Frankfurter Gemeine Zeitung

Blind Dates 6.10.-12.10.

blind dates JuliDo, 6. 10.

Club Voltaire 19.30 Uhr: Diskussion mit Aristide Ngoula Lapah und Sinclair Timo Fokou (Association des Bamboutos du Hessen e.V., ABH): Tiefverwurzelte traditionelle Regelwerke, unbekannte Sozialgefüge oder Sprachenvielfalt sind nur einige der soziokulturellen Phänomene, denen Akteure der Entwicklungszusammenarbeit täglich begegnen. Nicht selten stellen diese Besonderheiten des Partnerlandes die Umsetzung von Entwicklungsprojekten vor große Herausforderungen. Der Vortrag und die anschließende Diskussion widmen sich der Frage, wie soziokulturelle Phänomene in Projektplanung und -umsetzung mitgedacht, entkräftet bzw. genutzt werden können. Wie kann erfolgreich reagiert werden, wenn soziokulturelle Faktoren die Umsetzung eines Entwicklungsprojektes erschweren? Welche Bedeutung hat die aktive Einbindung soziokultureller Schlüsselfaktoren für die Nachhaltigkeit der umgesetzten Vorhaben?

Frei, 7. 10.

Klosterpresse im Frankensteiner Hof, 20 Uhr: Buchvorstellung: Dr. Horst Brühmann (Frankfurt a.M.): Die neuen Mythen des Alltags von Roland Barthes. Horst Brühmann hat im letzten Jahr eines der berühmtesten Bücher der letzten Jahrzehnte, die “Mythen des Alltags” von Roland Barthes, neu übersetzt und erstmals gemäß der 1957 veröffentlichten französischen Erstfassung komplett zugänglich gemacht. Die deutsche Ausgabe von 1964 enthielt vom 1. Teil nur 19 Texte; die Neuausgabe des 1. Teils ist nunmehr mit 53 Texten fast dreimal so umfangreich. Einige Titel der neu übersetzten Texte: “Die Welt des Catchens”, “Der Arme und der Proletarier”, “Spielsachen”, “Wie Paris nicht unterging”, “Der Jet-Man”, “Ornamentale Küche” und “Astrologie”. Ort: Klosterpresse im Frankensteiner Hof, Paradiesgasse 10, Frankfurt/Sachsenhausen http://www.klosterpresse.de/ Veranstalter: Philosophisches Kolloquium: Kritische Theorie/Klosterpresse

So. 9.10,

11 Uhr: Matinee in der Alten Backstube Dominikanergasse 7, 11 bis 13 Uhr: Ein Insider packt aus – Über die Probleme, die Reiche, Superreiche und Regierende mit ihrer Gesetzestreue haben Mit Frank Wehrheim, Ex-Steuerfahnder. Irgendwie passt es zusammen, dass bestimmte politische Kräfte ständig Steuersenkungen verlangen oder versprechen und Steuerfahnder daran hindern, Steuerkriminellen das Handwerk zu legen. Das offensichtlich von diesen Politikern vertretene Prinzip: Wenn die Demokratie schon nicht in der Lage ist, die Reichen auf legalem politischen Weg zu begünstigen, müssen eben ihre gewählten Repräsentanten dafür sorgen, dass es möglich ist, ungestraft private Wege zu suchen, wie sie ihre Steuern senken können. Das führt zu der Absurdität, dass im Ernstfall nicht mehr die Steuerhinterziehung, sondern die gesetzeskonforme Steuerfahndung, nicht mehr der Unternehmer, sondern der Steuerfahnder bestraft wird. Moderation: Prof. Dr. Hans See. Eine Veranstaltung von Business Crime Control e.V. und KunstGesellschaft e.V. in Zusammenarbeit mit dem Nachdenkseiten-Gesprächskreis Frankfurt am Main. http://www.wirtschaftsverbrechen.de/ ; http://www.kunstgesellschaft.de/  Benefizveranstaltung: Eintritt € 5,00, mit Frankfurt-Pass oder Kultur-Pass € 1,00 Der Erlös dieser Benefizveranstaltung geht an den BCC-Rechtshilfefonds „PRO VERITATE – für Bürgerrechte und Meinungsfreiheit“.

Mo 10. 10.,

19 Uhr, Hotel Monopol, gegenüber Ausgang Süd, Frankfurt – Hbf: Podiumsdiskussion Frankfurt : Boom – Crash – Panik Am 10. Oktober werden diametrale Standpunkte zur Entwicklung der Finanz- und Schuldenkrise, zur Frage der Verantwortlichkeit für die Krise und zur Zukunft der EURO-Länder aufeinander treffen. Außerdem muss geklärt werden, welche Lösungsansätze möglich sind. Ich erwarte eine kontroverse und spannende Diskussion“, sagt Sigmar Kleinert, Betriebsrat einer deutschen Großbank in Frankfurt am Main und Moderator der Diskussionsrunde. Der ‚Silberjunge’, Thorsten Schulte, Finanzanalyst, Rohstoffexperte und Mitglied der CDU, trifft auf Axel Troost, den finanzpolitischen Sprecher der Fraktion DIE LINKE. im Bundestag und Geschäftsführer der Arbeitsgruppe Alternative Wirtschaftspolitik.Beide ausgewiesene Experten ihres Faches. „Ein Podium, das den Finanzplatz Frankfurt in seinem Facettenreichtum beleuchtet, ist einfach überfällig“ ergänzt Lothar Reininger, Fraktionsvorsitzender DIE LINKE. im Römer. „Wir sollen ja auch in den Kommunen sparen, um die Zeche für dieses Finanzdesaster zu bezahlen und trotzdem kassieren die selbsternannten Finanzjongleure weiterhin ihre Boni, für die wir natürlich auch aufkommen sollen. Dabei sind die Auswirkungen des neuen Sparpakets und der Schuldenbremse, wie sie auch von der Schwarz-Grünen-Koalition im Römer beschlossen wurden, noch gar nicht bei der Bevölkerung angekommen. Hier müssen wir eindeutig Stellung beziehen – global und natürlich lokal; gegen die Sparpolitik der Kämmerei und gegen die Umverteilung von unten nach oben!“, kommentiert Lothar Reininger abschließend. Übrigens soll Ludwig Erhard 1948 in einem Zimmer des Frankfurter Hotels ‚Monopol’ die Gesetzesvorlagen entworfen haben, die unter der Überschrift Soziale Marktwirtschaft für Schlagzeilen sorgten. Der Eintritt ist frei.

Di, 11. 10.

20 Uhr, Café Exzess: GegenBuchMasse 2011: Gentrifidingsbums oder eine Stadt für alle Lesung mit Christoph Twickel: In der Hamburger Premium 1A-Lage besetzen Aktivisten ein ehemaliges Arbeiterquartier. Die Besetzung führt Senioren und Postautonome zusammen im Kampf gegen Investorenarchitektur und Verdrängung. In dem Manifest »Not In Our Name, Marke Hamburg« verwahrt sich die Kulturszene dagegen, zum Standortfaktor für eine Stadt zu werden, deren Sahnelagen nur den Besserverdienenden zustehen. Wenn draußen nur noch das leise Raspeln von Rollkoffern auf dem Pflaster zu hören ist, wo sich früher die Nachbarn mit der Hupe rausgeklingelt haben; wenn auf dem Bauschild vor dem Apartment-Rohbau steht: »Der Kiez freut sich auf Sie!«; wenn die Suche nach einem WG-Zimmer zur Castingshow wird; wenn die Ballonseidenanzug-Träger an den Stadtrand ziehen; wenn das Fleischerei-Fachgeschäft einem Adidas-Flagship-Store weicht und selbst nachts um halb zwei noch Leute mit aufgeklapptem Macbook in der Bar sitzen: Dann ist es allerhöchste Zeit, sich Gedanken zum Thema Gentrifizierung zu machen. Was ist eigentlich Gentrifizierung – und was kann man dagegen tun? Christoph Twickel beschreibt die unterschiedlichen Ansätze all jener, die derzeit um die Nutzung der Städte streiten: City-Marketing und kreatives Prekariat, kommunale Stadtentwicklung und Menschen aus verschiedensten Bereichen, die »von unten« für eine Stadt für alle kämpfen. Angriffslustig und im besten Sinne parteilich führt das Buch in die aktuellen Aktivitäten und Alternativen ein. http://www.infoladen.de/ffm/exzess.htm

Mi, 12. 10.

20 Uhr, im KoZ, Studierendenhaus/ Campus Bockenheim: GegenBuchMasse 2011: Wolf Wetzel: Wir wollen alles – Häuserkampf 1. Teil (1970-1989) n Frankfurt explodieren die Mieten, in Bockenheim mussten (laut immowelt.de) im August durchschnittlich 17.91 Euro/qm für Wohnungen bis 40 qm gezahlt werden, bei Wohnflächen von 80-120qm “nur” 13.96 Euro/qm. Frankfurt steht (nach München) mit durchschnittlich 11,30 Euro/qm für ein WG-Zimmer bundesweit an der Spitze. Die Angst wächst, dass bei weiterer Aufwertung des Stadtteils durch den “Kulturcampus” die Mieten noch weiter steigen, Mietervertreibung zunimmt. Gleichzeitig stehen über 2 Millionen qm Büroflächen leer, z.Bsp. das Gebäude vom ehemaligen Verwaltungsgericht in der Adalbert-Straße/Schloss-Straße. Gleichzeitig plant die ABG Holding – trotz skandalöser Wohnraumnot von Studierenden – den Abriss vom Studentenwohnheim an der Bockenheimer Warte. Nicht wenige FrankfurterInnen erinnern sich in dieser Situation an die
legendären Häuserkämpfe im Frankfurter Westend.
Wolf Wetzel hat diese Zeit miterlebt und stellt im Rahmen der “Gegen Buch
Masse” sein Buch vor: “Wir wollen alles – Häuserkampf 1. Teil (1970-1989)”
(Bibliothek des Widerstands, Laika-Verlag) Veranstalter: Bürgerinitiative Ratschlag Campus Bockenheim V.i.S.P.: A. Wahl, rech-wahl@onlinehome.de, 069 -  77 45 83

 


Demonstration: ‘No MonoPress!’

Die Piratenpartei Frankfurt ruft zur Demonstration gegen das Leistungsschutzrecht für Presseverleger zum Auftakt der Frankfurter Buchmesse auf !

Der Termin ist am Mittwoch,  12.10.11 um 9:00 Uhr vor dem Haupteingang der Messe Frankfurt.

Um was geht es:

Die Zeitungsverlage wollen eine Art GEMA ins Leben rufen um ihre Märkte im Netz zu verteidigen. Zunächst soll jeder Gewerbetreibende mit internetfähigen Geräten eine Abgabe zahlen. Einfach so. Pauschal. Um ihr Ziel zu erreichen, prangert die Lobby der Zeitungsverleger gerne die Kultur des Teilens von Wissen im Netz an, und nennt das Ganze dann “Umsonstkultur”.

Die Kultur des Teilens wollen die Zeitungsverleger beenden und durch eine “Zwangsabgabekultur für ungefragte Inhalte” ersetzen. Da sich das mit dem Zwang nicht sonderlich gut anhört, gibt es auch schon eine passende Wortneuschöpfung: Das Leistungsschutzrecht.

Durch die Einführung eines Leistungsschutzrechts würde die Politik die bestehende Medienmacht nicht nur zementieren, sie würde die Voraussetzung für ein Medienmonopol schaffen. Statt die Chancen des Übergangs in das digitale Zeitalter zu nutzen, in dem jeder Mensch das Wissen der Gesellschaft mehren und verteilen kann, würde einer medialen Monokultur aus der Industrieära der Vorzug gegeben.


Occupy Frankfurt!

Die Initiative der Besetzung des Bankenviertels in New York, der Wall Street (Occupy Wall Street) verbreitert sich, und findet in amerikanischen Städten immer mehr aktiven Zuspruch. Siehe.

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Am 15. Oktober möchten Initiativen weltweit im Anschluß an und in Solidarität mit der Occupy-Bewegung auf die Strasse gehen. Über das im Web installierte Initiativen-Netz kann man die Fortschritte verfolgen, und sich noch mehr aufgerufen fühlen, dabei mitzumachen.

united-for-global-change

Der Aufruf für einen Marsch zur EZB am 15. Oktober um 12 Uhr an der Hauptwache hat den folgenden Wortlaut:

Am 15. Oktober werden Menschen aus der ganzen Welt auf die Straßen und Plätze gehen. Von Amerika bis Asien, von Afrika bis Europa protestieren die Menschen, um ihre Rechte zu fordern und eine wahre Demokratie zu verlangen. Nun ist es Zeit, uns alle einem globalen, gewaltfreien Protest anzuschließen.

Die herrschenden Mächte arbeiten zum Vorteil einiger Weniger und sie ignorieren den Willen der überwiegenden Mehrheit. Diese untragbare Situation muss ein Ende haben.

Vereinigt in einer Stimme werden wir den Politikern, und der Finanzelite, denen sie dienen, sagen, dass es an uns, den Bürgern, ist, über unsere Zukunft zu entscheiden. Wir sind keine Waren in den Händen der Politiker und Banker!

Am 15. Oktober werden wir uns auf der Straße treffen, um den weltweiten Wandel, den wir wollen, zu beginnen. Wir werden friedlich demonstrieren, reden und organisieren bis wir es geschafft haben.
Es ist Zeit uns zu vereinen. Es ist Zeit dass sie uns zuhören!
Menschen der Welt, mobilisiert euch!

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(In Frankfurt hat sich bereits ein “Occupy Frankfurt” im Web installiert. (die noch etwas rudimentäre und diffuse Web-Site hier, auf Facebook hier); eine 2. Social Web Initiative heißt “Occupy-Frankfurt Besetzt-Frankfurt” und findet sich hier)


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