Frankfurter Gemeine Zeitung

Blind Dates 26.9.-1.10.

sweet dreams

Mo, 26. 9.

Literaturhaus, Schöne Aussicht 2, 19.30 Uhr: Präsentation des Buches “Rettungswiderstand – Über die Judenretter in Europa in der NS-Zeit” mit Prof. Arno Lustiger und Prof. Dr. Felix Semmelroth. Arno Lustiger schildert in seinem neuen Buch die Bemühungen, Juden im gesamten besetzten Europa das Leben zu retten. Er beschreibt nicht nur die Aktionen derer, die als »Gerechte unter den Völkern« geehrt wurden, sondern auch die in Vergessenheit geratenen Rettungsversuche von Diplomaten, Juden, Geistlichen u. a. Auf diese Weise kommen auch die kleinen, alltäglichen Rettungsbemühungen von Einzelpersonen ebenso wie von Netzwerken ans Licht, die den Mord an den europäischen Juden nicht aufhalten konnten, die jedoch gleichwohl Widerstand gegen die Nazis bedeuteten. Eintritt: 5 Euro / 3 Euro

Di, 27.9.

Kino im Naxos, 20 Uhr : Die Halle. Dokumentarfilm & Gespräch am Dienstag, 27. September 2011, 20 Uhr, Filmreihen “Frankfurt im Film” / Start der Filmreihe “Architektur im Dokumentarfilm” (Kartenreservierung empfohlen!): von Eckhard Mieder und Joachim Wölcken Deutschland 2006 / 90 Min.: Sieben Jahre ist es jetzt her, dass das Frankfurter Ostend Abschied nehmen mußte von seiner größten Institution, der Großmarkthalle am Main. Als diese Halle, vom Volksmund zur „Gemieskerch“ („Gemüsekirche“) umgetauft, im Jahre 1928 nach den Plänen des Frankfurter Architekten und Stadtbaudirektors Martin Elsässer erbaut worden war, war sie in ihren Ausmaßen der seinerzeit mächtigste Gebäudekomplex der Stadt. In der ebenso spannenden wie anrührenden Dokumentation haben die Frankfurter Filmemacher Eckhard Mieder und Joachim Wölcken den Abschied von der geschichtsträchtigen Halle festgehalten. Dabei kommen insbesondere auch jene zu Wort, die diese Halle bevölkert haben: Obsthändler, Arbeiter, auch der Toilettenmann und der Wirt des „Osten“, der Gaststätte in der Großmarkthalle, in der es keine Sperrstunde gab. Im Film wird deutlich, dass diese Halle ein kleiner Kosmos gewesen ist, eine Stadt in der Stadt. Zu den gewiß nicht zufällig oft ins Melancholische gleitenden Klängen der Filmmusik von Marc Nordbruch leuchten die beiden Regisseure diesen Kosmos und seine Umgebung im Ostend facettenreich aus. Als Randnotiz sei hier noch die im Film geäußerte Vision des Frankfurter Baudezernenten erwähnt, dass die Ansiedlung der EZB für das rückständige Ostend ein Wohnen wie im Westend mit sich bringen werde. Was die Mietpreise betrifft, ist diese Vision inzwischen Wirklichkeit: In ihrer Ausgabe vom 4. Juli 2011 berichtet die Frankfurter Rundschau, dass „die Mieten im Ostend explodieren“.Zum Filmgespräch begrüßen wir den früheren Frankfurter Planungsdezernenten

Mi, 28.9.
19 Uhr, Senckenberg-Museum (Festsaal).Der Ortsbeirat 2 lädt zur “Vorstellung des Bauvorhabens der ABG Holding neben dem Bockenheimer Depot” ein.
Die “Bürgeranhörung” bietet Gelegenheit, die Geschäftspolitik der ABG Holding,  den Bebauungsplan für das Depot-Gelände (auch im Hinblick auf Mikro-Klima und “Einbettung” in Gesamtplanung, angekündigte Mieten für dieses Areal, Erfahrungen mit “Passiv-Bauten” der ABG Holding (s.http://passivhausffm.blogspot.com/2011/04/passivhaus-light-la-abg-und-die-moral.html), Raum für soziale, öffentliche  Einrichtungen auf dem Depot-Gelände, Kündigungen von bisherigen Mietern (KFZ-Referat)  thematisieren.

Do, 29. 9.
“Tariflöhne für soziale Arbeit!” – Aktionstag gegen Lohndumping.
Das Frankfurter „Netzwerk der sozialen Arbeit“ ruft zusammen mit der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di), der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) und dem „Arbeitskreis Soziale Vereine“ am Donnerstag, den 29.09.2011 zu einem Aktionstag gegen Lohndumping im Bereich der sozialen Arbeit in Frankfurt auf. An diesem Tag werden die Beschäftigten des Club Behinderter und Ihrer Freunde (CeBeeF)
von dem Betriebsgelände am Industriehof ab 13:30 Uhr mit einem Auto- und
Fahrradkorso quer durch die Innenstadt von Frankfurt bis zum Frankfurter Römer fahren.
Dort werden sie gegen 14:30 Uhr von den Beschäftigten der anderen sozialen Vereine
erwartet. Anlass ist die Wut der Beschäftigten in der sozialen Arbeit über ihre Arbeits- und
Lohnsituation. Die Stadt übt bei der Vergabe der Aufgaben in der Kinder- und
Jugendhilfe, im Gesundheitswesen, in der Sozial- und Bildungsarbeit, in der Drogen- und
Behindertenhilfe massiven Kostensenkungsdruck aus. In Folge werden viele Beschäftigte
weit untertariflich bezahlt und bekommen oft nur noch befristete Arbeitsverträge.

Club Voltaire, 19 Uhr DESERTEC: Zentralisierung der Profite – Auslagerung der Risiken Das Konsortium Desertec Industrial Initiative GmbH (DII), von deutschem Großkapital dominiert, wird in nordafrikanischen Ländern und auf der arabischen Halbinsel ein Netzwerk von Wind- und Solarkraftwerken aufbauen, das 25% des Bedarfs an Strom in Europa abdecken soll. Welche Kosten und Risiken bringt dieses Mammutprojekt für die Gesellschaften Afrikas und für die Umwelt mit sich? Welche politischen und militärischen Konsequenzen – z.B. Unterbrechung der Energiezufuhr als Anlaß für eine Intervention der NATO – sind bereits absehbar? Wie werden sich die aktuellen Umbrüche in den nordafrikanischen Staaten und auf der arabischen Halbinsel auf das Projekt auswirken? Christoph Marischka, Mitarbeiter der Informationsstelle Militarisierung (IMI) in Tübingen referiert.

Klapperfeld 20 Uhr: Dokumentarfilm zur Spanischen Revolution. Der Film behandelt die Spanische Revolution und wirft einen Blick auf die anarchistische Bewegung in Spanien. Der Film zeigt bislang wenig bekannte Seiten der radikalen gesellschaftlichen Veränderungen, die sich während des Bürgerkriegs von 1936 bis 1939 in jenen Gebieten zutrugen, die in der Hand der Republikaner_innen waren. 30 Aktivist_innen der Spanischen Revolution berichten als Zeitzeug_innen aus den Reihen der Anarchist_innen über ihre Erfahrungen. (95 min, deutsche Synchronfassung)

Freitag, 30. 9.

19 Uhr, Stadtteilbibliothek Offenbach: Podiumsgespräch “Frauen auf der Flucht” mit Marei Pelzer (Pro Asyl), Dr. Ines Welge (Flüchtlingsrat Wiesbaden), Mod.: Barbara Hoffmann-Neeb (Pax Christi Gruppe Offenbach). Ort: Stadtbibliothek, Herrnstr. 44, VA: Connection e.V., AmnestyInternational Kogruppe Südliches Afrika, Pax Christi Gruppe Offenbach. Kontakt: Connection e.V. Rudi Friedrich, Gerberstr.5, 63065 Offenbach, Tel.: 069/82375534, Fax: 069/82375535
E-Mail:   office(at)connection-ev(Punkt)de
Internet: http://www.connection-ev.de

Sa, 1. 10.
20 Uhr, Club Voltaire: “Die Mutter Courage, wie man sie nicht kennt”.
Das Atelier STEIN&STIMME aus Bad Camberg zeigt eine neuartige Interpretation des bekannten Klassikers von Bertolt Brecht: Sie stellt die Lieder in den Vordergrund und lässt sie von einer professionellen Sängerin (Annette Kohler-Welge) singen, statt wie gewohnt von Schauspielern. Um die Lieder herum erzählen die Sprecher Friedhelm Welge und Ulrich Meckler die Geschichte des Stücks. Großformatige Drucke werden als mobiles Bühnenbild im Stil einer Marktplatz-Groteske ausgestellt. Bühne und Regie: Ulrich Meckler. Eintritt: 9€


Finanzfurt: was man hat, das hat man!

Josef „Joe“ Meinrad Ackermann ist ein angesehener Mann („Banker of the Year“), besonders bei wohlhabenden deutschen Rentnern und vielen Banker-Kollegen. Das hängt nicht nur damit zusammen, dass er als Chef der Deutschen Bank Prominenz in unseren Medien hat, sondern auch deswegen, weil er Vorsitzender eines besonders exklusiven Clubs ist, der sich immer rund um das Feuer der Finanzmärkte versammelt: Ackermann ist nämlich Vorsitzender des Institute of International Finance (IIF), der einzig wirklich globalen Vereinigung von Finanzinstituten. Die Strategie des IIF dreht sich besonders darum, Entscheidungsträger auf der obersten Ebene zu beeinflussen, etwa den amerikanischen Präsidenten oder die Bundeskanzlerin.

DAX - Deuba

Und das klappt auch nicht so schlecht, wie das Publikum bei den Handlungsanweisungen für die Politik bei der aktuellen “Euro-Rettung” (der Institute) verfolgen kann. Genau deswegen sind noch mehr aus dem Profi-Geschäft um die Finanzmärkte von ihm angetan. Auch hier am Main, auch wenn Ackermann vermutlich höchstens am Gesicht der Sekretärin erkennen kann, dass er sich gerade in Frankfurt befindet.

Nicht so begeistert vom Tun des großen Zampano sind dagegen die armen Zeitgenossen, die dem großen Gehabe immer wieder recht geben und schlicht das machen, was besonders wichtig für die Belebung der heutigen Welt sein soll: Aktien kaufen – solche der Deutschen Bank AG. Doch beim Blick auf die heute gelebte Offenbarung, auf die Kurse des DAX lässt die Deutsche Bank AG erblassen: Ackermann übernahm im Jahre 2002 bei einem Kurs von 69 Euro, heute dümpelt er bei 25 Euro. Mit anderen Worten, der Großsprecher und Medienstar Josef Ackermann hat im Laufe der Jahre seiner Amtszeit dazu beigetragen dass der Marktwert  der Deutschen Bank 64% verloren hat, und seit Jahren kam der Wert nicht einmal mehr in die Nähe des Kurses bei seiner Vorstandsübernahme.

Na gut, nehmen wir die Klarheit und Standfestigkeit des großen Vorsitzenden, angeblich fast einzigartig in der deutschen Wirtschaft. Im September 2008, kurz nach dem Lehmann-Untergang und dem weltumspannenden “Blick in den Abgrund” begrüßte Ackermann die Staatshilfen für Banken – so allgemein, und man wußte ja noch nicht was in der Weltökonomie alles noch passiert.

Ganz anders stellt er das schon einige Monate später dar, und zwar wenn er mit einer ganz großen Geste Staatshilfe für das eigene Institut ablehnt - und das nach 3,8 Milliarden Euro Verlust. „Wir sind mittlerweile die einzige Investmentbank weltweit, die weder auf Staatsfonds zurückgreifen noch den Steuerzahler belasten muss.“ Schon gegen Ende 2008 hatte er betont: “Ich verstehe die Diskussion überhaupt nicht. Ich bin dankbar, dass wir das Geld für die einsetzen können, die es nötig haben. Und die anderen, die mit allen Mitteln versuchen, es eigenständig zu machen, die sollten doch nicht kritisiert werden.”

Im Angesicht der Euro-Krise äussert sich Ackermann wieder gegen Staatshilfe: das sei nicht angebracht und führe zu Problemen. Die vermeintliche Größe seines Instituts und des Vorsitzenden bleibt so gewahrt. Aber: gegen den Schutz durch Schirme hat er auch nichts.

Nun kam diese Stellungnahme fast parallel zu einer Veröffentlichung über die Notfallkredite an Banken im Verlauf der Finanzkrise zwischen August 2007 und April 2010 – in den USA und nicht in Europa. An der Spitze US-Institute, Morgan Stanley mit 107 Milliarden Euro und die inzwischen zerschlagene Citigroup (100 Milliarden), aber bei den europäischen Instituten findet sich die Deutsche Bank mit Sage und Schreibe 66 Milliarden Euro staatlicher Unterstützung ran dritter Stelle. Nix damit, dass dieses Institut gar nichts an staatlicher Hilfe nötig hat. Der Gott Markt war halt auch den servilsten Dienern nicht treu.

Na gut, am Schalter in Frankfurt sind die nicht angekommen, alles wurde auch nicht in Anspruch genommen, aber was man hat, hat man halt. Jedoch hat die Deutsche Bank weniger Einwohner als Griechenland.


Kein Autobahnkreuz mitten im Frankfurter Wohngebiet

Friedemann_Floether_Autobahnkreuz_1Foto: Friedemann Floether

Ein Spendenaufruf des  Frankfurter “Aktionsbündnisses Unmenschliche Autobahn“:

Vollausbau Ostumgehung A 66/661 – Bau A 66 Riederwaldtunnel und Autobahndreieck Erlenbruch – Rechtsweg schon jetzt erfolgreich – Bitte um Spenden für Klagefond

In Ihren Anstrengungen die Bevölkerung vor den drastischen Folgen des Autobahnausbaus im Frankfurter Osten zu schützen, können die Bürgerinitiativen schon jetzt von einem Erfolg ihrer Arbeit sprechen. Obwohl noch gar nicht alle juristischen Mittel ausgeschöpft wurden, sind die Arbeiten für den Bau des Autobahnkreuzes Frankfurt-Ost A 66/A 661 (Vollausbau Ostumgehung, Riederwaldtunnel) – wie es das Aktionsbündnis stets gefordert hat – aufgrund der anhängigen Klagen praktisch gestoppt. Gleich­zeitig bestätigen Gutachten der Stadt Frankfurt und des Landes Hessen, dass mit drastischen Überschrei­tungen in Bornheim, Seckbach und Riederwald gerechnet werden muss. Deshalb sind Land und Bund gezwungen, zusätzliche Lärmschutzwände insbesondere für Bornheim und Riederwald zu planen. Die Bürgerinitiativen können mit Fug und Recht feststellen, dass mit relativ begrenzten Mitteln schon erstaunlich viel erreicht wurde.
Die Bürgerinitiativen halten aber an ihrer Forderung fest, dass das gesamte Autobahnkreuz wie auch die zu­lau­fenden Autobahnen komplett eingehaust werden müssen, um die Lebensqualität im Frankfurter Osten bewahren zu können. Eine von den Bürgerinitiativen veranlasste Überprüfung der genannten Gutachten bestätigt die Auffassung, dass diese nur die halbe Wahrheit sprechen und sogar mit noch höheren Überschreitungen der geltenden Lärmgrenzwerte gerechnet werden muss. Von den zu erwartenden Schadstoffen ganz zu schweigen!
Doch die bisher erzielten Erfolge wie auch das Ziel Einhausung sind nicht umsonst zu haben. Deshalb bittet das Aktionsbündnis Unmenschliche Autobahn, dass sich mit zahlreichen direkt betroffene Anwohnern zu einer Klage­gemeinschaft zusammengeschlossen hat, nun erneut die betroffene Bevölkerung im Frankfurter Osten auf, sich an der Finanzierung der Klagen zu beteiligen, um den noch offenen Betrag von ca. 12.000 € abzudecken. Schließlich werden von einem Erfolg der Klagen alle betroffenen Bürgerinnen und Bürger von aktiven Schutz­maßnahmen wie höhere Lärmschutzwände oder gar einer Einhausung profitieren. Bei dieser Gelegenheit möchte sich das Aktionsbündnis auch im Namen der Kläger ausdrücklich bei den vielen Bürgerinnen und Bürgern be­danken, die bisher mit teils sehr großzügigen Spenden zur Finanzierung der Klagen beigetragen haben. so dass bis heute ca. 28.000 € der insgesamt benötigten Gesamtkosten in Höhe von ca. 40.000 € abgedeckt werden konnten.
Unterstützungskonto: Aktionsbündnis Unmenschliche Autobahn GLS Gemeinschaftsbank
BLZ 430 609 67, Kontonummer 8032 691 540 Stichwort: Klagefond A 66/ A 661
Sicherlich ist es auch als Erfolg zu verbuchen, dass die Stadt Frankfurt inzwischen zumindest für den nördlichen Abschnitt der Autobahn A 661 eine Einhausung anstrebt und OB Roth dieses Projekt zur Chefsache erklärt hat. Anderseits erwartet das Aktionsbündnis endlich von der Stadt ein entschlossenes Auftreten dem Land und Bund gegenüber. Schon weil auch öffentliche Einrichtungen, wie die Hallgartenschule, in ihrer Existenz bedroht sind. Es muss ein neues kritisches Gutachten her, dass die tatsächlichen Lärm- und Schadstoffbelastungen des Autobahnbaus auf den ganzen Frankfurter Osten realistisch wiedergibt. Deshalb ist es wichtig, den politischen und juristischen Druck aufrechtzuerhalten.
Über die Klagen und den Klagefond informiert das Aktionsbündnis in den kommenden Wochen mit Informationsständen.Infos über die Planung und den aktuellen Stand der Verfahren auch unter : www.molochautobahn.de
F. Ardelt-Theeck (BVN e.V.) Sprecher des Aktionsbündnisses Unmenschliche Autobahn (AUA)


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