IHK-Veranstaltung gestört
Am Dienstag vergangene Woche hat die IHK Frankfurt zu einer öffentlichen Veranstaltung eigeladen. In gediegenem Ambiente des »Ludwig-Erhard-Saals« der Frankfurter Börse sollte das Innenstadtkonzept der Stadt Frankfurt vorgestellt und diskutiert werden. Unter die Gäste hatte sich auch eine Gruppe von knapp 50 Aktivist_innen gemischt. In Anlehnung an eine erfolgreiche Protestaktion bei einem „Bürgerforum“ zum so genannten Kultur-Campus im Mai diesen Jahres unterbrachen sie immer wieder den Eingangsvortrag des Leiters vom Satdtplanungsamt Dieter von Lüpke durch lautes Applaudieren und Jubeln.
Die Einladung der IHK hatte als Ziele für das Innenstadtkonzept „hauptsächlich die Aufwertung des Stadtbildes und des öffentlichen Raums“ formuliert. Wirklich drängende soziale Fragen wie die nach den eklatantem Mangel an bezahlbarem Wohnraum spielten folglich keine Rolle.
Ihrem Protest gegen die einseitige und die soziale Frage gänzlich ignorierende Stadtplanungspolitik äußerten die Aktivist_innen in Form von lautem Jubel bei der Erwähnung von Stichworten, wie „Standort“, „Aufwertung“ und „soziale Durchmischung“. „Die lang anhaltenden Beifallsstürme sollten die radikale Ablehnung gegenüber dieser Veranstaltung und ihrem Inhalte bekunden und deren Erläuterung verhindern.“ erklärten die Aktivist_innen ihre Protestform.
Während Teile des Publikums der IHK Form von Ausrufen wie „Die füttern wir doch alle durch, die scheiß Sozialschmarotzer!“ oder „Geht doch Arbeiten!“ ihre reaktionären und sozialchauvinistischen Positionen offenbarten, riefen die Veranstalter_innen die Polizei.
Ausführlicher Bericht und Presseerklärungen von Asta Frankfurt und der Initiative finden sich hier.