet. Oft ist hierbei der Schöpfer des Werkes gar nicht selbst der Inhaber, da er sein Urheberrecht oft vertraglich bereits vor Schaffung des Werkes abtreten musste.
Das Urheberrecht stärkt die Rechtsposition seines Inhabers gegenüber einer undefinierten Zahl anderer potentieller Nutzer der Idee. Die Rechte der Letzteren hingegen, werden gegenüber dem Rechteinhaber eingeschränkt.
Um aber das Recht von Vielen im Sinne eines Einzelnen zu beschränken, braucht es schon gute Gründe.

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Mieter: verpennte Besitzstandswahrer?

Das deutsche Feuilleton wirkt aufgeregt ob einer eher kleinteiligen Angelegenheit. Zumindest aus dessen Stellung von oben her gesehen. Schrittweise kam an diesem illustren Ort in den letzten zwei bis drei Jahren ein Thema zur Sprache, das gegenüber wortgewaltigen Persönlichkeiten wie Peter Sloterdijk, Helene Hegeman oder Thilo Sarrazin banal bodenständig wirkt: die Bewegungen des Wohnungsmarkts in einigen deutschen Städten und der Unwille vieler ihrer Bewohner ob des Aufwärtstrends der dort verlangten Preise. Die raschelnd diagnostizierte Unbill: eine starrsinnige, ja wirklich konservative Blockade wichtiger städtischer Freiräume durch bornierte Besitzstandswahrer. Oh weh!
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Im Fadenkreuz der Spurenleser deutscher Kleingeistigkeit natürlich: die besonders Verbohrten in Berlin und Hamburg. Als letzter Auslöser der Kommentare gesellte sich hinzu: die Wahl in Berlin und eine große Mieterdemo durch die dortigen Kieze. In die Schusslinie geraten damit auch Initiativen wie „Wem gehört die Stadt?“ in Frankfurt und anderswo. Zunehmendem Ärger über drohende Umwälzungen in einer Vielzahl von Stadtteilen und Wohngebieten ist´s geschuldet.
Vor allem aber sehen die Diagnostiker der Großpresse, so wie auch manch vorsichtigerer Kommentator eine Wiederholung von typisch deutschen Wirtschaftskrankheiten, einer Wiederkehr der jahrelang drohenden „Reformstaus“. Wer wendet sich da nicht mit Grausen ab?

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Mieten? Ja, wat denn?

Der Asta der Uni Frankfurt veranstaltet ein AStA-Indoor-Camp vom 17.-23. Oktober 2011 ! Wat dat is? Hier die Verlautbarung des Asta zum Anlass, der in die Frankfurter Wohnungssituation und die Konflikte um sie gut passt: Die Uni geht los und Du hast immernoch keine Bleibe in Frankfurt gefunden? Jetzt musst Du jeden Tag von außerhalb [...]

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Wir zahlen für ihre Krise

Es könnte packendes Kino sein: Digital boys mit bewaffneten Pick-Ups im Wüstenkrieg, atomar verseuchte Küstenregionen, Klimawandel und Hungersnöte, brennende Großstadtschluchten und Robocops an der Themse, irre Nazi-Terroristen und private Söldnerheere… Nun scheinen doch jene dystopischen Szenarien fast Wirklichkeit geworden zu sein, die in den 80ern das Bild der Zukunft prägten. Nichts war es mit dem „Ende der Geschichte“, das man lauthals in den 90ern verkündete, jenem Jahrzehnt, als die Zukunft gern als High-Tech-Schlaraffenland gemalt, als der Neoliberalismus zum religiösen Heilsversprechen wurde.

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Vergangen sind fast drei Jahrzehnte, in denen geplündert und verteilt wurde, von unten nach oben, versteht sich, erst zögerlich, dann immer dreister. Zurück blieben Schneisen der Verarmung, soziale Verwüstungen – und Menschen, denen unter dem geistesbetäubenden Geschrei des Marktfundamentalismus der plumpe Kampfruf des Neoliberalismus zur eigenen Gewissheit geworden ist: „Es gibt keine Alternative“. Doch jetzt geht es nicht mehr nur um abgeschriebene Existenzen, jetzt beginnen ganze Gesellschaften instabil zu werden. Der Kampf um Ressourcen, Teilhabe und Mitsprache ist eröffnet.

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Kulturguerilla beim FDP-Sieg

Eine Guerilla-Truppe aus Frankfurter Kontexten, deren Pamphlete unter “Die Partei” firmieren, wollte die FDP an ihrem großen Tag gestern in Berlin nicht ganz allein lassen. Die “Hedonistische Internationale” half ihr dabei. Als das Wahrgebnis unter 2 % bekannt gegeben wurde, brachen die alt-liberalen Freunde auf der FDP Wahlparty in Berlin in lauten Jubel aus und [...]

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Ginnheim: erste ETW´s in Platensiedlung

Das ehemalige Areal  der US-Armee zwischen Bundesbank und Alt-Ginnheim rund um die Raimundstrasse wird als “Verdichtungsgebiet” für städtische Neubebauung ausgewiesen. Das Bebauungsziel meint nicht “nur” Freiflächen oder Flächen auf denen Kinderprojekte aufgebaut wurden, sondern auch das Gebiet mit 3-5 stöckigen Wohnblocks, die in den 90er Jahren von den Amerikanern übernommen, saniert und ausgebaut wurden. Jetzt [...]

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Emphatischer Zeitraffer: Innenstadt

Mit 9000 Bildern in ca. 28 Stunden reiner Aufnahmezeit hat Marc Schmidt ein Zeitraffer-Video (“Time Lapse Frankfurt”) von Frankfurt hergestellt, das wegen seiner verschiedenen Perspektiven sehenswert ist. Würde er auch noch die übertriebenen Kommentierungen etwas runterschrauben, könnte was Nettes draus werden.

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Frankfurter Auto-Freude

Endlich ist sie wieder da die IAA: Taxifahrer freuen sich, viele große Autos mit Fremd-Kennzeichen biegen falsch ab, Männergruppen des Aussehens “Shop Floor Untertürkheim” tragen gleichfarbige Plastiktüten durch die Stadt. Alles ist gut in Auto-Deutschland. Wenn ich im Cafe auf der Berger sitze, und aus der Schlange von Roadstern und SUV´s ein Wagen ausschert, die [...]

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Herrschaft der Narren

bloedcover

Das Leben in einer Epoche medialer Blödheit.
Über die treffende Gegenwartsbeschreibung »Blödmaschinen« von Markus Metz & Georg Seeßlen

»Die welt jnn üppikeyt is blynt / vil narren / wenig wyser synt.« (Sebastian Brant: Das Narrenschiff, 116)

Die Ökonomie, schrieb Guy Debord in der »Gesellschaft des Spektakels« 1967, verwandle die Welt in eine Welt der Ökonomie; in eine Welt der Pseudoereignisse und Dramatisierungen, in der das Bewusstsein immer zu spät komme. Diese Welt wird inzwischen von glücklichen Narren bewohnt, die ohne Sinn für Geschichte dahinleben. Alte Wahrheiten entdecken sie auf diese Weise immer wieder neu. Sie werden in Tortengrafiken aufbereitet, in tabellarische Halbsätze gezwängt oder als wortlose Statistik präsentiert. Mit Hilfe von Vokabeln wie Story-telling und Rocket Science lässt sich fast zweieinhalb tausend Jahre nach Aristoteles konstatieren, der Mensch sei eigentlich ein soziales Wesen.

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Ubs, i did it again!

Nachdem ja alle Politiker und Banker lange und ausgiebig über die Bankenkrise nachgedacht haben, Besserung gelobten  und sich sicher sind, dass so was nie,nie wieder vorkommt wegen der ganzen super  ”Sicherungsmechanismen” lesen wir heute: Ein Aktienhändler der Schweizer Großbank UBS hat 2 Milliarden Dollar Bankvermögen im Wertpapierhandel verzockt und wurde jetzt verhaftet. Er ist 31 Jahre alt. Träumt davon nicht [...]

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Das Griechenland Deutschlands

Es gibt Filmkritiker, Musikkritiker. Theaterkritiker und jetzt auch “Eurokritiker”. Über die Parteimitgliedschaft der ersteren ist wenig bekannt, die letzteren gehören meistens zur FDP.  “Das Griechenland dieser Welt sind die USA” hat der Eurokritiker u. FDP-Politiker Frank Schäffler gesagt. Mag sein, aber ist das Griechenland Deutschlands nicht die FDP, die sich ihrer geordneten Insolvenz hartnäckig verweigert? Frank [...]

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Nazis als Grillmeister

Vor einem Thinghaus der NPD in MeckPomm hat eine Reporterin einen Grill mit Aufschrift “Happy Holocaust ” entdeckt. Darauf angesprochen sagte der NPD-Abgeordnete Köster: “Vielleicht nimmt da jemand die politischen Repressalien in diesem Land ein bisschen auf die Schippe. Aber das hat sich auch die politische Klasse zuzurechnen, weil hier Meinungen unterdrückt werden”. Wie schön [...]

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Wie man Schwarzgurtträger bezwingt- Eine Allegorie

Vor dem, der einen schwarzen Gürtel vor sich her tragen kann, hat manch einer, der im Allgemeinen wenig und im Besonderen noch nie gegen einen Schwarzgurtträger gekämpft hat, gewaltigen Respekt. Schließlich hat der Schwarzgutträger, so meint man, jahrelang die Kunst des Kämpfens studiert und müsse auf diesem Gebiet nun jedem Anfänger überlegen sein. Und tatsächlich [...]

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Audiomitschnitt: “Wem gehört die Stadt” u. FGZ bei Radio X

Kürzlich war das Bündnis “Wem gehört die Stadt” eine Stunde bei Radio X, um über genau diese Frage zu diskutieren, Positionen und Mitstreiter des Bündnisses vorzustellen. Mit dabei waren auch trickster und Bert Bresgen von der Frankfurter Gemeinen. Wer´s verpasst hat, ein Audiomittschnitt ist hier zu hören: http://www.mydrive.ch/. Als User bitte: blumenkraft und als Passwort [...]

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Das Leben als böse Komödie: “Helges Leben” im Kellerthater

helge schwester

Jeder Mensch richtet sich (zu) nach dem Blick der Anderen und wählt doch unter diesem Blick sein Schicksal freiwillig. Das Grundgefühl dabei und der Motor des Handels ist: Angst. Das sind zwei Überzeugungen des Existentialismus, Sartre zimmerte daraus vor mehr als einem halben Jahrhundert Dramen. Die moderne Erfolgautorin Sibylle Berg macht daraus böse Boulevardkomödien wie “Helges Leben”, das jetzt im Frankfurter Kellertheater zu bestaunen ist. Der Blick auf eben dieses Leben wird gedoppelt: Gott und Tod präsentieren in einer unbestimmten Zukunft Herrn Tapir, Frau Reh und einem Schnapphamster Helges Leben als eine Art Fernsehshow im Zeitraffer inclusive Vor-und Rückspulmöglichkeit. Das könnte sich ein wenig nach einer Fabel a la “Konferenz der Tiere” anhören, aber eine moralisierende Botschaft fehlt völlig. Diese Tiere sind keine überlegene Lebensform , sondern in behaglicher Spießigkeit erstarrt: Herr Tapir (treffend bräsig gespielt von Kai Thomas) verspricht Frau Reh (zartbesaitet: Maren Luedecke) einen Abend “ohne Sex und Gewalt”, was Gott (schön flatterig-hysterisch: Yvonne Mendel) und Tod (standesgemäß sardonisch: Frank Reisser) nicht ganz einhalten können-schließlich geht es um Menschen. Die tierischen und menschlichen Zuschauer erleben “Helges Leben” als Revue von der Eizelle bis zur Bahre. Vater und Mutter Helges sind ein ungleiches Paar: Tobias Sütterlin gibt IHN als ahnungslosen Proll, Daniela Vollhardt präsentiert SIE mit hervorragendem Gespür für komisches Timing als das, was man in Illustrierten gerne Powerfrau nennt: im engen rosa Kostüm mit eingefrorenem Lächeln schwärmt sie von Sitzungen und Lymphdrainagen. Geschlechts- und Geburtsakt sind da nur kurze Unterbrechungen und bald sitzt der neue Erdenbürger Helge ziemlich allein da.

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Linerider

the one and only

“Wenn Du was im Schädel hast, dann -Freund!
Meide Ketsch.
In Ketsch ist eine leere Straße nicht sicher für den Zweiberadten.
Sei sie auch Tausend Ellen schnurgerade
Und Deine Speichen noch so solide.
Dort springen schwimmerbekreuzte Damen Dir
Vors Schutzblech und der Soundtrack spielt
Blaulicht im Loop.
Darum -Freund: Meide Ketsch!”

Reprise

Surprise

Doch zum Glück bin ich der Linerider!
Mein Schal flattert in turbulenten Winden,
Und mein Schlitten bricht
Niemals
Alle lassen mich durch Soundtracks purzeln.
Du siehst es nicht,

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Blind Dates 14.9.-20.9.

schlaf september

Mi, 14.9.

Mampf: ROBERT KAISER (p,voc) – Barrelhouse-Blues -

Das Bett ab 20 Uhr: Capillary Action ist das Baby von Songwriter Jonathan Pfeffer und wurde bereits in den USA von Pitchfork und All About Jazz bejubelt. Mit Hilfe seiner außergewöhnlichen Band und teils mit Orchester verbindet Jonathan Pfeffer Freejazz-Bläser, Neue Musik und brasilianische Rhythmen mit dem Furioso des Mathrocks und der Zugänglichkeit des Artpops. Eine einzigartige Soundforschung mit herrlich vertrackten Schüben voller Emotionalität, über denen die düster-einnehmende Stimme von Pfeffer thront. Eintritt: 11 €

Do, 15. 9.

19.30 Uhr, Club Voltaire: Christentum, Islam und Judentum – Gleichberechtigte Partner für erfolgreiche Integration(?)Als Bundespräsident Christian Wulff im Oktober 2010 sagte, dass neben dem Christentum und dem Judentum inzwischen auch der Islam zu Deutschland gehört, löste dies eine intensive Debatte aus. Wir wollen jetzt, knapp ein Jahr später, eine erste Bilanz ziehen und Perspektiven diskutieren. Denn auch wenn die Religion nicht überbetont werden sollte, stellt sie einen wichtigen Teil der Identität von Menschen – mit oder ohne Migrationshintergrund – und ihres Zusammenlebens auch in Deutschland dar.

Ponyhof The Pleasants (Amanda Rogers) Folk Rock / Indie. Einlass: 21 Uhr

Fr. 16.9.

20.30 Uhr Kellertheater Frankfurt: Helges Leben, Theaterstück v. Sybille Berg. Regie: Bettina Sachs. Die Menschheit hat aufgegeben. Die Tiere haben das Kommando übernommen und pflegen ein zivilisiertes Dasein. Dazu gehört gepflegte Unterhaltung. So lassen sie sich »Menschen-Shows« vorführen, um zu erfahren

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Warten auf Frau Roth

Es sollte doch so nett werden, richtig heimelig und eben doch weltoffen, Frankfurter Art halt. Sekt und Buffet und rot(h)er Teppich ein geschmücktes Studierendenhaus, Konfetti und bunte Wimpel. Das Abbild vorhandener lebendiger Kultur an diesem Ort.

Endlich, die OB und ihr Junker inmitten ergriffen lauschender Frankfurter BürgerInnen, umwuselt von den üblichen Hofberichterstattern, schritten auf das Corpus delicti zu, wo sie ein spontaner Jubel empfing, der die Dankbarkeit der anwesenden Völker über den Erhalt des Hauses ausdrückte und die tiefe Verbundenheit mit diesen engagierten und unermüdlichen Streitern der berühmten lebendigen Frankfurter Vielfalt.

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Sehnsucht nach Roland Koch

In unruhigen Zeiten wie diesen, da man sich Politikerdressmen a la Philipp Rösner anhören muss, kann es schon einmal passieren, dass man sich nach den guten alten Charakterschurken der Politik zurücksehnt, die Helmuth mit Vornamen heißen oder eben Roland Koch. So las ich vor einigen Monaten mit einem staunenden und einem weinenden Auge in der [...]

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Immobilienkonzerne: Observations-Träume

In Städten wie Berlin und Hamburg wächst der Widerstand der Bevölkerung gegen Mietpreissteigerung und Verdrängung, wir haben mehrfach darüber berichtet (hier). Nach einer großen Demonstration in Berlin vor einigen Tagen sieht sich die Immobilienwirtschaft dort nicht nur zu empörten Kommentaren aufgefordert, sondern zum Handeln veranlasst. Zuerst die Klagesuade über die bemerkenswerte Einschränkung wirtschaftlicher Freiheit – [...]

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Rettet den FUCKING EURO!- Eine geifertriefende Hasstirade

SuperFuuuu

Wisst Ihr was? Ich bin ein Freund des EURO! Und warum? Weil mir der dummdeutsche D-Mark-Patriotismus schon als Kleinstkind so übelst auf den Sack gegangen ist!
Mein Gott! Wie war ich froh, als das Scheißding endlich weg war! Und wie sehr habe ich mich über Euer dämliches Gejammer alles sei ja „so viel teurer geworden“ lustig gemacht! Und wie habe ich gelacht über die Kleingeister, die noch 2005 am Dönerladen rumgejammert haben, der Döner für 3,50 EUR sei zu teuer, denn immerhin seien das ja ganze 7 Mark!
Könnt Ihr nicht rechnen Ihr gottverdammten Spacken?! 3,50 EUR sind 6,85 Mark, also labert mir nie wieder was von bildungsfernen Schichten!

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Einsturzgedenken: Frankfurt/ Suhrkamphaus

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Während für 2 Türme in New York sich die halbe (Medien-)Welt im ergriffenen Eingedenken übt, ist ein angekündigter Einsturz im Westend/Lindenstrasse und seine Geschichte fast keinen Gedanken und kein Bild mehr wert. Das wollen wir durchbrechen.

Zur Erinnerung: schon während der Kaiserzeit gab es ein seltsames, entwertendes Verhältnis von Berlin zu Frankfurt. Die temporeiche Rückkehr unserer Gesellschaft ins 19. Jahrhundert spiegelt sich auch in den Geschehnissen rund um dieses Schicksal.

Unser Fotograf Stefan Geyer hat das traurige Geschehen eines gewollten kulturellen Zusammenbruchs in Frankfurt, ehemals einer Stadt kritischer Impulse dokumentiert.

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Gedanken zu 9/11

Über den 11. September 2001 wurde so viel geschrieben wie über kaum ein anderes Ereignis der jüngeren Geschichte. Dies bringt es natürlich mit sich, dass auch viel Schwachsinn geschrieben wurde und jeder Verschwörungstheoretiker, Ufologe oder Sektierer sich berufen fühlte, auch seinen Senf dazu abzugeben.
Die meisten dieser Verschwörungstheorien kann man genauso wie die übrigen Werke ihrer Verfasser getrost in die Tonne treten.

Trotzdem ist und bleibt der 11. September 2001 nicht unumstritten und es regen sich immer wieder Zweifel in einem solchen Maße an der offiziellen Version, dass diese nicht einfach gänzlich unbesehen abgetan werden können. Und eine gewisse kritische Haltung zu offiziellen Versionen im Allgemeinen sollte zum geistigen Rüstzeug jedes aufgeklärten und demokratisch gesinnten Bürgers gehören.

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Ausschluss von Kindern schon in der Grundschule

Kinder während der Grundschulzeit in der Schulbetreuung unterzubringen ist überhaupt nicht einfach. Obwohl schon die Kleinsten für drei Jahre einen gesetzlichen Anspruch auf einen Kindergartenplatz haben, soll mit Eintritt in die Grundschule alles schwerer werden. Jetzt, da gerade die Schule wieder begonnen hat, geraten deswegen viele Eltern unter Erklärungsdruck, wenn sie sich nicht in einem konventionellen Angestelltenverhältnis befinden.
Nun gibt es aber verschiedene Arten von Lebensmodellen, ebenso verschiedene Gründe, weswegen eben kein Angestelltenverhältnis besteht. Das Leben ist vielfältig, davon müssen wir ausgehen.

So geht´s nicht

Eines ist dabei allerdings gewiss, es kann nicht nur die klassische Erwerbstätigkeit ausschlaggebend für den Erhalt eines Betreuungsplatzes sein. Alle Kinder müssen Anspruch auf die gleichen Möglichkeiten der Partizipation haben, wobei die Situation der Eltern hier nicht Ursache des Ausschlusses sein darf. Auch sind nicht alle Situationen selbst verursacht oder gewollt.

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Zeitgeist: Internationale Solidaritäten

Solidarität: althergebracht? Nein, hat sich einfach transformiert und an bestimmten Stellen sedimentiert. Die hängen eng mit Wettbewerb und Marketing zusammen. Globale “Firmen-Solidaritäten” werden als Markenbewußtsein ausbuchstabiert. So kannst du auch mit reinkommen!

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Lernresistent: Frankfurt bleibt markthörig

Zuweilen huscht durch das deutsche Feuilleton oder gar die Kolumnen-Spalten großer Zeitungen die Hypothese, dass mit dem Marktradikalismus und der entsprechenden Liberalisierung nach den vielen Crashs und der andauernden Risikodrohung gegen unsere wirtschaftliche Grundlagen Schluß sein müsste. Das scheint mir jedoch eine Chimäre zu sein.

In Frankfurt, einem Zentrum solcher Ideen und Praktiken, haben sich Kommunalvertretung und mediale Kommentatoren darauf eingespielt, dass weiterhin fast allein finanzwirtschaftliche Kriterien als entscheidendes Maß für die kommunalen Angebote gelten sollen.

Römer unter der Banken-Front

Die Frankfurter Rundschau zum Beispiel (31.8. R3) freut sich über den Erfolg des RMV und seiner Privatisierungsaktivitäten in Frankfurt, auch wenn sie die Einkommensreduktion der dortigen Fahrer nicht durchgängifg schön findet: aber was soll es. Leserin reibt sich die Augen: Deutschland hat fast die höchsten Nahverkehrspreise der Welt, selbst in New York oder Tokio fährt man noch billiger als etwa in Bergisch Gladbach (ja wo ist denn das?).

Und unter all den deutschen Städten findet man RheinMain und Frankfurt bei den Preisen ganz hinten: zum Jahreswechsel wurde festgestellt, dass das Jahresticket in Frankfurt das teuerste Deutschlands ist. Und geneigter Leser beachte: beim Einkommen sind die Bewohner Frankfurts im Deutschland-Vergleich recht weit hinten.

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Warum Hufer besser als Autos sind

GäuleEs hat Servo! Es hat “Full Stop!” Es geht mit Dir in jede Kurve und es hat Autopilot straight way home! Nüchtern oder sonstwiedrauf, denn es tankt von alleine!

DESHALB sind Pferde besser als Autos, Mulis auch und Esel erst recht. Fangen wir bei Letzteren an:
Ein Esel will leben. Er hält sich aus diesem Grund nicht gerne mit Fakten auf. Fakten sind nur folgerichtig. Ein Esel will den nächsten Schritt tun!
Wärst Du ein Esel, Freund und Brüderin, wäre Dir nach einem wohlen Kraut, soviel Du saufen kannst, einem Platz im Schatten und dem nächsten Fick.
Wärst Du ein Maultier wäre Dir auch danach, nur wäre der Sex dann eher willkommener Beigeschmack.
Und immer wollest Du rennen!
Menschen machen das anders. Sie lassen sich tragen. Einige nicht! Oh ihr Pferdemädchen
Und stolzgeschwellten Reiter. Ihr gleitet.

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Immobilienpolitik: Aufbegehren in Berlin

Die neusten Mietspiegel und Statistiken zu Mietpreisen in deutschen Städten sprechen eine deutliche Sprache: in manchen Großstädten und ihren Stadtteilen steigen die Preise rasant, woanders (gerne im deutschen Osten) stagnieren sie oder sinken eher.
In Frankfurt haben wir einen Durchnittslevel von 10,70 Euro pro Quadratmeter für das ganze Stadtgebiet erreicht. Im westlichen Nordend, inzwischen eine Gegend für gutsituiertes Bürgertum kann man schon mal auf 16 Euro kommen – Kaltmiete, versteht sich. Andere Statistiken setzten die Mietpreise in Frankfurt sogar noch höher an.
Das bezieht sich natürlich auf neu anzumietende Wohnungen und wird in Deutschland nur noch von München übertroffen, wo die Durchschnittsmiete (kalt) sich 12 Euro nähert. Also: für eine 70 Quadratmeter Wohnung in Bornheim, was noch nicht unbedingt eine Luxusvilla darstellt, zahlt man gut und gerne 900 Euro, und mit den diversen Umlagen kommen noch 200 dazu: Summa summarum 1100 Euro im Monat sind dann zu löhnen. Da reicht kein einzelnes Durchschnittsgehalt mehr, und selbst beim Haushaltseinkommen von 2200 Netto im Monat (ein ganzer und ein halber Job) landet 50% im Monat bei den Vermietern – kaum noch bezahlbar!

03.09.2011 berlin-neukölln: mietenstopp-demo #1

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Wirtschaft ohne (Spar-)Politik

Zu einer überraschenden, ja witzigen Einsicht bei der Durchsicht europäischer Wirtschaftsstatistik kommt John Lanchester im “London Review of Books“: “In Europa haben wir die überraschenden und alarmierenden 0,1 Prozent Wachstum in Deutschland, die verzweifelt armseligen 0 Prozent in Frankreich und dann, jetzt kommt’s, die erfreulich munteren 0,7 Prozent Belgiens. Warum ist das geradezu zum Schreien [...]

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Parlaments-demokratische Abstürze

Stolze Sieger bei Landtags- und Bürgermeisterwahlen gab´s am und nach dem Wochenende in den Medien zu besichtigen. In Mecklenburg-Vorpommern wie in Offenbach hieß die Sieger-Partei SPD. Ein neuer Aufwind für sie? Wohl eher nicht (wenn man vom wohldotierten Job für Amtsträger absieht), denn das wichtigste Faktum dieser Wahlen war das Desinteresse der aufgerufenen Wähler: die [...]

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Der berühmte psychoanalytische Klavierwettbewerb in Moskau

Männer und Frauen auf dem berühmten “Psychoanalytischen Klavierwettbewerb” in Moskau. Sie spielen “Tränen” und “Ostern” für zwei Klaviere von Rachmaninoff.

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Haunted Housings

Verlassene verfallene Häuser bewohnen die Geister ihrer ehemaligen Bewohner. Dieser Satz funktioniert in beide Richtungen. Die Fundstücke, die sie enthalten, Überreste eines zerschnipselten, zerstörten Lebens, zeugen von ihrer Anwesenheit. Meist sind es “viktorianische” Häuser, so als hätte diese Epoche das Unheimliche für sich gepachtet, weil sie so viel verbarg: ein Gewinst von falschen Burgzinnen, trüben [...]

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Airport-Security: Überraschungen

Traffic durch die großen Gates der Metropolen hindurch, die Flughäfen besonders: Trotz Web eine Bedingung unseres gegenwärtigen Lebens. Mit viel Sicherheit drum heraum. Mit viel Sicherheit drum heraum, wie auch auf Rhein-Main Airport!
Und die bringt die ganze schöne Flexibilität manchmal durcheinander.
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Aufzüge in meinem Leben. Teil 2: Hoch- und Unter-Weisung.

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Über die gesamtgesellschaftliche Metaphorik des Aufzuges wurde bereits Vieles und Gutes geschrieben. Oh ja, es gibt jede Menge Aufzugsarten, jede Art einzigartig in ihrer Einzigartigkeit (s. die Quelle des UnEndlichen Wissens):

  • Einkabinenaufzüge
  • Doppelstockaufzüge
  • Mehrkabinenaufzüge (Twin-System)
  • Paternosteraufzüge
  • Senkrechtaufzüge
  • Schrägaufzüge
  • Sonderform Schmid-Peoplemover

Der normale Aufzug impliziert eine schreiende Subversivität und Spontaneität (daher wurden bereits so viele Horrorfilme darüber gedreht)…

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Dame Roth hält Audienz

Am Montag, den 12. September 2011 ist es so weit. Pünktlich 18 Uhr 15 ist die geneigte Öffentlichkeit zum Defilee geladen. Natürlich auf dem in Zukunft so wundervollen neuen Areal, dem „Kulturcampus Bockenheim“. Es darf geschwärmt werden, von den strahlenden Neubauten (Leuchttürme), den satten Grünanlagen, der Kultur, die nun endlich auch Bockenheim erreicht. Und selbstverständlich [...]

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Aktuelle Spitze und Steuern

Italien macht es mal wieder vor. Nein, keine Pleite, sondern wie man mit “Verschuldungen” umgeht. Nicht mit meiner oder deiner, sondern damit, dass manche das garantiert nie kennen lernen. Was meinen wir damit? Überall in Europa haben wir Staatsverschulungen – warum auch immer – und von (fast) überall tönt es deswegen “SPAREN”! Das gilt gerade [...]

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Die staatliche Erschießung Hilfsbedürftiger

Nachdem in Frankfurt die allgemeine und mediale Öffentlichkeit die Erschießung von Christy Schwundeck in einem Jobcenter hier vor Ort ohne weitere echte Prüfung ad acta gelegt hat, setzt sich die bundesweite Serie des polizeilichen Vorgehens mit todlichen Folgen für die Betroffenen fort. Das Erstaunliche bei diesen Aktionen ist: oft sind es Hilfsbedürftige, die Polizei tritt im Rahmen der Hilfe für staatliche Administrationen Erscheinung und ist hinsichtlich der Gewaltmöglichkeiten haushoch überlegen, die Betroffenen sind allein und es wird von Beamten sofort mit tödlicher Wirkung geschossen.

SEK - Voll in Schuss

In Berlin ähnelte der Fall der Tötung der 53jährigen Andrea A. durch einen Polizei-Trupp demjenigen von Christy Schwundeck, nur die Umstände waren noch haarsträubender: es ging um gerichtliche Vorführung der “psychisch gestörten” Person. Sie sollte aus der Wohngemeinschaft, in der sie lebte vor ein Gericht und dann in eine Psychatrie geschafft werden, also eine Gefangennahme, die niemandem wirklich Spaß macht: “Die Frau sollte zum Amtsgericht Wedding gebracht werden, um sie in eine psychiatrische Klinik einzuweisen, sagte eine Justizsprecherin“.

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Finanzfurt: zugig um Soll und Haben

Die gemieteten Tower der Deutschen Bank AG an der Taunusanlage sollen als “Soll und Haben” ausgeglichene Standfestigkeit in Frankfurt demonstrieren, und die Stadt huldigt dem – zumindest einige. Das Speckgürtel-Idol Ackermann hat nicht mehr lange, aber sein Laden befindet sich wie andere dieser Branche auf arg abschüssigem Gelände: “Die Deutsche Bank leidet” Nicht nur, dass [...]

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Der Natoeinsatz in Libyen: ein Debakel

Gaddafi beim Treffen der G8-Staaten Juli 2009: v.l. n. r. Berlusconi, Sarkozy, Obama, Medievev, UN-Geralsekretär Ban-Ki Moon u. himself

Der monatelange NATOeinsatz in Libyen brachte einen erwartbaren Sieg für die Rebellen und die Niederlage des Gaddafi-Regimes. Auf der humanitären Seite sieht es weniger positiv für die NATO und die Bevölkerung aus: nach Angaben der Rebellen gab es in diesem Krieg bislang ca. 50 000 Tote. Allerdings wurde diese enorme Anzahl von Toten in den hiesigen Medien nur unter “ferner liefen” erwähnt. Oder ist Ihnen diese Zahl irgendwo inmitten der unzähligen Artikel über Libyen in großen Lettern auf S.1 begegnet? Mir nicht. Außerdem sind die Opfer der NATO-Luftangriffe offenbar nicht mit eingerechnet worden- warum nicht? Vom März bis zum 24. August flog die NATO laut eigenen Angaben zum Schutz der Zivilbevölkerung” 20262 Lufteinsätze, teilweise waren es 97 Einsätze in 24 Stunden. Von ihnen waren 7587 Bombeneinsätze. Darunter laut Wikipedia zum Beispiel die Bombardierung einer Fabrik in Brega, in der Wasserrohre für die Wartung und Reparatur des “Great man made River“- Projektes, des weltweit größten Projektes zur Wassserversorgung der Bevölkerung, hergestellt wurden oder drei Satellitenanlagen des Libyschen Fernsehens, um wie NATO-sprecher Roland Lavoie sagte: „Gaddafi daran zu hindern, mit Hilfe des Fernsehens Zivilisten zu terrorisieren“, was die Frage aufwirft, ob der irre Diktator in der Stunde der Not vielleicht Sendungen von RTL 2 ins Programm genommen hat. Wie viele Tote diese siebeneinhalb tausend Bombenabwürfe gefordert haben, gibt die NATO nicht bekannt und scheint

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