Frankfurter Gemeine Zeitung

“No more ISlave”: Steve Jobs ist tot.

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Steve Jobs Herz hat aufgehört zu schlagen und die Netzgemeinde badet in einem Meer virtueller Tränen. Auf facebook wird eine hour of silence in all social media networks ausgerufen: eine ganze Stunde lang KEIN Facebook & Co. , um seiner zu gedenken. Das ist wahre Selbstkasteiung. In so einer Stunde kommen einem komische Gedanken: z.B., dass Steve Jobs einfach so an Krebs stirbt, während die Arbeiter der chinesischen Firma Foxconn, in der Apple und Co für ein Appel und ein Ei produzieren lassen, Erklärungen unterschreiben mussten, dass sie trotz der mieser Arbeitsbedingungen keinen Selbstmord begehen. 13 Selbstmorde und 4 Selbstmordversuche von Arbeitern waren dem 2010 vorangegangen. Dann wurde eine Psychologenhotline eingerichtet und die Löhne leicht über den gesetzlichen Mindestlohn angehoben. Apple lobte daraufhin dass Untrernehmen. Viel geändert hat sich aber offenbar nicht: Bei der Eröffnung der neuen Appleläden in Honkong protestierte die Initiative Students and Scholars Against Corporate Misbehavior (Sacom) gegen die Arbeitsbedingungen bei Foxconn unter dem Slogan: “No more ISlave” und präsentierte eine Studie mit brisanten Einzelheiten.

Während ihrer zehnstündigen Schicht haben die Arbeiter keine Stühle, auf die sie sich setzen können. Machen Sie einen Fehler bei der Produktion müssen sie eine Selbstkritik schreiben, die mit ihrem Foto zur Warnung der Anderen öffentlich ausgehängt wird. Wenn die Arbeiter nicht funktionieren, droht das Management, sie durch Roboter zu ersetzen. Die ZEIT schrieb: ” Von Zehn-Stunden-Schichten ohne die zugesagten Pausen ist die Rede, von militärischem Ton und Drill, von unbezahlten Überstunden in enormer Höhe, von Umgang mit Chemikalien ohne Schutzvorrichtungen, von brüllenden und drohenden Aufsehern und von unwürdigen Wohnquartieren ohne Strom und Wasser für die Zehntausenden Wanderarbeiter.”

Unter diesen Bedingungen werden die benutzerfreundlichen Geräte produziert, die so toll in der Hand liegen und Apple einen nie versiegenden Geldregen bescheren. Apple würde laut Frontal 21 auch dann noch 50 Prozent Gewinn an jedem iPhone machen, wenn das Unternehmen den Arbeiterlohn verzehnfachen würde.Aber warum sollte Apple das tun? Ein nicht geringer Teil des Genies von Steve Jobs bestand darin, den AppleUsern weltweit dauerhaft einzureden, dass sie auf der Seite der Guten sind, Bestandteil einer aufregenden Alternativkultur, gegen das Establishment von IBM, Microsoft & Co., obwohl der Konzern auf größtmöglichster Ausbeutung basiert. Selbst der unterbezahlte Hilfsarbeiter im Applestore nebenan kann sich noch als Teil des kultigen Ganzen fühlen. Während der allseits anerkannte kapitalistische Oberbösewicht Bill Gates die Hälfte seines Vermögens an karitative Projekte abgegeben hat, ist Apples Spendenunlust so notorisch wie die Knausrigkeit des Exhippies Jobs.

Steve Jobs Produktpräsentationen locker vom Hocker in Jeans und Rollkragenpulli zeigten ihn als “einen von uns”. In Wirklichkeit führte Jobs bei Apple wie alle neoliberalen Bosse eine Art Neofeudalismus persönlicher Abhängigkeiten ein. Die Lockerheit endete an den Toren des Kontrollfreaks. Berüchtigt waren die Aufzugfahrten mit Steve. Er pflegte jeden zu fragen an welchem Projekt er gerade arbeitet. Brachte der unfreiwillige Gesprächspartner keine überzeugende Erklärung heraus, konnte er am Ende der Aufzugfahrt seinen Job los sein. Das Appleuniversum ist ein Universum der Angst: der Angst abgehängt zu werden, nicht mehr dazu zu gehören.

Steve Jobs hat mit grade mal 56 Jahren seine letzte Aufzugsfahrt nach oben angetreten. Für ihn selbst ist “No more Islave” wahr geworden.

Im übrigen: Lang lebe Bill Gates!


2 Kommentare zu ““No more ISlave”: Steve Jobs ist tot.”

  1. gaukler

    Die chinesische Integration von “Kommunistischer Partei” und Speed-Kapitalismus ist echt innovativ: das Prinzip der “Selbstkritik” ist voll leninistischem Habitus, und die Substitution der Arbeiter durch Roboter scheint mir in der Linie “Erhöhung der Produktivkräfte” durch proletarische Initiativen zu liegen.
    Wenn dann noch Apple dazukommt, phantastisch.
    Nebenbei zum “alternativen” Apple: Besonders zur Zeit des “Eure Armut kotzt mich an” war es hip einen Apple zum doppelten Preis anderer Gadgets im Portfolio zu haben.
    PS.: Gates hatte bei Microsoft eine mit Jobs vergleichbare Firmenführung.
    Man könnte sagen, dass die so lockeren kalifornischen IT-Läden und späteren Konzerne die Erfinder der massenhaften unbezahlten Überstunden waren.

  2. Allencarty

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