Frankfurter Gemeine Zeitung

Finanzfurt: was man hat, das hat man!

Josef „Joe“ Meinrad Ackermann ist ein angesehener Mann („Banker of the Year“), besonders bei wohlhabenden deutschen Rentnern und vielen Banker-Kollegen. Das hängt nicht nur damit zusammen, dass er als Chef der Deutschen Bank Prominenz in unseren Medien hat, sondern auch deswegen, weil er Vorsitzender eines besonders exklusiven Clubs ist, der sich immer rund um das Feuer der Finanzmärkte versammelt: Ackermann ist nämlich Vorsitzender des Institute of International Finance (IIF), der einzig wirklich globalen Vereinigung von Finanzinstituten. Die Strategie des IIF dreht sich besonders darum, Entscheidungsträger auf der obersten Ebene zu beeinflussen, etwa den amerikanischen Präsidenten oder die Bundeskanzlerin.

DAX - Deuba

Und das klappt auch nicht so schlecht, wie das Publikum bei den Handlungsanweisungen für die Politik bei der aktuellen “Euro-Rettung” (der Institute) verfolgen kann. Genau deswegen sind noch mehr aus dem Profi-Geschäft um die Finanzmärkte von ihm angetan. Auch hier am Main, auch wenn Ackermann vermutlich höchstens am Gesicht der Sekretärin erkennen kann, dass er sich gerade in Frankfurt befindet.

Nicht so begeistert vom Tun des großen Zampano sind dagegen die armen Zeitgenossen, die dem großen Gehabe immer wieder recht geben und schlicht das machen, was besonders wichtig für die Belebung der heutigen Welt sein soll: Aktien kaufen – solche der Deutschen Bank AG. Doch beim Blick auf die heute gelebte Offenbarung, auf die Kurse des DAX lässt die Deutsche Bank AG erblassen: Ackermann übernahm im Jahre 2002 bei einem Kurs von 69 Euro, heute dümpelt er bei 25 Euro. Mit anderen Worten, der Großsprecher und Medienstar Josef Ackermann hat im Laufe der Jahre seiner Amtszeit dazu beigetragen dass der Marktwert  der Deutschen Bank 64% verloren hat, und seit Jahren kam der Wert nicht einmal mehr in die Nähe des Kurses bei seiner Vorstandsübernahme.

Na gut, nehmen wir die Klarheit und Standfestigkeit des großen Vorsitzenden, angeblich fast einzigartig in der deutschen Wirtschaft. Im September 2008, kurz nach dem Lehmann-Untergang und dem weltumspannenden “Blick in den Abgrund” begrüßte Ackermann die Staatshilfen für Banken – so allgemein, und man wußte ja noch nicht was in der Weltökonomie alles noch passiert.

Ganz anders stellt er das schon einige Monate später dar, und zwar wenn er mit einer ganz großen Geste Staatshilfe für das eigene Institut ablehnt - und das nach 3,8 Milliarden Euro Verlust. „Wir sind mittlerweile die einzige Investmentbank weltweit, die weder auf Staatsfonds zurückgreifen noch den Steuerzahler belasten muss.“ Schon gegen Ende 2008 hatte er betont: “Ich verstehe die Diskussion überhaupt nicht. Ich bin dankbar, dass wir das Geld für die einsetzen können, die es nötig haben. Und die anderen, die mit allen Mitteln versuchen, es eigenständig zu machen, die sollten doch nicht kritisiert werden.”

Im Angesicht der Euro-Krise äussert sich Ackermann wieder gegen Staatshilfe: das sei nicht angebracht und führe zu Problemen. Die vermeintliche Größe seines Instituts und des Vorsitzenden bleibt so gewahrt. Aber: gegen den Schutz durch Schirme hat er auch nichts.

Nun kam diese Stellungnahme fast parallel zu einer Veröffentlichung über die Notfallkredite an Banken im Verlauf der Finanzkrise zwischen August 2007 und April 2010 – in den USA und nicht in Europa. An der Spitze US-Institute, Morgan Stanley mit 107 Milliarden Euro und die inzwischen zerschlagene Citigroup (100 Milliarden), aber bei den europäischen Instituten findet sich die Deutsche Bank mit Sage und Schreibe 66 Milliarden Euro staatlicher Unterstützung ran dritter Stelle. Nix damit, dass dieses Institut gar nichts an staatlicher Hilfe nötig hat. Der Gott Markt war halt auch den servilsten Dienern nicht treu.

Na gut, am Schalter in Frankfurt sind die nicht angekommen, alles wurde auch nicht in Anspruch genommen, aber was man hat, hat man halt. Jedoch hat die Deutsche Bank weniger Einwohner als Griechenland.


6 Kommentare zu “Finanzfurt: was man hat, das hat man!”

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