Frankfurter Gemeine Zeitung

Blind Dates 14.9.-20.9.

schlaf september

Mi, 14.9.

Mampf: ROBERT KAISER (p,voc) – Barrelhouse-Blues -

Das Bett ab 20 Uhr: Capillary Action ist das Baby von Songwriter Jonathan Pfeffer und wurde bereits in den USA von Pitchfork und All About Jazz bejubelt. Mit Hilfe seiner außergewöhnlichen Band und teils mit Orchester verbindet Jonathan Pfeffer Freejazz-Bläser, Neue Musik und brasilianische Rhythmen mit dem Furioso des Mathrocks und der Zugänglichkeit des Artpops. Eine einzigartige Soundforschung mit herrlich vertrackten Schüben voller Emotionalität, über denen die düster-einnehmende Stimme von Pfeffer thront. Eintritt: 11 €

Do, 15. 9.

19.30 Uhr, Club Voltaire: Christentum, Islam und Judentum – Gleichberechtigte Partner für erfolgreiche Integration(?)Als Bundespräsident Christian Wulff im Oktober 2010 sagte, dass neben dem Christentum und dem Judentum inzwischen auch der Islam zu Deutschland gehört, löste dies eine intensive Debatte aus. Wir wollen jetzt, knapp ein Jahr später, eine erste Bilanz ziehen und Perspektiven diskutieren. Denn auch wenn die Religion nicht überbetont werden sollte, stellt sie einen wichtigen Teil der Identität von Menschen – mit oder ohne Migrationshintergrund – und ihres Zusammenlebens auch in Deutschland dar.

Ponyhof The Pleasants (Amanda Rogers) Folk Rock / Indie. Einlass: 21 Uhr

Fr. 16.9.

20.30 Uhr Kellertheater Frankfurt: Helges Leben, Theaterstück v. Sybille Berg. Regie: Bettina Sachs. Die Menschheit hat aufgegeben. Die Tiere haben das Kommando übernommen und pflegen ein zivilisiertes Dasein. Dazu gehört gepflegte Unterhaltung. So lassen sie sich »Menschen-Shows« vorführen, um zu erfahren wie einst die Menschen sich verliebt, sich geliebt, sich fortgepflanzt und gelebt haben, um dann freudig dem Exitus entgegen zu sehen – eine Art posthumane ABM, die Frau Gott und Frau Tod vor der Arbeitslosigkeit bewahrt, denn sie sind die Macher dieser Shows. Ein Abend mit Musik und Entertainment wird verkauft und so bestellen sich Herr Tapir und Gattin Reh »Helges Leben« – von der Wiege bis zur Bahre. Bei Langeweile wird vorgespult und die Werbepausen für Showeinlagen genutzt. Das Stück von Sibylle Berg ist eine skurrile Fabel mit hohem Unterhaltungswert

Raumstation Rödelheim, ab 22 Uhr:  Konzert mit WILLY FOG aus Dortmund + ALLES WEGEN LILLY aus Münster (Großartige Mischung aus Postpunk, Indie und dem frühen Emo der 90er Jahre) Sie spielen nicht einfach nur dumpfen Punkrock, es ist ein Konstrukt aus Harmonie, Schlagkraft, Vielseitigkeit und Intensität. Wütend und verzweifelnd, melodiös und doch gewaltig und stets geben sich Herz und Hirn die Hand. Alles irgendwo zwischen Post und Emo, zwischen Plattenbau, Sehnsucht und dem stinknormalen Leben eines jeden. Wem TURBOSTAAT, CAPTAIN PLANET, MATULA oder HERRENMAGAZIN ein Begriff ist, ist hier genau richtig. Alle anderen sowieso!

Sa, 17.9.

Offenbach: Menschenkette gegen Fluglärm 11:15 – 13:00 Uhr. Treffpunkte: Hauptbahnhof (Busbahnhof) und Finanzamt (Südseite Bismarckstr.). Offenbach fordert weniger Fluglärm! Die FRAPORT AG vernichtete den Kelsterbacher Bannwald, sie zementierte die neue Landebahn Nordwest, verhöhnte mit einem Einweihungsfest im Juni Einwender und Lärmbetroffene – stets im engen Schulterschluss mit herrschender Landespolitik. Und Offenbach? Offenbach soll eine neue, weitere Lärmschneise bekommen, einen fast flächendeckenden Lärmteppich, weitere Luftschadstoffe, weitgehende Beschränkungen für die Stadtentwicklung und keine FRAPORT-Gewerbesteuer. Und das, obwohl das Bundesverwaltungsgericht über die Klagen gegen den Ausbau noch nicht entschieden hat, ein Nachtflugverbot noch immer nicht gesichert ist, die Möglichkeiten zur Reduzierung des Fluglärms durch aktiven Lärmschutz keineswegs genutzt und festgelegt sind und weiteres Wachstum des Frankfurter Flughafens keineswegs ausgeschlossen ist.

Rundgang 15-17 Uhr: Heimlich bestattet: Demokraten auf dem Frankfurter Hauptfriedhof Treffpunkt: Hauptfriedhof Altes Portal ( Eckenheimer Ldstr. 188-190, U-Bahn-Haltestelle “Deutsche Bibliothek”): Rundgang mit Dr. Judit Pákh: “Wir wollen uns an die gefallenen Barrikadenkämpfer des Volksaufstandes am 18. September 1848 erinnern, wie auch an andere Persönlichkeiten der demokratischen Bewegung, die ihre letzte Ruhestätte hier gefunden haben. Unser Andenken gilt auch den Kämpfern des Warschauer Aufstandes 1944, die im KZ “Katzbach” in den Adlerwerken ums Leben kamen.” Führung im Rahmen der Volkshochschule Frankfurt. Kosten: 6 €.

20.30 Uhr Kellertheater Frankfurt: Helges Leben, Theaterstück v. Sybille Berg. Regie: Bettina Sachs. Inhalt: s. Samstag

Helge

Hafen2 Festival: Offenbach am Meer Solidaritäts-Festival für den Hafen 2 Neubau. Saal, Einlass 21 Uhr, Nachtcafé: Krystyna. Café, 23 Uhr

So. 18. 9.

Ausstellung: »Umkämpfte Vergangenheit. Die Erinnerung an den Spanischen Bürgerkrieg und den Franquismus« & Fotoausstellung: »Carabanchel: Ein franquistisches Gefängnis« Ausstellungen mit Begleitprogramm im Klapperfeld vom 18. September – 6. Oktober 2011. Eröffnung am Sonntag, den 18. Septmber 2011 um 14 Uhr. Öffnungszeiten: Di, Do: 17 – 20 Uhr | Mi: 10 –13 Uhr | Sa So: 15 – 18 Uhr. Eintritt frei, Spenden erwünscht!

Als Ergebnis einer zweiwöchigen Reise ins spanische und französische Baskenland sowie Katalonien hat die AG Geschichtspolitik des Vereins Grenzenlos e.V. eine Ausstellung zur Geschichte des Spanischen Bürgerkriegs und des Franquismus entwickelt. Kurz nach Ende des Spanischen Bürgerkrieges entschied Generalísimo Franco, im Madrider Stadtteil Carabanchel ein neues Gefängnis für 2000 politische Häftlinge bauen zu lassen. Als Zwangsarbeiter_innen mussten die Gefangenen ihr Gefängnis selbst bauen, das im Juni 1944 fertiggestellt wurde. Während der fast vierzig Jahre dauernden Diktatur (1939-75) wurde Carabanchel zum Symbol der Repression, die all diejenigen traf, die für die Republik oder die soziale Revolution gekämpft hatten. Trotz der Proteste ehemaliger Häftlinge , die im ehemaligen Gefängnis ein «Zentrum der Erinnerung» einrichten wollten, wurde Carabanchel 2008 abgerissen. Kurz zuvor ist Arantxa Ramos noch einmal in das Gefängnis gelangt und hat die Reste einer Periode fotografiert, die dem Vergessen preis­gegeben wird.

gefängnis

20.30 Uhr: Open-Air-Kino im Knasthof/ Klapperfeld. Der Film handelt von einem jungen englischen Kommunisten der 1936 nach Spanien geht, um an der Seite der Republikaner_innen gegen Francos Faschist_innen zu kämpfen. Dort angekommen, muss er jedoch feststellen, dass ein Teil seiner Genoss_innen lieber interne Machtkämpfe führt, als für die Freiheit zu kämpfen – und auch der Krieg ist nicht so, wie er ihn sich immer vorgestellt hat. Der Film schafft die Gratwanderung zwischen Lovestory und der Rekonstruktion historischer Ereignisse. (108 min, Englisch, Spanisch, Katalanisch mit deutschen Untertiteln) Filmbeginn bei Dämmerung, bei schlechtem Wetter drinnen.

Mo, 19. 9.

20 Uhr: Club Voltaire: Die Freiheit die sie meinen…Der neoliberale Umbau des hessischen Schulsystem und seine Folgen. Informations- und Diskussionsveranstaltung mit Stefan Edelmann (Landesvorstand GEW Hessen): Bildungspolitisch tut sich einiges in Hessen, das Wenigste davon allerdings ist erfreulich: Im Juni wurde im Landtag ein neues Schulgesetz beschlossen, mit dem unter dem Motto „Selbständige Schule“ mehr Konkurrenz und Wettbewerb, noch mehr Leistungsdruck und soziale Selektion forciert und der neoliberale Umbau des Schulsystems vorbereitet wird. Zugleich kursiert inzwischen der zweite – etwas entschärfte – Entwurf einer neuen Dienstordnung der LehrerInnen, deren Stoßrichtung auf mehr Kontrolle und Durchsetzung autoritärer Strukturen an den Schulen unverkennbar ist. Die von der Landesregierung eingeschlagene Richtung ist eine Rolle rückwärts in die 1950er Jahre. Auch die drastische Reduzierung der Anzahl der Studienseminare, die Streichung von 1000 Referendariatsstellen und 150 Ausbilderstellen ist  weiter im Gespräch.

Di, 20. 9.

Club Voltaire 20 Uhr: Lesung: Die arabische Welt in Bewegung Lesung mit dem Verleger Abdul-Rahman Alawi, Alawi Verlag Köln Texte der jungen syrischen Autorinnen Abeer Esber und Rosa Yassin Hassan. Veranstalter: KunstGesellschaft. Eintritt: 5,- /3,-/1,- Euro.

ExZess 21:00 Konzert mit Poino (UK) und Mike Danson Poino aus London betreiben abstrakte musikalische Architektur, stapeln und schichten noisige Betonplatten zwischen zuckersüße Himbeerlollis-und zwar so hoch, dass der Turm keine andere Chance hat, als in Würde umzufallen und dem nächsten experimentellen Bauwerk Platz zu machen. Hammer! Mike Danson spielen sonnigen bis fiebrigen Hardcore, der sowohl im Winter auf der Veranda als auch nach einem Absturz in eine Gletscherspalte Abhilfe gegen gefühlte Kälte verspricht


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